Welche Folgen ein Plagiatsvorwurf hat und wie man ihn verhindert

Folgen bei Plagiatsvorwurf


07 Mai Welche Folgen ein Plagiatsvorwurf hat und wie man ihn verhindert

Wer kurz davorsteht, eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben oder bereits angefangen hat, macht sich viele Sorgen. Schließlich soll das Ergebnis stimmen. Dafür will man nicht in den Verdacht geraten, Teile der Arbeit seien plagiiert. Immerhin können Plagiate auch ohne böse Absicht entstehen – mit dennoch gravierenden Folgen für Prüfling und Arbeit.

Mit welchen Folgen man bei einem Plagiatsvorwurf rechnen muss und was man tun kann, um bei der eigenen Arbeit einen Plagiatsvorwurf verhindern zu können, findet man hier.

Konsequenzen eines Plagiatsvorwurfes in der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation

Die Prüfungsordnungen der Hochschulen haben die Auswirkungen von Plagiatsvorwürfen klar geregelt. Je nachdem wie oft Plagiate auftauchen und wie schwerwiegend sie sind, können unterschiedliche Folgen drohen. Schmerzhaft sind sie für den Studenten so oder so, denn jedes Plagiat wird, ob mit Absicht oder nicht entstanden, als Täuschungsversuch gewertet.

Ein versehentlich erzeugtes Plagiat kann entstehen, wenn man die Nennung einer Quelle durch chaotische Zettelwirtschaft bei der Literaturrecherche in seiner Arbeit vergisst. So ein Ergebnis geht nicht auf einen bewussten Betrugsversuch zurück, zeigt aber dennoch einen groben Mangel beim wissenschaftlichen Arbeiten in Form fehlender Sorgfalt (Plümper, 2012, S. 165).

Bei der Prüfung mit entsprechender Software wird die digitale Version der Arbeit auf Plagiate untersucht. Dass Plagiatssoftware zur Erkennung wörtlich übernommener Textstellen, etwa durch Copy-and-Paste, zum Einsatz kommt, kommunizieren die meisten Hochschulen als Präventionsmaßnahme. Somit wollen sie bereits frühzeitig einen Plagiatsvorwurf verhindern (Rommel, 2011, S. 83).

Hegt ein Betreuer oder Prüfer den Verdacht, dass ein Plagiat vorliegt, nimmt der Student zunächst Stellung dazu. Besteht der Verdacht nach erneuter Prüfung weiterhin, kommt es zu Konsequenzen. Diese können variieren und richten sich nach dem Schweregrad der Täuschung. Ob der Student vorsätzlich gehandelt hat, beeinflusst die Entscheidung ebenfalls (näheres siehe Informationen zum Thema „Plagiate“ der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster).

Wie man einen Plagiatsvorwurf in der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation verhindern kann

In einer Zeit, in der für viele das Teilen von Artikeln und Bildern ohne eine genaue Überprüfung ihres Ursprungs oder Nennung des Urhebers zum Alltag gehört, ist es wichtig, das Bewusstsein für die korrekte Zitierweise bei wissenschaftlichen Arbeiten und die Konsequenzen von Fehlverhalten zu schärfen (Rommel, 2011, S. 4).

Viele Hochschulen stellen selbst Informationen zum wissenschaftlichen Arbeiten sowie zur Verhinderung von Plagiaten zur Verfügung (siehe etwa die Handreichung der Hochschule Düsseldorf). Die Hochschulen und Institute informieren nicht nur, sondern bieten auch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen an.

So gibt es jedes Semester eine Fülle von Seminaren, Workshops und Vorlesungen rund um das korrekte wissenschaftliche Arbeiten. Wer sich schon vor der Arbeit an seiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit damit befasst und sein wissenschaftliches Arbeiten verbessert, kann die Prinzipien und Regeln wissenschaftlichen Arbeitens selbstsicher einsetzen und Fehler vermeiden.

Einige dieser Kurse sind ein fester Bestandteil eines Studiums. Auch ganz zu Beginn des Studiums, wenn die eigene Abschlussarbeit noch fern scheint, sollte man das Angebot der Hochschule nutzen und ernstnehmen.

Eine weitere Vorbeugungsmaßnahme ist die Verbesserung der eigenen Ausdrucksfähigkeiten, um komplexe Gedanken selbst zu gliedern und mit eigenen Worten wiederzugeben. Daher sollte man neben den Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens auch seine sprachlichen Mittel verbessern und einen wissenschaftlichen Schreibstil erlernen. So kann man beispielsweise vermeiden, dass man sich nicht vom Wortlaut der Originalquelle lösen kann.

