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PDF eBook E-Book Wissenschaftliches Arbeiten

2.2 Zitieren – Die Zitierweisen im Überblick

Das Zitieren von Quellen stellt eine wesentliche Grundlage des wissenschaftlichen Arbeitens dar. In diesem Kapitel wird Dir erklärt, warum, was und wie Du zitieren musst. Die Unterschiede zwischen der deutschen und der amerikanischen Zitierweise werden erläutert, außerdem findest Du Informationen darüber, wie Du das Literaturverzeichnis gestaltest.

Warum wird zitiert?

Ein Charakteristikum des wissenschaftlichen Arbeitens ist die Nachvollziehbarkeit Deiner Aussagen. Aus einem Text muss immer unmissverständlich hervorgehen, welche Ideen, Aussagen und Gedankengänge wörtlich oder indirekt aus fremden Quellen übernommen wurden. Durch Literatur­ und Quellenangaben musst Du diese übernommenen Aussagen kennzeichnen, damit Deine Leser die Sachverhalte in Zweifelsfällen nachprüfen können.

In jeder wissenschaftlichen Arbeit beziehst Du Dich auf Erkenntnisse und Forschungsergebnisse anderer Wissenschaftler. Du musst Dich mit dem Wissensstand Deines Forschungsgebietes kritisch auseinandersetzen. Das bedeutet, dass Du auf die Standpunkte und Erkenntnisse anderer zurückgreifst und diese in Deine Diskussion und Argumentation einbeziehst. Du musst die einschlägige Literatur demnach kritisch analysieren und in Deinem Text Bezug darauf nehmen. Damit untermauerst Du Deine Gedankengänge, aber Du bist auch dazu verpflichtet, durch Zitate kenntlich zu machen, woher Du Deine Aussagen nimmst. Dabei ist es egal, ob Du direkte oder indirekte, d. h. sinngemäße Zitate, verwendest.

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Erst diese Möglichkeit der Überprüfbarkeit lässt Deine eigenen Gedanken und Ideen und letztlich Deine eigene wissenschaftliche Beweisführung glaubwürdig und verlässlich werden.

In dem Fall, dass in Deiner Arbeit nicht gekennzeichnete Erkenntnisse anderer auftauchen, spricht man von einem Plagiat. Dies ist ein Verstoß gegen die wissenschaftliche Praxis und kann hochschulrechtliche Konsequenzen haben. Akademische Titel können in diesen Fällen wieder aberkannt werden.

Plagiatsprobleme lassen sich nur durch sorgfaeltiges Zitieren vermeiden.

Plagiatsprobleme lassen sich nur durch sorgfältiges Zitieren vermeiden.

Was wird zitiert?

Im Prinzip gilt, dass Du alle Gedanken und Aussagen anderer Personen belegen musst. Nicht nur schriftliche Aussagen müssen zitiert werden, sondern auch Abbildungen, Tabellen oder Daten, die Du zum Erstellen von Grafiken oder Tabellen verwendet hast. Nur Allgemeinwissen und Sachverhalte, die zum grundlegenden Wissen Deiner Studienrichtung gehören, müssen nicht belegt werden.

Achte darauf, dass Du als Quellen spezifische Fachliteratur verwendest. Überprüfe die Quellen auf ihre Wissenschaftlichkeit. Populärzeitschriften, Tageszeitungen, populärwissenschaftliche Literatur etc. sollten zur Untermauerung von wissenschaftlichen Aussagen nicht herangezogen werden, es sei denn, sie sind selbst Untersuchungsgegenstand. Bei Internetquellen solltest Du vorsichtig sein und abwägen, ob ihre Qualität dem wissenschaftlichen Anspruch genügt. Findet man benötigte Informationen, z. B. biographische Daten, historische Entwicklungen, theoretische Grundlagen etc., auch in gedruckten Publikationen, so sollte man die gedruckten Ausgaben vorziehen.

