Direkte und indirekte Zitate korrekt anwenden – Anleitung, Tipps, Beispiele und Zitierregeln

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08 Mai Direkte und indirekte Zitate korrekt anwenden – Anleitung, Tipps, Beispiele und Zitierregeln

Der korrekte Einsatz direkter und indirekter Zitate ist sowohl bei kürzeren wissenschaftlichen Arbeiten, wie Hausarbeit oder Seminararbeit, als auch bei umfangreicheren Texten wie Abschlussarbeiten oder der Dissertation ein wichtiger Aspekt. Beim Verfassen einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit beziehst man sich auf Gedankengut, Ergebnisse und Erkenntnisse anderer Wissenschaftler. Zitierregeln sind eine wichtige wissenschaftliche Arbeitstechnik und dienen dazu, dieses fremde Wissen zu kennzeichnen.

Dieser Artikel erklärt zunächst den Unterschied zwischen direkten und indirekten Zitaten, die in manchen wissenschaftlichen Publikationen auch wörtliche oder sinngemäße Zitate heißen. Beispielen veranschaulichen anschließend ihre Verwendungsmöglichkeiten. Im Anschluss erklärt der Artikel die beiden wichtigsten Zitiersysteme: das deutsche und amerikanische System. Am Ende des Artikels finden sich weiterführende Links, sodass man sich in die verschiedenen Zitiersysteme vertiefen kann.

Zitierregeln für direkte und indirekte Zitate

Die Zitierregeln und unterschiede zwischen direkten (auch: wörtliche) und indirekten (auch: sinngemäße) Zitate sind vielfältig.

Bei einem direkten Zitat handelt es sich um eine wörtliche Übernahme fremden Gedankengutes. Dabei kann es sich um spezielle Begriffe, Satzteile, ganze Sätze oder ganze Absätze handeln. Wichtig sind zwei Aspekte: Bei einem wörtlichen Zitat wird der Originaltext genau so übernommen, wie er in der Quelle steht. Man darf in diesem Fall nichts hinzufügen oder streichen, ohne diese Eingriffe zu kennzeichnen – sogar Fehler müssen im Zweifelsfall übernommen werden. Außerdem muss ein direktes Zitat in Anführungszeichen stehen. Manche Zitierrichtlinien schreiben zudem vor, wörtliche Zitate kursiv zu setzen.

Direkte Zitate verwendet man vor allem dann, wenn für das Verständnis der Sachverhalte der Originaltext unbedingt notwendig ist oder die Formulierung im Original sehr prägnant ist. Vermeide es allerdings, zu viele wörtliche Zitate zu verwenden. Viele Betreuer kritisieren bei einer Aneinanderreihung direkter Zitate die fehlende Eigenständigkeit.

Indirekte Zitate werden dann verwendet, wenn fremdes Gedankengut zwar übernommen wird, aber nicht im selben Wortlaut in der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Doktorarbeit verwendet wird. Der Originaltext wird somit nur sinngemäß wiedergegeben. Dabei sollte man darauf achten, dass eine Formulierung keine Ähnlichkeiten mit dem Original aufweist und auch keine einfache Umschreibung in eigenen Worten ist. Ein solches indirektes Zitat steht nicht in Anführungszeichen, sondern wird dadurch als solches gekennzeichnet, in dem dem  Quellenbeleg ein vgl. (= vergleiche) vorangestellt wird. Manche Zitierregeln schreiben in diesem Fall statt dem „vgl.“ ein „nach“ oder „siehe“ vor.

In der Regel verwendet man in akademischen Texten indirekte Zitate. Man bezieht sich damit zwar auf fremdes Wissen, baut dieses aber mit eigenen Worten in den Text ein und legt der eigenen Argumentation somit eine bereits existierende Forschung zu Grunde. Durch die Abstraktion des Inhaltes zeigt man außerdem, dass man verstanden hat, was im Original steht.

Beispiele für das direkte und indirekte Zitieren

Direkte Zitate

Kürzere wörtliche Zitate kann man in den Satz einbauen. Dabei kann es sich, wie im folgenden Beispiel, um kleine Wortgruppen handeln. Diese Zitiertechnik wird funktioniert am besten, wenn spezielle Begriffe verwendet werden. Das nachstehende Beispiel greift genau jene Begriffe auf, die für die Aussagen der beiden betreffenden Autoren charakteristisch sind, denn diese lassen sich nicht sinngemäß umschreiben, da dies den Kern der Argumentation nicht treffen würde.

