Der große Plagiatssoftware-Test

Plagiatssoftware im Test
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01 Apr Der große Plagiatssoftware-Test

Mit Plagiatssoftware sagen Hochschulen den Plagiaten den Kampf an. Die verfügbaren Programme sind so vielfältig wie unterschiedlich – Tendenz steigend. Studenten, die ihre eigene Hausarbeit oder Abschlussarbeit vor Abgabe auf Plagiate prüfen möchten, können da vor lauter Bäumen schon mal den Wald nicht mehr sehen. Was leisten kostenlose Programme, was können kostenpflichtige Anwendungen? Einen Überblick gibt es hier im Plagiatssoftware-Test.

Plagiatssoftware-Test für die Bachelorarbeit und Masterarbeit

Spätestens mit den Plagiatsskandalen um einige Politiker in den letzten Jahren sind Plagiate in aller Munde. Schließlich kann sich jeder vorstellen, dass Fehler beim Zitieren oder bei der Zitierweise schnell passieren. Auch fehlende Bücher im Literaturverzeichnis oder Fußnoten, die bei der Formatierung verschwinden, kennt jeder.

Macht man sich auf die Suche nach einer Plagiatssoftware, stellt man bald fest, dass das Angebot an verfügbaren Services und Programmen riesig ist. Das klingt erst mal, als hätten Plagiate da keine Chance mehr und als ob jeder eine Plagiatsprüfung nutzen würde.

Plagiatssoftware sind zunächst einmal Textvergleichsprogramme. Sie gleichen Textstellen mit anderen Texten ab und stellen fest, ob es Übereinstimmungen gibt. Dabei stoßen sie bei paraphrasierten Passagen und Übersetzungen an ihre Grenzen. Liegt ein Plagiat in dieser Art vor, kann die Software es nicht erkennen (Miljković, 2015, Annahme 1). Jedes andere Plagiat wird jedoch zuverlässig aufgedeckt.

Die Verwendung der Prüfsoftware ist für den akademischen Gebrauch durch die Hochschulen selbst jedoch umstritten. Viele Hochschulen informieren Dozenten und Studenten beispielsweise über die Risiken und Grauzonen beim Datenschutz (siehe die Handreichung Plagiat und Täuschung der Universität Kassel. Nutzt man als Student die Software jedoch selbst, kann man durch Anonymisierung dafür sorgen, dass der Datenschutz eingehalten wird. Zudem sollte man auf seriöse Anbieter setzen.

Welche Software nicht nur für Lehrkräfte, sondern auch für Studenten zum Selbsttest für die eigene Arbeit geeignet ist, nimmt der folgende Plagiatssoftware-Test unter die Lupe, um einen ersten Überblick über Möglichkeiten und Varianten zu bieten.

Kostenfreie Software

Die englischsprachige Software Duplichecker ist eines der vielen kostenlosen Browseranwendungen zur Überprüfung auf Plagiate und gehört deshalb in den Plagiatssoftware-Test. Nichtregistrierte Nutzer können hier einen Vergleichsdurchlauf pro Tag absolvieren. Ein Durchlauf hat dabei eine Beschränkung von 1000 Wörtern. Zudem besteht die Option, einen Account zu erstellen, mit dem täglich bis zu 50 Durchläufe möglich sind.

Nicht nur die Durchläufe und Wörter sind bei Duplichecker begrenzt, auch die Dateiformate beschränken sich einzig auf Docx- und Textdateien. Alternativ kann man allerdings auch Text über Copy-and-Paste in ein Textfeld einfügen.

Da die Funktionen sehr eingeschränkt sind, ist das Interface der Seite leicht zu bedienen, bietet jedoch bei der Wortbegrenzung auch nicht mehr als einen schnellen Check. Welche Firma hinter der Software steckt, bleibt auf der Website unklar. Außerdem scheinen einige Verlinkungen auf der Website, z. B. zu einem Demovideo der Software, nicht zu funktionieren. Gerade, weil der Betreiber nicht klar ist, sollte man sich genau überlegen, ob man die eigenen Daten (Deckblatt!) und die eigene Bachelorarbeit oder Masterarbeit an Unbekannte schicken möchte.

Ein weiteres, zumindest in Teilen kostenfreies, webbasiertes Tool ist Quetext. Im Gegensatz zu vielen anderen Tools ist das Design der Software sehr modern und wirkt hochwertig. Jedoch gibt es auch hier keine deutsche Version der Seite.

