Einen passenden Betreuer für die Bachelorarbeit finden: Darauf sollte man unbedingt achten!

Betreuer für eine Bachelorabeit und Masterarbeit finden
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14 Okt Einen passenden Betreuer für die Bachelorarbeit finden: Darauf sollte man unbedingt achten!

Wer seine Bachelorarbeit oder Masterarbeit schreibt, für den ist der Betreuer in dieser Zeit der wichtigste Ansprechpartner und in den meisten Fällen auch derjenige, der letzten Endes über die Note bestimmt. Daher sollte man bei der Suche nach dem passenden Betreuer und für das erste Gespräch mit ihm einiges beachten.

Der folgende Artikel widmet sich den wichtigsten Fragen rund um das Finden des Betreuers und versucht zu erklären, wer überhaupt als Betreuer in Erwägung gezogen werden kann, was einen guten Betreuer überhaupt ausmacht, und wie man seinen Wunschbetreuer für sich und das eigene Thema gewinnen kann.

Wer darf Betreuer einer Bachelorarbeit werden?

Auch wenn man einen Lieblingsdozenten hat und das Thema der Abschlussarbeit genau in seinen Fachbereich fällt, heißt das nicht, dass er auch als Betreuer tätig sein darf. In der Regel steht in der Prüfungsordnung des jeweiligen Studienganges, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.

Denn manchmal ist ein bestimmter akademischer Titel zwingend notwendig, um die Aufgabe des Betreuers zu übernehmen. Dies ist zum Beispiel an der Hochschule der Medien in Stuttgart der Fall, wie dieser Ausschnitt zur Bachelorarbeit zeigt:

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An der Universität Heidelberg legt im Fachbereich Biowissenschaften wiederrum der Prüfungsausschuss fest, wer Betreuer sein darf. Dort lauten die Bedingungen in den Leitlinien

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Daher gilt es im Vornhinein zu recherchieren, ob ein Hochschulmitarbeiter von Seiten der Prüfungsordnung überhaupt als Betreuer in Frage kommt, bevor man das erste Gespräch mit ihm sucht.

Was macht einen guten Betreuer aus?

Bloß weil ein Dozent spannende Vorlesungen hält und sympathisch ist, heißt das nicht, dass er auch ein gut betreuen kann. Damit man sich während der Bachelorarbeit gut betreut fühlt, gehört noch viel mehr dazu.

Ein guter Betreuer muss Berater, Motivator und Respektsperson in einem sein: Daher sollte er einem gleichzeitig mit seiner Fachexpertise zur Seite stehen, Unsicherheiten nehmen (z.B. bei Schreibblockaden) und rechtzeitig darauf hinweisen, wenn man vom eigentlichen Kurs abkommt und den roten Faden verliert (vgl. Samac; Prenner & Schwetz 2014: 147 sowie Voss 2017: 131). Wesentlicher Faktor ist dabei die Kommunikation (vgl. Kornmeier 2016: 45).

Daher sollte ein Betreuer gut erreichbar sein, um Unklarheiten zu besprechen, die zwangsläufig im Laufe der Bachelorarbeit oder Masterarbeit entstehen. Wer dafür jemanden wählt, der gerade im Forschungssemester ist und Anfragen nur per E-Mail beantwortet, kann mit keiner intensiven Betreuung rechnen. Gleiches gilt für Dozenten, die viele Abschlussarbeiten auf einmal betreuen (vgl. Bensberg & Messer 2014: 163).

Er sollte sich daher für regelmäßige Treffen Zeit nehmen (vgl. Brunner; Knitel; Mader & Resinger 2015: 85) und diese auch nicht kurzfristig verschieben. Hat ein Professor den Ruf eines zerstreuten Professors, sollte man sich besser jemand zuverlässigeren suchen. Manchmal schreibt sogar die Prüfungsordnung vor, wie viele Gespräche es mindestens für die Betreuung der Bachelorarbeit geben muss und wie lange diese dauern.  Weitere Infos dazu, was einen guten Betreuer ausmacht, findet man auch in diesem interessanten Spiegel-Artikel.

Wie findet man einen passenden Betreuer für eine Bachelorarbeit?

Man kann gezielt auf Dozenten zugehen, die man aus Seminaren kennt oder bei denen man bereits eine Hausarbeit geschrieben hat (vgl. Voss 2016: 154). Allerdings sollte auch das Thema der Bachelorarbeit zum Betreuer passen. Kennt sich derjenige damit zu wenig aus, weil dieses nicht zu seinem Forschungsbereich gehört, kann er kaum fachlich weiterhelfen.

Stattdessen kann man die Profile möglicher Betreuer auf den Internetseiten der Hochschule danach durchsuchen, ob jemand einen entsprechenden Forschungsschwerpunkt hat (vgl. Karmasin & Ribing 2017: 23). Ist der Professor allerdings ein absoluter Experter auf dem Gebiet, kann dies dazu führen, dass er zu hohe Erwartungen an die Bachelorthesis hat (vgl. Bensberg & Messer 2014: 163).

