Die Planung einer Bachelorarbeit: Wie kann man sich vorbereiten?

Planung einer Bachelorarbeit
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18 Nov Die Planung einer Bachelorarbeit: Wie kann man sich vorbereiten?

Wer im Studium auf die Bachelorarbeit zusteuert, sollte sich im Vorfeld bestimmte Gedanken machen, die nicht zwingend mit dem Thema selbst zu tun haben, aber die Planung einer Bachelorarbeit betreffen. Denn um sich voll und ganz auf die Abschlussarbeit konzentrieren zu können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Dieser Text erklärt, welche Vorbereitungen und Planungen bezüglich Ausstattung, Arbeitsplatz und Finanzierung notwendig sind. 

Der geeignete Arbeitsplatz: Wo will man seine Bachelorarbeit schreiben?

Wer seine Bachelorarbeit schreibt, muss dafür viele Stunden am Schreibtisch zu sitzen. Ob Lesen, Recherchieren, Schreiben oder Korrekturlesen der Bachelorarbeit oder Masterarbeit – für all diese Phasen des wissenschaftlichen Arbeitens braucht es einen Arbeitsplatz, an dem man sich gut konzentrieren und effektiv arbeiten kann. Wo das am besten gelingt, sollte jeder für sich selbst bereits während der Planung einer Bachelorarbeit herausfinden (vgl. Miljkovic /Merten 2017: 9).

Denn jeder arbeitet unterschiedlich und braucht dafür das für ihn passende Arbeitsumfeld (vgl. Boeglin 2012: 17 und Huber 2017: 101). Für manche ist der Küchentisch in der WG der perfekte Ort, für andere wiederum das belebte Café. Viele aber brauchen vielmehr Ruhe und weniger Ablenkung (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2017: 31).

Wer sich am besten in der Bibliothek konzentrieren kann, sollte sich an seiner Hochschule erkundigen, ob es dort Einzelarbeitsplätze gibt, die man für die Zeit der Abschlussarbeit reserviert. Da die Einzelarbeitsplätze in den Bibliotheken vielerorts begrenzt und entsprechend sehr begehrt sind, sollte man frühzeitig vor Ort nachfragen.

So gibt es zum Beispiel an der Universitätsbibliothek München sogenannte Carrels, die man für maximal sechs Monate nutzen kann. An der Universität Augsburg stehen dafür Tischplätze zur Verfügung. Sie können genutzt werden, um eine begrenzte Anzahl an Büchern aus dem Präsenzbestand zu sammeln und an einem bestimmten Arbeitsplatz immer zur Hand zu haben bzw. diese dort stehen lassen zu dürfen.

Wer dagegen lieber von Zuhause aus arbeiten will, sollte dort seinen Arbeitsplatz im Vorfeld einmal genauer unter die Lupe nehmen. So kann die Anschaffung einer hellen Leselampe oder eines bequemen Bürostuhls helfen, dass man konzentrierter arbeitet (Boeglin 2012: 25). Allerdings gibt es gerade hier viele Dinge, die vom Arbeiten abhalten oder ablenken können.

Die richtige Ausstattung: Was braucht man für die Bachelorarbeit?​

Da für die Anfertigung der Bachelorarbeit in der Regel ein Textverarbeitungsprogramm ausreicht, muss man sich nicht zwingend einen leistungsstärkeren Rechner mit mehr Arbeitsspeicher anschaffen (vgl. Chirico/Selders 2010: 90). Allerdings sollte man sich während der Planung einer Bachelorarbeit überlegen, welche Software-Programme (Textverarbeitung, Literaturverwaltung etc.) für die eigene Bachelorthesis nötig sind und ob man diese auch beherrscht.

Wer zum Beispiel eine Studie durchführt und dafür große Datenmengen auswerten oder Interviews machen will, braucht dafür in der Regel spezielle Software (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2017: 30). Oft kann man jedoch über das Rechenzentrum der Hochschule die Lizenzen für solche Programme günstiger oder sogar kostenlos beziehen (vgl. Chirico/Selders 2010: 86).

Zudem lohnt es sich, während der Planung einer Bachelorarbeit einen Blick auf das Kursangebot der Rechenzentren zu werfen. Diese bieten meist Seminare an, in denen man die wichtigsten Grundlagen für die Arbeit mit der entsprechenden Software lernt. Selbst wer denkt, in Microsoft Word oder Open Office fit zu sein, bekommt dort meist noch den ein oder anderen Trick gezeigt.

Wichtig ist aber vor allem, regelmäßig Sicherheitskopien von seiner Bachelorarbeit zu machen. Denn nichts ist schlimmer, als wenn die Festplatte kurz vor dem Abgabetermin kaputt geht und alles weg ist. So empfiehlt zum  Beispiel das Rechenzentrum der Johannes Gutenberg Universität Mainz für schriftliche Arbeiten: „Wenn Daten verlorengehen, so sind sie in der Regel weg. Von jeder wichtigen Arbeit (…) sollten Sie Sicherheitskopien machen, und zwar auf mindestens zwei, am besten drei Speicherorten, und sie regelmäßig aktualisieren – am besten jedes Mal, wenn Sie etwas dazu schreiben. „

Daher sollte man sich – falls nicht schon vorhanden – die geeigneten Speichermedien wie USB-Sticks, Speicherkarten oder externe Festplatten besorgen. Nützlich ist zusätzlich auch die Einrichtung eines Cloud-Dienstes, zum Beispiel Dropbox, der alle Daten automatisch synchronisiert (vgl. Chirico & Selders 2010: 85 und 87).

