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PDF eBook E-Book Wissenschaftliches Arbeiten

Teil I Wissenschaftliches Arbeiten – Thema finden

Kapitel 1  Von der Theorie …

Um eine wissenschaftliche Arbeit erfolgreich zu schreiben, musst Du vor Beginn des eigentlichen Schreibprozesses einige Dinge berücksichtigen. Zum einen brauchst Du eine Forschungsfrage bzw. ein Thema, das Du in einem vorgegebenen Zeitrahmen und Umfang bearbeiten kannst. Zum anderen solltest Du Dir bereits vor dem Schreiben Gedanken über die inhaltliche Gliederung Deines Themas machen.

1.1 Die Entwicklung der Forschungsfrage

Der ungefähre Bereich ist in vielen Fällen durch die Lehrveranstaltung bereits vorgegeben, Du musst ein Thema daraus wählen. Viele Betreuer bevorzugen eine detaillierte Abhandlung eines kleinen Teilbereichs, während oberflächliche Texte eher schlechter bewertet werden. Achte daher darauf, dass Dein Thema nicht zu umfangreich ist. Rücksprachen mit den Betreuern helfen in diesen Fällen meist weiter.

Die Themenfindung im schematischen ueberblick

Die Themenfindung im schematischen Überblick

Hast Du Dein Thema gewählt, musst Du im nächsten Schritt seine einzelnen Teilaspekte finden. Zur Ideenfindung und zur Ordnung Deiner Einfälle gibt es mehrere Methoden, z.B. Brainstorming, Cluster, Mind- und Concept-Maps. Protokolliere alle Ideen, ordne danach Deine Einfälle und bewerte ihre Relevanz. Eine zentrale Forschungsfrage entwickelst Du anhand dieses geordneten Materials. Das heißt, Du stellst Behauptungen und Annahmen (Thesen) auf, die Du im Zuge Deiner Arbeit überprüfst. Überlege Dir, welche Aspekte Du klären und behandeln musst, um den Leser bis zur Beantwortung Deiner Forschungsfrage zu führen.

Die-MindMapping-Technik-ist-ein-Brainstorming-mit-dir-selbst-und-eine-geeignete-Methode-zur-Themenfindung-und-organisation.

Die MindMapping-Technik ist ein Brainstorming mit dir selbst und eine geeignete Methode zur Themenfindung und -organisation.

Die Frage nach der notwendigen Forschungsmethode kannst Du an dieser Stelle beantworten. Von Literaturarbeiten spricht man, wenn man eine Fragestellung aufgrund vorhandener Fachliteratur beantworten kann. In diesen Arbeiten legst Du den aktuellen Wissensstand zu einer Fragestellung dar, thematisierst Abweichungen oder Übereinstimmungen in den vorhandenen Forschungsergebnissen und zeigst mögliche Forschungslücken. Außerdem arbeitest Du heraus, wie sich ein bestimmter

Aspekt im Lauf der Zeit gewandelt hat und erläuterst Ursachen und Wirkungen, die zu einem Ereignis geführt haben. Du erklärst Zusammenhänge, Mechanismen und Prozesse. Von einer empirischen Arbeit spricht man dann, wenn Du eigene Daten sammelst, um Deine Frage zu beantworten. Das geschieht mithilfe von Datenerhebungsmethoden (Experiment, Fragebogen, Beobachtung, Feldforschung, Analysen).

PRAKTISCHES BEISPIEL

Für die Themenfindung wird eine Einführungslehrveranstaltung in empirische Forschungsmethoden angenommen. Die Aufgabe besteht darin, eine kleine empirische Forschungsfrage (frei wählbar!) zu lösen, um Forschungsmethoden kennenzulernen. Das Beispiel ist bewusst leicht verständlich gewählt, um die einzelnen Schritte besser verdeutlichen zu können.

  1. Nachdem ich keine inhaltlichen Vorgaben habe, fällt meine Wahl auf ein Thema, das mich interessiert und über das ich schon viele Diskussionen geführt habe: Wie gestaltet sich der Fernsehkonsum von Kindern im Grundschulalter? Um einen Überblick über die möglichen Themenbereiche zu bekommen, schreibe ich als nächsten Schritt alles, was mir dazu einfällt, auf ein Blatt Papier, d. h. ich betreibe Brainstorming, um meine Ideen zu sammeln.
  2. Die Resultate des Brainstormings schauen z.B. so aus:
    FERNSEHKONSUM VON KINDERN IM GRUNDSCHULALTER
  • Haben Kinder ihren eigenen Fernseher im Zimmer? Wann bekommen Kinder ihren ersten Fernseher? – Einstiegsalter?
  • Nutzungsdauer? – Welche Sendungen sehen sie?
  • Eltern vs. Kinder: Gibt es Gebote oder Verbote seitens der Eltern? Vorbildwirkung. Wissen Eltern, was ihre Kinder sehen? Informieren sich Eltern über die Inhalte der Sendungen? Fernsehverbot als Strafe?
  • Positive Seiten vs. negative Seiten: kindgerechte Sendungen – Wissensaneignung vs. weniger Bewegung, Kreativität, weniger Kontakt zu Gleichaltrigen etc.

