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Ein Abkürzungsverzeichnis für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit



21 Mrz Ein Abkürzungsverzeichnis für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit

Viele wissenschaftliche Arbeiten enthalten ein Abkürzungsverzeichnis. Man kann es entweder von Hand erstellen oder dafür auch eine automatische Funktion bei Word nutzen. 

Trotzdem fragen sich viele Studierende bei ihrer Bachelorarbeit oder Masterarbeit, ob ein Abkürzungsverzeichnis wirklich nötig ist. Wir erklären, was die Vorteile sind, und warum man sich hier ein bisschen Müphe machen sollte.

Der Zweck eines Abkürzungsverzeichnisses in einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit

Ein Abkürzungsverzeichnis ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Text ohnehin viele Abkürzungen enthält, die aber nicht sehr gängig sind. Dies bezieht sich dementsprechend vor allem auf Fachbegriffe.

Abkürzungen von Begriffen im Text oder Literaturverzeichnis sind dann nötig, wenn es sich um sehr lange Begriffe handelt, die mehrfach erwähnt werden. (Karmasin/Ribing, 2017). Das Abkürzungsverzeichnis ermöglicht den Lesern überdies einen schnellen Überblick über die abgekürzten Begriffe.

Vorsicht mit zu vielen Abkürzungen

Für denjenigen, der die Bachelorarbeit oder Masterarbeit verfasst, sind Abkürzungen aber ebenso komfortabel. Man muss dann lange Begriffe nicht ausschreiben und spart sich somit Arbeit, Platz und Zeit.

Zu großzügig sollte man aber nicht mit Abkürzungen umgehen, denn sie hemmen den Lesefluss. Wer die Arbeit also liest, wird leider über zu häufige Abkürzungen eher stolpern. Worte wie „zum Beispiel“ oder „das heißt“ sollte man also immer ausschreiben (Vgl. die Hinweise der Universität Duisburg-Essen und Theisen, 2013).

An vielen Hochschulen gibt es nicht ohne Grund einen inoffiziellen Begriff für Abkürzungen: „a.F.“ – Abkürzungen aus Faulheit. Diese sind aber erst recht nicht gerne gesehen. Man sollte sie deshalb vermeiden (Vgl. die Richtlinien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg).

Wo das Abkürzungsverzeichnis steht

Das Abkürzungsverzeichnis steht immer am Anfang der Bachelorarbeit oder Masterarbeit – und zwar hinter dem Deckblatt und dem Inhaltsverzeichnis. Dies ist komfortabel für die Leser, damit sie auf einen Blick alle Abkürzungen nachschlagen können (Esselborn-Krumbiegel, 2014).

Das Verzeichnis wird zudem als ein separater Punkt in die Gliederung aufgenommen. Auch dies verbessert indes die Übersichtlichkeit für die Leser. Wer nur wenige Abkürzungen verwendet, kann diese jedoch auch in den Fußnoten erläutern. (Bänsch/Alewell, 2013). In diesem Fall ist dann kein eigenes Abkürzungsverzeichnis mehr notwendig.

So kürzt man Wörter im Text ab

Bei Abkürzungen im Text schreibt man das Wort zunächst einmal komplett aus und setzt dann anschließend die Abkürzung in Klammern dahinter. Also zum Beispiel: Bundesnachrichtendienst (BND). Dieses Vorgehen gilt auch für Zeitschriften im Literaturverzeichnis. (Vgl. die Angaben der Ludwig-Maximilans-Universität München und Karmasin/Ribing, 2017)

Es werden außerdem nur Wörter abgekürzt, die man mehrfach verwendet. Einen Begriff, der nur ein einziges Mal in der Arbeit vorkommt, sollte man nicht abkürzen. Er muss stattdessen ausgeschrieben werden – auch dann, wenn er sehr lang ist. Hat man einen Begriff hingegen einmal abgekürzt, so sollte man diese Abkürzung dann weiter konsequent verwenden (Vgl. die Formvorschriften der Universität Bielefeld).

Wie ein Abkürzungsverzeichnis aufgebaut ist

Im Abkürzungsverzeichnis sind schließlich alle Abkürzungen aufgeführt, die man im Text einer wissenschaftlichen Arbeit, im Anhang und auch im Literaturverzeichnis verwendet hat. Wichtig ist dabei, dass die Abkürzungen dann alphabetisch geordnet sind.

Ein solches Verzeichnis ist überdies in zwei Spalten aufgeteilt: Auf der linken Seite steht immer die jeweilige Abkürzung, rechts davon wird dann das abgekürzte Wort genannt. Möglich ist es darüber hinaus, ein Symbolverzeichnis anzulegen – zum Beispiel, wenn in der Arbeit viele griechische Buchstaben vorkommen (Theisen, 2013).

Ein Abkürzungsverzeichnis mit Word erstellen

Die meisten Studenten arbeiten mit dem Textverarbeitungsprogramm Word. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Abkürzungsverzeichnis zu erstellen.