Strukturiert vorgehen

Viele Tutorials über unterschiedliche Teilaspekte des wissenschaftlichen Arbeitens findet man auch online, z. B. über Youtube. Außerdem gibt es zu dem Thema viel Literatur, die Unsicherheiten nehmen, offene Fragen klären und somit letztendlich mehr Sicherheit geben kann.

Wer einen Plagiatsvorwurf verhindern will, sollte von vornherein ein gutes Ordnungssystem, z.B. in Form eines Literaturverwaltungsprogrammes haben – besonders, wenn man an der Dissertation schreibt. Ist das Zeit- und Notizenmanagement gut organisiert, kann man sich auch in stressigen Phasen darauf verlassen. So kann man vermeiden, dass versehentlich Originalpassagen oder nur leicht abgewandelte Notizen in Form von vermeintlichen Paraphrasen den Weg in die Arbeit finden.

Dazu kann man etwa für die Quellen, die man sichtet und verwenden will, Exzerpte anfertigen. Dabei sollte man Originalzitate in irgendeiner Form deutlich von zusammengefassten oder mit eigenen Worten wiedergegebenen Stellen abgrenzen (Rettig, 2017, S. 59-31). Eine Möglichkeit bietet die Verwendung von Anführungszeichen der direkten Rede oder die Verwendung anderer Schriften und Farben.

Der letzte Check

Um es gar nicht erst zu einem Plagiatsverdacht kommen zu lassen, kann man vor der Abgabe prüfen, ob es problematische Textstellen in der eigenen Hausarbeit oder Abschlussarbeit gibt. Nur die wenigsten Studenten werden bei Abschluss ihrer Arbeit die Zeit haben, noch einmal händisch alle zitierten Inhalte mit den Originalquellen zu vergleichen. Dazu kann man auch als Student Plagiatssoftware nutzen, um die eigene Arbeit einer Plagiatsprüfung zu unterziehen (wir haben Plagiatssoftware getestest).

Sorgt man sich hingegen um die korrekte Kennzeichnung fremder Inhalte, kann man die Arbeit gezielt darauf kontrollieren oder sie mit einem Lektorat einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit dahingehend überprüfen lassen. Dazu zählen auch unbedingt die korrekten Quellverweise bei Grafiken, Bildern und sonstigen nicht-textlichen Inhalten. Man sollte dabei auch noch einmal überprüfen, ob das Literaturverzeichnis der Arbeit lückenlos und korrekt erstellt ist.

Außerdem sollte man sich nach Abschluss der Schreibarbeit vergewissern, dass die Arbeit klar verständlich und in sich schlüssig ist. Der Stil sollte einheitlich sein. Stilbrüche deuten oft darauf hin, dass man sich mit seinem Text nicht weit genug von einer fremden Quelle entfernt hat.

Diese Unebenheiten entgehen auch den Prüfern nicht, also sollte man den Stil der Arbeit unbedingt als einen der letzten Arbeitsschritte noch einmal anpassen. Oft ist es dazu nötig, den Text eine Weile unangetastet zu lassen, um ihn mit der nötigen Distanz objektiv zu betrachten. Die dazu benötigte Zeit sollte man daher von Beginn an miteinkalkulieren.

Plagiatsvorwürfe lassen sich mit einigen Vorbereitungen und zusätzlichen Arbeitsschritten verhindern und überprüfen, sodass man bei der Abgabe seiner Arbeit ganz entspannt sein kann. Ein wichtiger Faktor ist dabei das Stress- und Zeitmanagement, denn so lassen sich Fehler vermeiden, die schlimmstenfalls zu wissenschaftlichen Mängeln bei der Arbeit führen. Wer also strukturiert vorgeht kann von vornherein einen Plagiatsvorwurf verhindern.

Literatur

Plümper, Thomas (2012): Effizient schreiben: Leitfaden zum Verfassen von Qualifizierungsarbeiten und wissenschaftlichen Texten, 3. Auflage München.

Rettig, Heike (2017): Wissenschaftliche Arbeiten schreiben, Stuttgart.

Rommel, Thomas (2011): Plagiate – Gefahr für die Wissenschaft?, Münster.

Weiterführende Literatur:

Esselborn-Krumbiegel, Helga (2017): Richtig wissenschaftlich schreiben. Wissenschaftssprache in Regeln und Übungen, 5. Auflage, Paderborn.

Pospiech, Ulrike (2017): Wie schreibt man wissenschaftliche Arbeiten? Von der Themenfindung bis zur Abgabe, Berlin.

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