Direktes Zitat

Wenn es sich um längere spezielle Formulierungen handelt, ist es ebenfalls möglich, diese als direktes Zitat einzubauen. Etwa dann, wenn es man herausstellen möchte, dass eine prominente Figur (im Beispiel der Komponist Sergei Prokofjew) eine bestimmt Meinung vertreten hat.

längeres direktes Zitat

Längere direkte Zitate formatiert man in der Regel speziell. Das Zitat wird, wie im folgenden Beispiel zu sehen, als separater Absatz eingefügt. Links und rechts wird der Seitenabstand vergrößert, und in vielen Fachrichtungen ist es auch üblich, den Text kursiv zu schreiben

Seitenabstand

Bei längeren wörtlichen Zitaten sollte man genau abwägen, ob man die Inhalte nicht auch sinngemäß wiedergeben kann. Ist das der Fall, sollte man versuchen, die Aussagen des zitierten Autors in eigenen Worten in den Text einzubauen. Das bedeutet, direkte Zitate werden vor allem dann verwendet, wenn man spezifische Formulierungen hervorheben bzw. einbauen möchte.

Im folgenden Beispiel siehst Du, wie man Fehler im Zitat kennzeichnet:

Fehler im Zitat

Wenn man das Original abändern muss, um den Lesefluss nicht zu stören oder um die Grammatik anzupassen, kennzeichnet man die Hinzufügungen mit einer eckigen Klammer. Im folgenden Beispiel ist das „the“ nicht im Original enthalten, aber notwendig, um den Satz gut lesen zu können.

geändertes Original

Musst man die Grammatik anpassen, kann man das folgendermaßen tun:

geänderte Grammatik

Möchte man Teile des Zitats auslassen, kennzeichnest man dies mit eckigen Klammern und drei Punkten:

ausgelassene Teile

Indirekte Zitate

Indirekte bzw. sinngemäße Zitate verwendet man, um fremdes Gedankengut flüssig in die eigene Argumentation einzubauen. Im folgenden Beispiel werden historische Fakten sowie die Intentionen des Komponisten Schostakowitsch herangezogen, um das betreffende Werk beschreiben und vorstellen zu können.

sinngemäße Zitate

Deutsche und amerikanische Zitierweise

Abhängig von der jeweiligen Fachrichtung stehen zwei verschiedene Zitiersysteme zur Auswahl. Dabei handelt es sich einerseits um die sogenannte deutsche Zitierweise. Bei diesem System hängt man sowohl an wörtliche als auch an sinngemäße Zitate Fußnoten an. In den Fußnoten, die üblicherweise am Ende einer Seite stehen, notiert man die Quellenbelege.
Im folgenden Beispiel kann man den Unterschied zwischen direkten und indirekten Zitaten sehen.

Während direkte Zitate gleich mit dem Namen des Autors beginnen, stellt man den indirekten Zitaten ein „vgl.“ voran.

Unterschied zwischen direkten und indirekten Zitaten

Man listet alle in den Fußnoten genannten Quellen im Literaturverzeichnis alphabetisch auf und ordnet sie nach dem Nachnamen. Somit erhält der Leser einen Überblick über alle verwendeten Quellen.

Beim amerikanischen Zitiersystem fügt man Kurzbelege direkt hinter dem Zitat ein. Die Kurzbelege stehen in Klammer und beinhalten den Nachnamen des Autors, das Jahr sowie die Seitenzahl. Das folgende Beispiel zeigt ein indirektes Zitat. Es ist mit einem „vgl.“ gekennzeichnet und taucht am Ende des übernommenen Gedankenguts auf.

amerikanisches Zitiersystem

Bei einem wörtlichen Zitat verwendet man Anführungszeichen und der Quellenbeleg folgt direkt nach der zitierten Passage:

wörtliches Zitat

Auch bei der amerikanischen Zitierweise ordnet man alle verwendeten Quellen am Schluss der Abschlussarbeit oder Dissertation in einem Literaturverzeichnis alphabetisch und ordnet sie nach dem Nachnamen.

TIPPS und WEITERFÜHRENDE LINKS:

  • Die beiden hier genannten Zitiersysteme weisen einerseits viele Feinheiten auf, die in diesem Artikel aus Platzgründen nicht behandelt werden können. Andererseits gibt es unterschiedliche Regelungen hinsichtlich der formalen Gestaltung der Quellenbelege. Man sollte sich daher genau erkundigen, welche formalen Richtlinien man einhalten musst!
  • Wenn man sich für eine Zitierweise entschieden hat, sollte man diese konsequent durchhalten. Eine Mischung unterschiedlicher Zitierweisen wird in der Regel als schwerer formaler Fehler gewertet und widerspricht den Regeln für gute wissenschaftliche Praxis.
  • Hier haben wir detailliertere Informationen über den Harvard-Stil zusammengestellt, hier findet man Wissenswertes über das Zitieren im APA-Style. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung für die deutsche Zitierweise.
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