Um ein plakatives Beispiel zu nennen: Schreibt man über die Philosophiegeschichte Ostasiens, so sollte man seine Informationen aus facheinschlägiger Literatur entnehmen, nicht hingegen aus der Wikipedia. Bezieht man sich allerdings auf Aussagen von noch lebenden Politikern, deren Interviews nur im Internet verfügbar sind, so muss man natürlich die Internetseiten heranziehen und zitieren.

Entnimm Zitate möglichst dem Originaltext, d. h. der sogenannten Primärquelle.

Unveröffentlichte Arbeiten und Archivdokumente müssen als „nicht­veröffentlichte Quellen“ gekennzeichnet werden. Mündliche Auskünfte, Vorträge etc. dürfen zitiert werden, diese musst Du aber als solche unter Angabe des Urhebers kennzeichnen, ohne sie ins Literaturverzeichnis aufzunehmen.

Wie wird zitiert?

Man unterscheidet einerseits zwischen wörtlichem (direktem) und sinngemäßem (indirektem) Zitat. Andererseits gibt es verschiedene Zitierweisen. Beachte hinsichtlich dieser Zitierweisen die Konventionen in Deinem Fachgebiet und halte Dich an die Vorgaben Deines Institutes.

Wörtliches vs. sinngemäßes Zitat

Wörtliches Zitat

Die Entscheidung, ob eine Aussage wörtlich oder sinngemäß zitiert werden soll, ist nicht immer einfach zu treffen. Als Faustregel gilt: Prägnante Aussagen, die entweder etwas veranschaulichen sollen oder auf die Bezug genommen wird, werden wörtlich zitiert. Sätze und Gedanken, die einfach in eigenen Worten geschrieben werden können, werden in der Regel sinngemäß zitiert.

Formale Regeln beim wörtlichen Zitieren:

  • Wörtliche Zitate müssen mit Anführungsstrichen gekennzeichnet werden. Der Quellenverweis wird direkt hinter dem Zitat (auch wenn es in der Mitte des Textes ist!) eingefügt. Kurze Zitate werden in den Fließtext übernommen. In diesem Beispiel siehst Du ein direktes Zitat in der deutschen Zitierweise:

[…] welche nicht nur ein Thema oder eine schöne Melodie ist, sondern vielmehr die „Logik der musikalischen Entwicklung“11.

  • Längere Passagen werden links und rechts eingerückt, der Zeilenabstand ist einfach und ggf. kann auch die Schriftgröße verkleinert werden.

„Mir scheint, daß seit Beethoven der Beweis für die Sinnlosigkeit der Symphonie erbracht wurde. Ohnehin ist sie bei Mendelssohn und Schumann nur mehr die achtenswerte Wiederholung der gleichen Formen mit schwächeren Kräften.“15

Diese Worte stammen von Claude Debussy, anlässlich der Uraufführung von Georges-Martin Witkowskis Sinfonie d-Moll im Jahr 1901. Debussy, der die Gattung Sinfonie als der […]

  • Achte darauf, dass Du den Wortlaut eines Zitates nicht veränderst. Möchtest Du dennoch etwas ändern, dann musst Du diese Änderungen und Einfügungen kennzeichnen.

  • Fehler (außer alte Rechtschreibung) kennzeichnet man mit [sic!]: „Fehler im Zitat müssen übernomen [sic!] werden.“
  • Auslassungen und grammatikalische Anpassungen kennzeichnet man mit eckigen Klammern. Bei Auslassungen schreibt man drei Punkte […].
  • Hervorhebungen: Du kannst den betreffenden Text entweder unterstreichen, fett, kursiv oder g e s p e r r t schreiben, wichtig ist jedoch, dass Du am Ende einen Hinweis auf die Hervorhebung hinzufügst: [Hervorhebung des Verfassers] oder [Herv. d. Verf.]. Du kannst Dich
    für eine der beiden Varianten entscheiden. Hervorhebungen, die im Original stehen, müssen im Zitat übernommen werden und werden mit: [Hervorhebung im Original] gekennzeichnet.
  • Erläuterungen, die zum besseren Verständnis manchmal notwendig sind, werden mit eckigen Klammern gekennzeichnet.
  • Ein Zitat im Zitat setzt man in einfache Anführungsstriche, so z. B.: „Scofield bezeichnet diesen Sachverhalt als ‚das herausragende Charakteristikum in Mozarts Harmonik‘.“
  • Fremdsprachliche Zitate übernimmt man in den Fließtext, schreibt aber in eine Fußnote die deutsche Übersetzung (außer bei englischen Zitaten).
  • Zweitzitate sind Aussagen aus Sekundärquellen. Du kennzeichnest dies mit zit. nach (zitiert nach): Nennung der Originalpublikation, zit. nach: Nennung der Publikation, aus der Du die Aussage hast. Ein Beispiel zur Verdeutlichung:

