Ein Thema für die Maturaarbeit finden

Thema für die Maturaarbeit


15 Apr Ein Thema für die Maturaarbeit finden

Bei allen Auflagen, die es für die Maturaarbeit gibt, ist das Thema für die Maturaarbeit immerhin frei wählbar. Auch interdisziplinäre Themen werden gerne gesehen. Für die Themenwahl ist eine mehrmonatige Vorbereitungsphase vorgesehen. Während dieser Zeit kann man Wissen zu dem Themengebiet sammeln, für das man sich interessiert, um somit am Ende die genaue Fragestellung einzugrenzen und mit dem Schreiben anfangen zu können.

Da die Maturitätsarbeit in der Regel die erste längere Arbeit ist, die man als Maturand oder Maturant selbstständig bearbeitet und verfasst, tun sich viele schwer darin, ein passendes Thema für die Maturaarbeit zu finden und daraus eine Fragestellung zu formulieren. In diesem Artikel geben wir Tipps, wie man am besten zu einem Thema für die Maturaarbeit kommt, wie man die Fragestellung genau formuliert und geben einige Beispiele für Titel von Maturaarbeiten in unterschiedlichen Fächern.

Wie geht man bei der Suche nach einem Thema für die Maturaarbeit vor?

Die Maturitätsarbeit ist insofern eine neue Erfahrung, als dass sie einem Schüler zum ersten Mal die Gelegenheit gibt, sich eigenständig mit einem selbst gewählten Thema zu beschäftigen und die Ergebnisse anschließend vor einem Publikum zu präsentieren. Die Themenwahl ist dabei nahezu unbegrenzt. Man sollte als Schüler daher die Chance optimal nutzen und wirklich ein Thema wählen, für das man sich begeistern kann.

Für die Themensuche hat man während der Vorbereitungsphase in etwa drei Monate Zeit. Am Ende dieser Phase wählt man je nach Fachgebiet auch den Betreuer aus, die einen während des Schreibens an der Maturaarbeit begleiten wird. Sie kann auch dabei helfen, von einer groben Idee zu einer genauer abgegrenzten Fragestellung zu gelangen.

Man sollte früh genug mit der Themensuche beginnen und sich ausreichend Material für die Recherche und Bearbeitung des Themas besorgen. Somit weiß man einerseits, dass es tatsächlich genug Quellen gibt, und andererseits stellt man sicher, dass diese dann zugänglich sind, wenn man sie braucht.

Die richtige Einstellung bei der Suche

Man sollte bei der Themenwahl einen positiven, optimistischen Ansatz verfolgen und unbedingt nach den eigenen Interessen gehen. Am besten sucht man das Thema also in demjenigen Gebiet, das einem am meisten liegt. Das Themengebiet ist auch für die erforderliche Methodik entscheidend.

Forscht man zum Beispiel gerne, führt Experimente durch und wertet Daten aus, so ist eine naturwissenschaftliche Arbeit, etwa in Chemie oder Physik, sinnvoll. Beschäftigt man sich lieber mit Vergleichen unterschiedlicher Theorien oder mit literarischen Figuren, ist ein Thema aus den Geisteswissenschaften oder Sprachen das richtige. Wenn man am meisten Spaß an kreativem Schaffen hat, kann man im Rahmen einer Maturaarbeit in Kunst oder Musik eigene Zeichnungen oder Musikstücke entwerfen. (vgl. Weber 2010: S. 25)

Dies sind nur einige mögliche Fachbereiche. Auch interdisziplinäre Maturitätsarbeiten sind keine Seltenheit und werden sogar gerne gesehen. Besonders spannend und innovativ kann es daher sein, ein fachübergreifendes Thema zu finden, das mehrere Aspekte und Methodiken vereint und somit ein Mehr an Originalität erfordert.

Sobald man beginnt, mehr über ein Thema zu lesen, für das man sich begeistert, wird man automatisch weitere Aspekte daran entdecken und es werden sehr wahrscheinlich neue Fragen aufkommen, die hin zu einer Problemstellung führen können, die man in der Maturaarbeit thematisieren möchte. Womöglich wurde auch im Unterricht ein Thema behandelt, mit dem man sich gerne länger und tiefgehender beschäftigt hätte? Dann spricht man am besten den Lehrer direkt dazu an.

Die Maturitätsarbeit kann auch in einer Fremdsprache verfasst sein, die an der Schule unterrichtet wird. In diesem Fall muss das Thema jedoch aus dem Sprach- bzw. Kulturraum der entsprechenden Fremdsprache stammen. Häufig ist des dann aber gefordert, dass die Arbeit auch in der Fremdsprache verfasst wird. Eine Übersetzung kann helfen, wenn die Sprachkenntnisse nicht ausreichen.

Anforderungen an die Fragestellung

Während die Problemstellung den groben Rahmen angibt, innerhalb dessen sich die Maturaarbeit bewegen wird, konkretisiert die Fragestellung den Bereich, der genauer beleuchtet und erforscht werden soll. Sie ergibt sich sozusagen vor dem Hintergrund der Problemstellung und gibt den Verlauf der Arbeit vor. Es ist wichtig, dass die Fragestellung klar ausgearbeitet und verständlich vermittelt wird.

