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Die eigene Biografie schreiben

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Biografie schreiben


Wenn Du eine Biografie schreiben möchtest, brauchst Du nicht erst ein halbes Jahrhundert zu warten. Es gibt genug Beispiele von jungen Menschen, die etwas zu erzählen haben. In einigen Fällen handelt es sich dabei um etwas sehr Schönes, in anderen wiederum um etwas sehr Belastendes. Die Gründe, weswegen sich ein Mensch entschließt, seine Biografie zu schreiben, sind vielfältig. Eine Berühmtheit muss man jedoch nicht sein, um über sein eigenes Leben ein Buch schreiben zu können.

Wie schreibt man eine Biografie?

Sportler, Stars, Jungunternehmer, Aktivisten wie Greta Thunberg, aber auch Flüchtlinge, Sektenaussteiger oder Menschen, die schwere persönliche Krisen meistern mussten – sie alle können etwas erzählen, was andere Menschen interessiert, inspiriert oder ermutigt. Jedoch ist es nicht möglich, jedes Detail eines Lebens in einer Biografie zu erwähnen. Deswegen geht es beim Biografie Schreiben auch um die Kunst des Weglassens. Deswegen solltest Du zuerst festlegen, was dir besonders wichtig ist, bevor Du mit dem Biografie Schreiben loslegst.

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So solltest Du Dir klar sein, wo Dein Fokus liegt: möchtest Du mit dem Buch über Dein Leben ein berühmter Autor werden oder schreibst Du es für Freunde und Bekannte? Diese Entscheidung beeinflusst alles weitere: Willst Du es bei einem Verlag versuchen oder entscheidest Du Dich für Self-Publishing und/oder willst ausschließlich ein eBook schreiben? Nimmst Du ein Buch Lektorat in Anspruch oder lässt Du einen Freund Korrektur lesen? Um das zu entscheiden, musst Du Dir über Deine Motivation genau bewusst sein.

Unterschied zwischen Biografie und Autobiografie

Der generelle Unterschied zwischen dem Autobiografie und dem Biografie Schreiben liegt bei demjenigen, der das Buch schreibt. Eine Autobiografie ist ein Rückblick auf das eigene Leben. Eine Biografie hingegen kann auch von jemandem verfasst werden, der die dargestellte Person nie persönlich kennengelernt hat. Die Vorsilbe „auto“ finden jedoch viele zu sperrig, weswegen sie statt „Autobiografie schreiben“ einfach „meine Biografie schreiben“ sagen.

Allerdings haben Autobiografie und Biografie eine entscheidende Gemeinsamkeit: Beide stützen sich auf Quellen wie Dokumente, Fotos, Gespräche usw. Würdest Du beispielsweise eine Biografie über Wolfgang Borchert schreiben, begänne Deine Recherche sicherlich im Wolfgang-Borchert-Archiv der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.

Recherche zum Biografie schreiben, z.B. in der Nachlass- und Autographensammlung der Hamburger Staatsbibliothek

Abb 1: Recherche zum Biografie schreiben, z.B. in der Nachlass- und Autographensammlung der Hamburger Staatsbibliothek 

Im Allgemeinen geht es beim Biografie Schreiben darum, möglichst vollständig und authentisch zu berichten. Wenn Du jedoch nur einen bestimmten Aspekt darstellen möchtest, beispielsweise wie Du einen Schicksalsschlag gemeistert hast, dann passt es besser, „Erinnerungen“ oder „Memoiren“ zu verfassen.

Im Gegensatz zum Biografie Schreiben kannst Du in Memoiren über das erzählen, was Dir in dem Augenblick gerade gefällt, ohne einem Anspruch auf Vollständigkeit genügen zu müssen. Allerdings werden Memoiren meist von Persönlichkeiten geschrieben, die etwas Großes erreicht haben. In ihren Memoiren stellen sie nicht ihren kompletten persönlichen Werdegang dar, sondern konzentrieren sich auf den historischen Augenblick. Bei den nicht so berühmten Menschen heißen die Memoiren dann „Lebenserinnerungen“.