Hausmann, Martin: Pädagogik im Grundschulalter, Mainz 2000, S. 20, zit. nach: Zenger, Roswitha: Pädagogische Methoden, München u. a. 2010, S. 209.

Sinngemäßes Zitat

Von einem sinngemäßen oder indirekten Zitat spricht man dann, wenn man den Inhalt eines Textes nicht wörtlich, sondern in eigenen Worten wiedergeben möchte. Du musst diesbezüglich weniger formale Regeln beachten. Achte allerdings darauf, dass Du die Aussagen richtig wiedergibst! Sinngemäße Zitate werden nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet, sondern im Quellenverweis durch ein „Vgl.“ (Vergleiche).

Beachte, dass Du sinngemäße Zitate im Konjunktiv der indirekten Rede schreibst. Dadurch wird angezeigt, dass Du Äußerungen anderer Wissenschaftler wiedergibst.

Mauner ist der Meinung, präzises Formulieren sei ein wesentliches Merkmal wissenschaftlichen Arbeitens (vgl. 1983:17).

Deutsche Zitierweise

In der deutschen Zitierweise wird mit Fußnoten gearbeitet. Hinter jedes Zitat fügst Du eine hochgestellte Ziffer, die sich auf eine Fußnote mit dem Quellenbeleg bezieht. Erscheint die betreffende Publikation zum ersten Mal in Deinem Text, so schreibst Du einen Vollbeleg. Ab dem zweiten Erscheinen einer Publikation verwendet man den Kurzbeleg.

Die sinngemäßen Zitate im Text:

Vor allem Arnold Schering war mit seiner Auffassung, dass Musik als „Tondichtung“ die Symbolisierung von Sinngehalten, Affekten, Gefühlen und Stimmungen sei, und von Komponisten aus diesem Grund „Tonsymbole“ erschaffen wurden, die es unter Berücksichtigung der geschichtlichen Grundlage zu entschlüsseln gelte, prägend.21

Der Quellenbeleg in der Fußnote:

21Vgl. Hans Aerts, „Modell“ und „Topos“ in der deutschsprachigen Musiktheorie seit Riemann, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie 4/1­2 (2007), S. 153.

Bei dieser Fußnote handelt es sich um einen Vollbeleg, hier werden alle Angaben zur Publikation gegeben. Tritt diese Quelle in der Arbeit ein weiteres Mal auf, wird nur mehr der Kurzbeleg genannt:

Vgl. Hans Aerts, „Modell“ und „Topos“ in der deutschsprachigen Musiktheorie seit Riemann, S. 154.

Hier müssen nur mehr der Autor, der Titel (bei Bedarf abgekürzt) und die Seitenangabe genannt werden.

SONDERFALL: Wird aus einer Publikation zwei oder mehrere Male hintereinander zitiert, kann man die Abkürzung „ebda.“ [für ebenda] oder lateinisch „ibid.“, „ibd.“ oder „ib.“ [für ibidem] verwenden. Das bedeutet, dass ein Zitat, welches mit „ebda.“ oder „ibid.“ gekennzeichnet wird, dieselben Quellenangaben wie der Quellenbeleg direkt davor aufweist.

Achtung beim nachträglichen Ändern und Korrigieren: Fügst Du zwischen einen Beleg und dem folgenden „ebda.“ noch ein Zitat ein, musst Du das ursprüngliche „ebda.“ auch ändern! Nicht alle Betreuer sind Anhänger des „ebda.“ bzw. „ibid.“. Sie ziehen die Kurzbelege vor.

