Eine Masterarbeit oder Bachelorarbeit in Psychologie schreiben

Bachelorarbeit in Psychologie


30 Jan Eine Masterarbeit oder Bachelorarbeit in Psychologie schreiben

Die Bachelorarbeit in Psychologie ist das letzte große Abenteuer auf dem Weg zum Hochschulabschluss. Das selbstständige Verfassen einer ersten eigenen wissenschaftlichen Arbeit soll die Eignung für das Berufsleben demonstrieren.

Mit der Entscheidung für ein Masterstudium und der damit verbundenen Masterthesis, geht das Abenteuer weiter. Von der Uni ein wenig an die Hand genommen, werden die Studenten in die psychologische Wissenschaft und ihre Forschung eingeführt. Wie genau das abläuft und was dabei zu beachten ist, wird im Folgenden dargestellt.

 Das Fachgebiet Psychologie – vielseitiges wie kein zweites

Wer sich für den Studiengang Psychologie entscheidet, hat danach noch eine unbändige Menge an weiteren Auswahlmöglichkeiten. Kaum ein Fachgebiet ist breiter gefächert als Psychologie. Deutlich wird das an den vielseitigen Berufsbildern, die mit einem Abschluss in Psychologie angestrebt werden können. Diese reichen vom Psychologischen Psychotherapeuten über eine Tätigkeit in der Personalabteilung einer Firma bis hin zum rechtspsychologischen Gutachter. Die Personengruppen, mit denen ein Psychologe zu tun haben kann, reichen vom Kleinkind bis zum Straftäter (Sternberg/Amelang, 2008).

Dementsprechend vielseitig ist auch der Studiengang selbst aufgebaut. Typischerweise gelehrt werden folgende Fachgebiete (Vollman et al., 2015):

  • Sozialpsychologie
  • Differentielle Psychologie
  • Kognitionspsychologie
  • Biologische Psychologie
  • Wahrnehmungspsychologie
  • Emotion und Motivation
  • Klinische Psychologie
  • Entwicklungspsychologie
  • Pädagogische Psychologie
  • Arbeits- und Organisationspsychologie
  • Statistik
  • Testtheorie

Selbstverständlich ist diese Auswahl abhängig von der jeweiligen Universität. Die angebotenen Fachbereiche können von Uni zu Uni variieren. Weiterführend können je nach Interessen noch andere Bereiche abgedeckt werden. Zudem besteht die Möglichkeit im Masterstudiengang einen Schwerpunkt zu setzen. Die Vielzahl der psychologischen Fachbereiche zeigt bereits auf, dass auch bei der Wahl eines Themas verschiedenste Interessen abgedeckt werden können.

Qual der Wahl: Fachbereich und Thema wählen

Bevor es an die Wahl eines Themas für die Masterarbeit oder Bachelorarbeit in Psychologie geht, entscheiden sich die Studenten für einen Fachbereich, in dem sie schreiben möchten. Diese Wahl wird im Bachelorstudiengang oft per Angabe von Erst-, Zweit- oder Drittwünschen getroffen (siehe z.B. die Hinweise der Justus-Liebig-Universität Gießen).

Die Auswahl an verschiedenen psychologischen Fachbereichen sollte es ermöglichen, dass jeder ein Gebiet findet, das ihn anspricht. Im Normalfall sind die meisten Fächer im Studienverlaufsplan bereits für das erste oder zweite Studienjahr des Bachelorstudiengangs angesetzt (siehe z.B. Studienverlaufsplan „Bachelor Psychologie“ der Justus-Liebig-Universität Gießen). Die Studenten haben also bereits überall einmal hineinschnuppern können. So bilden sich Präferenzen für den einen oder anderen Fachbereich aus.

Masterstudenten haben für diese Entscheidung sogar noch mehr Wissen, auf das sie zurückgreifen können. Sie haben sich schließlich noch intensiver mit ihren präferierten Fächern beschäftigen können. Außerdem haben sie bereits eine Bachelorthesis hinter sich. Ist der Fachbereich gewählt, stellt sich die Frage nach dem Thema der Thesis. Masterstudenten bewerben sich oft nicht nur auf den Fachbereich, sondern auch schon auf ein vom Fachbereich angebotenes Thema, bzw. Forschungsgebiet, aus dem dann ein Thema gewählt werden kann.

Bachelorstudenten bekommen meist nach der Wahl ihres Fachbereiches einige Themen vorgeschlagen, an denen eine Projektgruppe der Uni bereits forscht oder bald forschen wird. Wer sich ganz eigenständig ein Thema für seine Thesis entwerfen möchte, sollte dies wohl am besten im Master tun. Ein eigenes Thema komplett neu aufzuziehen, beispielsweise als empirische Arbeit, ist ein hoher Arbeitsaufwand. Allein um empirisch verwertbare Daten zu erstellen (Umfragen, Interviews o.ä.) und einen Datensatz zu erstellen, braucht es gute Kenntnisse in Statistik. Wer Probleme damit hat, kann sich entweder auf Statistik-Nachhilfe stützen oder wählt eben doch lieber ein vorgegebenes Thema.