Schließlich kannst Du noch einen autobiografischen Roman schreiben, bei dem Elemente weggelassen, hinzugedichtet oder verändert werden. Im Gegensatz zum Biografie Schreiben vermischt der autobiografische Roman Tatsachen und Fiktion. Dabei ist für den Leser nicht erkennbar, welche Teile wahr und welche Teile erdacht sind. In diesem Fall solltest du übrigens ein Roman Lektorat in Anspruch nehmen, wenn Du Dich für ein professionelles Lektorat entscheidest.

Die eigene Biografie schreiben: Wann und Warum?

Das Biografie schreiben kann dabei helfen, Ereignisse zu verarbeiten, der eigenen Lebensgeschichte einen Sinn zu geben oder anderen Menschen mit dem eigenen Beispiel Mut zu machen. Für das Biografie Schreiben existieren keine besonderen Bedingungen wie ein Mindestalter oder ein bestimmtes Maß an Berühmtheit. Jeder, der seine Erfahrungen teilen und seine Erinnerungen bewahren möchte, kann seine Geschichte erzählen.

In der Soziologie ist die Biografiearbeit ein anerkannter Forschungsansatz. Der Grundgedanke ist, dass Menschen durch das Schreiben einen Zugang zu ihrer Kreativität erhalten, die sie wiederum für ihre Lebensgestaltung und Lebensbewältigung nutzen können (Vgl. v. Engelhardt, 2018).

Außerdem sind Biografien für die soziologische Forschung interessant, da sie auch immer Einblicke in eine jeweilige Gesellschaft und ein Milieu ermöglichen. So zeigt beispielsweise Prof. Liebold von der FAU Erlangen auf, wie solche Texte mit dokumentarischen Methoden analysiert werden können. Sie erforscht dafür aktuelle Autobiografien der Wirtschaftselite und arbeitet spezifische Muster der Selbstdarstellung von Eliten heraus (vgl. Liebold, 2018).

Einen anderen soziologischen Schwerpunkt legt das Archiv „Deutsches Gedächtnis“. Bei den Zeitzeugeninterviews geht es darum, wie Menschen Geschichte erfahren haben und wie historische Erfahrungen verarbeitet wurden.

Dein Job im Bereich Textservices

Biografie schreiben: Aufbau + Konzept

Bevor Du anfängst, Deine Biografie zu schreiben, solltest Du festlegen, ob Du Dein Buch veröffentlichen möchtest oder ob es privat bleiben soll. In letzterem Fall musst Du berücksichtigen, dass die Leser mit Deiner Geschichte nicht vertraut sind. Eventuell ist hilfreich, Deiner Biografie eine Zeitleiste bzw. eine chronologische Übersicht hinzuzufügen.

Das Biografie Schreiben gestaltet sich auch für Dich selbst leichter, wenn Du mit einer Zeitleiste arbeitest. Du kannst an ihr die Hauptfiguren und Hauptstränge visualisieren. Außerdem eignet sie sich, um Zeitsprünge bzw. Rückblenden zu planen.

Normalerweise ist der Aufbau einer Biografie recht geradlinig: Das Buch beginnt mit der Geburt und endet mit dem Zeitpunkt des Biografie Schreibens. Jedoch gibt es reizvolle Alternativen. So könnten genauso gut Deine ersten Erinnerungen am Anfang stehen. Denn wer erinnert sich schon an seine Geburt? Oder Du beginnst mit einem Ereignis, welches Dein Leben veränderte und Dich dazu bewegte, Deine Biografie zu schreiben.

Ein Vorwort und ein Epilog runden Deine Biografie ab.

Lebensweg in Kapiteln

Natürlich bietet es sich beim Biografie Schreiben an, nach den normalen Lebensabschnitten zu gliedern, also Geburt, Kindheit, Jugend und Schulzeit, Beruf. Jedoch ist es für den Leser viel spannender, wenn Du Dich beim Biografie Schreiben an Deinen intensivsten Erlebnissen orientierst. Folglich solltest Du vor allem prägende Abschnitte herausarbeiten, also Freundschaften, Krisen, berufliche oder private Wendepunkte, gegebenenfalls auch gesellschaftliche Ereignisse.

