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Buch veröffentlichen im Verlag – So geht’s!

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Buch veröffentlichen


Ein Buch veröffentlichen ist an sich ganz einfach: Laut Duden ist ein Buch ein „größeres, gebundenes Druckwerk“, gleichzeitig auch ein „in Buchform veröffentlichter literarischer, wissenschaftlicher o.ä. Text“. Schreibst Du also einen Text, lässt ihn binden und veröffentlichen, kannst Du Dich Buchautor nennen. Dementsprechend werden in Deutschland jedes Jahr zehntausende Bücher veröffentlicht. Ein Buch veröffentlichen – das machen also viele!

Wie kann ich mein Buch veröffentlichen?

Jedes Buch ist ein eigenes Werk für sich. Dementsprechend gibt es nicht die EINE Publikationsform, die richtig ist, wenn Du ein Buch schreiben und veröffentlichen willst. Seit der Einführung des Kindle Direct Publishing in 2011 ist schließlich auch bei den etablierten Verlagen angekommen, dass es Kindle-Bücher, die im Self-Publishing entstanden sind, ebenso auf die Bestsellerlisten schaffen können wie Bücher, die von Verlagen veröffentlicht und vermarktet werden. Diese Bücher durchlaufen dann oft statt dem Lektorat im Verlag ein professionelles Buch Lektorat oder Roman Lektorat.

Diese Sichtweise ist aber vor allem dann relevant, wenn Du Dich dem Bereich Belletristik / kreatives Schreiben widmen willst und beispielsweise einen Roman schreiben. Bücher aus dem Bereich der Sachliteratur werden oft von Verlagen publiziert. Dies kann, beispielsweise bei wissenschaftlichen Fachbüchern, mehrere Gründe haben. Zum einen liegt es daran, dass Verlage mit ihren Fachlektoren auch für die Reputation eines Autors und somit in gewisser Weise auch für die Richtigkeit und Verlässlichkeit der Inhalte bürgen. Zum anderen sind beim Sachbuch schreiben, etwa bei Kochbüchern oder Lifestyle-Büchern, eine aufwendige Bebilderung und Gestaltung sehr gefragt. Der Markt verlangt heutzutage immer noch nach Büchern, die man anfassen kann

Doch auch Sachbücher werden als e-Book immer beliebter. Dies gilt vor allem, wenn sie zu aktuellen Themen erscheinen, die von Verlagen nicht zeitnah angeboten werden können. In diesen Fällen lohnt sich das eBook schreiben oft mehr. Hinzukommend sind sie unabdingbar, da jüngere Menschen in der Regel vermehrt den Content via e-Books konsumieren (vgl. Krommer, 2016).

Lektorat & Korrekturlesen für

Lektorat für Fremdsprachen

Buch veröffentlichen im Verlag in 6 Schritten

Willst Du Autor werden, musst du also für Dich selbst entscheiden, was am besten zu Deinem Buchtyp, Genre und der Zielsetzung, die Du mit Deinem Buch verfolgst, passt. Entscheidest Du Dich dafür, einen Verlag zu suchen, um Dein Buch zu veröffentlichen, gehst Du am besten Schritt für Schritt vor.

Tabelle 1: Die 6 Schritte bis zum Veröffentlichen Deines Buches im Überblick

Die 6 Schritte im Überblick To Do: Deine Aufgaben Fragen an Dich
1.     Verlag finden Recherche Welcher Verlag passt zu mir?
2.     Manuskript einreichen Exposé schreiben Was macht mein Buch aus?
3.     Buchvertrag Konditionen genau checken Was ist mir bei einem Vertrag wichtig?
4.     Cover und Klappentext Kompromissbereitschaft Wie viel Mitspracherecht ist mir wichtig?
5.     Textbearbeitung Nachbearbeitung Mit welchen Text-Änderungen kann ich leben?
6.     Vermarktung Lesungen und PR Was kann ich tun, um mein Buch noch besser zu verkaufen?