Die Bachelorarbeit und die Masterarbeit

Mit der Bachelorthesis fangen Studenten zum ersten Mal an, eigenständig wissenschaftlich zu arbeiten. Dabei erhalten sie Unterstützung von ihrem Betreuer und/oder dem Team in dessen Forschungsgruppe sie ihre Thesis erstellen. Es ist auf keinen Fall davon auszugehen, dass ein Student mit seinem Projekt gänzlich alleingelassen wird.

Für das Schreiben der Bachelorarbeit in Psychologie sind vom Zeitpunkt der Anmeldung ausgehend drei Monate vorgesehen (Spaeth-Hilbert/Imhof, 2013), dazu kommen noch ein paar Wochen für das Lektorat der Masterarbeit oder Bachelorarbeit. Im Studienverlaufsplan ist das Schreiben der Bachelorthesis meist für das sechste Semester angesetzt. In diesem Semester finden zeitgleich meist noch andere Veranstaltungen statt.

Eine Masterthesis hat hingegen eine Bearbeitungsdauer von sieben Monaten. Sie ist oft für das vierte Semester des Masterstudienganges angesetzt. In diesem Semester sind dann keine anderen Veranstaltungen mehr geplant (siehe z.B. Studienverlaufsplan „Master Psychologie“ der Justus-Liebig-Universität Gießen). Dies ermöglicht und fordert ein tieferes Eindringen in die Thematik. Zu beachten ist außerdem, dass die Masterthesis oft auch als Teil einer Bewerbung für das weitere Berufsleben verwendet wird.

Woran forscht man in der Bachelorarbeit und Masterarbeit?

In der Psychologie dreht sich die Forschung grob zusammengefasst um das Erleben und Verhalten von Menschen. Dementsprechend ist dies auch das Thema der meisten Bachelorarbeiten und Masterarbeiten. Und das wird vor allem mit experimentellen Designs und mit einer Hypothese untersucht.

Das Experiment gilt in der Psychologie als „Königsweg“. (Renner/Heydasch/Ströhlein, 2012). Daher wird ein Großteil der Forschung damit betrieben. Es handelt sich also bei vielen Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten in Psychologie ebenfalls um experimentelle Arbeiten. Möglich sind aber auch Literaturübersichtsarbeiten, qualitative Analysen, Methodenvergleiche, Evaluationen oder sogar Neuentwicklungen von Messinstrumenten. Als Grundlage für die Arbeiten dienen oft Fragebögen, Tests, Verhaltensbeobachtungen, physiologische Maße und vieles, vieles mehr.

Die Aufgabe der Studenten kann es beispielsweise sein, bereits bekannte Forschungsergebnisse zu replizieren oder bestehende Messinstrumente auf ihre Qualität zu prüfen. Genauso möglich ist aber auch die Forschung in einem bisher wenig bis gar nicht untersuchten Themengebiet oder das Entwerfen einer neuartigen Messmethode. Inhalte und Aufbau einer Bachelorarbeit in Psychologie bzw. Masterarbeit sind somit genauso vielseitig wie das Fach selbst. Im Optimalfall ist die Thesis in ein Projekt eingebunden, das eine alltagsrelevante Fragestellung untersucht. Dann hat das Thema praktische Relevanz und die Ergebnisse können später weiterverwendet werden.

Was zunächst wie ein riesiger Berg Arbeit aussieht, kann sich auch als Aufgabe herausstellen, an der man wachsen kann. Wer die Masterarbeit oder Bachelorarbeit in Psychologie nicht als lästige Pflichtaufgabe wahrnimmt, sondern in ihr eine Hürde sieht, deren Meisterung die persönliche Entwicklung vorantreibt, kann von dieser Arbeit profitieren.

Es sollte im besten Falle eine Thema aus einem Forschungsgebiet gewählt werden, das das eigene Interesse weckt. Denn wissenschaftliche Forschung ist viel mehr als eine „lästige Pflichtaufgabe“. Vielmehr ist sie der Grundstein der Psychologie und jede einzelne Abchlussarbeit leistet ihren Teil dazu, diesen Grundstein zu erweitern.

Literatur

Renner, Karl-Heinz/Heydasch, Timo/Ströhlein, Gerhard (2012): Forschungsmethoden der Psychologie: Von der Fragestellung zur Präsentation, Wiesbaden.

Spaeth-Hilbert, Tatjana/Imhof, Margarete (2013): Bachelorarbeit in Psychologie, Stuttgart.

Sternberg, Karin/Amelang, Manfred (2008): Psychologen im Beruf: Anforderungen, Chancen und Perspektiven, Stuttgart.

Vollmann, Manja et al. (2015): Psychologie: Eine Einführung in ihre Grundlagen und Anwendungsfelder, Würzburg.

Weiterführende Literatur:

Große Deters, Fenne (2013): Und in fünf Jahren lese ich Gedanken: Was man wissen muss, bevor man Psychologie studiert, Berlin.

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