Wer nach dem ersten Gespräch aber das Gefühl hatte, der Dozent hat sich nur wenig Zeit genommen und wollte es schnell abhaken, sollte darüber nachdenken, ob er tatsächlich die richtige Wahl als Betreuer ist. Dann heißt es gegebenenfalls weitersuchen (vgl. Corsten & Corsten 2017: 18).

Am besten erkundigt man sich bei anderen Studienkollegen, mit welchen Professoren sie bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Jedoch ist dies immer auch eine individuelle Einschätzung, die davon abhängt, was man von einer Betreuung erwartet.

Wie überzeugt man einen Betreuer vom Wunschthema?

Zunächst sollte man mit dem gewünschten Betreuer einen Gesprächstermin vereinbaren, auf den man sich gründlich vorbereitet, um ihn für das Thema der Bachelorarbeit zu gewinnen. Dieses erste Treffen kann entscheidend sein (vgl. Corsten & Corsten 2017: 18). Denn mit einem schlüssigen Konzept in einem Exposé und einer groben Gliederung kann man beim potentiellen Betreuer punkten.

Wer hier sein Thema nicht auf den Punkt bringen und kritische Fragen zufriedenstellend beantworten kann, hinterlässt den Eindruck, sich noch nicht ernsthaft mit der Forschungsfrage auseinandergesetzt zu haben (vgl. Bensberg & Messer 2014: 164 sowie Brunner; Knitel; Mader & Resinger 2015: 85). Ihm Ernstfall lehnt er dann die Betreuung der Bachelorarbeit ab und betreut jemand anderen – da es häufig einen Betreuermangel gibt, sollte man sich deshalb Mühe geben, zu überzeugen.

Daher sollte man sich schon im Vornherein überlegen, wie man die Bachelorarbeit umsetzen und aufbauen will, sowie recherchieren, was bereits zum Thema geforscht wurde (vgl. Franck 2017: 73). Auch sollte man ihm gegenüber erklären können, warum man sich gerade für diese Fragestellung interessiert (vgl. Karmasin & Ribing 2017: 23).

Außerdem gilt es in diesem ersten Gespräch mit dem Betreuer zu klären, worauf er beim wissenschaftlichen Arbeiten Wert legt und was er der Benotung zu Grunde legen wird. Das betrifft die Wahl der Methoden, die Verwendung bestimmter Literatur oder auch die Art zu Zitieren (Z.B. APA, Harvard oder der deutsche Zitierstil, Corsten & Corsten 2017: 18) und die Formatierung der Arbeit. Wer das in Notizen festhält und später in seiner Bachelorarbeit umsetzt, überzeugt so den Betreuer auch weiterhin.

Manchmal braucht es mehrere Anläufe, um den passenden Betreuer zu finden. Wer allerdings nach dem ersten Gespräch kein gutes Gefühl hat, sollte lieber weitersuchen. Denn wenn man eine erfolgreiche Bachelorarbeit schreiben will, sollte man sich nicht mit einem Betreuer zufrieden geben, der kaum Zeit oder kein offenes Ohr für Fragen hat.

Literaturangaben

Bensberg, Gabriele & Messer, Jürgen (2014): Survivalguide Bachelor. Dein Erfolgscoach für das ganze Studium – Nie mehr Leistungsdruck, Stress & Prüfungsangst – Bestnoten mit Lerntechniken, Prüfungstipps, Berlin/Heidelberg.

Brunner, Hans; Knitel, Dietmar; Mader, Robert & Resinger, Paul Josef (2015): Leitfaden zur Bachelor- & Masterarbeit. Einführung in wissenschaftliches Arbeiten und berufsbezogenes Forschen an Hochschulen und Universitäten, 3. Aufl., Marburg.

Corsten, Martina & Corsten, Hans (2017): Schritt für Schritt zur Bachelorarbeit. Erfolgreich organisieren, recherchieren, präsentieren, München.

Franck, Norbert (2017): Handbuch wissenschaftliches Arbeiten. Was man für ein erfolgreiches Studium wissen und können muss, 3. Aufl, Paderborn.

Karmasin, Matthias & Ribing, Rainer (2017): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. Ein Leitfaden für Facharbeit/VWA, Seminararbeiten, Bachelor-, Master-, Magister- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen, 9. Aufl., Wien.

Kornmeier, Martin (2016): Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht für Bachelor, Master und Dissertation, 7. Aufl., Bern.

Voss, Rödiger (2016): Studi-Coach: Studieren für Anfänger, 2. Aufl., Konstanz/München.

Voss, Rödiger (2017): Wissenschaftliches Arbeiten leicht verständlich, 5. Aufl., Konstanz.

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