Verlag finden

Viele Autoren verzweifeln, während sie nach einem Verlag für ihr Buch suchen. Dabei ist es absolut üblich, eine Absage oder gar keine Nachricht vom Verlag zu erhalten. Selbst weltweit erfolgreiche Autoren wie J. K. Rowling machen eine solche Erfahrung: Für den ersten Harry-Potter-Band erhielt Rowling einige Absagen, doch nachdem der Verlag Bloomsbury „Harry Potter und der Stein der Weisen“ veröffentlichte, verkaufte sich das Buch über 450.000.000 Mal, Tendenz steigend (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Wie aber kannst Du die eigenen Erfolgschancen verbessern, um einen Verlag zu finden?

Übrigens:

Auch das Dissertation veröffentlichen funktioniert meist über an die Universität gekoppelte Verlage, wie beispielsweise den Universitätsverlag Potsdam oder über die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.

Manuskript einreichen

Zunächst solltest Du Dir überlegen, bei welchem Verlag Du das Manuskript zum Buch veröffentlichen einreichen willst. Verschiedene Verlage haben ein unterschiedliches Verlagsprogramm – dementsprechend wirst Du Dich, wenn Du ein Kinderbuch schreiben willst, wahrscheinlich an einen anderen Verlag wenden als für’s Krimi schreiben oder Biografie schreiben. Du solltest Dich also fragen, ob Dein Buch auch zum jeweiligen Verlag und seinem Programm passt – diese Frage wird sich der Verlagslektor nämlich ebenfalls stellen!

Der Verlagslektor ist wiederum die Person, bei dem jeden Tag Bücher landen, obwohl er nur wenig Platz im Programm hat. Seine Aufgabe ist es ein Urteil über die Qualität zu fällen und die Chancen für das Werk im bestehenden Markt einzuschätzen (Vgl. Schönstedt, 1999). Lektoren sind somit lebensnotwendig für die Bücherverlage und bestimmen das Wachstum weitgehend mit (Vgl. Draksal, 2005). Neue Autoren haben deshalb nur eine geringe Chance, vom Verlag ein Angebot für eine Zusammenarbeit zum Buch veröffentlichen zu erhalten. Das Werk, dass Du einreichst, sollte also fehlerfrei geschrieben sein und schon auf den ersten Seiten vermitteln, warum man unbedingt weiterlesen sollte.

Alternativ nutzen viele Autoren die Dienste eines Literaturagenten. Er verfügt über die nötigen Verbindungen zu den Verlagslektoren, sucht den richtigen Verlag aus und kontaktiert ihn selbstständig. Dadurch kannst Du Dir als Autor viel Mühe ersparen und kommst doch leichter ans Ziel. Verlagslektoren können sich bei den Literaturagenten immerhin darauf verlassen, dass sie eine Vorauswahl getroffen haben – so sparen sich die Verlage Zeit.

Dein Job im Bereich Textservices

Buchvertrag: Worauf muss man achten?

Hat schließlich doch ein Verlag angebissen, der Dein Buch veröffentlichen will, bietet er dem Autor einen Buchvertrag an. Dieser enthält üblicherweise im Bereich Belletristik ein Honorar und Tantiemen. Das Honorar wird in jedem Fall gezahlt, die Tantiemen hingegen sind ein prozentualer Anteil am Gewinn, der über das Honorar hinausgeht. Bei Sachbüchern gibt es einige Verlage, die sogar einen Druckkostenzuschuss verlangen – bei denen man also bezahlen muss, statt bezahlt zu werden. Geld am eigenen Buch verdient der Autor dabei nur durch die Tantieme.

Dies ist in diesem Bereich aber nicht unüblich, da beispielsweise wissenschaftliche Fachbücher nur in kleinen Auflagen und für ein sehr überschaubares Publikum gedruckt werden. Hier ohne Druckkostenzuschüsse als Verlag einen Gewinn zu erzielen, ist also fast unmöglich. Große Wissenschaftsverlage kommen teilweise durch Querfinanzierung ihres Verlagsangebotes trotzdem ohne Zuschüsse aus. Das ist auch bitter nötig, denn nicht wenige Bücher spielen so gut wie gar kein Geld in die Verlagskassen (Vgl. Hagener, 2015).