Zudem ist die kostenlose Version auf drei Durchläufe mit maximal 500 Wörtern beschränkt. Sie enthält außerdem nicht alle Features der für einen monatlichen Beitrag verfügbaren Pro-Version. Mit dieser hingegen kann man uneingeschränkt oft Überprüfungen durchführen und Reporte erzeugen. Auch hier gilt: Vorsicht bei der Übertragung von sensiblen Daten, da auch hier nicht klar ist, wo der Server steht oder woher das Unternehmen überhaupt kommt!

Fazit des Plagiatssoftware-Test: Die kostenlosen Software-Angebote sind für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit nicht praktikabel und sind, was den Datenschutz angeht, problematisch und mit Vorsicht zu genießen. Im Internet ist schließlich nichts kostenlos. Man bezahlt im Zweifelsfall immer mit den eigenen Daten.

Kostenpflichtige Programme

Plagscan ist ein kostenpflichtiges, webbasiertes Tool. Es bietet unterschiedliche Pakete zu verschiedenen Preisen, die sich nach Umfang des zu prüfenden Materials richten. Die Preiskategorien unterscheiden sich nach Wortanzahl beginnend bei 5000 bis hin zu 125.000 Wörtern.

Das Programm erfordert eine Registrierung. Diese erlaubt einige Einstellungsoptionen, z. B. das Teilen und Löschen von Dokumenten. Den ausgegebenen Report gibt es in unterschiedlichen Ansichten. Außerdem kann er auch als Word-Dokument heruntergeladen werden.

Ein weiteres kostenpflichtiges, webbasiertes Programm ist Plagaware. Hierbei hat man ebenfalls die Option zwischen unterschiedlichen Paketen, je nachdem, wie viele Seiten man überprüfen lassen möchte. Die Software berechnet Scancredits, die man gegen Zahlung erhält. Der Wert der Credits bezieht sich auf Normseiten je 250 Wörter. Es gibt Pakete von S bis XL, die von 100 bis 1500 Credits reichen.

Fazit des Plagiatssoftware-Test: Die Programme sind effektiv und laufen problemlos. Die Daten sind zudem sicher, die Server haben einen für den Kunden nachvollziehbaren Standort. Allerdings sind sie teuer in der Anschaffung und man sollte sich fragen, ob man einmalig für eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit so viel Geld ausgeben möchte und kann. Hier gibt es stattdessen auch die Lösung, eine Check bei einem Extra-Anbieter wie Mentorium zu buchen. Das ist wesentlich kostengünstiger.

Weitere Möglichkeiten

Die von den Hochschulen bevorzugten Programme sind für die Nutzung als Einzelanwender oft zu teuer in der Anschaffung, doch gibt es Alternativen?

Zum Glück bieten auch einige Dienstleister den Check zugesendeter Arbeiten mit der Software an, die die Hochschulen benutzten. So erhält man ein Ergebnis, das am ehesten dem entspricht, was die Hochschule auch selbst erzielen würde. Da es im Endeffekt darum geht, sich selbst zu überprüfen und an den Verdachtsmomenten, die die Hochschule haben könnte, zu arbeiten und diese aus dem Weg zu räumen, sollte man unbedingt eine hochwertige Software nutzen, die auch die Hochschule verwendet.

Genau in diesem Fall ist es deutlich kostengünstiger einen Dienstleister wie Mentorium zu nutzen – besonders, wenn im Paket mit dem Lektorat der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation zusammen gebucht wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei einem Dienstleister der Check anschließend erklärt wird, was normalerweise nicht erfolgt. Gerade weil der Prüfbericht auf viele Studierende erst einmal verwirrend wirkt und bunt und mit Prozentangaben versehen ist, hilft eine professionelle Deutung und Interpretation.

Letztendlich ist es schwierig alle verfügbaren Produkte zu vergleichen und feststellen, welches Programm das Beste ist, denn das hängt von den eigenen Anforderungen, dem Geldbeutel und der eigenen Risikobereitschaft ab.

Verschiedene Programme bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile. Die Preisspanne und das Leistungsspektrum sind dabei groß. Sollte man wirklich eine Software kaufen wollen, sollte man prüfen, ob die Funktionen die eigenen Erwartungen erfüllen oder statt des Kaufs den Service eines Dienstleisters erwägen.

Literatur

Miljković, Natascha (2015): Mehr Schaden als Nutzen? Problematischer Einsatz von Textvergleichsprogrammen zur vermeintlichen Plagiatsvermeidung, in: GMS Med Bibl Inf 15(1-2): Doc 10.

Weiterführende Literatur:

Roberts, Tim S. (2007): Student Plagiarism in an Online World: Problems and Solutions: Problems and Solutions, Hershey, London.

Kollmann, Tobias/Kuckertz, Andreas/Stöckmann, Christoph (2016): Das 1 x 1 des Wissenschaftlichen Arbeitens. Von der Idee bis zur Abgabe, Wiesbaden.

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