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Übersetzungsplagiat | Beachte diese Warnhinweise

Veröffentlicht am . Zuletzt geändert am .
Uebersetzungsplagiat Warnhinweise


Einem Übersetzungsplagiat begegnen Prüfer und Betreuer von Abschlussarbeiten in den letzten Jahren immer öfter. Denn die Nutzung vor allem englischer Quellen nimmt in allen Fächern stetig zu. Nicht hinter jedem Übersetzungsplagiat steckt jedoch Absicht. Häufiger sind es Unsicherheit oder fehlende Erfahrung im Umgang mit fremdsprachigen Quellen und Übersetzungen, die zu einem solchen Plagiat führen. Im Folgenden erfährst Du daher, was ein Übersetzungsplagiat ist und wie Du es einfach vermeiden kannst.

Übersetzungsplagiat: Definition

Ein Übersetzungsplagiat liegt laut Definition der Universität Duisburg-Essen dann vor, wenn „Textpassagen und Gedankengänge aus einem fremdsprachigen Werk übersetzt werden, ohne die Quelle anzugeben“. Also ein Plagiat, bei dem beispielsweise ein englischer Text ins Deutsche übersetzt und übernommen wird, ohne ihn z. B. durch Anführungszeichen oder Formatierung als Zitat zu kennzeichnen und mit einem Verweis zu versehen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob der Text wortgetreu oder frei übersetzt wird. Denn in beiden Fällen wird der Eindruck erweckt, dass es sich um einen eigenen Gedanken handelt. Ein Übersetzungsplagiat ähnelt daher einem Ideenplagiat. Durch die Übersetzung ist der Bezug zur Originalquelle aber noch schwieriger herzustellen. Oft kann daher nur eine professionelle Plagiatsprüfung ein solches Plagiat aufdecken.

Beispiel für ein Übersetzungsplagiat

Ein Übersetzungsplagiat kann in verschiedenen Formen auftreten. Die Bandbreite reicht hierbei von einer wortgetreuen Übersetzung bis zu einer nur sinngemäßen Übernahme. Allen Varianten dieses Plagiats gemeinsam ist der fehlende Hinweis auf den Originaltext in Form eines Verweises. Ein „Klassiker“, der nicht nur in den ersten Semestern vorkommt, ist dabei das Kopieren von Texten von Wikipedia.

Originaltext (Quelle: „Plagiarism“, Wikipedia):

Plagiarism is considered academic dishonesty and a breach of journalistic ethics. […] The modern concept of plagiarism as immoral and originality as an ideal emerged in Europe in the 18th century, particularly with the Romantic movement.

Übersetzungsplagiat:

Thema der vorliegenden Abschlussarbeit sind Plagiate. Doch was ist ein Plagiat? Plagiate gelten als akademische Unehrlichkeit und als Verstoß gegen die journalistische Ethik. Das moderne Konzept des Plagiats als unmoralisch und originell als Ideal entstand im 18. Jahrhundert in Europa, insbesondere mit der romantischen Bewegung.

Der Text wurde maschinell übersetzt und ohne Angabe der Quelle in die Einleitung einer Abschlussarbeit eingebaut. Das Plagiat verrät sich hierbei durch holprigen Satzbau und Übersetzungsfehler („originell“ statt „Originalität“), die beim Lesen stutzig machen. Dies ist natürlich nur ein einfaches Beispiel, bei dem sich der Autor oder die Autorin beim Übersetzen nicht viel Mühe gegeben hat. Meist wird durch Umstellungen im Satz oder durch den Austausch von einzelnen Begriffen versucht, das Plagiat noch stärker zu verschleiern (z. B. „um 1750“ statt „im 18. Jahrhundert“ oder „wissenschaftlich“ statt „akademisch“). Dadurch soll die Entdeckung zusätzlich erschwert werden.

Wie wird ein Übersetzungsplagiat gefunden?