Zusätzlich zum Gewinn am Buch solltest Du auch noch auf andere Punkte achten, wenn Du einen Buchvertrag unterschreibst. Vielen Autoren ist beispielsweise ein Mitbestimmungsrecht beim Buchcover und dem Buchtitel sehr wichtig. Dieses Mitbestimmungsrecht ist aber nicht immer Teil des Vertrages. Achte darauf, wann die Rechte am Buch wieder auf den Autoren zurückfallen und wie die Verwertungsrechte am Buch, etwa für eine Adaption des Buches als Drehbuch, geregelt sind. Es empfiehlt sich, einen Buchvertrag genau zu lesen – wie jeden Vertrag!

Cover und Klappentext festlegen

Je nach Buchvertrag wird der Autor an der Auswahl eines Covers beteiligt und kann auch den Klappentext des Buches absegnen. Häufig steht die Wahl des Covers noch vor der Überarbeitung des Buchtextes, da die Verlagsprogramme viel Vorlauf brauchen und das Cover und der Klappentext frühzeitig für Marketingzwecke genutzt werden sollen. Verlage wissen oft sehr genau, welches Cover für das Genre oder das Zielpublikum eines Buches passend sind. Gefällt Dir das Layout Deines Buches aber überhaupt nicht, weckt es Erwartungen, die das Buch nicht erfüllen kann oder ist das Cover fachlich zweifelhaft (bei einem Fachbuch wäre das ein großes Unglück), solltest Du auf jeden Fall protestieren.

Dies gilt natürlich auch für den Titel des Buches. Viele Autoren hängen an dem Titel, den sie ihrem Buch gegeben haben und es fällt ihnen schwer, sich auf einen neuen Titel für ihr Buch einzulassen. Zudem ist es immer ein schmaler Grat zwischen einem spannenden und einem reißerischen Titel. Gerade als Autor eines Sachbuchs ist dieser Balanceakt für viele Autoren schwierig. Das Vertrauensverhältnis zum Verlagslektor und eine gute Kommunikation zwischen Verlag und Autor sind hier die wichtigsten Faktoren für das Gelingen dieses Wagnisses.

Textbearbeitung durch den Verlag

Nachdem der Buchvertrag unter Dach und Fach ist, folgt das Lektorat des Buches. Dabei widmen sich der Lektor und der Autor noch einmal dem Buchtext. Das heißt, der Lektor geht das Buch Satz für Satz durch und bespricht mit dem Autor, wo er noch Überarbeitungsbedarf sieht. Bei belletristischen Büchern betrifft dies oft die Zeichnung der Figuren im Buch, die logische Abfolge von Ereignissen in der Handlung oder aber die dramaturgische Komposition des Stoffes. Bei Sachbüchern geht der Verlagslektor jedoch zumeist weniger streng mit dem Buchtext ins Gericht. Hier steht der Informationswert an erster Stelle und Verständlichkeit sowie die Richtigkeit der Angaben stehen im Fokus der Überarbeitungen.

Sind der Verlagslektor und der Autor eines Buches fertig mit der Überprüfung und Überarbeitung des Textes, kommt zudem ein Korrektor ins Spiel. Er kontrolliert dann den Text. Dabei legt er sein Augenmerk jedoch nicht auf den Sprachstil oder den Inhalt des Textes, sondern auf die Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Er kennt sich mit der neuen deutschen Rechtschreibung aus und korrigiert ebenso alle Tippfehler. Häufig kommt er dabei erst nach der Fahnenerstellung zum Zuge, da auch bei der Setzung des Buches Wortdoppelungen usw. entstehen können. Doch auch eine Beauftragung vor und nach der Setzung des Buches ist möglich.

Vermarktung beim Buch veröffentlichen

Wenn ein Verlag das Cover, den Klappentext, den Buchtext, den Satz, die Typografie (oft abhängig von der Reihe, in dem ein Buch entsteht) und den Preis eines Buches festgelegt hat, erfolgt der Druck des Werkes. Zu diesem Zeitpunkt ist die Marketingmaschinerie des Verlages bereits längst angelaufen.

Der Verlag hat das Buch, schon bevor es fertig ist, in sein Verlagsprogramm aufgenommen. Das Werk liegt nun Buchhändlern, Zeitungsredaktionen, der Öffentlichkeit, aber auch Wettbewerbsjurys vor. Es werden Rezensionsexemplare verschickt, vielleicht eine Lesetour geplant sowie Pressetermine mit dem Autor vereinbart, um ihn der Öffentlichkeit vorzustellen. Nun beginnt also nach dem Schreiben im stillen Kämmerlein und der Arbeit am Buch mit dem Verlagslektor der dritte Teil auf dem Weg zum Bucherfolg: die Vermarktung.

