Die typischen Fehler in Bachelorarbeiten und Masterarbeiten vermeiden

Fehler in der Bachelorarbeit
Teile diesen Beitrag mit Freunden:

15 Nov Die typischen Fehler in Bachelorarbeiten und Masterarbeiten vermeiden

Wo man viel richtigmachen kann, hat man auch viele Möglichkeiten einen Fehler zu machen – das gilt auch und insbesondere für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit.  Dabei sollte man sich speziell vor Letzterem hüten, denn für manche Studierende hängt von einer guten Benotung der Bachelorarbeit oder Masterarbeit eine Menge ab – bisweilen der Fortgang des Studiums als solches.

Deshalb ist es nicht nur sinnvoll, sich im Vorfeld nach hilfreichen Tipps für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit umzusehen, sondern auch, sich über die gängigsten Fallgruben und Fallstricke zu informieren, die das Projekt Bachelorarbeit oder Masterarbeit gefährden könnten.

Anbei eine, hoffentlich hilfreiche, Auflistung.

Fehler Nr. 1: Denken Hausarbeit und Bachelorarbeit wären dasselbe

Also, der erste Fehler, den man schonmal machen kann, ist der, in einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit eine Art aufgeblasener Hausarbeit zu sehen. Weiter daneben könnte man gar nicht liegen, obwohl diese Sicht verständlich ist. Denn für viele Studierende ist die Bachelorarbeit oder Masterarbeit das erste Rendezvous mit der Wissenschaft seit seligen Gymnasiumszeiten. Allerdings sind die Anforderungen gänzlich andere. Eine Hausarbeit funktioniert nach dem Prinzip: Einleitung – Hauptteil – Schluss und man beschränkt sich im Wesentlichen auf die reine Darstellung einer Theorie bzw. eines Sachverhalts. Für Gymnasiumsniveau ist das in Ordnung. Aber wo wäre hier der Erkenntnisgewinn?

Bei einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit an der Universität geht es darum, eine Eigenleistung zu erbringen. Das heißt, hier geht es nicht nur um das Wiederkäuen anderer Meinungen, bzw. darum, ein Zitat an das andere zu reihen, sondern um eine wissenschaftlich fundierte Darstellung der eigenen Ansichten. Man stellt andere Theorien zwar dar bzw. zitiert diese, muss aber selbst Farbe bekennen und im Für und Wider der Positionen eine eigene und vor allen Dingen neue Sicht auf den Forschungsgegenstand beitragen.
EinleitungHauptteilSchluss war also gestern. An der Uni gilt: Fragestellung – Hypothesenüberprüfung – Ergebnisse.

Gliederung erst am Schluss angefertigt

Ein weiterer großer Fehler wäre es, die Gliederung der Bachelorarbeit oder Masterarbeit erst am Schluss anzufertigen. Die Gliederung verleiht der eigenen Arbeitsweise Struktur. Wer entlang einer Gliederung voranschreitet, weiß wo er hinwill und geht mit System an die Aufgabenstellung heran

Zu spät angefangen

Apropos an die Aufgabenstellung herangehen: Dies sollte man natürlich rechtzeitig tun. Das heißt, man wählt sich das Thema, das einen interessiert, über das man genügend Vorwissen verfügt und das auch nicht zu breit angelegt ist und widersteht der Versuchung, den Beginn der Arbeit auf die lange Bank zu schieben.
Man sollte also lieber rechtzeitig anfangen; also Thema finden, Betreuer suchen, Problem- bzw. Fragestellung formulieren und mit kleinen Schritten vorangehen.

Malträtierung der deutschen Sprache

Hat man sich nun rechtzeitig und mit dem passenden Thema an den Schreibtisch gesetzt, sollte man logischerweise über die Fähigkeit verfügen, präzise das ausdrücken zu können, was man mit seiner Bachelorarbeit aussagen möchte.
Vielen Studierenden wird eine gute Benotung ihrer Bachelorarbeit oder Masterarbeit allerdings schon allein deshalb vorenthalten, weil sie den Wert der korrekt angewandten deutschen Sprache unterschätzen bzw. diese nicht korrekt anwenden können. Somit kann die Lektüre der Arbeit für den Professor bisweilen eine schweißtreibende Angelegenheit sein.

Laut der Universität Regensburg sind hier häufige Fehler:

  • fehlende Grammatikkenntnisse
  • verworrene Satzstrukturen,
  • unstringenter Argumentationsaufbau,
  • Anwendung umgangssprachlicher Floskeln,
  • keine Unterscheidung zwischen alter und neuer Rechtschreibung,
  • Kommafehler,
  • Sätze ohne Verben,
  • Absätze aus einem Satz oder die
  • Falschschreibung von Eigennamen

Wer ein wissenschaftliches Werk wie eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit angeht, ohne über die Basisvoraussetzung solider Sprachkenntnisse zu verfügen, sollte dieses Defizit vor Beginn der Arbeit ausgleichen (Weitere Hinweise bezüglich sprachlicher und formaler Voraussetzungen in einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit hält die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bereit).