Außerdem liest sich das Buch gefälliger, wenn Du es in Unterabschnitte gliederst. Deshalb kannst Du, wenn Du über Deinen Beruf erzählst, beispielsweise mit einem Abschnitt über die Berufswahl beginnen. Schließlich ist es interessant zu lesen, wie Du überhaupt zu dem Beruf gekommen bist. Gab es vielleicht noch andere Berufswünsche? Wer waren Deine Vorbilder? Als Nächstes kannst Du einen separaten Teil über Deine Ausbildung sowie einen Abschnitt über Deine ersten Berufsjahre anfügen. Vielleicht hast Du die Firma gewechselt, umgeschult und noch einmal neu angefangen?

Die modernen Lebenswege verlaufen längst nicht mehr so geradlinig wie die Wege früherer Generationen. Abgesehen davon, dass es das Biografie Schreiben strukturiert, wenn Du die Kapitel in Unterabschnitte gliederst, wird es auch für Deinen Leser leichter, Dir zu folgen.

Checkliste: Welche Stationen sind wichtig?

Obwohl eine Biografie üblicherweise den Lebensweg ab der Geburt bis zu dem Zeitpunkt des Biografie Schreibens umspannt, entscheidest Du letzten Endes selbst, wie viel Du mitteilen möchtest. Deshalb kannst Du Deine Biografie auch mit einem einschneidenden Erlebnis beginnen, anstatt Dich streng an eine chronologische Abfolge zu halten. Natürlich kann sich das, was Du selbst als interessant erachtest von dem unterscheiden, was der Leser spannend findet. Deswegen haben wir Dir eine Checkliste zusammengestellt, welche Stationen Du in Deiner Biografie berücksichtigen solltest:

  • Prägende Erlebnisse
  • Krisen
  • Berufliche und private Wendepunkte
  • Wichtige Menschen in Deinem Leben
  • Äußere Umstände wie den Zeitgeist oder bedeutende politische Ereignisse
  • Wiederkehrende Fragen

Recherche und das Schreiben der Biografie

Die Recherche spielt, wie wenn du einen Krimi schreiben oder ein Sachbuch schreiben willst, beim Biografie Schreiben eine zentrale Rolle. Das hat den einfachen Grund, dass Biografien „der Wahrheitsprobe standhalten“ müssen. Bemühe Dich also, die Fakten so genau wie möglich zu rekonstruieren und mit geeigneten Dokumenten zu belegen. (vgl. Laferl, Tippner 2016)

Für das Biografie Schreiben gelten einige stilistische Regeln. Zu den grundlegenden Regeln gehört, dass Du in einer Zeitform (Präsens oder Präteritum) und bei einer Perspektive bleiben solltest (beispielsweise Ich-Erzähler).

Achtung!

Planst Du, Deine Biografie zu veröffentlichen, hast Du dabei Persönlichkeitsrechte zu beachten. Deshalb solltest Du das Einverständnis der Personen besitzen, die in Deinem Buch vorkommen werden. Bevor Du mit dem Biografie Schreiben beginnst, solltest Du zudem die Veröffentlichungsrechte für Fotos, Briefe usw. einholen.

Mach Dir übrigens keine Sorgen, wenn Du von einer Schreibblockade getroffen wirst. Darüber, wie sich derartige Blockaden überwinden lassen, wurden schon ganze Bücher verfasst. Unter dem Strich lautet die Kernweisheit: Das „Schreibgenie“ existiert nur als Mythos. „Schreiben ist ein Handwerk, das man durch beharrliches regelmäßiges Üben lernt und laufend weiterentwickelt.“  (Vedral, Ederer-Fick 2015). Für Dich heißt das konkret: Dranbleiben!

Zudem gibt viel Übungen und Tricks, um Schreibblockaden zu überwinden. Hilfreich kann sein, die eigene Kreativität mit Übungen für kreatives Schreiben anzuregen. Laut dem Interdisziplinäres Verbundforschungsprojekt der Universität Erlangen ist „die Verbindung von Schreiben und Zeichnen […] oftmals hilfreich – sei es zur Veranschaulichung des Geschriebenen oder als erwiesenermaßen konzentrationsfördernde ‚Kritzelei‘ sowie als spielerische Quelle kreativer Ideen.“

Skizzen und Kritzeleien können beim Biografie schreiben unterstützen

Abb 2: Skizzen und Kritzeleien können beim Biografie schreiben unterstützen (Quelle: Interdisziplinäres Verbundforschungsprojekt)

Biografie schreiben: Vorlagen

Wenn Du Dich für einen Job bewirbst und deswegen einen Lebenslauf schreiben musst, kannst Du Dich an klaren Vorlagen und Regeln orientieren. Beim Biografie Schreiben sieht die Sache anders aus, weil hierfür keine formalen Vorschriften existieren. Deswegen ist es die beste Idee, wenn Du Dir verschiedene beliebte Biografien ansiehst und Dich an einem in Deinen Augen besonders gelungenen Buch orientierst.

