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Buch schreiben – im Self-Publishing oder im Verlag ?



07 Dez Buch schreiben – im Self-Publishing oder im Verlag ?

Buch schreiben: Laut Duden ist ein Buch ein „größeres, gebundenes Druckwerk“. Gleichzeitig auch ein „in Buchform veröffentlichter literarischer, wissenschaftlicher o.ä. Text“. Schreibt man also einen Text und lässt ihn binden und veröffentlichen, hat mein ein Buch geschrieben. Dabei trifft jeder Autor in Deutschland auf einen sehr großen Markt für Bücher. Deutschland ist der zweitgrößte Buchmarkt der Welt! Dementsprechend werden in Deutschland jedes Jahr zehntausende Bücher veröffentlicht (Stand 2017: 72.499, statista.com). Ein Buch schreiben – das machen also viele!

Veröffentlichungsformen: Self-Publishing und Verlag

Jedes Buch und jeder Autor ist anders. Dementsprechend gibt es nicht die EINE Publikationsform, die richtig ist, wenn man ein Buch schreiben will. Seit der Einführung des Kindle Direct Publishing in 2011 ist schließlich auch bei den etablierten Verlagen angekommen, dass es Kindle-Büche, die im Self-Publishing entstanden sind, ebenso auf die Bestsellerlisten schaffen können wie Bücher, die von Verlagen veröffentlicht und vermarktet werden (siehe hierzu auch diesen Artikel im Tagesspiegel).

Diese Sichtweise ist aber vor allem dann relevant, wenn man im Bereich Belletristik veröffentlichen möchte. Bücher aus dem Bereich der Sachbücher werden weiterhin vor allem von Verlagen veröffentlicht. Dies liegt, etwa bei wissenschaftlichen Fachbüchern an mehreren Gründen. Zum einen daran, dass Verlage mit ihren Fachlektoren auch für die Reputation eines Autors und somit in gewisser Weise auch für die Richtigkeit und Verlässlichkeit der Inhalte bürgen. Zum anderen sind bei Sachbüchern, etwa bei Kochbüchern oder Lifestyle-Büchern, eine aufwendige Bebilderung und Gestaltung sehr gefragt. Außerdem verlangt der Markt nach Büchern, die man auch anfassen kann. Doch auch Sachbücher, beispielsweise aus dem Bereich Ratgeber, werden als e-Book beliebter. Dies gilt vor allem, wenn sie zu aktuellen Themen erscheinen, die von Verlagen nicht zeitnah angeboten werden können.

Jeder Autor muss also für sich entscheiden, was am besten zu seinem Buchtyp, zu seinem Genre und zu der Zielsetzung, die er mit seinem Buch verfolgt, passt. Doch was unterscheidet die beiden Veröffentlichungsformen ganz genau voneinander und wie erfolgt die Veröffentlichung?

Mit Self-Publishing ein Buch veröffentlichen

Viele Autoren überlegen sich genau, ob sie einen Verlag an den Einnahmen für ihr Buch beteiligen wollen, wenn sie ein Buch schreiben. Dabei geht es ihnen nicht nur um die Einnahmen, die sie erwarten, sondern auch um ihre Unabhängigkeit.

Leider ist aber auch bekannt, dass Verlage um die 90% aller Manuskripte, die eingereicht werden, ablehnen. Das eigene Buch im Self-Publishing zu veröffentlichen, ist also für viele Autoren eine letzte Option um ihr Buch doch noch mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Self-Publishing schient auf den ersten Blick weniger aufwendig zu sein als eine Verlagsveröffentlichung, aber man darf nicht aus den Augen verlieren, dass man dafür aber auch alles, was mit der Veröffentlichung des Buches zu tun hat, selbst machen muss. Zudem sollte man sich klar machen, dass auch eine e-Book-Veröffentlichung keine vollkommen unabhängige Veröffentlichung ist und man auch hier nicht 100% des Nettopreises eines Buches selbst einnimmt – bei Amazon sind es beispielsweise auch nur 70%. Hier erklären wir, wie das Self-Publishing funktioniert und was man selbst bedenken sollte.