Achtung beim Seitenumbruch: Neue Seiten sollten nicht mit „ebda.“ beginnen, sondern mit einem vollen Quellenbeleg.

Welche Informationen Du für Vollbelege brauchst, wird Dir anhand der folgenden Übersicht erklärt. Einen Hinweis gibt es hier: Viele Institute schreiben Teile des Zitates kursiv, andere wiederum nicht. Informiere Dich! Prinzipiell gilt, dass jeder Publikationstyp eine eigene Form hat:

Eine Monographie (eigenständiges Werk, zumeist nur ein Autor) zitiert man nach diesem Modell:

Vorname Nachname, Titel. Untertitel, Erscheinungsort Erscheinungsjahr, Seitenangabe.

Hermann Jacobs, Einführung in die Grundschulpädagogik, Wien 1984, S. 88.

Spezialfälle:

  • Mehrere Autoren: Wenn eine Publikation mehrere Autoren aufweist, musst Du diese in Deinem Quellenbeleg nennen. Zwei Autoren: Wolfgang Moser und Roswitha Absenger, Titel etc…; bei drei Autoren trennt man mit Kommata: Wolfgang Moser, Roswitha Absenger und Romana Mair, Titel etc… Wenn ein Werk über mehr als drei Autoren verfügt, genügt die Nennung des ersten Autors, gefolgt vom lateinischen et al. (und andere).
  • Auflage der Publikation: Informationen zur Auflage gibt man folgendermaßen an: Entweder fügt man die Nummer der Auflage als Hinweis, z. B. „2. neubearbeitete Aufl.“, „5.
    Aufl.“ etc., vor der Orts­ und Jahresangabe ein, oder man
    gibt die Auflagennummer mit einer hochgestellten Zahl vor der Jahresangabe an, z. B.: Kassel 52012.
  • Keine Angaben zu Erscheinungsort und/oder Erscheinungsjahr: Manchmal gibt es keine Angaben zum Erscheinungsort und/oder zum Erscheinungsjahr. Dies kürzt man so ab:
    o. O. [ohne Ort] und o. J. [ohne Jahr], z. B.: Anonymus, Ein Christenlicher zug wider den Türcken, o. O. o. J.
  • Mehrere Verlagsorte
    zählt man auf, sind es mehr als drei, so kann man mit [u. a.] abkürzen,
    z. B.: Kassel, Basel, München 2012; oder bei mehr als drei: Berlin [u. a.] 2009.
  • Publikation in einer Reihe: Manche Monographien erscheinen in einer Reihe, diese Information gibt man so an:

Vorname Nachname, Titel. Untertitel, Ort Jahr (Reihentitel Reihenband), Seitenangabe.

Florian Absenger, Architektur im 20. Jahrhundert, Mainz 2009 (Architektur im Wandel 7), S. 450.

  • Einen Aufsatz in einem Sammelband (d. h. die Aufsätze mehrerer Autoren werden in einem Buch gesammelt) zitiert man folgendermaßen:

Vorname Nachname, Titel des Aufsatzes, in: Titel des Sammelbandes, hg. von Vorname Nachname, Ort Jahr, Seitenangabe.

Karlheinz Meister, Stravinskijs Neoklassizismus, in: Festschrift für Egon Zaucher zum 70. Geburtstag, hg. von Heinrich Schmal und Karlheinz Schlager, Frankfurt 1980, S. 579.

Ist dieser Sammelband in einer Reihe erschienen, dann gibt man diese Information genau wie bei einer Monographie an. Sind mehrere Herausgeber beteiligt, so schreibt man: hgg. von Vorname Nachname, Vorname Nachname etc. Den letzten Herausgeber fügt man mit „und Vorname Nachname“ dazu,
z. B.: hgg. von Hubert Traxner, Stefan Lofer, Johanna Fuchs und Manuel Winter.

