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Gliederung einer Bachelorarbeit

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Gliederung einer Bachelorarbeit


Die Gliederung einer Bachelorarbeit

Bei einer Bachelorarbeit handelt es sich in den meisten Fällen immerhin um die erste umfangreichere wissenschaftliche Arbeit, die Du im Zuge Deines Studiums zu verfassen hast. Du zeigst damit beispielsweise, dass Du in der Lage bist, eine Fragestellung selbständig und gleichwohl  unter Einhaltung der Regeln für wissenschaftliches Arbeiten auszuarbeiten. Dazu gehört unter anderem in jedem Fall eine übersichtliche Gliederung der Inhalte. Berücksichtige dabei die wissenschaftlichen Gepflogenheiten.

In diesem Artikel wird zunächst verdeutlicht, weswegen eine gründliche Strukturierung der Inhalte folglich wichtig ist. Danach werden also die wesentlichen formalen Vorgaben vorgestellt, an die Du Dich halten solltest. Im Anschluss wird der Frage nachgegangen, nach welchen Gesichtspunkten man eine Bachelorarbeit gegebenenfalls gliedern kann. Um diesen Artikel abzurunden, wird abschließend auf die Gewichtung der einzelnen Teile eingegangen. Die grundlegenden Prinzipien können dabei übrigens ohne weiteres auch bei einer Masterarbeit angewendet werden.

Die Funktion der Gliederung

Die Gliederung eines umfangreichen Textes muss vor dem Schreibprozess sorgfältig ausgearbeitet werden. Andernfalls passiert es leicht, dass man sich bezüglich der Gewichtung der einzelnen Bereiche verzettelt. Außerdem verliert man leicht den Überblick über den Argumentationsgang. In der Gliederung zeigt sich ein berühmter roter Faden, der sich im besten Fall durch die gesamte Bachelorarbeit zieht.

Die Struktur einer Bachelorarbeit spiegelt sich im Inhaltsverzeichnis wider, das den Leser eine erste Auskunft über die zu Inhalte gibt. Anhand eines guten Inhaltsverzeichnisses kann man sich als Leser bereits ein Bild davon machen, wie die Arbeit aufgebaut ist. Es zeigt sich, wie die einzelnen Bereiche gewichtet sind und welche Schwerpunkte gesetzt werden. All das benötigt man als Leser, um sich in einem wissenschaftlichen Text gut zurechtzufinden.

Eine (vorläufige) Gliederung dient auch als Diskussionsgrundlage mit dem Betreuer. Anhand dieser kannst Du Deine Pläne deutlich kommunizieren, außerdem können Themenbereiche effizient eingegrenzt werden. All das steigert die Beratungsqualität. Betreuer können anhand gut ausgearbeiteter Gliederungen hilfreiche Anregungen geben. Außerdem wird die Gefahr reduziert, dass Du andere Ziele verfolgst, als von Deinem Betreuer angenommen.

Zu guter Letzt dient eine sorgfältig durchdachte Gliederung auch dem Schreiben an sich. Es ist dadurch möglich, sehr zielgerichtet zu formulieren. Abschweifungen vom eigentlichen Thema werden vermieden, die Ausrichtung auf die Kernaussagen fällt leichter.

Formale Vorgaben

Der Text einer Bachelorarbeit muss in Kapitel bzw. Unterkapitel gegliedert sein, damit eine gute Lesbarkeit und Übersichtlichkeit gewährleistet ist. Diese Gliederungsebenen widerspiegeln sich sowohl im Inhaltsverzeichnis als auch in der Gestaltung der Kapitelüberschriften. Kurzum: Überschriften müssen immer mit Klassifikationsnummern versehen sein. Eine Ausnahme bilden jedoch Vortexte (Abstract der Bachelorarbeit, Danksagung etc.) sowie Nachtexte (Anhang) einer Bachelorarbeit.

Ob nun zur Anführung der Gliederungsebenen arabische oder lateinische Ziffern, Groß- oder Kleinbuchstaben verwendet werden, ist abhängig von der Fachrichtung und den spezifischen formalen Vorgaben für die Formatierung. Falls es keine formalen Vorschriften diesbezüglich geben sollte, ist der persönliche Geschmack entscheidend (vgl. Andermann, Drees & Grätz 2006: 85). Wesentlich ist allerdings, dass die Übersichtlichkeit gegeben ist.

Im Folgenden siehst Du die Unterschiede zwischen numerischer Gliederung und alphanumerischer Gliederung auf einen Blick.

