Richtig zitieren mit dem APA-Stil – Anleitung & Beispiele

APA-Stil, APA-Zitierweise / Style - richtig zitieren
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16 Feb Richtig zitieren mit dem APA-Stil – Anleitung & Beispiele

Einleitung: Was ist der APA-Style?

Die sogenannten APA-Normen werden von der American Psychological Association (APA) herausgegeben. Dabei handelt es sich um ein umfangreiches Manual, das die formale Gestaltung von wissenschaftlichen Texten regelt. In erster Linie richtet sich dieses Regelwerk an Verfasser von Manuskripten, die für eine Veröffentlichung in Zeitschriften gedacht sind. Üblicherweise werden diese Manuskripte vor der Publikation von einem Setzer bearbeitet. Um diesen Vorgang zu standardisieren, wurden umfangreiche Normen entwickelt, die sowohl die formale Gestaltung (z. B. Schriftarten, Schriftgrößen, Zeilenabstände) des Textes an sich als auch beispielsweise die Zitierweise umfassen. Aber auch Anmerkungen hinsichtlich des sprachlichen Stils finden sich in diesem Regelwerk, sodass sich eine Beschäftigung damit in mehrerer Hinsicht lohnt. Ursprünglich wurden diese Richtlinien für psychologische Veröffentlichungen entwickelt, mittlerweile werden die Grundpfeiler des APA-Style aber in einer Vielzahl an anderen wissenschaftlichen Disziplinen ebenso verwendet.

Nicht alle Gestaltungsrichtlinien der APA-Normen können für wissenschaftliche Arbeiten – egal, ob Hausarbeiten, Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten – herangezogen werden. So schreibt dieses Manual beispielsweise vor, dass Abbildungen am Ende des Dokuments eingefügt werden müssen. Das ist zwar für die Arbeit eines Setzers hilfreich, entspricht aber nicht den Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit, die im Zuge einer Lehrveranstaltung angefertigt werden muss, oder an eine Abschlussarbeit (Bachelorarbeit, Masterarbeit, Dissertation u. a.)

Aus diesem Grund gibt es abhängig von der Universität, der Fachrichtung, des Instituts und teilweise sogar vom Dozenten/der Dozentin spezielle Regelungen, welche die zu wissenschaftlichen Studienarbeiten widersprüchlichen Normen modifizieren. Erkundige Dich daher immer, welche formalen Richtlinien Du bei Deiner wissenschaftlichen Arbeit einhalten musst. Es ist außerdem ratsam, bei Problemfällen und dergleichen Rat von Deinem/Deiner BetreuerIn einzuholen.

Da das Manual der APA sehr umfangreich ist, ist dieser Artikel auf die wesentlichen Gestaltungsrichtlinien eines wissenschaftlichen Textes beschränkt. Im Folgenden werden formale Richtlinien und die Zitierrichtlinien beschrieben, welche für Abschlussarbeiten relevant sind.

Formale Richtlinien zur Gestaltung von Hausarbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten

Wissenschaftliche Arbeiten unterliegen Formatierungsvorschriften, die dazu dienen, den/die LeserIn vom eigentlichen Inhalt nicht abzulenken. Dabei stehen die gute Lesbarkeit des Textes sowie eine übersichtliche Gestaltung im Vordergrund.

Die APA-Normen regeln die Gestaltungsweise eines Textes, indem sie Satzspiegel (Aufteilung der Seite), Schriftart und -größe, Absätze, Überschriften, Abbildungen und Tabellen (inkl. Beschriftung) sowie die Zitierweise vorgeben. Im Folgenden findest Du einen Überblick über diese Regelungen mit Ausnahme der Zitierweise, die im nächsten Kapitel thematisiert wird. Beachte, dass diese hier vorgestellten Normen von den formalen Vorschriften Deiner Universität, Hochschule oder Deines Institutes abweichen können. Konsultiere daher immer jenes Regelwerk, das Du laut Prüfungsordnung zu befolgen hast!

Satzspiegel

Folgende Einstellungen sind beim Formatieren zu treffen:

  • doppelter Zeilenabstand
  • Seitenränder: zw. 2,5 und 3 cm
  • linker Rand: bis zu 4 cm (abhängig von der Art der Heftung)
  • Seitenzahlen: in der Kopfzeile rechts oben
  • links von den Seitenzahlen: Kopfzeile mit dem Kurztitel der Arbeit
  • Beachte: In der Regel wird bei Abschlussarbeiten Blocksatz verlangt!

image1 Abbildung 1: Satzspiegel.