  • Einen Aufsatz in einer Zeitschrift zitiert man nach folgendem Muster:

Vorname Nachname, Titel des Artikels, in: Name der Zeitschrift Jahrgang (Erscheinungsjahr), Seitenangabe.

John Igudesman, Gotische Architektur in Wien, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte 99/Nr. 3 (2003), S. 336.

Die Herausgeber und den Erscheinungsort gibt man in diesem Fall nicht an.

  • Lexikonartikel behandelt man zitiertechnisch wie Aufsätze aus Sammelbänden, d. h.:

Vorname Nachname, Art. Titel des Artikels, in: Name des Lexikons Bandnummer, hg. von: Vorname Nachname, Ort Jahr, Seitenangabe.

Stevens Walsh, Art. Stravinsky, Igor, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians 24, hg. von Stanley Sadie und John Tyrell, London (u. a.) 2001, S. 529.

Mit Art. kürzt man ab, dass man einen Artikel zitiert. In manchen Lexika werden nicht die Seiten nummeriert, sondern die Spalten. In diesem Fall kürzt man mit Sp. ab.

  • Dissertationen und Habilitationen (und andere Hochschulschriften) zitiert man nach folgendem Modell:

Max Mangart: Die Rezeption chinesischer Philosophie in Europa, unv. Diss., Universität München 2013, S. 117.

Vorname Name, Titel der Hochschulschrift, Typ der Hochschulschrift, Universität Erscheinungsort Jahr, Seitenangabe.

Der Erscheinungsort ist in diesem Fall die Universität, an der die Arbeit eingereicht wurde; das Erscheinungsjahr ist das Jahr der Einreichung (steht auf dem Titelblatt). Die Angaben zum Typ der Hochschulschrift werden variabel gehandhabt. So kann man beispielsweise schreiben: unveröffentlichte Master­ Arbeit oder unv. Diss. (unveröffentlichte Dissertation), Habil. (Habilitation).

  • Zeitungsartikel kennzeichnet man so:

Vorname Nachname, Titel des Artikels. Untertitel, in: Name der Zeitung (Jahr), Nr. X, Seitenangabe.

  • Internetquellen belegt man mithilfe der URL, z. B.:

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz-Ulrich_Hartl (Stand: 09.09.2014).

Sobald es sich um Aufsätze handelt, ein Autor und das Datum des Artikels bekannt sind, zitiert man beispielsweise so:

Ulrich Möller-Arnsberg, SWR Orchesterfusion. Protest weitet sich aus (10.02.2014), URL: http://www.br.de/radio/br-klassik/sendungen/allegro/swr-orchester- fusion100.html (Stand: 09.09.2014).

Seitenangaben und Verlage

Sofern sich Dein Zitat auf mehrere Seiten bezieht, musst Du diese auch angeben. Manche Institute verlangen genaue Angaben, wie S. 4–5; andere erlauben die folgende Schreibweise: S. 4f. Das bedeutet, das Zitat bezieht sich auf die Seite 4 und die folgende Seite. Sind es mehr als eine folgende Seite, so schreibt man S. 4ff.

Verlage müssen nicht angegeben werden. Wenn man ihre Nennung dennoch für notwendig erachtet, kann man dies in dieser Form tun:

Verlagsort(e): Verlagsname Jahr, Seitenangabe.

Harvard-Methode (amerikanische Zitierweise)

Bei der Harvard­Methode werden die Quellenverweise nicht als Fußnote geschrieben, sondern als Kurzverweis, der sich auf das Literaturverzeichnis bezieht, direkt hinter den Zitaten. Folgende Beispiele sollen Dir helfen, diese Zitierweise zu verstehen.

In diesem Ausschnitt werden wörtliche Zitate gebracht:

Tāla ist, wie bereits erwähnt, eines der beiden Grundprinzipien der indischen Kunstmusiktraditionen. Es handelt sich hierbei um ein „zyklische[s] Zeitmaß“ (Junius 1983:17), welches in Form von immer wiederkehrenden „rhythmisch-metrische[n] Zeitenkreise[n]“ (Junius 1983:17) angewandt wird.

