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Was ist ein Plagiat? Konsequenzen , Definition & Vermeidung

Plagiat - Was ist ein Plagiat? Wie kann man Plagiate vermeiden?


15 Feb Was ist ein Plagiat? Konsequenzen , Definition & Vermeidung

Das Plagiat bei wissenschaftlichen Arbeiten wird heute so heiß diskutiert wie nie zuvor. Viele Studenten sind verunsichert, was genau als Plagiat gilt. Kann so etwas beispielsweise aus Versehen passieren? Und wo verläuft die Grenze zwischen richtig Zitieren und Urheberrechtsverletzung?  Hier gibt es einen Überblick über das Thema.

Plagiat: Kein Kavaliersdelikt

Ein Plagiat ist eine Verletzung des geistigen Eigentums. Wer plagiiert, täuscht in jedem Fall vor, einen Text oder Textteil aus einer anderen Quelle selbst verfasst zu haben. Eine Urheberrechtsverletzung mit einem Plagiat ist keine Kleinigkeit, sondern eine Art von Betrug. Fliegt sie auf, drohen dementsprechend je nach Schweregrad erhebliche Konsequenzen und Schäden. Jede Form von Plagiat muss in einer Bachelorarbeit, Hausarbeit, Masterarbeit oder Dissertation unter allen Umständen vermieden werden.

Immer mehr Bücher und Aufsätze sind in elektronischer Form verfügbar – oft als markier- und kopierbare Texte. Dadurch war es noch nie so einfach wie heute zu plagiieren. Zugleich war es nie so leicht, Betrugsversuche durch ein Plagiat über Tools zum Durchsuchen von Volltexten und entsprechende Software aufzudecken.

Urheberrechtsverletzungen richten an mehreren Fronten zugleich Schaden an. Sie bringen den Urheber nicht nur um seine rechtmäßige Nennung als Quelle und somit um seine verdiente Stellung als Autorität seines Faches. Außerdem täuschen sie auch den Leser, der den plagiierten Inhalt für eine Eigenleistung des Betrügers hält (Knoop, 2011, S. 5).

Darüber hinaus können Betrugsversuche Schaden in Bezug auf die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft und das Bewertungssystem der Hochschulen allgemein zur Folge haben. Besonders öffentlichkeitswirksame Skandale wie etwa bei den Fällen prominenter Plagiatoren in den letzten Jahren können dazu führen (Rommel, 2011, S. 195). Weitere Infos zur Plagiat-Vermeidung findest Du in unserem Artikel zum Thema Ghostwriting.

Zitat vs. Plagiat

Doch nicht hinter jedem Fall von Plagiat steckt eine betrügerische Absicht. Plagiate können auch ungewollt entstehen, was meistens durch fehlerhaftes wissenschaftliches Arbeiten passiert. Jedoch stellt ein Plagiat auch dann ein wissenschaftliches Fehlverhalten dar (siehe dazu § 8 zum wissenschaftlichen Fehlverhalten in den Grundsätzen für die Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Universität Duisburg-Essen).

Jedes unbeabsichtigte Plagiae wird somit in gleicher Weise als Täuschungsversuch gewertet und kann die gleichen Konsequenzen mit sich ziehen. Unter diesen Umständen fragen sich viele Studenten, ob ihre wissenschaftlichen Arbeiten einer Prüfung standhalten können. Das Thema Plagiat als Problem zu verstehen ist dann aber bereits der beste Weg es zu vermeiden.

Ein kritischer Teil des wissenschaftlichen Arbeitens sind korrekte direkte und  indirekte Zitate. Unterlaufen hier Fehler, kann es schlimmstenfalls zu einem Plagiatsvorwurf kommen. Neben dem korrekten Quellverweis kommt es hier darauf an, Zitate korrekt zu verwenden. Bei direkten Zitaten sind daher die Anführungszeichen der wörtlichen Rede und die Seitenzahl im Quellverweis nötig.

Beispiele zu Zitat vs. Plagiat

Wo die Grenze zwischen Plagiat und indirektem Zitat verläuft, zeigt das folgende Beispiel.

wörtlich übernommen

Der Inhalt des Quelltextes wurde hier also wörtlich übernommen und nicht mit einem Quellverweis versehen.

Quellverweis

Der wörtlich wiedergegebene Text steht im Gegensatz dazu in den Anführungszeichen der wörtlichen Rede und der Quellverweis ist vorhanden. Hier zum Plagiat 2.

Formulierung des Originaltexts

In diesem Fall wurden lediglich wenige Worte verändert, die Satzstruktur und Formulierung des Originaltexts bleiben jedoch erhalten. Es handelt sich daher immer noch um eine Übernahme des Wortlauts und nicht um ein korrektes indirektes Zitat, da neben der Formulierung in eigenen Worten auch der nötige Quellverweis fehlt. So schnell entsteht ein Plagiat.

mit anderen, eigenen Worten

Nun wurde der Sinn des Satzes mit anderen, eigenen Worten wiedergegeben. Der Quellverweis zeigt, dass der Satz aus einer anderen Quelle stammt. Die korrekte Zitierweise lässt somit die Überprüfung der Quelle zu und entspricht den Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens. Der Konjunktiv verdeutlicht außerdem, dass die Gedanken aus einer anderen Quelle stammen.