Abbildung 1: Buch schreiben mit Amazon KDP

Abb. 1:  Buch schreiben mit Amazon KDP, Quelle: Amazon

Ein Self-Publishing Buch schreiben

Wer ein Buch schreiben und veröffentlichen will, muss sich viele Fragen des Marketings auch selbst stellen und für sich beantworten. Zunächst geht es darum, sich zu überlegen, wer das Publikum für das Buch sein soll? Daran schließt sich die Frage, welches Genre man wählen möchte. Genres wie Krimis oder Romantik sind extrem beliebt und stehen regelmäßig ganz oben auf den e-Book-Bestsellerliste, es gibt dafür also einen Markt, den man nutzen kann. Auf der anderen Seite ist dieser Markt besonders umkämpft.

Als nächstes geht es ans Buch schreiben an sich und zum Herzstück der Arbeit. Gleichzeitig sollte man sich dabei nicht verrückt machen und zum absoluten Perfektionisten werden. Hat man beispielsweise keine Idee für den Anfang, ist es auch okay in der Mitte anzufangen. Ist man einmal mit jedem Satz, den man schreibt, unzufrieden, sollte man trotzdem weitermachen – man kann in einem weiteren Durchgang alles noch einmal umwerfen oder umschreiben. Zudem sollte man darauf achten, stetig dran zu bleiben am Buch schreiben. So vermeidet man Schreibblockaden und verliert nicht den Faden. Für viele Autoren ist es außerdem hilfreich, während des Schreibens oder direkt danach Probeleser zu finden, die das Buch lesen – nicht um es zu korrigieren, sondern um zu ermitteln, ob die Geschichte sich flüssig liest, sie logisch ist, die Figuren interessant sind und die Handlung spannend.

Das Buch für das Self-Publishing vorbereiten

Ist man mit dem Buch schreiben fertig, sollte man sich Gedanken zu einem Klappentext und einem Cover machen. Der Klappentext sollte man noch einmal Engere und Aufmerksamkeit stecken, denn er ist enorm wichtig fürs Marketing – genau wie das Cover. Wenn man hier selbst nicht kompetent genug ist, ein Cover zu gestalten, empfiehlt es sich, einen professionellen Grafiker damit zu beauftragen, ein gutes Cover zu erstellen. Bei der Abnahme oder Erstellung des Covers sollte man aber beachten, dass die Bildqualität der Abbildungen gut genug ist, sodass das Cover in der Verkleinerung und Vergrößerung gut wirkt. Aber auch die Typographie auf dem Cover muss passen. Es sollte mit der Abbildung abgestimmt sein und zum Thema und zum Genre des Buches passen.

Anschließend folgt das Lektorat für ein Buch. Dabei sollte man sowohl den Text als auch den Klappentext lektorieren. Hier sollte man nicht sparen, denn nichts ist unangenehmer als ein Buch voller Tippfehler, denn das wirkt einfach unprofessionell. Zudem sind Lektoren erfahrene Sprachspezialisten und können gerade Autoren, die ihr erstes Buch schreiben, unterstützen und ihnen ein fundiertes und hilfreiches Feedback zu ihrer Sprache und ihrem Stil geben. Trotzdem ersetzt ein Lektor nicht die Probeleser eines Buches.

Zum Schluss muss sich ein Autor, der ein Buch schreiben möchte, noch überlegen, wie hoch der Nettopreis des Buches sein soll. Dabei solltest du mit einbeziehen, wieviel du schon an Zeit und Geld in das Buchprojekt investiert hast (Lektorat, Cover, Recherche- und Schreibzeit), aber auch berücksichtigen, wieviel andere e-Books im Vergleich kosten.

Verlagspublikation für ein Buch

Viele Autoren verzweifeln, während sie nach einem Verlag für ihr Buch suchen. Dabei ist es absolut üblich, eine Absage oder gar keine Nachricht vom Verlag zu erhalten. Selbst weltweit erfolgreiche Autoren wie J. K. Rowling machen eine solche Erfahrung: Für den ersten Harry-Potter-Band erhielt Rowling einige Absagen, doch nachdem der Verlag Bloomsbury „Harry Potter und der Stein der Weisen“ veröffentlichte, verkaufte sich das Buch bis jetzt 450.000.000 Mal (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Wie aber kann man die eigenen Erfolgschancen bei Verlagen verbessern?