(Junius 1983:17) ist in diesem Fall der Verweis auf das Literaturverzeichnis und setzt sich zusammen aus dem Nachnamen des Autors, dem Publikationsjahr und der Seitenzahl.

Bei diesem Text werden sinngemäße Zitate verwendet:

Über den Ursprung des Wortes „tāla“ gibt es mehrere unterschiedliche Auffassungen: Śārngadeva, ein bedeutender indischer Theoretiker des 13. Jahrhunderts und Verfasser des Traktats Samgītaratnākara glaubt, dass tālā (= „Handfläche“) der Ursprung des Terminus tāla sei (vgl. Kuckertz 1996a:719). Diese Auffassung teilt auch Manfred Junius, er führt jedoch mit tālī und karatāla (diese beiden Wörter bedeuten ebenfalls „Handfläche“) zwei weitere Möglichkeiten an (vgl. 1983:25). Diese Ableitung beruht auf der Gewohnheit, den tāla-Zyklus durch Händeklatschen darzustellen.

Indologen jedoch glauben, dass sich tāla aus dem Wort tāda (= schlagend, Schlag) entwickelt haben könnte (vgl. Kuckertz 1996a:719; Kuckertz 1970:56); […]

Mit dem vgl. kennzeichnest du, dass Du sinngemäß zitiert hast.

Im Quellenverweis (vgl. Kuckertz 1996a:719) findest Du eine weitere wichtige Information: In dieser Arbeit wurden zwei Publikationen von Kuckertz verwendet, die zufälligerweise beide im Jahr 1996 erschienen sind. Um einen Quellenbeleg nun eindeutig zuordnen zu können, kennzeichnest Du die Jahreszahl mit a, b, c, d…, um die Publikationen eines Autors aus demselben Jahr auseinanderhalten zu können.

Erwähnst Du den Namen des Autors bereits im Text, so brauchst Du diese Information im Quellenverweis nicht nochmals angeben.

Beziehst Du Dich bei einer Aussage auf zwei oder mehr Quellen, so trennst Du diese mithilfe eines Semikolons.

Wurde eine Publikation von mehreren Autoren verfasst, so gibt man diese an, sofern es nicht mehr als drei sind, z. B.: (Reisner/Jacobsen/Johnson 1984). Sind mehr als drei Autoren beteiligt, so gibt man nur den ersten an, fügt aber ein et al. oder u. a. ein: (Clifford et al. 1988) oder (Clifford u. a. 1988).

Seitenangaben sehen folgendermaßen aus:

Jacobsen 1999:44 → Zitat befindet sich auf S. 44.

Jacobsen 1999:44f. → Zitat befindet sich auf S. 44 und 45.

Jacobsen 1999:44ff. → Zitat befindet sich auf S. 44, 45 und 46.

Jacobsen 1999:44–49 → Zitat befindet sich auf den S. 44 bis 49.

Jacobsen 1999:44 und 52 → Zitat befindet sich auf den S. 44 und 52.

In der amerikanischen Zitierweise ist es beim Kurzbeleg im Text unerheblich, um welchen Publikationstyp es sich handelt.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen Kurzbeleg zu gestalten. Es gibt beispielsweise auch diese Varianten: (Johnson 1985, S. 14), (Johnson, 1985, S. 14), (Johnson 1985: 14) [mit Leerzeichen zwischen Doppelpunkt und Seitenangabe].

Wird aus einer Publikation zwei oder mehrere Male hintereinander zitiert, kann man die Abkürzung „ebda.“ [für ebenda] oder lateinisch „ibid.“, „ibd.“ oder „ib.“ [für ibidem] verwenden. Das bedeutet, dass ein Zitat, welches mit „ebda.“ oder „ibid.“ gekennzeichnet wird, dieselben Quellenangaben wie der Quellenbeleg direkt davor aufweist.

Achtung bei nachträglichen Änderungen und Korrekturen: Fügst Du zwischen einen Beleg und dem folgenden „ebda.“ noch ein Zitat ein, musst Du das ursprüngliche „ebda.“ auch ändern!