Plagiatstypen in der Bachelorarbeit und Masterarbeit

Plagiate definieren sich jedoch nicht nur über den Wortlaut. Eine weitere Plagiatsart liegt vor, wenn man eine Übersetzung einer fremdsprachigen Quelle anfertigt, ohne sie als solche zu kennzeichnen. Diese Art des Plagiats kann man durch verbesserte Übersetzersoftware immer besser ausfindig machen.

Außerdem gilt das Verwenden von selbst verfassten Inhalten ohne entsprechende Kennzeichnung als Plagiat. Verwendet man beispielsweise Teile aus einer älteren eigenen Hausarbeit, so muss man auch dies entsprechend markieren und sich somit quasi selbst zitieren.

Eine weitere Form des Eigenplagiats liegt vor, wenn man z.B. eine selbst verfasste und bereits eingereichte Bachelorarbeit als Masterarbeit erneut veröffentlicht und als neue Publikation ausgibt (siehe dazu auch die Eidesstattliche Erklärung).

Um welche Art von Plagiat es sich handelt – wissenschaftlicher Mangel oder Täuschungsversuch –, lässt sich bei Arbeiten von Studenten oft nicht eindeutig unterscheiden (Großmann, Halft, 2012, S. 76). Das macht die Bewertung des Schweregrades und die Entscheidung über die angemessenen Folgen schwierig.

Ein Plagiat ist auch Jahre nach der Abgabe überprüfbar

Durch eine klassische Plagiatsprüfung lassen sich Texte auf Plagiate überprüfen. Dazu zählen Durchsuchfunktionen von Textdokumenten sowie eigens darauf ausgerichtete Plagiatssoftware. Die Überprüfung wissenschaftlicher Arbeiten mit den dazu zur Verfügung stehenden Mitteln kann viele Plagiate aufdecken (Rommel, 2011, S. 199, 204).

Die Plagiatsprüfung via Plagiatssoftware kommt heutzutage auch an den Hochschulen zum Einsatz. Dabei ist der Nachweis von Plagiaten auch noch nach Jahren möglich. Um Plagiaten auf die Schliche zu kommen, bedarf es jedoch nicht immer erst eines aufwendigen, modernen Prüfverfahrens. In unserem großen Plagiatsoftware Test findest Du einen Überblick über Software und Anbieter.

Die Betreuer wissenschaftlicher Arbeiten sind Experten und mit der wichtigsten Literatur zu ihrem Fachbereich bestens vertraut. Gleiches gilt für den Tenor und Schreibstil fachrelevanter Autoren, der in Form eines Plagiats schnell dem Originalautor zugeschrieben und als Täuschung entlarvt werden kann.

Die Konsequenzen eines Plagiats richten sich nach dessen Umfang und Schwere. Über eine Benotung, die ein Nichtbestehen zur Folge hat, über Bußgelder, Exmatrikulation bis hin zur nachträglichen Aberkennung des akademischen Grades ist vieles möglich (siehe die Handreichung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn). Das schadet nicht nur der Arbeit und dem Schreiberling selbst, sondern kann auch das Ansehen des Prüfers, des Lehrstuhls und des Fachbereiches beschädigen.

Plagiate sind nicht gekennzeichnete Stellen einer wissenschaftlichen Arbeit, die auf einen anderen Autor oder eine andere Quelle zurückgehen. Man sollte sie nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn sie sind keineswegs ein Kavaliersdelikt. Auch wenn man gewissenhaft arbeitet, sollte man daher immer wieder prüfen oder prüfen lassen, ob man sich weit genug von den Quelltexten gelöst hat, um den Verdacht eines Plagiats gar nicht erst aufkommen zu lassen. Auch sollte sich jeder Student und Doktorand zum Ghostwriting informieren, um nicht einen riesigen Fehler mit weitreichenden Konsequenzen zu begehen.

Literatur

Großmann, Stephanie/Halft, Stefan (2012): Plagiate aus textanalytischer Sicht. Vorschläge zu ihrer Systematisierung und Prüfung, in: Plagiatserkennung, Plagiatsvermeidung und Plagiatssanktionierung. Interdisziplinäre Lösungsansätze für die Korrekturpraxis an Universitäten und Fachhochschulen, Köln.

Knoop, Sarah (2011): Plagiat per Mausklick. Das Plagiieren von Internettexten in wissenschaftlichen Hausarbeiten, München.

Rommel, Thomas (2011): Plagiate – Gefahr für die Wissenschaft?, Münster.

Zu Beispielzwecken verwendete Literatur:

Duhigg, Charles (2014): Die Macht der Gewohnheit. Warum wir tun, was wir tun, übersetzt von Thorsten Schmidt, München.

Weiterführende Literatur:

Dreier, Thomas/Ohly, Ansgar (2013): Plagiate. Wissenschaftsethik und Recht, Tübingen.

Lahusen, Christiane/Markschies, Christoph (Hg.) (2015): Zitat, Paraphrase, Plagiat. Wissenschaft zwischen guter Praxis und Fehlverhalten, Frankfurt a. M.

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