Vom Skript zum Buch: Tipps für die stressfreie Veröffentlichung der Dissertation

Dissertation veröffentlichen


19 Feb Vom Skript zum Buch: Tipps für die stressfreie Veröffentlichung der Dissertation

Wenn man eine Dissertation veröffentlichen will, kann das in jedem Fall ein teures Unterfangen sein, besonders, wenn man in einem der renommierten Verlage unterkommen möchte. Das muss jedoch nicht unbedingt sein. Man kann sich mittlerweile zwischen einer Vielzahl von Veröffentlichungsmöglichkeiten entscheiden. Vom günstigen Dissertationsverlag bis hin zur elektronischen Veröffentlichung gibt es dann viele Spielarten.

Insgesamt sollte man sich die Fragen stellen, wo es nach der Promotion hingehen soll. Dann ist es einfacher, sich für eine Publikationsmöglichkeit zu entscheiden. Aber welche Möglichkeiten bestehen?

Dissertation veröffentlichen als Monographie oder Sammeldissertation

Das Dissertation Veröffentlichen ist der letzte Schritt zur Erlangung der Doktorwürde. Nach der mündlichen Prüfung (Disputation) und der Freigabe zum Druck, kann die letze Hürde in Angriff genommen werden. Dabei unterscheiden sich Monographien und Sammeldissertationen sehr. Während eine Monographie ein schriftliches Werk aus einem Guss ist, besteht eine Sammeldissertation aus mehreren Artikeln. Ob eine Sammeldissertation (auch kumulative Dissertation genannt) an der jeweiligen Fakultät genehmigungsfähig ist, regelt die Promotionsordnung.

Die kumulative Dissertation muss mit dem “Gewicht” einer Dissertation vergleichbar sein (Münch, 2013, S. 176). Dies ist nicht ganz unproblematisch. Der Doktorand muss meist Erstverfasser sein und ihm muss auch der Hauptteil der Arbeit zugerechnet werden können. Viele Promotionsordnungen haben dabei eigene Richtlinien, wie z.B. die medizinische Fakultät der Ludwig-Maximilian-Universität München.

Voraussetzungen für eine kumulative Promotion
Abb. 1: Voraussetzungen für eine kumulative Promotion

Kumulative Dissertationen werden in sogenannten Journals veröffentlicht. Für Monographien gelten andere Bedingungen, wie der nächste Abschnitt zeigt. Weiterhin ist manchmal ein Mix von Einzelveröffentlichungen und Dissertationsschrift, die publikumsbasierte Dissertation, möglich (Münch, 2013, S. 176). In so einer Fassung sind vorangegangene Einzelveröffentlichungen als Kapitel oder andere Teile der Dissertationsschrift enthalten. Dies ist jedoch nur selten erlaubt und mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, weil es meistens ein Vorveröffentlichungsverbot gibt. Außerdem kann man nicht nachweisen, inwieweit die Gutachter von Peer-Reviewed Journals Einfluss genommen haben.

Verlagsveröffentlichung oder elektronische Veröffentlichung der Dissertation

Wer eine Dissertation veröffentlichen möchte, muss zunächst die Verbesserungswünsche  der Betreuer umsetzen. Der Doktorand muss dann eine Wahl treffen. Strebt man eine Karriere in der Wissenschaft an, wird man eher einen renommierten Verlag zum Dissertation Veröffentlichen wählen (siehe auch Gunzenhäuser, 2015, S. 130). Dies ist jedoch nicht ganz einfach, da vom Verlag oftmals gewünscht wird, dass die Arbeit in eine Schriftenreihe passt. Manchmal, wenn man Glück hat, ist der Doktorvater Allein- oder Mitherausgeber einer solchen Reihe. Das macht die Platzierung “einfacher”. Ist dies nicht der Fall, kann sich das Unterfangen als sehr schwierig herausstellen.