Abbildung 2: Rowohlt Formular fürs Buch Schreiben

Abb. 2: Rowohlt Formular fürs Buch Schreiben, Quelle: Rowohlt 

Wie findet man einen Verlag?

Zunächst sollte man sich überlegen, bei welchem Verlag man sein Buch überhaupt einreicht. Verschiedene Verlage haben ein unterschiedliches Verlagsprogramm. Man sollte sich also fragen, ob das eigene Buch auch zum jeweiligen Verlag und seinem Programm passt – diese Frage wird sich der Verlagslektor nämlich ebenfalls stellen! Der Verlagslektor ist wiederum die Person, bei dem jeden Tag Bücher landen, obwohl er nur wenig Platz im Programm hat und neue Autoren sowieso nur eine geringe Chance haben, vom Verlag ein Angebot für eine Zusammenarbeit zu erhalten. Das Buch, dass man einreicht, sollte also fehlerfrei geschrieben sein und schon auf den ersten Seiten vermitteln, warum man unbedingt weiterlesen sollte.

Alternativ nutzen viele Autoren die Dienste eines Literaturagenten. Er verfügt über die nötigen Verbindungen zu den Verlagslektoren, sucht den richtigen Verlag aus und kontaktiert ihn selbstständig. Dadurch kann man sich als Autor viel Mühe ersparen und kommt doch leichter ans Ziel. Die Verlagslektoren können sich bei den Literaturagenten nämlich darauf verlassen, dass sie eine Vorauswahl getroffen haben – so sparen die Verlage sich ebenfalls Zeit.

Worauf muss man bei einem Buchvertrag achten?

Hat schließlich doch ein Verlag angebissen, bietet er dem Autoren einen Buchvertrag an. Dieser enthält üblicherweise im Bereich Belletristik ein Honorar und Tantiemen. Das Honorar wird in jedem Fall gezahlt, die Tantiemen hingegen sind ein Prozentualer Anteil am Gewinn, der über das Honorar hinausgeht. Bei Sachbüchern gibt es einige Verlage, die sogar einen Druckkostenzuschuss verlangen – bei denen man also bezahlen muss, statt bezahlt zu werden. Nur durch die Tantiemen verdient man hier Geld am eigenen Buch. Dies ist in diesem Bereich aber nicht unüblich, da beispielsweise wissenschaftliche Fachbücher nur in kleinen Auflagen gedruckt werden und nur für ein sehr überschaubares Publikum gedruckt werden. Hier ohne Druckkostenzuschüsse als Verlag einen Gewinn zu erzielen, ist also fast unmöglich. Große Wissenschaftsverlage kommen teilweise durch Querfinanzierung ihres Verlagsangebotes trotzdem ohne Zuschüsse aus.

Zusätzlich zum Gewinn am Buch, sollte man aber auch noch auf andere Punkte achten, wenn man einen Buchvertrag unterschreibt. Vielen Autoren ist beispielsweise ein Mitbestimmungsrecht beim Buchcover und dem Buchtitel sehr wichtig, dieses Mitbestimmungsrecht ist aber nicht immer Teil des Vertrages. Außerdem sollte man darauf achten, wann die Rechte am Buch wieder auf den Autoren zurückfallen und wie die Verwertungsrechte am Buch, etwa für eine Adaption des Buches als Drehbuch, geregelt sind. Es empfiehlt sich, einen Buchvertrag genau zu lesen – wie jeden Vertrag!

Cover und Klappentext

Je nach Buchvertrag wird der Autor an der Auswahl eines Covers beteiligt und kann auch den Klappentext des Buches absegnen. Häufig steht die Wahl des Covers noch vor der Überarbeitung des Buchtextes, da die Verlagsprogramme viel Vorlauf brauchen und das Cover und der Klappentext frühzeitig für Marketingzwecke genutzt werden sollen. Verlage wissen oft sehr genau, welches Cover für das Genre oder das Zielpublikum eines Buches passend sind. Gefällt einem das Layout des eigenen Buches Aber überhaupt nicht, weckt es Erwartungen, die das Buch nicht erfüllen kann oder ist das Cover fachlich zweifelhaft (dies ist bei einem Fachbuch sehr peinlich), sollte man als Autor jedoch protestieren.

