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Quellenarbeit | Hinweise + Strategien

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Quellenarbeit Hinweise


Ohne Quellenarbeit geht es nicht: Wer als Autor einer Hausarbeit, Bachelor- oder Masterarbeit wissenschaftlich arbeiten will, muss daher mit Quellen richtig umgehen können. Dabei geht es nicht nur um die Formatierung von Zitaten oder eine professionelle Plagiatsprüfung. Du solltest Deine Quellen kritisch prüfen und Inhalte exzerpieren. Vor allem aber musst Du die bestehenden Erkenntnisse in Deinen eigenen Gedankengang einbinden. So holst Du das Beste aus Deinen Quellen heraus!

Was bedeutet Quellenarbeit?

Quellenarbeit ist die Basis für jedes wissenschaftliche Arbeiten. Wenn Du einen wissenschaftlichen Text verfasst, musst Du Dich auf Originalquellen stützen, aber auch auf die Ergebnisse der Forschung von anderen Autoren. Beide Arten von Quellen musst Du dabei in Deiner Arbeit korrekt markieren. Schließlich sollen die Leser Deine Quellen zurückverfolgen können. Ferner machst Du es ihnen so möglich, fremde Erkenntnisse von Deiner eigenen geistigen Leistung zu unterscheiden. Auch können sie infolgedessen Deine Argumente besser nachvollziehen.

Aber nicht jede Quelle ist geeignet, um für Deine Forschungsfrage herangezogen zu werden. Darum solltest Du Deine Quellen kritisch prüfen. Finde heraus, ob es sich um gesichertes Wissen handelt und ob der Autor bekannt ist. Behalte darüber hinaus auch die Relevanz der Quellen für Deine Frage im Blick (vgl. Balzert 2008).

Hilfreich für die Quellenarbeit sind Exzerpte. Beim Exzerpieren fasst Du die Inhalte von Texten mit Deinen Worten zusammen. Du notierst wichtige Zitate mit ihren bibliographischen Daten und Deinen eigenen Anmerkungen. So kannst Du Dir das Material anschließend besser erschließen und einprägen. Außerdem bereitest Du es sinnvoll auf, um es später für Deine Arbeit zu nutzen.

Beispiel Exzerpte Quellenarbeit

Abb. 1: Beispiele für Exzerpte im Rahmen der Quellenarbeit (Quelle: Universität Bielefeld).

Welche Quellensorten gibt es?

Texte, Bilder und Gegenstände, die uns aus der Vergangenheit erhalten sind und von ihr Zeugnis ablegen: All das wird von Historikern als Quelle betrachtet und kann daher zur Quellenarbeit genutzt werden (vgl. Spieß 2014). Folglich stellen Briefe, Akten, Verträge, Gesetzestexte, Reden, Urkunden, Bücher und Zeitungen wertvolle Quellen für viele Zweige der Forschung dar. Dasselbe gilt beispielsweise auch für Statistiken, Filme, Fotos, Bilder, Musik oder auch mündliche Überlieferungen. Zu Quellen im Sinne von wissenschaftlicher Literatur zählen jedoch vor allem Fachbücher, Fachartikel in Zeitschriften, Aufsatzsammlungen und Konferenzbänden, Studien und Forschungsberichte.

Generell unterscheidet man bei der Quellenarbeit zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärquellen. Primärquellen sind Originalquellen, also Informationen „aus erster Hand“. Folglich gehören dazu Forschungsberichte von Wissenschaftlern, die empirische Daten gesammelt, ausgewertet und ihre Ergebnisse veröffentlicht haben. Auch Dissertationen und Habilitationen, eigene Erhebungen und Interviews mit Experten zählen demzufolge zu Primärquellen. Dagegen sind Sekundärquellen solche, die sich auf Primärquellen beziehen. Sie fassen diese zusammen, zitieren sie, werten sie aus und deuten sie. Egal, um welche Quelle es sich letztlich handelt: Richtig zitieren ist unerlässlich.

Unser Tipp:

Nutze für Deine Arbeit vor allem Primärquellen. Stütze Dich demnach auf Sekundärquellen nur dann, wenn Du keinen Zugang zur Primärquelle hast. Stelle auch sicher, ob die Sekundärquelle zuverlässig ist. Das empfiehlt auch die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Tertiärquellen werten Primär- und Sekundärquellen aus. Sie liefern demzufolge einen Überblick über ein bestimmtes Thema. Dabei handelt es sich meist um Lexika, Wörterbücher, Handbücher und Glossare. Zwar kannst Du sie nutzen, um Dich zu orientieren und über bestimmte Begriffe zu informieren. Verzichte jedoch besser darauf, Tertiärquellen zu zitieren (vgl. Samac 2014).

Warum ist sorgfältige Quellenarbeit so wichtig?