Die ausreichende Finanzierung: Wie viel Geld benötigt man?

Wer während der Bachelorzeit nicht plötzlich mit einem leeren Konto dastehen will, sollte sich Gedanken bei der Planung einer Bachelorarbeit darüber machen, wie er diesen Zeitraum finanziert. Denn für einen Nebenjob bleibt dann für viele keine Zeit mehr. Und wer als BAföG-Bezieher über die Regelstudienzeit kommt, hat auch ein Problem.

Wenn man einen Nebenjob hat, kann man daher seinen Arbeitgeber fragen, ob es möglich ist vor der Bachelorarbeit mehr oder in den Semesterferien sogar Vollzeit zu arbeiten. Dann kann man etwas Geld für die folgenden Monate aufsparen. Was es dabei bei Arbeitszeiten und Versicherungen zu beachten gibt, erklärt dieser Flyer des Deutschen Studentenwerks.

Für Studenten, die ihre Bachelorarbeit schreiben und somit gerade ihren Abschluss machen, gibt es außerdem spezielle Studienkredite wie den Bildungskredit der Bundesregierung oder Studienabschlussdarlehen. Wer dies in Betracht zieht, sollte sich frühzeitig informieren, welche Kreditformen und Bedingungen es dafür gibt.

Außerdem entstehen durch die Bachelorarbeit Zusatzkosten, die man ebenfalls bei der Planung einer Bachelorarbeit bedenken sollte. Diese Ausgaben lassen sich allerdings fast alle von der Steuererklärung absetzen und später wieder zurückholen.

Wahrscheinlich wird man sich mehr Literatur anschaffen und mehr Kopien machen. Mancher kommt nicht um eine Forschungsreise herum, wenn es diese eine Quelle eben nur in diesem Archiv in der Nachbarstadt gibt. Für die Abgabe muss man die fertiggeschriebene Arbeit schließlich in mehrfacher Ausführung drucken und binden und am besten auch Korrekturlesen lassen.

Der geeignete Ausgleich: Wie kriegt man den Kopf frei?

Die Bachelorarbeit wird die Nerven strapazieren, die langen Stunden vor dem Schreibtisch den Rücken belasten. Daher sollte man sich schon in der Planung einer Bachelorarbeit Gedanken machen, was ein geeigneter Ausgleich zum wissenschaftlichen Arbeiten sein könnte. Sport hilft vielen gegen die verspannten Muskeln und dabei, den Kopf frei zu bekommen (vgl. Boeglin 2012: 26).

Daher kann sich zum Beispiel die Anmeldung für einen Yoga-Kurs oder einen Meditations-Workshop lohnen, bei dem man hilfreiche Entspannungsübungen lernt (vgl. Koch 2015: 39). An vielen Universitäten gibt es dafür einen Hochschulsport, der solche Kurse im Programm hat und für die man als Student nur einen geringen Beitrag zahlt.

Treffen mit Freunden sollte man ebenfalls nicht ganz vernachlässigen. Denn sie haben ein offenes Ohr, wenn es mit der Bachelorarbeit Probleme gibt und können Ratschläge geben. Ein Kinobesuch kann helfen, auf andere Gedanken zu kommen. Solche Aktivitäten kann man auch bewusst als kleine Belohnung für Zwischendurch sehen, um dann wieder motiviert weiterzuarbeiten (Voss 2017: 59).

Viele Sachen lassen sich bereits erledigen, bevor die heiße Abschlussphase überhaupt beginnt – wenn man an die Planung einer Bachelorarbeit denkt! So muss man sich später keine Gedanken mehr darum machen, wenn man eigentlich mit dem Kopf voll und ganz bei der Bachelorarbeit sein sollte. Wer sich rechtzeitig um seinen Platz in der Bibliothek, dem Yoga-Kurs oder dem Textverarbeitungsseminar kümmert, hat dann den Kopf frei für das Wesentliche. Und wer sich einen guten Plan gemacht hat, kann diesen dann, wenn er weiterstudiert, auch noch einmal bei der Masterarbeit anwenden. 

Literatur

Boeglin, Martha (2012): Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt. Gelassen und effektiv studieren, 2. Aufl., München.

Chirico, Rosaria/Selders, Beate (2010): Bachelor statt Burnout, Göttingen.

Esselborn-Krumbiegel, Helga (2017): Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben, 5. Aufl., Paderborn.

Huber, Emma (2017): Vom Reden zum Schreiben. So gelingt Ihre Abschlussarbeit, Paderborn.

Koch, Günther (2015): Studieren mit Köpfchen. Clever lernen, entspannt planen, leichter punkten, Paderborn.

Miljkovic, Natascha /Merten René (2017): Erfolg in Studium und Karriere – Studium, Opladen/Toronto.

Voss, Rödiger (2017): Wissenschaftliches Arbeiten leicht verständlich, 5. Aufl., Konstanz.

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