Einfacher ist es, sogenannte Dissertationsverlage auszuwählen. Diese bieten meistens kein “Rund-um-Sorglos-Paket” der Vermarktung an, sondern nur die reine Drucklegung, ohne Formatierung und Erstellung von Grafiken, Tabellen etc. Dafür sind sie wesentlich günstiger. Während der Druckkostenzuschuss bei renommierten Verlagen schnell in den hohen vierstelligen Bereich gehen kann, liegt man bei Promotionsverlagen weit darunter.

Die günstigste Variante ist sicherlich das elektronische Dissertation Veröffentlichen. Eine solche wird man wählen, wenn man z.B. eine Karriere in der Wirtschaft anstrebt. Auf diese Art und Weise kann man die Dissertation und ihre Ergebnisse potentiellen Arbeitsgebern schnell und unkompliziert zur Verfügung stellen. Das Dissertation Veröffentlichen erfolgt dann z.B. in Zusammenarbeit mit der Hochschulbibliothek, die auch für eine ISBN Nummer sorgen kann. Die erforderlichen Druckexemplare kann man anschließend entweder über einen Copy Shop beziehen oder auch über sogenannte Book- on Demand Verlage.

Infos der Technische Universität München
Abb. 2.: Infos der Technische Universität München

Das Beispiel zeigt eine Anleitung der Technischen Universität München. Folgende schriftliche Unterlagen müssen hier eingereicht werden: der Autorenvertrag, mit dem der Universitätsbibliothek die Rechte zur Veröffentlichung eingeräumt werden, sowie der Sperrvermerk-Antrag und ein Nachweis des genehmigten Deckblattes.

Die elektronische Dissertationsveröffentlichung nimmt derzeit sehr stark zu, da die finanziellen Vorteile hier nicht von der Hand zu weisen sind.

Fremd- oder Eigenfinanzierung der Dissertation

Der Druck einer Dissertation kann, wie oben schon erwähnt, mit erheblichen Kosten verbunden sein. Diese kann man entweder selbst finanzieren oder mit einer Fremdfinanzierung aufwarten, die vielleicht schon die Promotion finanziert hat. Es gibt viele Stiftungen, die die Veröffentlichung einer Dissertation mit Druckkostenzuschüssen fördern. Einen Überblick gibt z.B. e-fellows.net oder auch die Website der Deutsche Forschungsgemeinschaft. Eher unbekannt ist der Druckkostenzuschuss der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort).

Website der VG Wort
Abb. 3: Website der VG Wort

Weiterhin gibt es natürlich auch die Möglichkeit, die Veröffentlichung über eine Auszeichnung, die einem verliehen wurde, zu finanzieren. Als Stifter kommen Bund, Länder, Gemeinden, Hochschulen, Wirtschaftsunternehmen, Stiftungen, wissenschaftliche Gesellschaften, Verbände, Vereine oder Einzelpersonen in Frage (Münch, 2013, S. 181). Eine gezielte Recherche lohnt sich hier bestimmt. Auch der Doktorvater ist hierzu ein guter Ansprechpartner.

Die Veröffentlichung der Dissertation ist der letzte Schritt zur Erlangung einer Doktorwürde und sollte gut überlegt sein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Veröffentlichung einer Monographie. In renommierten Verlagen hat man den Vorteil, dass oft Vermarktungsaspekte mehr berücksichtigt werden, in reinen Dissertationsverlagen ist der zu zahlende Druckkostenzuschuss meist wesentlich günstiger. Man sollte sich zunächst entscheiden, welchen weiteren Karriereweg man einschlagen möchte und anschließend davon abhängig machen, welche Veröffentlichungsart man wählt.

Literatur

Gunzenhäuser, R./Haase. E. (2015): Promovieren mit Plan, Ihr individueller Weg von der Themensuche zum Doktortitel, 3. Auflage, Opladen/Toronto.

Münch, von I./Mankowski, P. (2013): Promotion, 4. Auflage, Tübingen.

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