Nicht alle Betreuer sind Anhänger des „ebda.“ bzw. „ibid.“. Manche ziehen Kurzbelege vor.

TIPPS UND TRICKS – ZITIERWEISE

  • Halte die Zitierrichtlinien Deines Institutes ein und frage bei Deinem Betreuer nach, welche Zitierweise bevorzugt wird.
  • Notiere Dir alle Infos richtig und vollständig, behalte das einmal ausgewählte Format bei und vergiss keine Seitenzahlen. Nachträgliches Formatieren nimmt viel Zeit in Anspruch.
  • Schreib die Quellenangaben zu Deinen Zitaten sofort dazu, denn man vergisst die betreffenden Stellen leicht und muss sie im ungünstigsten Fall nochmals suchen. Bei umfangreichen Publikationen nimmt das sehr viel Zeit in Anspruch.

Erstellung der Quellenverzeichnisse

Literaturverzeichnis

Alle Quellen, die Du in Deiner Arbeit verwendet hast, müssen im Literaturverzeichnis erscheinen. Quellen, die Du zwar beim Recherchieren gefunden, aber nicht verwendet hast, nimmst Du auch nicht in Dein Literaturverzeichnis mit auf. Ordne Dein Literaturverzeichnis alphabetisch, die Leser sollen in der Lage sein, die Einträge schnell zu finden.

Abhängig von der verwendeten Zitierweise und vom Institut gibt es formale Gestaltungsrichtlinien, die Du beachten solltest. Wichtig ist, dass Du eine einheitliche Gestaltungsform wählst. Informiere Dich über die gültigen Richtlinien Deines Instituts und befolge die Anweisungen genau. Einerseits hinterlässt Deine Arbeit einen „sauberen“ Eindruck, wenn die formalen Anforderungen stimmen, andererseits wird deren Einhaltung von den Betreuern in der Regel eingefordert.

Literaturverzeichnis in der deutschen Zitierweise:

In der deutschen Zitierweise musst Du beim Erstellen des Literaturverzeichnisses lediglich zwei Aspekte berücksichtigen. Grundsätzlich erscheinen alle Informationen, die Du bereits in den Fußnoten erwähnt hast, auch im Literaturverzeichnis. Ausnahmen: In den Fußnoten werden die Autoren mit Vornamen und Nachnamen genannt, im Literaturverzeichnis hingegen in der Reihenfolge Nachname, Vorname.

Bei Zeitschriftenartikeln oder Aufsätzen, die in Sammelpublikationen erschienen sind, muss der Umfang des Artikels angegeben werden.

Zur besseren Verdeutlichung ein kommentiertes Beispiel (die Kommentare stehen in eckigen Klammern und sind fett formatiert):

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Kommentiertes Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis in der Harvard-Methode:

Während Du in den Text nur verkürzte Quellenbelege eingefügt hast, musst Du im Literaturverzeichnis nun alle Informationen über den Publikationstyp (Monographie, Aufsatz in einem Sammelband, Aufsatz in einer Zeitschrift, Lexikonartikel, Hochschulschriften, Zeitungen, Internet) Deiner Quelle angeben. Im Kapitel „Deutsche Zitierweise“ findest Du Informationen über die einzelnen Publikationstypen.

Bitte beachte, dass manche Institute Teile der Quellenbelege kursiv schreiben. Informiere Dich!

  • Monographien zitiert man so:

Nachname, Vorname (Jahr). Titel der Publikation: Untertitel. Ort: Verlag.

Dick, Robert (1993). Neuer Weg durch neue Technik. Frankfurt am Main: Zimmermann.

Bei mehreren Autoren müssen alle Autoren angeführt werden, in der Reihenfolge ihres Erscheinens im Buch: Nachname 1, Vorname 1; Nachname 2, Vorname 2 & Nachname 3, Vorname 3 (Jahr). Titel der Publikation usw. Man kann die einzelnen Autoren auch mit Schrägstrichen trennen.