Dies geht zum einen manuell: Man schreibt auf einen Zettel alle Abkürzungen, die man verwendet hat, und fügt sie später alphabetisch zu einem Abkürzungsverzeichnis zusammen. Möglich ist es auch, die Abkürzungen jeweils mit einem Kommentar zu markieren, damit man dann keine übersieht.

Diese Vorgehensweise bietet sich vor allem dann an, wenn man schließlich nicht sehr viele Abkürzungen verwendet hat. Bei mehr als zehn Abkürzungen bietet Word jedoch bessere Methoden an.

Die Möglichkeit von Querverweisen nutzen

Die einfachste Möglichkeit ist es, mit sogenannten Querverweisen zu arbeiten. Dafür markiert man eine Abkürzung und drückt die Tastenkombination Alt + Shift + x. Das Fenster, das sich nun öffnet, heißt „Indexeintrag festlegen“.

Indexeintrag festlegen
Abb. 1: Indexeintrag festlegen

Daraufhin wählt man den Menüpunkt „Querverweis“ aus. Dort trägt man das ausgeschriebene Wort ein.

Abbildung eintragen
Abb. 2: Abbildung eintragen

Danach erscheint der Verweis in einer Klammer hinter der Abkürzung.

Verweis wird angezeigt
Abb. 3: Verweis wird angezeigt

Keine Sorge: Diese Klammer ist beim Druck und auch nach dem Formatieren in ein PDF-Dokument nicht mehr zu sehen.

Auf diese Weise lassen sich weitere Abkürzungen als Querverweise hinzufügen. Sie alle sind in Klammern im Text als Code hinter der jeweiligen Abkürzung hinterlegt. Falls das stört, kann man sie auch über das Absatzzeichen ausblenden.

Absatzzeichen
Abb. 4: Absatzzeichen

Anschließend öffnet man unter „Verweise“ die Option „Index“ beziehungsweise „Index einfügen“.

Index einfügen
Abb. 5: Index einfügen

Daraufhin erscheint das Abkürzungsverzeichnis mit den Abkürzungen links und den ausgeschriebenen Wörtern auf der rechten Seite. Dieses kann man noch entsprechend variieren, beispielsweise rechtsbündig oder im Blocksatz.

Diese Abkürzungen gehören nicht ins Verzeichnis

Geläufige Abkürzungen, die auch im Duden stehen werden nicht in das Abkürzungsverzeichnis aufgenommen (Franck, 2011). Ohnehin sollte man bei diesen Wörtern überlegen, ob man sie im Sinne der besseren Lesbarkeit nicht einfach ausschreibt (das gilt nicht für die deutsche Zitierweise mit Fußnoten). Dazu gehören:

  • bspw.
  • bzw.
  • ca.
  • d. h.
  • Mio.
  • u.a.
  • usw.
  • z. B

Immer geläufige Abkürzungen in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit verwenden

Geläufige Abkürzungen für wissenschaftliches Arbeiten sind festgelegt. Man sollte also keine eigenen Abkürzungen erfinden. Das Wort „Abbildung“ sollte man dementsprechend also als „Abb.“ abkürzen und nicht als „Abl.“ oder „Abd.“ (Vgl. den Leitfaden der Goethe-Universität Frankfurt).

Nachfolgend eine Auswahl von Abkürzungen, die in wissenschaftlichen Arbeiten im Haupttext und im Literaturverzeichnis geläufig sind (Bänsch, Alewell, 2013):

  • AG -> Aktiengesellschaft
  • Aufl. -> Auflage
  • Bd. -> Band
  • BGB -> Bürgerliches Gesetzbuch
  • ebd. -> ebenda
  • GG -> Grundgesetz
  • Hrsg. -> Herausgeber
  • Verf. -> Verfasser
  • vgl. -> vergleiche

Bei einem Lektorat der Masterarbeit oder Bachelorarbeit erhält man Feedback, falls man sich nicht sicher ist, was geläufige und weniger geläufige Abkürzungen sind.

Ein Abkürzungsverzeichnis ist für viele wissenschaftliche Arbeiten sinnvoll. Wenn man häufig Wörter abkürzt, sollte man sich mit den Funktionen vertraut machen, die das Textverarbeitungsprogramm Word dafür bietet. Das Verzeichnis lässt sich aber alternativ auch von Hand erstellen. Grundsätzlich sollte man Abkürzungen im Text sparsam verwenden, da sie den Lesefluss stören. Entscheidet man sich für Abkürzungen, sollte man sie konsequent verwenden und darauf achten, dass sie geläufig sind.

Literatur

Bänsch, Axel/Alewell, Dorothea (2013): Wissenschaftliches Arbeiten, 11. Aufl., München.

Esselborn-Krumbiegel, Helga (2014): Von der Idee zum Text: Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben, 4. Aufl., Paderborn.

Franck, Norbert (2011): Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens, 16. Aufl., Stuttgart.

Karmasin, Matthias/Ribing, Rainer (2017): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, 9. Aufl., Stuttgart.

Theisen, Manuel-René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, 16. Aufl., München.

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