Dies gilt natürlich auch für den Titel des Buches. Viele Autoren hängen an dem Titel, den sie ihrem Buch gegeben haben und es fällt ihnen schwer, sich auf einen neuen Titel formier Buch einzulassen. Zudem ist es immer ein schmaler Grad zwischen einem spannenden und einem reißerischen Titel. Gerade als Autor eines Sachbuches ist dieser Balanceakt für viele Autoren schwierig, es Vertrauensverhältnis zum Verlagslektor und eine gute Kommunikation zwischen Verlag und Autor sind hier die wichtigsten Faktoren für das Gelingen dieses Wagnis.

Lektoren für das Buch finden

Nachdem der Buchvertrag unter Dach und Fach ist folgt das Buch Lektorat. Jetzt widmen sich der Lektor und der Autor noch einmal dem Buchtext. Dabei geht der Lektor praktisch Satz für Satz das Buch durch und bespricht mit dem Autor, wo er noch Überarbeitungsbedarf beim Buch sieht. Bei belletristischen Büchern betrifft dies oft die Zeichnung der Figuren im Buch, die logische Abfolge von Ereignissen in der Handlung oder die dramatische Komposition des Stoffes. Bei Sachbüchern geht der Verlagslektor – besonders bei Fachbüchern, zumeist weniger streng mit dem Buchtext ins Gericht. Hier steht der Informationswert an erster Stelle und Verständlichkeit und Richtigkeit der Angaben stehen im Fokus der Überarbeitungen.

Sind der Verlagslektor und der Autor eines Buches fertig mit der Überprüfung und Überarbeitung des Textes, kommt ein Korrektor ins Spiel. Er kontrolliert wiederum den Text. Dabei legt er sein Augenmerk jedoch nicht auf den Sprachstil oder den Inhalt des Textes, sondern auf die Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Er kennt sich mit der Neuen deutschen Rechtschreibung aus und korrigiert alle Tippfehler. Häufig kommt er dabei erst nach der Fahnenerstellung zum Zuge, da auch bei der Setzung des Buches Wortdoppelungen usw. entstehen können, aber auch eine Beauftragung vor und nach der Setzung des Buches, sind möglich. Übrigens können sich engagierte und erfahrene Lektoren bei Mentorium für einen abwechslungsreichen Lektor Job bewerben.

Drucklegung und Vermarktung

Wenn ein Verlag das Cover, den Klappentext, den Buchtext, den Satz, die Typografie (oft abhängig von der Reihe, in dem ein Buch entsteht) und den Preis eines Buches festgelegt hat, wird es schließlich gedruckt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Marketingmaschinerie des Verlages schon längst angelaufen.

Der Verlag hat das Buch schon bevor es fertig ist, in sein Verlagsprogramm aufgenommen, das Buchhändlern, Zeitungsredaktion, der Öffentlichkeit, aber auch Wettbewerbsjurys vorliegt, hat Rezensionsexemplare verschickt, vielleicht eine Lesetour geplant und Pressetermine mit dem Autoren, um ihn der Öffentlichkeit vorzustellen. Nun beginnt nach dem Schreiben im stillen Kämmerlein und der Arbeit am Buch mit dem Verlagslektor der dritten Teil auf dem Weg zum Bucherfolgt: die Vermarktung. Viele Autoren finden diesen Teil ihres Jobs am anstrengendsten und sind froh, wenn ihnen der Verlag die Vermarktung ihres Buches weitgehend abnimmt. Immer häufiger ist es aber so, dass der Autor auch selbst an der Vermarktung beteiligen muss. Es wird erwartet, dass er für Interviews und Lesungen (online und offline) zur Verfügung steht. Wenn das Marketingbudget eher klein ist, sollte der Autor außerdem auch über verschiedene Social-Media-Kanäle auf sein Werk aufmerksam machen und mit der Community und seinem Publikum in Kontakt stehen.

Schließlich ziehen Verlag und Autor an einem Strang und versuchen, das Buch zu einem Erfolg zu machen. In unserer Wissensdatenbank findest Du auch alles zum Thema Drucken und Binden.

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