Numerische Gliederung

Abbildung 1: Numerische Gliederung

alphanumerische Gliederung

Abbildung 2: Alphanumerische Gliederung

Beachte zusätzlich folgende formale Gestaltungsrichtlinien

  • Vermeide es, mehr als vier Gliederungsebenen zu verwenden (vgl. z. B. Krämer 2009: 64), andernfalls wird die Struktur schwer nachvollziehbar.
  • Vermeide es aus Gründen der Übersichtlichkeit, mehr als acht Unterpunkte pro Hauptpunkt (z. B. 3.1, 3.2 etc. bis 3.8) zu verwenden (vgl. Franck 2004: 102).
  • Pro Gliederungspunkt ist ein gewisser Mindestumfang des Textes notwendig. Jedes nummerierte Unterkapitel sollte einen Umfang von mindestens einer halben Seite aufweisen (vgl. Winter 2004: 18).
  • Nummeriere nur die Kapitel des Textteils. Üblicherweise erhalten Vortexte und Nachtexte (Verzeichnisse, Abstract …) keine Klassifizierungsnummer (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 69).
  • Im Inhaltsverzeichnis müssen die Seitenangaben angeführt werden (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2014: 67).
  • Die einzelnen Ziffern werden mithilfe von Punkten getrennt, hinter der letzten folgt kein Punkt. Nutze hier die Vorteile der automatischen Nummerierung sowie der automatischen Erstellung von Inhaltsverzeichnissen von Word & Co.!
  • Eine Gliederungsebene muss mindestens zwei Punkte umfassen. Folgt beispielsweise dem Kapitel 3.1 nur der Unterpunkt 3.1.1, ist dieser überflüssig. Die dritte Ebene muss in diesem Fall mindestens auch einen Punkt 3.1.2 umfassen (vgl. Krämer 2009: 65 und Bänsch & Alewell 2013: 16).

Beachte zusätzlich zu den gerade erläuterten formalen Vorgaben auch folgende sprachliche Aspekte: Da das Inhaltsverzeichnis über die zu erwartenden Inhalte Auskunft gibt, müssen die Überschriften prägnant formuliert sein. Verwende daher vor allem Substantive (z. B. Theoretische Grundlagen, Fazit, Überblick über …, Methodenwahl etc.) und vermeide auch unnötige Füllwörter. Achte dabei darauf, die Überschriften so aussagekräftig wie möglich zu formulieren. Beachte allerdings, dass Du sachlich formulierst (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 187). Ebenso musst Du darauf achten, dass Unterpunkte keine Wiederholungen des Hauptpunktes sind (vgl. Karmasin & Ribing 2014: 58). Achte auch auf die korrekte Seitennummerierung in Word oder OpenOffice. Manchmal muss zwischen römischen und arabischen Ziffern gewechselt werden.

Wie kann man eine Bachelorarbeit gliedern?

Abhängig vom gewählten Thema und von der Fachrichtung bieten sich mehrere Gliederungsmöglichkeiten an. Ihnen gemeinsam ist, dass zunächst die theoretische Grundlage als Ausgangspunkt geschaffen wird. Davon ausgehend wird der Weg skizziert, wie man zu den Ergebnissen kommt, die im Anschluss diskutiert werden. Wesentlich ist, dass jedes neue Kapitel auf dem Wissen des vorangehenden aufbaut und es kontinuierlich erweitert.

Eine gängige Gliederungsmöglichkeit, wie sie bei empirischen Arbeiten zur Anwendung kommt, ist beispielsweise folgende:

Gliederung einer empirischen Arbeit

Abbildung 3: Beispiel der Universität Bielefeld

Abhängig vom Fachgebiet bzw. der gewählten Methode sind auch andere Gliederungen möglich, z. B. die Darstellung chronologischer Abläufe, die systematische Aneinanderreihung von gleichwertigen Aspekten, die Darstellung induktiver oder deduktiver Abfolgen (vom Speziellen zum Allgemeinen oder vice versa), das Vergleichen mehrerer Aspekte sowie Untersuchungen von Ursachen und Wirkungen.

Inhalte und Gewichtung der Kapitel

Eine gute Gliederung einer Bachelorarbeit kennzeichnet sich auch dadurch, dass die einzelnen Bestandteile des Textteiles ein ausgewogenes Verhältnis zueinander aufweisen. Das betrifft einerseits die Gewichtung der Teile Einleitung, Hauptteil und Schluss. Andererseits aber auch die Gewichtung der einzelnen Themenbereiche des Hauptteils.

Gliederung einer Bachelorarbeit : Einleitung

Mithilfe einer Einleitung wird kurz und prägnant auf das gewählte Thema hingeführt. Dazu gehören unter anderem die Präzisierung der Forschungsfrage, die Zielstellung sowie gegebenenfalls die Formulierung von Hypothesen. Begründe dabei die thematische Eingrenzung anhand des Forschungsstandes, d. h. stelle dar, wie häufig das Thema bereits in welchen Publikationen bearbeitet und welche Lösungswege zu dem Problem bisher gegangen beziehungsweise getestet wurden. Üblicherweise nimmt eine Einleitung zwischen fünf und 15 % des Gesamtumfanges einer wissenschaftlichen Arbeit ein (vgl. Gruber, Huemer & Rheindorf 2009: 98 und Stickel-Wolf & Wolf 2013: 201).

