Schreibblockade lösen – Hausarbeiten, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten schreiben

Schreibblockade lösen - Tipps, Tricks, Ratgeber
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23 Feb Schreibblockade lösen – Hausarbeiten, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten schreiben

Was ist eine Schreibbocklade?

Du hast ein Thema für Deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit gefunden und die Literaturrecherche abgeschlossen? Du hast Dir Gedanken über die Gliederung gemacht und die Inhalte Deiner Arbeit bereits im Kopf? Nun müsstest Du die Arbeit nur noch verfassen, setzt Dich vor den Computer und – nichts. Der leere Bildschirm gähnt Dich an, Du verwirfst all Dein Geschriebenes, sobald Du es eingetippt hast, und kommst nicht von der Stelle.

Mit dieser Problematik sind viele Studierende konfrontiert. Schreibprobleme und Schreibblockaden sind beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten weit verbreitet, denn wissenschaftliches Schreiben ist ein komplexer Prozess, der sich nicht einfach aus dem Ärmel schütteln lässt. Vielmehr solltest Du Dich beim Schreiben nicht nur mit den wissenschaftlichen Formalien auseinandersetzen, sondern auch mit Deinen Schreibgewohnheiten. Schreibprobleme lassen sich lösen, indem man seine Herangehensweise reflektiert und versteht, wie es zu diesen Problemen kommen kann. Auf diese Weise lässt man Schreibblockaden gar nicht erst entstehen oder man weiß zumindest, wie man aus diesem Teufelskreis wieder herauskommt.

Welche Schreibblockaden es gibt

Schreibblockaden bei Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten können entstehen, wenn man die Erwartungen an einen selbst zu hoch steckt. Man orientiert sich an sprachlichen Vorbildern und hat das Gefühl, diesen nicht das Wasser reichen zu können (vgl. Kruse 2007: 27–28). Die Folge: Man streicht eigene Sätze immer wieder durch, in der Meinung, dass sie „blöd klingen“ würden.

Beginnt man mit dem Schreiben zu einem ungünstigen Zeitpunkt, wirkt sich das negativ auf das Ergebnis aus. Wählt man den Zeitpunkt zu spät, leidet man unter Zeitdruck. Beginnt man jedoch zu früh, können zu einem späteren Zeitpunkt umfangreiche Überarbeitungen notwendig sein, sodass man weite Teile des Textes doppelt schreiben muss (vgl. Franck 2004: 244).

Schreibblockaden können auftreten, wenn man fürchtet, etwas Falsches zu schreiben. Man möchte sich nicht vor DozentInnen bloßstellen. Das Gefühl, den eigenen Text immer wieder überarbeiten und perfektionieren zu müssen, behindert den Schreibprozess (vgl. Kruse 2007: 29). In diesen Zusammenhang fallen auch Befürchtungen, dass der eigene Text nicht das aussagt, was man sagen möchte. Man hat Schwierigkeiten mit dem Formulieren der eigenen Gedanken.

Wenn es schwerfällt, die Aussagen anderer Fachleute in eigene Worte zu fassen, und man meint, die eigenen Texte würden unwissenschaftlich klingen, klammert man sich in der Regel sehr eng an die Vorlagen. Das Resultat sind in vielen Fällen Arbeiten, die aus Aneinanderreihungen von Zitaten bestehen. Die Eigenständigkeit kann nicht gezeigt werden (vgl. Kruse 2010: 158 und Frank 2004: 245).

Ebenfalls weit verbreitet ist die Angst vor dem leeren Blatt. In Anbetracht eines unbeschriebenen Blattes oder eines leeren Dokumentes fällt es schwer, die eigenen Gedanken zu ordnen und strukturiert zu Papier zu bringen. Die Folge davon ist, dass man gar nicht erst anfängt, zu schreiben.

Was man gegen eine Schreibblockade tun kann

Es gibt viele Strategien, eine Schreibblockade bei Hausarbeiten, Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten zu überwinden. Einen Überblick über die wichtigsten Strategien, mit dem Schreiben zu beginnen oder die Arbeit am Text wieder aufzunehmen, bietet dieses Kapitel.