Ein Übersetzungsplagiat ist meist nicht sofort zu erkennen. Zwar verrät eine mangelhafte Übersetzung, häufig unter Nutzung von Webseiten wie „Google Übersetzer“, ein Plagiat schnell. Ebenso wie auffällige inhaltliche Fehler, die beim Übersetzen entstehen (engl. „billion“≠ „Billion“). Häufiger ist es aber z. B. ein an die Fremdsprache erinnernder Satzbau oder eine plötzliche Häufung von fremdsprachigen Fachbegriffen, die das Plagiat verraten. Aber auch Kleinigkeiten sind verräterisch: zum Beispiel vertauschte Dezimal-Trennzeichen („1,000.00 EUR“ statt „1.000,00 EUR“), die wie bei einem Copy & Paste Plagiat aus einem englischen Text kopiert wurden.

Nicht zuletzt kann ein Prüfer, der mit dem Thema vertraut ist, Inhalt oder Aufbau eines Textes (ähnlich einem Strukturplagiat) aus der Literatur wiedererkennen, selbst nachdem alles übersetzt worden ist. Die Quelle ist dann durch eine Literatursuche schnell gefunden.

Kann eine Software es erkennen?

Ein Übersetzungsplagiat aufzudecken ist für Software problematisch. Schließlich stimmt bei einer kompletten Übersetzung kein Wort mehr mit dem Ursprungstext überein. Vor allem kostenlose Programme tun sich daher mit so einem Plagiat schwer. Deren Prüfvorgang beruht nämlich meist auf einer einfachen Internetsuche (vgl. Prexl, 2016, S. 144). Eine professionelle Plagiatssoftware (Abb. 1) hat hierbei eine deutlich höhere Trefferquote, da sie ausgefeiltere Methoden nutzt (vgl. Bühler & Schmidt, 2016, S. 40).

Trefferquote bei Uebersetzungsplagiat

Abb. 1: Profi-Programme  haben eine hohe Trefferquote bei Übersetzungsplagiat, Quelle: HTW Berlin

Hohes Risiko erwischt zu werden?

Ein Übersetzungsplagiat ist schwierig zu entdecken. Deshalb ist das Risiko, „aufzufliegen“, geringer als z. B. bei einem Vollplagiat. Allerdings wird nicht nur die Software ständig verbessert. Auch die Prüfer an den Unis sind sorgfältiger geworden. Denn durch die Möglichkeiten des Internets steigt die Anzahl von Plagiaten weiter. Und wenn ein Plagiat entdeckt wird, drohen Folgen von Notenabzug bis zum Entzug des Titels. Und zwar auch rückwirkend, noch Jahre nach Abgabe der Abschlussarbeit! Schwerwiegende Fälle können sogar strafrechtliche Folgen haben (vgl. Theisen, 2017, S. 277 f.). Ob ein kleiner Zeitgewinn dieses Risiko wert ist, muss daher jeder für sich entscheiden.

Beachte

Trotz des eher geringen Risikos bei einem Übersetzungsplagiat verstößt jedes Plagiat gegen die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis. Die beste und auch sicherste Alternative ist es daher, Plagiate zu vermeiden!

Kann ein Übersetzungsplagiat unbewusst entstehen?

Ein Übersetzungsplagiat entsteht meist nicht aus böser Absicht. Sondern durch Zeitdruck oder aus mangelndem Bewusstsein, wann die Grenze zum Plagiat überschritten ist. Letzteres trifft auf Übersetzungsplagiate besonders zu. Denn das Übersetzen einer Quelle wird manchmal als eigenständige wissenschaftliche Leistung missverstanden. Schließlich hat eine freie Übersetzung auf den ersten Blick nicht mehr viel mit dem Ursprungstext gemeinsam.

Dabei gilt auch für Übersetzungen: Fremdes Gedankengut muss gekennzeichnet und mit einer Quellenangabe versehen werden. Auf den genauen Wortlaut kommt es dabei nicht unbedingt an. Auch wenn Du eine fremdsprachige Quelle frei übersetzt, übernimmst Du dabei geistiges Eigentum einer anderen Person.

So vermeidest Du Übersetzungsplagiate

Ein Übersetzungsplagiat ist leicht zu vermeiden, wenn Du die Grundregel beherzigst: Jede Übernahme eines fremden Gedankens (auch eines eigenen, wenn er bereits veröffentlicht wurde, sonst droht ein Selbstplagiat!) muss einen Quellennachweis erhalten. Englische Quellen machen es Dir leicht, denn diese darfst Du normalerweise unübersetzt zitieren. Dadurch sinkt die Gefahr, einen Quellennachweis zu vergessen. Texte, die Du übersetzt, sollten zusätzlich eine Anmerkung erhalten, z. B. „Übersetzung durch den Autor“ (vgl. Franck, 2019, S. 227).