In weiteren Grundlagenkapiteln können zudem Definitionen, eine nähere Beleuchtung der Problematik sowie theoretische Grundlagen folgen. Anhand dieser Kapitel erläuterst Du dann das notwendige Basiswissen, auf dem Deine Fragestellung aufbaut.

Gliederung der Bachelorarbeit: Hauptteil

Im Hauptteil der Bachelorarbeit wird die Beantwortung der Forschungsfrage vorgenommen. In diesem Zusammenhang achtest Du auch darauf, dass die einzelnen Themenbereiche gemäß ihrer Relevanz gewichtet sind. Wichtigere Aspekte erhalten demnach mehr Platz!

Gliederungsmöglichkeit des Hauptteils einer BachelorarbeitAbb. 4: Mögliche Gliederung des Hauptteils einer Bachelorarbeit

Deine Vorgehensweise in einer wissenschaftlichen Arbeit muss dabei nachvollziehbar sein. Daher erklärst Du die in der Arbeit zur Anwendung kommende Methodik im Methodenkapitel. Mögliche Unterkapitel sind: ein Kapitel zur Auswahl der Methoden, zur theoretischen Problemanalyse, zur methodisch-praktischen Umsetzung der Auswertung oder Analyse empirischer Daten oder deren Implementierung. Dabei kannst du übrigens auch Datenanalyse Hilfe oder einen Statistik Service bzw. eine statistische Beratung in Anspruch nehmen. Wichtig ist jedenfalls, dass Du deutlich unterscheidest zwischen dem, was Du selbst geleistet hast und dem, was Du von anderen übernommen hast; d. h. grenze Eigenanteil und Fremdanteil genau voneinander ab!

Gliederung einer Bachelorarbeit: Ergebnisteil

Im Ergebnisteil Deiner Bachelorarbeit präsentierst Du die theoretischen und empirischen Erkenntnisse. Die Gliederung einer Bachelorarbeit im Ergebnisteil erfolgt dabei anhand einer objektiven, klaren, inhaltlich korrekten und schlüssigen Argumentation. In diesem Teil müssen die Forschungsfragen beantwortet werden. Außerdem erfolgt in diesem Kapitel eine kritische Einschätzung Deiner Befunde hinsichtlich des erzielten Erkenntnis- und Wissenszuwachses.

Gliederung der Bachelorarbeit: Zusammenfassung

An den Ergebnisteil schließt sich der letzte Textteil Deiner Bachelorarbeit an. Dabei handelt es sich um die abschließende Zusammenfassung (auch Resümee oder Fazit genannt). An dieser Stelle fasst Du die Ergebnisse Deiner Arbeit noch einmal bündig zusammen. Achte darauf, dass Du alle Fragen aus der Einleitung wieder aufgreifst. Dein Text wird dann zu einer runden Arbeit, wenn Einleitung und Fazit thematisch und stilistisch zusammenpassen. Außerdem sollte dieser Teil eine kurze kritische Diskussion beinhalten. Offen gebliebene Fragen bzw. neu entstandene Fragen können in diesem Teil thematisiert werden, auch mögliche Anschlussprobleme und Perspektiven sollten genannt werden.

Da es nicht möglich ist, alle Aspekte eines wissenschaftlichen Forschungsgegenstandes zu analysieren, kann in diesem Teil auch erwähnt werden, welche Bereiche noch nicht untersucht werden konnten. In einem Lektorat der Bachelorarbeit erhältst du Feedback, ob der Aufbau, den du dir zurecht gelegt hast, auch schlüssig ist. Die Länge eines Fazits umfasst in etwa fünf Prozent des gesamten Textes (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2002: 143).

Literaturangaben

Andermann, Ulrich; Drees, Martin & Götz, Frank (2006): Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? 3. Aufl. Mannheim: Dudenverlag.

Bänsch, Axel & Alewell, Dorothea (2013): Wissenschaftliches Arbeiten. 11. Aufl. München: Oldenbourg Verlag.

Esselborn-Krumbiegel, Helga (2002): Von der Idee zum Text – Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Gruber, Helmut; Huemer, Birgit & Rheindorf, Markus (2009): Wissenschaftliches Arbeiten – Ein Praxisbuch für Studierende. Wien: Böhlau Verlag.

Karmasin, Matthias & Ribing, Rainer (2014): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. 8. Aufl. Wien: Facultas.

Krämer, Walter (2009): Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit? 3. Aufl. Frankfurt: Campus.

Rossig, Wolfram E. & Prätsch, Joachim (2005): Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. Weyhe: PRINT-TEC.

Samac, Klaus, Prenner, Monika & Schwetz, Herbert (2009): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas.

Stickel-Wolf, Christine & Wolf, Joachim (2013): Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler.

Winter, Wolfgang (2005): Wissenschaftliche Arbeiten schreiben. 2. Aufl. Frankfurt: Redline Wirtschaft.

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