Mit einfach zu schreibenden Kapiteln beginnen

Auch wenn man einen Text in der Regel von vorne liest, ist es ratsam, diese chronologische Vorgehensweise beim Schreiben nicht zu verfolgen. Das Schreiben der Einleitung erfordert, dass die Inhalte des folgenden Textes schon bekannt sein müssen. Da dies aber zu Beginn des Schreibprozesses noch nicht der Fall ist, solltest Du nicht mit dem Verfassen der Einleitung beginnen. Viel mehr suchst Du Dir ein Kapitel aus dem Hauptteil aus.

Gedanken strukturieren und Zeitplan festlegen

Jede wissenschaftliche Arbeit weist eine bestimmte Struktur auf. Diese Struktur solltest Du zu Beginn des Schreibprozesses in Form eines (vorläufigen) Inhaltsverzeichnisses, einer Mindmap oder mithilfe von Brainstorming festlegen. Gute Einfälle, die zu einem bestimmten Thema passen, solltest Du sofort notieren. Dadurch arbeitest Du effizienter und vergisst diese nicht, bist Du zum betreffenden Kapitel kommst.

Die anhand der Strukturierung gewonnenen Kapitel lassen sich dann systematisch ausarbeiten. Diese Vorgehensweise ist auch die Basis für all jene, die unter Zeitdruck schreiben oder die schlecht planen können. Auf diese Weise lässt sich ein „Fahrplan“ ausarbeiten, bis zu welchem Datum die einzelnen Teile einer Arbeit fertig sein müssen.

Um die einzelnen Kapitel zu strukturieren, hilft es, zunächst ein kurzes Exposé zu skizzieren (vgl. Franck 2004: 244). Dieses kann danach als Grundlage für das Verfassen des Textes verwendet werden. Dadurch wird sichergestellt, dass Dein Text einen roten Faden aufweist und der Argumentationsgang keine Lücken hat. Zusätzlich hilft es Dir, Deine Gedanken zu ordnen, um sie Schritt für Schritt zu Papier zu bringen (vgl. Kruse 2007: 28).

Probleme beim Formulieren lösen

Wenn Du Probleme beim Formulieren hast, hilft es, als ersten Schritt Stichworte und Halbsätze zu sammeln, die Du in weiterer Folge in dem Kapitel, welches Du gerade bearbeitest, verwenden kannst. Mithilfe dieser Rohfassung legst Du die Inhalte Deines Textes konkreter dar, sodass Du einen Überblick darüber bekommst, wie Dein Argumentationsgang aussehen soll. Verschwende im ersten Schritt keine Zeit damit, möglichst ausgefeilte Formulierungen zu finden.

Den Text auf sprachlicher Ebene zu verbessern, ist erst der zweite Schritt und Teil des Überarbeitungsprozesses. Das Anfertigen einer Rohfassung hilft auch dann, wenn Du extrem kritisch bist und Deine Sätze leicht verwirfst und oft umbaust. Mache Dir bewusst, dass Du holprige Stellen bei der Überarbeitung noch glätten kannst (vgl Andermann, Drees & Grätz 2006: 70).

Rat bei Kommilitonen einholen und Tutorien besuchen

Um einen Eindruck zu bekommen, worauf Du beim Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit achten solltest, ist es ratsam, bei höhersemestrigen Kommilitonen nachzufragen. Diese kennen die Anforderungen Deiner Fachrichtung in der Regel schon gut und können wertvolle Tipps geben. Außerdem solltest Du schon eingereichte Bachelorarbeiten und Masterarbeiten vorab lesen. Dadurch bekommst Du ein Gefühl dafür, wie solch eine Arbeit verfasst sein soll.

Manche Universitäten und Hochschulen bieten eigene Tutorien an, in denen die Anforderungen ans wissenschaftliche Schreiben thematisiert werden. Nimm diese Angebote in Anspruch!

Tipps, um den Schreibprozess zu beginnen

Eine radikale Methode ist, sich vor das Blatt Papier oder den Bildschirm zu setzen und einfach drauflos zu schreiben. Dabei bringst Du alles zu Papier, was Dir einfällt. Der Text muss nichts mit dem wissenschaftlichen Thema zu tun haben; vielmehr aber mit allen anderen Sachen, die Dir in den Sinn kommen. Diese Methode hilft, den Schreibprozess zu initiieren. Wichtig ist, dass Du mit dem Schreiben beginnst. Was Du schreibst ist nebensächlich.