Du siehst, dieses Thema wirft viele mögliche Ideen und Fragen auf. Im nächsten Schritt muss das alles eingegrenzt und geordnet werden.

  1. Ich entscheide mich dafür, die Verhaltensweisen der Eltern näher zu betrachtenund ordne meine Ideen, damit ich mir einen Überblick über diesen Bereichverschaffen kann:
    ELTERN
  • Gibt es Gebote und Verbote oder dürfen Kinder den Fernseher uneingeschränkt nutzen?
  • Wenn ja, wie sind diese Weisungen gestaltet? n Eltern befragen.
  • Wie werden diese Weisungen von den Kindern aufgenommen und befolgt? Kinder befragen.
  • Wie lange dürfen Kinder den Fernseher benutzen? Eltern und Kinder befragen. Positive Seiten: Wissensvermittlung durch kindgerechte Sendungen. Kinder sollen sinnvollen Umgang lernen – sind Verbote dann sinnvoll? Sie sollen lernen, Grenzen einzuhalten.
  • Negative Seiten: Kommunikation untereinander leidet? Stimmt das? Zu viel Zeit vor dem Fernseher? Sozialverhalten negativ beeinflusst? Zu wenig Bewegung im Freien dadurch? …
  1. Für eine Seminararbeit sind auch diese Themen noch zu umfangreich, deshalb versuche ich, einen einzelnen Aspekt herauszugreifen. Am meisten interessiert mich die Frage, ob Eltern einschätzen können, wie lange ihre Kinder tatsächlich vor dem Fernseher sitzen. Man sieht, aus der Fülle an Annahmen und Fragen kristallisiert sich letztendlich ein Bereich heraus, den man in weiterer Folge näher betrachtet.Angenommen, ich würde eine umfangreichere Arbeit (Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit, Dissertation) schreiben, dann müsste ich mein Forschungsthema von Beginn an so formulieren, dass mehr Teilaspekte einfließen können und dass dieses Thema umfassender behandelt werden kann.
  2. Ich versuche, vorab eine Forschungsfrage zu formulieren, z. B.: Differieren die Einschätzungen von Erziehungsberechtigten und Kindern bezüglich der tatsächlichen Fernsehdauer der Kinder? Welche Unterschiede lassen sich feststellen?
  3. An dieser Stelle entscheidet sich die Frage nach der Untersuchungsmethode. Nachdem die Aufgabenstellung in der fiktiven Lehrveranstaltung eine empirische Forschungsmethode verlangt, muss ich Überlegungen anstellen, welches Forschungsinstrument am besten passen würde. In einer kleiner angelegten Arbeit mit dem Anspruch, wissenschaftliche Datenerhebungsmethoden kennenzulernen, könnte die Entscheidung z. B. auf einen Fragebogen fallen. Bei umfangreicheren Arbeiten, die noch dazu Prüfungsarbeiten sind (Bachelor, Master, Dissertation), muss die Untersuchungsmethode genauer ausgearbeitet werden.
  4. Nachdem ich mich für eine Methode entschieden habe, beginne ich, Fachliteratur zu diesem Thema zu suchen, um zu sehen, ob es schon ähnliche Untersuchungen gibt. Fachliteratur brauche ich auch aus folgenden Gründen: Einerseits muss ich den theoretischen Rahmen abstecken, andererseits ist es möglich, dass es bessere Methoden gibt, um meine Fragestellung zu lösen, und eventuell finde ich sogar einen Fragebogen, den ich für meine Zwecke übernehmen oder abändern könnte.

TIPPS UND TRICKS

  • Strukturiertes und konsequentes Arbeiten von Anfang an erleichtert Dir, den Überblick zu behalten. Widme Dich den relevanten Themenbereichen, so hält sich der zeitliche Aufwand in Grenzen.
  • Dein Thema soll eng gefasst sein und nicht ausufern. Viele Aspekte tauchen erst bei der Literaturrecherche oder bei der Planung und Durchführung eines Experiments, der Erstellung eines Fragebogens etc. auf.

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