Schrift

Wissenschaftliche Studienarbeiten müssen in den allermeisten Fällen computergeschrieben eingereicht werden. Die gewählte Schriftart ist nach APA-Norm frei wählbar, solange es sich um eine Serifenschrift handelt. Serifenschriften zeichnen sich dadurch aus, dass an den Enden der Buchstabenlinien kleine Haken angebracht sind. Viele universitäre formale Richtlinien beschränken sich auf Times New Roman. Als Schriftgröße wird 12 Pt. vorgeschrieben, um eine gute Lesbarkeit zu gewährleisten. Fremdsprachige Ausdrücke oder Hervorhebungen werden kursiv gesetzt. Unterstreichungen und fett Gedrucktes werden vermieden.

Überschriften

Die APA-Norm schreibt vor, dass die Überschriften in derselben Schriftart und -größe geschrieben werden. Üblicherweise werden in wissenschaftlichen Arbeiten drei Überschriftenebenen verwendet, eher selten werden vier bis fünf verwendet. Folgender Screenshot informiert Dich über die Formatierung der Überschriftenebenen.

image2

Abbildung 2: Überschriften, aus: http://www.blogs.uni-mainz.de/fb02-medienwirtschaft/files/2015/01/Formatvorlage-APA-Style.pdf.

Zitieren im APA-Style

Beim Zitierstil der American Psychological Association handelt es sich um eine Zitierweise, bei der die Quellenbelege direkt in den Text eingefügt werden. Im Gegensatz dazu steht das Zitieren mit Fußnoten.

Zitieren im Text
Da eine wissenschaftliche Arbeit intersubjektiv nachvollziehbar sein muss und es die gute wissenschaftliche Praxis verlangt, dass Fremdwissen als solches gekennzeichnet wird, ist es unbedingt notwendig, Quellenbelege einzufügen. Als Quellenbeleg dienen beim APA-Stil der Nachname des Autors und die Jahreszahl. Die Seitenzahl der Fundstelle wird bei direkten Zitaten üblicherweise angegeben, bei indirekten Zitaten aus Büchern sollte man sie der besseren Nachvollziehbarkeit ebenfalls angeben. Bei indirekten Zitaten aus Zeitschriftenartikeln wird meist keine Seitenzahl angegeben.

Beispiele für direkte Zitate:

Ostermeier (2007) weist in seiner Studie darauf hin, dass Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren „noch keine ausgeprägte Kompetenz im Umgang mit Mobiltelefonen aufweisen“. (S. 204)

Es zeigt sich, dass Senioren „aufgrund der aktuellen Pflegesituation verunsichert sind.“ (Gebert, 2010, S. 23)

Beispiele für indirekte Zitate:

Berger (2008) macht darauf aufmerksam, dass …

Aus mehreren Forschungsarbeiten (Heinzl, 2006) geht hervor, dass …

Weisen die verwendeten Quellen zwei oder mehrere Autoren auf, werden diese im Fließtext durch Kommata bzw. ein „und“ miteinander verbunden. In der Klammer verwendet man ebenfalls Kommata sowie ein „&“.

Beispiele:

Magnus und Gustavson (2008) konnten in ihrer Studie zeigen, …

Folgende Forschungsarbeit (Magnus & Gustavson, 2008) lässt erkennen, …

Fritzmaier, Dehnert und Mair (2005) zeigten, dass …

In einer Übersicht über die Wirkungsweise von Alzheimermedikamenten (Fritzmaier, Dehnert & Mair, 2005) …

Sekundärliteratur und Internetquellen
Wenn möglich, solltest Du stets aus den originalen Quellen zitieren. Sollte dies aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, verwendet man Sekundärliteratur. Diese zitiert man folgendermaßen: (Autor(en) des Originalzitats, Jahreszahl, zitiert nach Autor(en) der Sekundärquelle, Jahreszahl, Seitenangabe).

Beispiel für das Zitieren von Sekundärliteratur:

„Text des Zitats.“ (MacCullogh, 1998, zitiert nach Doring, 2012, S. 221).

Das Literaturverzeichnis
Die APA-Norm gibt folgende Regeln für die Gestaltung des Literaturverzeichnisses vor.

Eigenständige Publikationen (Bücher etc.):
Nachname, Initiale (Jahr). Buchtitel. Verlagsort(e): Verlag. doi:

Wird eine bestimmte Auflage verwendet, wird diese nach dem Buchtitel in Klammern angegeben: 
… Buchtitel (5. Aufl.). …

Mehrere Autoren werden mit Kommata bzw. mit „&“ aufgezählt.