Wenn Dich die vielen Funktionen der gängigen Textverarbeitungsprogramme, zum Beispiel Word, OpenOffice oder LaTex, vom Schreiben ablenken, kannst Du Programme wie Writeroom oder Darkroom, die einen Vollbildmodus bieten, verwenden. Um die Arbeit danach korrekt zu formatieren und die Quellenverweise einzufügen, kopierst Du den Text wieder in das Textverarbeitungsprogramm.

Eine weitere Möglichkeit, den Schreibfluss in Gang zu bringen, ist, mit den Zitaten zu beginnen. Dazu suchst Du alle relevanten Zitate für das Kapitel, welches Du gerade bearbeitest, zusammen und schreibst diese in logischer Reihenfolge auf. Danach verfasst Du Deinen eigenen Text, um die einzelnen Zitate sinnvoll miteinander zu verbinden.

Das Wechseln der Perspektive kann ebenfalls hilfreich sein, vor allem wenn Du fürchtest, etwas Falsches zu schreiben oder zu sagen.

Stell Dir vor, Du bist der Leser Deiner eigenen Arbeit. Was interessiert Dich? Welche Hinführung zum Thema brauchst Du, um es zu verstehen? Selbstverständlich kannst Du Dich auch in die Rolle Deines/Deiner Dozenten/Dozentin, Gutachters/Gutachterin oder Professors/Professorin versetzen und Deine Arbeit aus seiner/ihrer Sicht betrachten.

Sonstige Tipps

Wenn Du vor Tastatur und Bildschirm verzweifelst, hilft es möglicherweise auch, eine kurze Pause einzulegen, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Gehe für eine Viertelstunde an die frische Luft oder mach Bürogymnastik.

Bevor Dir vollends die Decke auf den Kopf fällt, überlege Dir, ob Du an einem anderen Ort unter Umständen besser schreiben kannst. Vielleicht bist Du dort weniger abgelenkt, findest neue Inspiration oder kannst Dich besser konzentrieren.

Fazit

Die Ursachen für Schreibblockaden beim Verfassen von Hausarbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten können vielfältig sein. Wichtig ist eine Auseinandersetzung mit Deiner eigenen Herangehensweise ans Schreiben, mit den Ursachen von Schreibproblemen und mit Lösungsstrategien. Des Weiteren solltest Du das wissenschaftliche Arbeiten als komplexen Prozess verstehen, der einige Übung erfordert. Zwar kann der Einstieg ins Schreiben schwierig sein, wenn Du diesen allerdings geschafft hast, geht dies viel leichter von der Hand.

Quellenverzeichnis

Andermann, Ulrich, Martin Drees & Frank Götz. 2006. Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? 3. Aufl. Mannheim: Dudenverlag.

Esselborn-Krumbiegel, Helga. 2002. Von der Idee zum Text – Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Kruse, Otto. 2007. Keine Angst vor dem leeren Blatt – Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12. Aufl. Frankfurt: Campus.

Kruse, Otto. 2010. Lesen und Schreiben – Der richtige Umgang mit Texten im Studium. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.

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Über den Autor:
marina.feidel@mentorium.de

Marina Feidel studierte Wirtschaftswissenschaften (Regionalmanagement) an der FH Eberswalde. Während ihres Studiums hat Frau Feidel bereits als Tutorin ehrenamtlich Studenten zum Thema "Wissenschaftliches Schreiben" betreut. In einem Redaktionsteam hat Sie an unserem kostenlosen und umfangreichen eBook (Ratgeber) zum Thema "Wissenschaftliches Arbeiten" mitgewirkt und dabei ihr Wissen und ihre Erfahrung in der wissenschaftlichen Betreuung von Studenten einfliessen lassen. Frau Feidel unterstützt mit ihren ehrenamtlichen Beiträgen zur Mentorium Wissensdatenbank auch in Zukunft Studenten bei der Erstellung von Hausarbeiten, Seminararbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten.



 

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