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Wie zitiert man Internetquellen im APA-Stil?



24 Jul Wie zitiert man Internetquellen im APA-Stil?

Neben den klassischen Quellen wie Büchern und Fachzeitschriften sind auch Internetquellen für wissenschaftliches Arbeiten heute kaum noch wegzudenken. Doch auch wenn sich der Umgang mit den vergleichsweise noch neuen Medien in der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation manchmal so anfühlt als würde er nach seinen eigenen Regeln funktionieren: Das Zitieren aus Onlinequellen sollte genauso gewissenhaft behandelt werden wie Monografien nach APA oder Zeitschriftenartikel nach APA oder etwas Sammelbände nach APA. Wie du Internetquellen im APA-Stil richtig zitierst, erfährst du hier.

Zitieren im APA-Stil in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit

Der APA-Stil ist neben der Harvard-Zitierweise und dem Zitieren nach der deutschen Zitierweise eine der drei großen Zitierstile. Er wird deshalb auch häufig in der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation angewendet. Basierend auf den Regeln der American Psychological Association findet er hauptsächlich in den sozial- und naturwissenschaftlichen Fächern seine Anwendung. Aufgrund seines Formats wird er manchmal auch als Autor-Jahr-Zitierstil bezeichnet.

Direkt oder indirekt?

Die Bezeichnung als Autor-Jahr-Zitierstil resultiert aus dem Aufbau des Kurzverweises im Text nach APA. Wenn du indirekt oder direkt zitierst, ist es nötig, den Autor und das Erscheinungsjahr des Artikels zu nennen. Bei Quellen aus den Internet musst du manchmal etwas genauer hinschauen: Die Autoren sind manchmal über dem Artikel, manchmal an der Seitenleiste angegeben. Auch das Erscheinungsdatum versteckt sich gelegentlich am Seitenende. Manchmal hilft auch ein Blick in die URL: Gerade bei Blogs oder ähnlichen Formaten ist das Veröffentlichungsdatum oftmals Bestandteil des Direct Links.

Wenn du die nötigen Informationen gesammelt hast, folgt das Zitieren den gleichen Regeln, die auch bei Offlinemedien gelten. Direkte Zitate setzt du in Anführungszeichen und fügst am Ende des Zitats in Klammern den Verweis auf Autor und Jahr ein (vgl. Bortz, Döring 2007:90). Bei indirekten Zitaten formulierst du das Gelesenen um und gibst es in deinen eigenen Worten wieder. Natürlich kannst du Quelle auch ohne Klammern in den Fließtext einbauen, wenn es sich anbietet.

Möglichkeiten des Verweises für indirekte Zitate
Abb. 1: Möglichkeiten des Verweises für indirekte Zitate. Quelle: Autonome Hochschule in der deutschsprachigen Gemeinschaft AHS

Internetquellen im APA-Stil im Literaturverzeichnis

Alle Quellen, die du schließlich genutzt hast, gehören im Anschluss dann in das Literaturverzeichnis nach APA. Der Eintrag für Onlinequellen folgt dabei dem folgenden Muster:

Autor, A. (Jahreszahl). Titel. Verfügbar unter Link [Abrufdatum].

Das Abrufdatum ist außerdem ein wesentlicher Unterschied zum Zitieren aus Offlinequellen – und ein wichtiger. Schließlich kann ein Internetartikel von einem Tag auf den anderen verschwinden. Deine Quellenarbeit ist dann nicht mehr nachvollziehbar. Wer hingegen besonders sorgfältig arbeiten möchte, speichert sich den abgerufenen Artikel auf seinem Laptop ab und geht so auf Nummer sicher.

Wenn der von dir zitierte Artikel außerdem aus einem online verfügbare Magazin oder Journal stammt, muss der Name wie bei der Offline-Variante natürlich entsprechend ergänzt werden. Anders als bei den klassischen Printmedien gibt es aber fast schon unübersichtlich viele Veröffentlichungsformate. Wie diese im Einzelfall zu behandeln sind, kannst du dann beispielsweise beim bei der TU Chemnitz (siehe Abb. 2) erfahren.

Aufbau des Literaturverzeichnisses für Internetmedien
Abb. 2: Aufbau für ein Literaturverzeichnis mit Internetmedien. Quelle: TU Chemnitz

Unvollständige Informationen – was tun?

Auch eine Spezialität des Internets: Häufig fehlen in Quellen entscheidende Angaben dann einfach komplett. Es ist weder ein Erscheinungsdatum oder Autor angegeben, noch trägt ein Artikel oder Auszug einen Titel. Wenn du dir trotzdem jedoch sicher bist, dass es sich um eine seriöse und gute Quelle handelt, weise einfach auf den Umstand der fehlenden Informationen hin. Lasse den Autorennamen beispielweise einfach weg und beginne den Verzeichniseintrag mit dem Titel des Artikels. Ersetze zudem die Jahreszahl durch die Angabe „o.D.“ (ohne Datum) oder beschreibe bei fehlendem Titel den Inhalt des Textes in wenigen Worten. Auf diese Art der unvollständigen Quellen solltest du aber nur im Ausnahmefall zurückgreifen. Wenn Unsicherheit bei dir besteht, kannst du dich außerdem durch ein Lektorat der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation absichern.

Das Zitieren aus Internetquellen kann einigen Tücken ausweisen – doch mit ein wenig Sorgfalt kannst du schließlich unbesorgt auf das quasi unendliche große Online-Wissen zurückgreifen und dabei trotzdem allen akademischen Standards entsprechen.

Literatur

Bortz, Jürgen; Döring, Nicola (2007): Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler, Heidelberg.

Weiterführende Literatur:

Träger, Thomas (2016): Elektronische Quellen und Projektmaterialien richtig zitieren, München.

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