Nutzung verpönter Wörter

Zum Thema Sprache gehört übrigens auch die Nutzung von in einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit verpönten Wörtern. So sollte man zum Beispiel allgemeine Wörter wie „einfach“ oder „wichtig“ vermeiden. Diese Wörter gehören in die Abteilung Umgangssprache. Anstatt zusagen: „Die Lösung des Problems ist einfach.“, formuliert man lieber: „Die Lösung des Problems erweist sich als unkompliziert.“. Oder anstatt: „Die Ergebnisse sind wichtig.“, lieber: „Die Ergebnisse sind bedeutsam.“

Auch subjektive Wörter haben in einem wissenschaftlichen Text nichts verloren. Wörter wie „natürlich“, „logischerweise“, „selbstverständlich“ oder gar „schön“, „fantastisch“, „super“ oder „wunderbar“ sollte man schlichtweg vermeiden.

Das Gleiche gilt für Übertreibungen wie „sehr“, „extrem“, „wirklich“ und „super“. Eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit ist kein Songtext. Für Pauschal- und Absolutaussagen ist hier kein Platz. Das gilt natürlich auch für den umgekehrten Fall und die Nutzung von schwammigen bzw. vagen Formulierungen. Floskeln wie „ziemlich“, „ein bisschen“, „Dinge“ oder „Sachen“ gehören … na ihr wisst schon. Einfach dran denken.

Wer sich mit den geschilderten sprachlichen Anforderungen überfordert sieht, sollte ein professionelles Lektorat und Korrektorat für seine Bachelorarbeit oder Masterarbeit in Erwägung ziehen. Trotz karger Studentenkohle wäre dies allemal ein lohnenswertes Investment, denn durch das Korrektorat werden die Rechtschreib- und Grammatikfehler aus der Arbeit entfernt. Ein Lektorat prüft obendrein, ob auch in fachlicher Hinsicht mit der Bachelorarbeit oder Masterarbeit alles in Ordnung ist und bügelt Schwächen in den Formulierungen und im Format der Arbeit aus.

Formalien und technische Details

Das Thema Formalien und technische Details sollte man ebenfalls nicht unterschätzen. Lässigkeiten auf diesem Gebiet könnten den Gesamteindruck der Arbeit vermiesen und eine ansonsten gelungene Bachelorarbeit oder Masterarbeit doch noch alt aussehen lassen.

Konkret heißt das zum Beispiel: Laut Hagenloch (2010) hat ein ordnungsgemäßes Deckblatt und ein Literaturverzeichnis in alphabetischer Reihenfolge vorzuliegen. Zitate – natürlich vorzugsweise aus wissenschaftlichen Quellen und nicht aus dem Internet – sind als solche zu kennzeichnen, und zwar in einem wissenschaftlich anerkannten Zitationsstil wie APA, Harvard oder dem deutschen Zitationsstil.

Zahlen von 1-12 schreibt man aus und nach sinnvollen Abständen zieht man Zwischenüberschriften in den Textfluss ein. Innerhalb dieser Abschnitte gilt der Grundsatz: Ein neuer Gedanke – ein neuer Absatz.

Und zu guter Letzt sollte man nach Samac, Prenner und Schwetz (2014) nicht versäumen, verwendete Abbildungen, Tabellen und Graphiken oder Statistiken im Text zu beschreiben bzw. im Text darauf Bezug zu nehmen. Andernfalls entstünde hier eine semantische Lücke, die dem Professor mit Sicherheit nicht entgeht.

Bei Themen wie Zitationsstil oder Literaturverwaltung helfen übrigens Programme wie Citavi oder Zettelkasten, die zum Teil auch kostenfrei erhältlich sind. Sich an dieser Stelle eine Blöße zu geben, wäre wahrscheinlich unnötig (Weitere Tipps zu diesem Themenkreis hält die Universität Regensburg bereit).

Ein letzter Tipp – das Back-up

Irgendwann wird die Arbeit fertig. Oder man hat weite Teile fertig geschrieben und dann … ein Crash, ein Absturz oder Ähnliches und man hatte die Arbeit nicht zwischengespeichert.
Sowas braucht keiner! Deshalb sollte man regelmäßig ein Back-up einplanen, sei es auf einer Cloud, einer externen Festplatte oder indem man in den Einstellungen des benutzten Textverarbeitungsprogramms kurze, regelmäßige Intervalle für Zwischenspeicherungen festlegt. Sicher ist sicher. Es wäre sonst alles umsonst gewesen.

Wie man sieht, hat die Medaille zwei Seiten. Man sollte nicht nur vieles richtigmachen, sondern auch möglichst wenig falsch machen. Wer dies tut, wird mit seiner Bachelorarbeit, Masterarbeit und später bestimmt auch mit einer Dissertation Erfolg haben.

Literatur

Samac, Klaus/Prenner, Monika/Schwetz, Herbert (2014): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule – Ein Lehr- und Lernbuch zur Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, 3. Auflage, Wien, 2014, S. 31.

Hagenloch, Thorsten (2010): Die Seminar- und Bachelorarbeit im Studium der Wirtschaftswissenschaften – Ein kompakter Ratgeber, Burgheim.

Teile diesen Beitrag mit Freunden:
Autor:


 

 

 

Send this to a friend