Tipps und Tricks zum Schreiben der Masterarbeit im Unternehmen

Masterarbeit im Unternehmen
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28 Jan Tipps und Tricks zum Schreiben der Masterarbeit im Unternehmen

Eine ideale Verbindung zwischen Theorie und Praxis stellt die Masterarbeit im Unternehmen dar, wenn sie dort geschrieben werden kann. Dabei gibt es spezielle Anforderungen, die zu beachten sind. Worin diese bestehen und wie man eine geeignete Firma finden kann, erklärt dieser Artikel. Zudem wird aufgezeigt, welche späteren Karrierechancen bestehen, wenn die Master-Thesis in einem Unternehmen verfasst wird.

Aus der Theorie in die Praxis

Verfassen Studenten ihre Bachelorarbeit oder Masterarbeit in einer Firma, so können hierbei mehr praktische Erfahrungen abgehandelt werden, als bei einer Thesis, die sich mit der reinen Theorie, beispielsweise durch eine Literaturrecherche, befasst. Auch die Unternehmen profitieren hiervon sehr, da die Arbeit etwa dazu dient, einen Organisationsablauf effektiver zu gestalten oder eine neue Lösung für ein bestehendes Problem zu entwickeln.

Ob das Verfassen einer Masterarbeit in einem Betrieb überhaupt möglich ist, regelt die Prüfungsordnung der jeweiligen Hochschule. Diese ist meist online einzusehen. So beschreibt beispielsweise die Prüfungsordnung der Universität Trier: „Die Masterarbeit darf auch außerhalb der Universität ausgeführt werden, wenn sie von einer Prüferin oder einem Prüfer gemäß § 8 Abs. 2 des für das betreffende Fach zuständigen Fachbereiches der Universität betreut werden kann.“

Bevor man sich also auf die Suche nach einem Thema und einem geeigneten Unternehmen macht, muss der Absolvent dementsprechend prüfen, ob die Universität dieses Konstrukt überhaupt zulässt. Schließlich muss der Student auch den Betreuer von der Umsetzbarkeit und dem Vorteil für die Wissenschaft überzeugen, denn er bewertet die Arbeit. Dabei ist es wichtig, die Rahmenbedingungen genau festzulegen.

Die Grundlage: der Vertrag

Hat man sich mit dem Dozenten über ein Thema geeinigt, so ist es unbedingte Voraussetzung, einen Vertrag mit dem Unternehmen zu schließen. Darin wird genau festgehalten, worin das Ziel der Masterarbeit besteht sowie wer im Betreib für die Betreuung des Studenten verantwortlich ist. Des Weiteren definiert das Schriftstück die genauen Aufgaben im Unternehmen sowie eine Arbeitsplanung und die Rechte an der Thesis.

Manche Verträge enthalten auch einen Sperrvermerk. Dieser kann auch unter der Bezeichnung Geheimhaltungsverpflichtung aufgeführt sein (vgl. Oertner, St. John & Thelen 2014: 30). Er dient den Unternehmen zum Schutz ihrer sensiblen Daten. So können etwa vertrauliche Angaben in Anhängen der Masterarbeit enthalten sein, die für einen gewissen Zeitraum der Öffentlichkeit verborgen bleiben sollen (vgl. Kratzke 2015: 412).

Jedoch enthält dieser Vertrag zwischen Unternehmen und Studenten nicht nur Vereinbarungen, die im konkreten Bezug zur Masterarbeit stehen. Er führt auch Bedingungen auf, die die Zusammenarbeit definieren. So gehören dazu beispielsweise Fragen, welche die Bezahlung klären, die Arbeitszeiten regeln oder Anwesenheitspflichten definieren.

Wie wichtig ein solcher Vertrag ist, zeigt der Fall einer Studentin, die ihre Erfahrungen in einem Artikel auf karriere.de beschrieben hat. Während sie ihre Diplomarbeit schrieb, hatte sie mit Zeitverzögerungen zu kämpfen, die das Unternehmen zu verantworten hatte. Darüber hinaus erhielt sie keinen eigenen Betreuer, wie mündlich verabredet war, und litt unter einer schlechten Informationspolitik des Unternehmens. Um solche Erfahrungen zu vermeiden, müssen die Rahmenbedingungen also unbedingt schriftlich festgehalten werden.

Bei der Vertragsgestaltung sollte immer im Fokus behalten werden, dass die Masterarbeit zwar dem Unternehmen dazu dient, ein konkretes Problem zu lösen. Jedoch nimmt die Universität die Bewertung bzw. Benotung vor. So gilt es einen Spagat zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Belangen der Firma zu vollziehen. Wer schon die erste Abschlussarbeit im Unternehmen geschrieben hat, ist da erfahrener.