Viele Autoren finden diesen Teil ihres Jobs am anstrengendsten und sind froh, wenn ihnen der Verlag die Vermarktung ihres Buches weitgehend abnimmt. Immer häufiger müssen sich die Autoren aber auch selber an der Vermarktung beteiligen. Es wird erwartet, dass die Schreiberlinge für Interviews und Lesungen (online und offline) zur Verfügung stehen. Wenn das Marketingbudget eher klein ist, sollte der Autor zudem über verschiedene Social-Media-Kanäle auf sein Werk aufmerksam machen und mit der Community und seinem Publikum in Kontakt stehen. Schließlich ziehen Verlag und Autor an einem Strang und haben gleichermaßen Interesse das Buch zu einem Erfolg zu machen.

Produktionspyramide beim Buch veröffentlichen

Abb. 2: Produktionspyramide beim Buch veröffentlichen (Quelle: Draksal, 2005)

Wir hoffen Dich nicht dabei entmutigt zu haben, ein Buch zu veröffentlichen. Doch Du solltest Dir den Umständen bewusst sein, die auf Dich zukommen, wenn Du in den Kreis der Autoren aufgenommen werden möchtest. Wenn Du dennoch Deinen Traum verfolgen willst, solltest Du Dir diesen Leitfaden bestmöglich verinnerlichen, um auf das Unterfangen vorbereitet zu sein. Wir wünschen Dir viel Glück!

FAQ Buch veröffentlichen

Wie kontaktiere ich den Verlag, bei dem ich mein Buch veröffentlichen will?

Informiere dich auf den Internetseiten der großen Verlage. Dort findest Du meist die Antwort darauf, in welcher Form diese ein Buchangebot haben möchten. Meist wollen die Verlage eine Leseprobe und ein Exposé haben. Auf der Internetseite wirst Du wahrscheinlich auch die Kontaktdaten der Person finden, die Dein Manuskript entgegennimmt.

Was muss vor der Veröffentlichung meines Buches in die Leseprobe?

Da Agenturen daran interessiert sind Deinen Schreibstil kennenzulernen, solltest Du Dir bewusst Deine Lieblingsstelle des Buches oder eine Stelle, die Dir besonders gelungen ist aussuchen. Meist eignet sich der Anfang dafür am Besten, weil er einen guten Einstieg bietet und Lust auf mehr macht. Der Umfang sollte sich irgendwo zwischen 15 und 30 Normseiten wiederfinden.

Welche Erfahrungen sollte ich mitbringen zum Buch veröffentlichen?

Grundsätzlich gibt es natürlich keine Vorgaben, um ein erfolgreiches Buch zu veröffentlichen. Nichtsdestotrotz ist es unabdingbar, dass Du Spaß am Schreiben hast und Grammatik für Dich kein Fremdwort ist. Erfahrungen, zum Beispiel als Blogger oder im journalistischen Sektor sind natürlich immer gern gesehen, wenn auch kein Muss.

Welche Informationen sollte ich beim Verlag über mein Buch angeben?

Bessere Chancen, dass ein Verlag Dein Buch veröffentlicht, hast Du mit einem guten Exposé. Das enthält den Namen des Autors/in, die Länge des vollständigen Manuskripts in Zeichenzahlen (Leerzeichen inbegriffen), das entsprechende Genre des Buches, den Schauplatz, eine zeitliche Einordnung, Angaben, ob das Buch ein Einzeltitel oder eine Reihe ist, eine kurze Beschreibung der Hauptpersonen, eine kurze (5-10 Sätze) und eine lange Zusammenfassung (1-2 Normseiten) des Buches.

Literatur

Draksal, Michael (2005): Verlagsgründung in Deutschland, Draksal Fachverlag, Leipzig.

Hagener, Michael (2015): Zur Sache des Buches, Wallstein, Göttingen.

Krommer, Axel (2016): Digitale Jugendliteratur: Social Media, eBooks und Apps.

Schönstedt, Eduard (1999): Der Buchverlag, Springer Verlag, Heidelberg.

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