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Der Hauptteil der Maturaarbeit



17 Apr Der Hauptteil der Maturaarbeit

Als Voraussetzung für das Studium an einer schweizerischen Universität muss jeder Schüler eine Maturaarbeit geschrieben und mündlich präsentiert haben. Diese wird in der Regel im letzten Jahr vor den Maturitätsprüfungen verfasst und von einem Betreuer begleitet. Nach einer mehrmonatigen Vorbereitungsphase, während der man das genaue Thema aus einem Fachgebiet wählt, das einen interessiert, fängt man dann an, die Maturaarbeit zu schreiben. Der Hauptteil der Maturaarbeit ist dabei der längste Teil des Fließtextes und steht zwischen der Einleitung und dem Fazit.

Dabei ist es – abgesehen von den formalen Anforderungen – nicht ganz leicht, während der langen Bearbeitungszeit stets den roten Faden im Blick zu behalten, dem die Maturitätsarbeit folgen soll. Hilfreich ist es hierbei, wenn man bereits anfangs eine grobe Struktur und Vorstellung dessen hat, was im Hauptteil der Arbeit stehen soll. In diesem Artikel wird dargestellt, was der Hauptteil der Maturaarbeit ist, wie dieser aufgebaut ist und was man sonst noch beim Verfassen dieses Textes beachten sollte.

Was ist der Hauptteil der Maturaarbeit?

Der Haupttext ist das längste Kapitel und der Kern der Maturitätsarbeit, in dem die Fragestellung eingehender behandelt wird. Er folgt auf die Einleitung und steht vor dem Fazit am Ende. Im Hauptteil zeigt der Maturand oder Maturant dann bereits die intensive Auseinandersetzung mit einem selbst gewählten Thema. Er beinhaltet deshalb die gesamte Methodik, die Darstellung aller Ergebnisse sowie die Diskussion der Ergebnisse.

Dazu zieht man zunächst alle wesentlichen Informationen aus Texten, Tabellen, Abbildungen oder sonstigen Quellen heran. Dann wird die angedachte Vorgehensweise vorgestellt und die Fragestellung dementsprechend behandelt. Auch eventuell verwendete Hilfsmittel werden dargelegt. Zuletzt zieht man eigene Schlussfolgerungen aus der Bearbeitung des Themas und diskutiert und analysiert diesen (siehe hierzu auch den Leitfaden des Gymnasiums Muttenz).

Aufbau des Hauptteils der Maturaarbeit

Der Hauptteil ist in der Regel bis zu 20 Seiten lang (etwa 7.000 – 10.000 Wörter), wobei hier je nach Gymnasium unterschiedliche Regelungen gelten können. Er besteht aus mehreren Unterkapiteln und -abschnitten, und soll in jedem Fall gut und übersichtlich strukturiert sein (vgl. Schmitz 2007: S. 113).

Um den Hauptteil in weitere Unterkapitel und -abschnitte zu gliedern, betrachtet man am besten die thematischen Schwerpunkte und teilt diese in sinnvolle Textteile ein, für die man passende Überschriften auswählt. Die Unterabschnitte sollten den Leser in strukturierter, schlüssiger Form durch den Text bis hin zum Schlussteil der Arbeit führen (vgl. Weber 2010: S. 144).

Je nachdem, in welchem Bereich man die Maturaarbeit schreibt – etwa in Deutsch, Geschichte, Physik, Biologie, Musik oder Kunst – wird der Hauptteil der Arbeit unterschiedlich ausfallen und andere Inhalte und Herangehensweisen erfordern. Nicht selten werden Maturaarbeiten in fachübergreifenden Themengebieten geschrieben und können somit auch Methodiken und Anteile aus mehreren Disziplinen enthalten.

Geisteswissenschaftliche Arbeit

Im Hauptteil von geisteswissenschaftlichen Maturaarbeiten werden die herangezogenen Werke verschiedener Autoren genau analysiert und interpretiert. Zudem werden Vergleiche zwischen den Texten und eventuellen Theorien oder Hypothesen angestellt. Dabei sollte man auch nicht vergessen, verwendete Sekundärliteratur, die man bei einer Literaturrecherche finden kann, vollständig und richtig zitieren zu lernen. In Frage kommt z.B eine Quelleninterpretation oder auch eine Gedichtinterpretation.

Naturwissenschaftliche Arbeit

In naturwissenschaftlichen Arbeiten wird das Forschungsgebiet zunächst genau definiert und die Vorgehensweise samt eventuell geplanter Versuche detailliert vorgestellt. Auch verwendete Hilfsmittel, Hypothesen und Auswertungsmethoden – beispielsweise die Analysen von Daten – müssen angegeben werden. Anschließend präsentiert man die Ergebnisse der Untersuchung in klarer, übersichtlicher Form, etwa in Abbildungen und Übersichten, auf die man im Text verweist. Wenn man Grafiken und Tabellen erstellt, müssen diese fortlaufend nummeriert und mit einem Titel und einer vollständigen Beschreibung versehen sein.

Künstlerisch-gestalterische Arbeit

Bei einer künstlerisch-kreativen Arbeit steht die Dokumentation des Arbeitsprozesses im Vordergrund. Hierbei wird die kreative Arbeit samt Zeitplan, Ideen und Ergebnis als Arbeitstagebuch protokolliert. Zudem geht man auf Erfolge oder Misserfolge während des Schaffensprozesses ein. Besonders wichtig ist auch, die Entwicklung des Werks visuell oder auditiv darzulegen – also beispielsweise Skizzen, Photos oder Musikstücke in die Arbeit aufzunehmen (siehe hierzu auch die Hinweise des Gymnasiums Liestal).

Bei Fragen zum genauen Aufbau der eigenen Maturitätsarbeit sollte man unbedingt den Betreuer zu Rate ziehen sowie den Tipps und Anregungen folgen, die im Maturaarbeitsatelier vermittelt werden.

Was sollte man noch beachten?

Die Textgestaltung des Hauptteils sollte man einfach halten. Man sollte darin einen einheitlichen Schrifttyp verwenden – empfehlenswert ist etwa Arial oder Times New Roman. Als Schriftgröße ist 12 pt angebracht. Zusätzlich sollte man sich auf jeden Fall bei der Schule oder beim Betreuer zu den formalen Anforderungen nach der Formatierung etc. informieren.

Es ist eine gute Idee, die Maturaarbeit bereits während des Schreibens einer dritten Person – etwa einem Familienmitglied, einem Freund oder einem Profi – für zusätzliches Feedback, Anregungen und ein Lektorat der Maturaarbeit zu geben. Spätestens ganz am Ende sollte man dies auf jeden Fall tun. Wichtig ist es auch, sich während des Schreibens genügend Pausen zu gönnen.

Der Hauptteil der Maturaarbeit steht zwischen der Einleitung und dem Fazit. Darin behandelt der Schüler ein frei gewähltes Thema auf bis zu 20 Seiten. Je nach Fachgebiet können im Hauptteil ganz unterschiedliche Methodiken und Ansätze sinnvoll sein.

In jedem Fall ist jedoch wichtig, dass der Aufbau verständlich und klar strukturiert ist. Je früher man sich zu den einzelnen Textteilen und zur genauen Vorgehensweise Gedanken macht, umso leichter wird das Schreiben später fallen.

Literatur

Schmitz, Martina (2007): Der rote Faden. 25 Schritte zur Fach- und Maturaarbeit, 1. Aufl. Zürich.

Weber, Daniela (2010): Die erfolgreiche Abschlussarbeit für Dummies, 1. Aufl. Weinheim.

Sarah Schmitt
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