Wie findet man ein geeignetes Unternehmen für die Masterarbeit?

Spezielle Jobbörsen im Internet bieten die Möglichkeit, speziell nach Firmen zu recherchieren, die Studenten für Abschlussarbeiten suchen. So werden beispielsweise derzeit über die Website des Staufenbiel-Institutes über 200 vakante Stellen angeboten. Außerdem gibt es auch Jobmessen, auf denen Unternehmen gezielt Studenten anwerben, um dort die Masterarbeit zu verfassen.

Auch gehen die Unternehmen oft direkt auf die Hochschulen zu, um Studenten für die Masterarbeit im Unternehmen zu gewinnen. Möglicherweise können die Dozenten direkt darüber Auskunft geben, in welchen Bereichen gerade für spezielle Abschlussarbeiten gesucht wird.

Eine weitere Möglichkeit, wie Unternehmen Studenten rekrutieren, ist der Jobbereich auf der Firmenwebsite. Aber auch Social Media wird für die Betriebe immer wichtiger. So ist es bereits Gang und Gäbe, dass die Unternehmen über Facebook an die Studenten herantreten. Diese Ausschreibungen beinhalten oft schon konkrete Themenvorgaben. Manche Firmen werben aber auch dafür, eigene Ideen für die Masterarbeit anzubieten.

Dabei sollte man stets darauf achten, dass man sich frühzeitig auf die Suche nach einem geeigneten Thema und Unternehmen macht. Denn nicht nur die Bewerbung an sich beansprucht Zeit. Auch für Vorstellungsgespräche, Vertragsverhandlungen und die Absprachen mit dem Betreuer an der Universität muss ein ausreichend großer Zeitraum eingeplant werden. Dieser kann sich über Wochen oder sogar Monate hinziehen. Zusätzlich sollte man, wie bei jeder Abschlussarbeit, viel Zeit für den Schreib- und Rechercheaufwand einplanen. Zu guter Letzt muss man auch an ein Korrekturlesen der Masterarbeit und eine ansprechende Formatierung denken, um der Masterarbeit für den Betreuer an der Uni den letzten Schliff zu geben

Gut für die Zukunft: Masterarbeit im Unternehmen schreiben

Neben dem erhöhten Praxisbezug hat die Masterarbeit im Unternehmen noch einen weiteren Vorteil. Der Student hat bereits erste Kontakte mit der Firma geknüpft und seine Fähigkeiten sind dort bekannt. Das Verfassen der Masterarbeit kann also auch ein Türöffner für eine mögliche spätere Anstellung in diesem Unternehmen sein. Nicht selten kommt es vor, dass der Masterarbeit ein gut bezahlter Job folgt.

Dabei muss natürlich das Unternehmen sowie das Thema der wissenschaftlichen Arbeit für den Studenten attraktiv sein. Auch die eigenen Karrierepläne muss man dabei berücksichtigen. Selbst wenn das Verfassen der Master-Thesis nicht direkt ein Jobangebot zur Folge hat, so bestehen gute Chancen, bei einer Firma derselben Branche unterzukommen.

Nicht zuletzt zahlt sich auch in monetärer Hinsicht das Sammeln der praktischen Erfahrungen durch das Verfassen einer Masterarbeit in einer Firma aus. Denn viele Unternehmen achten bei der Einstellung von Absolventen nicht nur auf die guten Noten, sondern auch auf Berufserfahrung. So kann das Einstiegsgehalt dementsprechend höher ausfallen als bei reinen Theoretikern.

Die Masterarbeit in einem Unternehmen zu verfassen ist also die ideale Verknüpfung von Theorie und Praxis. Daneben locken noch eine Vergütung während der Bearbeitungszeit sowie die Möglichkeit, eine spätere Festanstellung in diesem Unternehmen zu erreichen. Jedoch muss man das Thema der Arbeit im Vorfeld gut auswählen und mit dem Betreuer an der Hochschule genau absprechen. Ein Vertrag zwischen Unternehmen und Studenten regelt die Details. So kann die Masterarbeit, die in einem Unternehmen verfasst wird, zum Erfolg auf ganzer Linie werden.

Literatur

Kratzke, Nane (2015): Sperrvermerke bei Abschlussarbeiten in Informatik Spektrum 38 (5), Berlin.

Oertner, Monika/Ilona St. John/Gabriele Thelen (2014): Wissenschaftlich Schreiben – Ein Praxisbuch für Schreibtrainer und Studierende. Paderborn.

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