Folgende Tabelle gibt Dir einen kleinen Einblick, wie unterschiedlich Biografien sein können.

Tabelle 1: Beispiele für Arten von Biografien

HauptpersonTitel des BuchesArt der Biografie
Johann Wolfgang von GoetheAus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit
Selbstbiografie als poetisches Sprachkunstwerk
Otto von BismarckGedanken und ErinnerungenMemoiren
Imre KertészGedanken und Erinnerungenunerbittlicher autobiografischer Roman über die Lagerjahre in Buchenwald und Auschwitz
Bruno Doesseker alias Binjamin WilkomirskiBruchstückeGefälschte KZ-Biografie
Anna WimschneiderHerbstmilchLebenserinnerungen einer Bäuerin
Natascha Kampusch3096 TageBiografie
Die 22-jährige Natascha schreibt mit Hilfe einer Ghostwriterin die Geschichte ihrer Entführung.
Marcel ErisMontanaBlack: Vom Junkie zum YoutuberBiografie in Zusammenarbeit mit Co-Autor Dennis Sand
Steve JobsDie autorisierte Biografie des Apple-GründersBiografie
Autor: Walter Isaacson
Michelle ObamaBecoming – Meine GeschichteAutobiographie

Manche Menschen entschließen sich erst nach vielen Jahren, ihre Biografie zu schreiben, andere hingegen beginnen spontan, beispielsweise nach einem einschneidenden Erlebnis. Das Biografie Schreiben ist so vielgestaltig wie die jeweiligen Lebenswege. Regeln gibt es nur eine: Sei authentisch!

FAQ Biografie schreiben

Heißt das nun Biographie oder Biografie schreiben?

Beide Schreibweisen sind korrekt. Der Duden empfiehlt allerdings die Schreibweise mit „f“ statt mit „ph“, also Biografie schreiben.

Darf ich über andere in meiner Biografie schreiben?

Wenn Du Deine Biografie veröffentlichen willst, dann brauchst Du das Einverständnis der dargestellten Personen. Ansonsten kannst Du bei Deinem Projekt, eine Biografie zu schreiben, wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten verklagt werden.

Kann ich mich beim Biografie Schreiben an meinem Lebenslauf orientieren?

Das Schreiben eines Lebenslaufes erfolgt nach ganz anderen Kriterien als das Biografie Schreiben. Ein Lebenslauf umfasst üblicherweise 2 Seiten im DIN-A4-Format und stellt in Tabellenform die wichtigsten Fakten aus dem Leben der Person dar. Beim Biografie Schreiben kann er sich aber als Zeitleiste hilfreich erweisen.

Kann ich einen Ghostwriter für das Schreiben meiner Biografie beauftragen?

Der Ghostwriter kann beim Biografie Schreiben alle Nutzungsrechte an dem Buch abtreten. So etwas lässt sich vertraglich regeln. Nicht abgeben hingegen kann er seine Urheberschaft, denn diese ist im deutschen Recht nicht abtretbar.

Literatur

von Engelhardt, Michael (2018): Schreiben und bildnerisches Gestalten in der Biografie. In: Bosch A./ Pfütze H. Ästhetischer Widerstand gegen Zerstörung und Selbstzerstörung. Kunst und Gesellschaft, 1. Auflage Wiesbaden.

Liebold, Renate (2018): Autobiografieanalyse und dokumentarische Methode am Beispiel der Wirtschaftselite, In: Industrielle Beziehungen, 1-2018, S. 105-127, Leverkusen.

Laferl, Christopher / Tippner, Anja (Hrsg.) (2016): Texte zur Theorie der Biografie und AutoBiografie, 1. Auflage Stuttgart.

Vedral, Johanna / Ederer-Fick, Elfriede (2015): Schreibforschung und Schreibdidaktik. In: Forschungsgeleitete Lehre in einem Massenstudium. Lernweltforschung, 1. Auflage Wiesbaden.

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