  • Reihentitel und mehrbändige Werke: Reihentitel werden nicht immer genannt, wohl aber Titel und Band bei einem mehrbändigen Werk:

Nachname, Vorname (Jahr). Titel der gesamten Publikation: Bd. X [Nummer einfügen]. Titel des Buches: Untertitel. Ort: Verlag.

Oesch, Hans (1987). Neues Handbuch der Musikwissenschaft: Bd. 9. Außereuropäische Musik. Laaber: Laaber-Verlag.

  • Wenn der Reihentitel genannt werden soll:

Nachname, Vorname (Jahr). Titel des Buches: Untertitel. Ort: Verlag (Reihentitel Nummer).

Junius, Manfred (1983). Die Tālas der nordindischen Musik. München, Salzburg: Katzbichler (Ngoma 5).

  • Will man einen gesamten Sammelband zitieren, so muss der Herausgeber an erster Stelle genannt werden:

Doderer, K. (Hg.) (1984). Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur. Zweiter Band: I-O. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.

Nachname, Vorname (Hg.) (Jahr). Titel der Publikation: Untertitel. Ort: Verlag.

Bei mehreren Herausgebern führt man alle an und kennzeichnet dies mit (Hgg.) statt (Hg.).

  • Aufsätze in Sammelbänden führt man so an:

Nachname, Vorname (Jahr). Titel des Aufsatzes. In: Nachname, Vorname des Herausgebers (Hg.), Titel des Buches (S. x–y). Ort: Verlag.

Jost, Ekkehard (1982). Sozialpsychologische Dimensionen des musikalischen Geschmacks. In: Carl Dahlhaus & Helga de la Motte-Haber (Hgg.), Neues Handbuch der Musikwissenschaft 10 (S. 245–268). Wiesbaden: Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Laaber: Laaber-Verlag.

  • Aufsätze in Zeitschriften haben diese Form:

Nachname, Vorname (Jahr). Titel des Aufsatzes. In: Titel der Zeitschrift, Jahrgang, S. x–y.

Mitrovic, Branko (2003). Aesthetic Formalism in Renaissance Architectural Theory. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte 66/Nr. 3, S. 339–360

  • Internetquellen:

Statt „Abrufdatum Tag.Monat.Jahr, von …“ kann auch „Zugriff am Tag.Monat. Jahr über http://…“ oder „Letzter Zugriff Tag.Monat.Jahr über http://…“ geschrieben werden.

Nachname, Vorname (Jahr). Titel des Aufsatzes. Abrufdatum Tag.Monat.Jahr, von http://www….. [komplette URL einfügen!] Gegebenenfalls müssen diese Angaben noch durch Titel der Zeitschrift und Jahrgang ergänzt werden.

Möller-Arnsberg, Ulrich (2014). SWR Orchesterfusion. Protest weitet sich aus. Abrufdatum 09.09.2014, von http://www.br.de/radio/br-klassik/sendungen/allegro/ swr-orchester-fusion100.html.

TIPPS UND TRICKS – ZITATION

Murch, Gerald M. & Woodworth, Gail L. (1977). Wahrnehmung. Stuttgart (u. a): Kohlhammer.

Sowohl in der deutschen als auch in der amerikanischen Zitierweise gibt es mehrere Gestaltungsvarianten der Literaturbelege. Befolge diesbezüglich die formalen Vorgaben Deines Instituts. Folgende Beispiele zeigen Dir die möglichen Unterschiede:

Hollstein, G. & Sonnenmoser, M. (2010). Werkstatt Bilderbuch. Allgemeine Grundlagen, Vorschläge und Materialien für den Unterricht in der Grundschule (3. unveränderte Auflage). Baltmannsweiler: Schneider Verlag.

Achtung auf die kursive Schreibweise, ihre Verwendung variiert in den einzelnen Zitierrichtlinien.

Liu, C.­C./Ryan, S. G. 1995. The effect of bank loan portfolio composition on the market reaction to and anticipation of loan loss provisions. Journal of Accounting Research, 33. Jg., Nr. 1, 77–94.

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