Die selbstständige Bearbeitung des Themas muss in der Arbeit klar erkennbar sein. Obwohl die Fragestellung nicht unbedingt unerforscht sein muss, ist es keineswegs Sinn der Sache, bloß Informationen zusammen zu fassen und wiederzugeben. Die Fragestellung muss also eine individuelle Auseinandersetzung ermöglichen und für eine spätere Darstellung  der Ergebnisse geeignet sein (Siehe hierzu auch die Hinweise aus dem Leitfaden zur Maturaarbeit des Gymnasiums Liestal). Will man z.B. eine Powerpoint-Präsentation erstellen, kann man sich fragen, ob das Thema überhaupt mit Bildern darstellbar ist.

Gleichzeitig muss sie interessant und ergiebig genug sein, um 20 Seiten auszufüllen. Sie sollte also nicht so detailliert und eng gefasst sein, dass man nach der Hälfte der Seiten nicht mehr weiß, worüber man noch schreiben soll. Auch sollte es nicht so allgemein gehalten sein, dass kein roter Faden erkennbar ist, oder dass die persönliche, intensive Auseinandersetzung mit dem Stoff so schwierig wird, dass sich das Thema innerhalb der dafür vorgesehenen Zeit nicht behandeln lässt. (vgl. Schmitz 2007: S. 31)

Es ist auf jeden Fall eine gute Idee, mit Eltern, Freunden und Lehrern über das Thema für die Maturaarbeit zu sprechen. Dies trifft auch dann zu, wenn man sich noch nicht sicher ist oder noch keine genaue Fragestellung gefunden hat. Sehr wahrscheinlich wird man dadurch Anregungen neues Zusatzwissen erlangen, was bei der konkreteren Themenwahl hilfreich sein kann.

Beispiele konkreter Fragestellungen der Maturaarbeit

Bei der Wahl des Themas gibt es so gut wie keine Einschränkungen. Originalität und Kreativität sind hier in jedem Fall angesagt! Hatte man beispielsweise schon immer eine Idee für eine besondere Konstruktion, so kann man in der Maturitätsarbeit die Ausführung dieser Idee thematisieren und den gesamten Konstruktionsprozess dokumentieren. Auch Kunstwerke wie selbst gezeichnete Portraits von Freunden, eine Vertonung einer Klangkulisse und Verfilmungen selbst ausgedachter Sketche oder Theaterstücke können originelle Themen darstellen.

Relevant können auch tagesaktuelle Themen wie aktuelle politische Phänomene, Entscheidungen oder Konflikte sein. So könnte man etwa Pro und Contra der Rundfunkgebühren in der Schweiz oder Wahlergebnisse rechtspopulistischer Parteien im Wahlkreis xy behandeln.

Zur Inspiration wollen wir hier einige weitere Beispiele für unterschiedliche Themenbereiche angeben.

Beispiele für naturwissenschaftliche Themen
Abb. 1: Beispiele für naturwissenschaftliche Themen

Beispiele geisteswissenschaftlicher Themen
Abb. 2: Beispiele geisteswissenschaftlicher Themen

Themen in Kunst und Literatur
Abb. 3: Themen in Kunst und Literatur

Beispiele für Themen im Bereich Sport
Abb. 4: Beispiele für Themen im Bereich Sport

(die Beispiele stammen aus einer Auflistung aller seit 2008 eingereichten Maturaarbeiten beim Gymnasium Oberaargau).

Wie man anhand dieser Beispiele sehen kann, sind der Phantasie bei der Wahl des Themas praktisch keine Grenzen gesetzt. Der Titel der Maturaarbeit kann sehr knapp gehalten oder auch sehr detailliert formuliert sein. Wichtig ist, dass die Fragestellung klar daraus hervorgeht.

Die Themenfindung der Maturaarbeit steht ganz am Anfang des Schreibvorhabens. Es kann ein längerer Prozess sein, bis sich aus einem groben Thema eine klar abgegrenzte Fragestellung herauskristallisiert hat. Man sollte auf jeden Fall ein Thema wählen, für das man sich brennend interessiert und mit dem man sich gerne über längere Zeit beschäftigen will.

Die Mühe und Sorgfalt bei der Themensuche am Anfang lohnt sich. Hat man erstmal eine gute Fragestellung gefunden und klar definiert, wird man sich daran wie an einem roten Faden durch die Maturaarbeit orientieren können und der Schreibprozess wird leichter von der Hand gehen.

Literatur

Schmitz, Martina (2007): Der rote Faden. 25 Schritte zur Fach- und Maturaarbeit, 1. Aufl. Zürich.

Weber, Daniela (2010): Die erfolgreiche Abschlussarbeit für Dummies, 1. Aufl. Weinheim.

Weiterführende Literatur:

Brink, Alfred (2013): Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten, 5. Aufl. Münster.

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