Wenn Du dennoch fürchtest, aus Versehen ein Plagiat zu begehen, können Tutorials (vgl. Abb. 2) oder Übungen (zum Beispiel in Oertner et al., 2014, S. 61 ff.) zur Plagiatsvermeidung helfen. Manche Unis bieten sogar Seminare dazu an, zum Beispiel die „Antiplagiatsworkshops“ der Uni Heidelberg.

Tutorials gegen Uebersetzungsplagiat

Abb. 2: Tutorials gegen Übersetzungsplagiat, Quelle: WWU Münster

Auf der sicheren Seite bist Du auch, wenn Du Dich an diese Checkliste hältst (angelehnt an „Das eigene Manuskript auf Plagiate prüfen“ von der Universität Münster

1. Übernehme nie einen fremden Gedanken, ohne ihn mit einer Quellenangabe zu versehen.

2. Überprüfe zum Beispiel mithilfe eines Buchs über wissenschaftliches Arbeiten, ob Du korrekt zitiert hast.

3. Falls Du unsicher bist, lasse Deine Arbeit durch eine Software überprüfen.

4. Wenn Du hundertprozentige Sicherheit willst, beachte Regel 1.

Wie Du siehst, gelten für fremdsprachige Quellen die gleichen Regeln wie für deutschsprachige. Ein Übersetzungsplagiat ist daher einfach zu vermeiden. Doch selbst wenn Dir versehentlich ein Plagiat unterlaufen sein sollte, ist dies nicht gleich der Weltuntergang. Mit unseren Tipps weißt Du nun, wie Du es beim nächsten Mal besser machen kannst.

FAQs zum Übersetzungsplagiat

Ich habe aus Versehen ein Übersetzungsplagiat. Was nun?

Das Entscheidende hierbei ist die Täuschungsabsicht. Hast Du aus Unkenntnis oder Flüchtigkeit bloß eine einzelne Fußnote vergessen, musst Du in der Regel nicht mit schwerwiegenden Folgen wegen eines Übersetzungsplagiats rechnen. Nimm eine Plagiatsprüfung in Anspruch, um Zweifel an einer Urheberrechtsverletzung aus dem Weg zu räumen.

Ist ein Übersetzungsplagiat weniger schlimm als ein Komplettplagiat?

Auch hierbei kommt es vor allem auf die Täuschungsabsicht und den Umfang an. Ein Übersetzungsplagiat ist nicht per se „besser“ oder „schlechter“ als andere Arten von Plagiat.

Ich will kein Übersetzungsplagiat riskieren. Soll ich jede fremdsprachige Quelle im Original zitieren?

Gängige „Schulsprachen“ wie Französisch oder natürlich Englisch musst Du in der Regel nicht übersetzen, bei selteneren Sprachen hängt es vom Fachgebiet ab. Mit einem Quellennachweis brauchst Du jedoch keine Angst vor einem Übersetzungsplagiat zu haben.

Wie hoch ist die Erkennungsquote bei einem Übersetzungsplagiat?

Das lässt sich leider nicht pauschal beantworten, da es davon abhängt, wie stark das Übersetzungsplagiat vom Ursprungstext abweicht.

Was ist der Unterschied zwischen einem Übersetzungsplagiat und einer Paraphrase?

„Paraphrasieren“ bedeutet „etwas mit eigenen Worten (sinngemäß) wiedergeben“. Auch eine freie Übersetzung ist daher eine Paraphrase. Ein Übersetzungsplagiat wird daraus aber nur dann, wenn Du keine Quelle angibst.

Literatur

Bühler, Sören & Schmidt, Andreas (2016): Über die Erkennung von Übersetzungsplagiaten, in: Forschung aktuell 2016, S. 39–42.

Franck, Norbert (2019): Handbuch Wissenschaftliches Schreiben, Stuttgart.

Oertner, Monika et al. (2014): Wissenschaftlich schreiben, 1. Auflage, Paderborn.

Prexl, Lydia (2016): Mit digitalen Quellen arbeiten, 2. Auflage, Paderborn.

Theisen, Manuel René (2017): Wissenschaftliches Arbeiten, 17. Auflage, München.

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