Beispiele:

Schuster, B. (2017). Pädagogische Psychologie: Lernen, Motivation und Umgang mit Auffälligkeiten. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag. doi: 10.1007/978-3-662-48392-3

Huber, L., Hellmer, J. & Schneider, F. (2009). Forschendes Lernen im Studium. Aktuelle Konzepte und Erfahrungen. Bielefeld: UniversitätsVerlagWebler. doi: 10.3224/978384740127

Artikel aus Zeitschriften
Hier werden folgende Muster verwendet:

Nachname, Initiale (Jahr). Titel des Artikels. Name der Zeitschrift, Band, Seitenzahlen. doi:
Nachname, Initiale (Jahr). Titel des Artikels. Name der Zeitschrift, Jahrgang (Heftnr.), Seitenzahlen. doi:

Beispiel:

Hellmayr, M. (2009). Evaluationsmethoden. Erziehung und Unterricht, 24, 322–341.

Sammelbände
Nachname, Initiale (Jahr). Titel des Beitrages. In Initiale Herausgeber, Initiale Herausgeber & Initiale Herausgeber (Hrsg.), Titel des Buches (S. x). Verlagsort(e): Verlag. doi:

Beispiel:

Weinstein, C. E., Husman, J., Meyer, K. & Dierking, D. R. (2000). Self-regulation interventions with a focus on learning strategies. In M. Boekaerts, P.R. Pintrich & M. Zeidner (Hrsg.), Handbook of self-regulation (S. 728-747). San Diego: Academic Press.

Tagungs- und Kongressbeiträge
Nachname, Initiale (Jahr). Titel des Beitrages. In Initiale Herausgeber (Hg.), Titel des Tagungsbandes (S. x). Titel des Kongresses, Ort. Verlagsort(e): Verlag.

Forschungsberichte
Nachname, Initiale (Jahr). Titel des Forschungsberichtes (Titel der Forschungsberichtsreiche Nummer). Ort: herausgebende Forschungseinrichtung. doi:

Beispiel:

Rammert, W. (2000). Nicht-explizites Wissen in Soziologie und Sozionik. Ein kursorischer Überblick (Working Papers, TUTS-WP-8-2000). Berlin: Institut für Sozialwissenschaften, Technische Universität Berlin.

Internetquellen (Homepages und PDF):
Nachname, Initiale [oder Herausgeber oder Institution) (Publikationsdatum). Titel der Quelle. [bei Bedarf: herausgebende Institution.] Verfügbar unter: vollständige URL.

Hochschulschriften
Veröffentlichte Schriften:

Nachname, Initiale (Jahr). Titel der Dissertation. Dissertation, Name der Universität. Verlagsort(e): Verlag. doi:
Unveröffentlichte Schriften:
Nachname, Initiale (Jahr). Titel der Arbeit. Art der Arbeit, Name der Universität, [bei Bedarf] Ort.

Literaturhinweise

Nützliche (deutsche) Zusammenfassungen findet man auf folgenden Webseiten:

http://informationskompetenz.e-learning.imb-uni-augsburg.de/node/1175

http://www.gillesdutilh.com/BAmaterials/Zusammenfassung_APA.pdf

http://www.blogs.uni-mainz.de/fb02-medienwirtschaft/files/2015/01/Formatvorlage-APA-Style.pdf

Das originale Manual der APA findet man hier:
http://www.apastyle.org/manual/

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Über den Autor:
marina.feidel@mentorium.de

Marina Feidel studierte Wirtschaftswissenschaften (Regionalmanagement) an der FH Eberswalde. Während ihres Studiums hat Frau Feidel bereits als Tutorin ehrenamtlich Studenten zum Thema "Wissenschaftliches Schreiben" betreut. In einem Redaktionsteam hat Sie an unserem kostenlosen und umfangreichen eBook (Ratgeber) zum Thema "Wissenschaftliches Arbeiten" mitgewirkt und dabei ihr Wissen und ihre Erfahrung in der wissenschaftlichen Betreuung von Studenten einfliessen lassen. Frau Feidel unterstützt mit ihren ehrenamtlichen Beiträgen zur Mentorium Wissensdatenbank auch in Zukunft Studenten bei der Erstellung von Hausarbeiten, Seminararbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten.



 

0800 589 3253

 

 

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