Eine genaue Quellenarbeit ist Voraussetzung für jede seriöse wissenschaftliche Arbeit. Denn wenn Du Deinen Text verfasst, musst Du auf den aktuellen Stand der Forschung aufbauen. Und Du setzt Dich mit einer relevanten Frage auseinander, um zu einer neuen Erkenntnis zu gelangen. Deine Arbeit muss verständlich und nachvollziehbar sein und eine logische Argumentation haben. Die Angaben darin sollten es anderen möglich machen, Deine Ergebnisse zu überprüfen und zu reproduzieren (vgl. Eco 2010). Damit Du diesem Anspruch gerecht wirst, musst Du Dich auf zuverlässige Inhalte berufen. Deswegen musst Du seriöse Buchquellen angeben, mit denen Du wiederum sorgfältig umgehen musst.

Wenn Du z. B. in Deiner Arbeit eine These aufstellst, formulierst Du eine zugespitzte und kontroverse Behauptung. Anschließend ist Deine Aufgabe, sie kritisch zu hinterfragen und zu begründen. Darauf weist ein Handout der Goethe Universität Frankfurt am Main hin. Auch dafür brauchst Du Argumente, die auf seriösen Quellen beruhen.

Gründe Quellenarbeit

Abb. 2: Wichtige Gründe für sorgfältige Quellenarbeit (Quelle: Technische Universität Hamburg).

Quellenarbeit: Prüfung der W-Fragen

Keine Quelle steht im luftleeren Raum. Viele Faktoren nehmen Einfluss auf ihre Aussage. Zum Beispiel Zeit und Ort oder die Absicht des Autors. Darum ist es bei der Quellenarbeit wichtig, Texte in ihrem Kontext zu sehen. Hinterfrage immer die kommunikative Situation:

1. WAS wird gesagt? Was wird evtl. verschwiegen?

2. WIE wird es gesagt und um welche Art von Text handelt es sich?

3. WER sagt etwas und was ist über den Autor, seine Glaubwürdigkeit und Ziele bekannt?

4. WARUM wird es gesagt?

5. WANN wurde der Text geschrieben? Wie groß ist der zeitliche Abstand des Autors zum genannten Geschehen?

6. WO wurde es gesagt und veröffentlicht?

7. WEN soll der Text ansprechen?

8. WELCHE Wirkung soll er auf seine Leser haben?

Die Rolle der W-Fragen für die Quellenarbeit betont auch das Merkblatt der Universität Basel.

Wodurch zeichnet sich wissenschaftliche Quellenarbeit aus?

Wissenschaftliche Quellenarbeit erfordert ein sorgfältiges und kritisches Vorgehen. Prüfe daher die Herkunft der Texte, die Du bei der Literaturrecherche gefunden hast. Gut, wenn der Verfasser bekannt und aktiv in seinem Fachgebiet ist. Auch wenn der Text in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht wurde, spricht das für seine Qualität. Dasselbe gilt, wenn die Quelle in Verbindung mit einer angesehenen Institution steht. Außerdem hat jede seriöse wissenschaftliche Publikation ein ausführliches Quellenverzeichnis. Neben dem soliden Umgang mit Quellen ist auch eine professionelle Quellenanalyse unverzichtbar.

Nachdem Du den Ursprung der Quelle geprüft hast, betrachte auch ihren Inhalt kritisch. Ist er glaubwürdig, vernünftig und nachvollziehbar? Sind seine Aussagen darüber hinaus nachweisbar? Achte darauf, ob der Autor genau gearbeitet hat und ob er in einem sachlichen Stil schreibt. Das rät auch ein Handout der Hochschule Düsseldorf. Falls möglich, vergleiche bei der Quellenarbeit Texte verschiedener Autoren, um ein objektives Bild zu erhalten.

Eigenschaften Quellen Quellenarbeit

Abb. 3: Stelle bei der Quellenarbeit diese Ansprüche an die Texte. (Quelle: Hochschule Düsseldorf)

Worauf sollte man bei der Quellenarbeit achten?

Wichtig ist, dass Du bei Deiner Quellenarbeit Texte nutzt, die in klarem Bezug zu Deiner Frage stehen. Zeige auch, dass Du Dich kritisch mit ihnen auseinandergesetzt hast. Zitate sollten sich sinnvoll in Deine Argumentation einfügen, wobei Du sie durch Deine eigenen Gedanken ergänzen und erweitern musst. Das betont auch der Leitfaden der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dadurch gelangst Du zu Deiner eigenen Antwort auf Deine Forschungsfrage, während Deine Quellen zum Erkenntnisgewinn beitragen.

Im Rahmen der Quellenarbeit musst Du Zitate in Deiner Arbeit 1:1 wiedergeben. Außerdem musst Du sie richtig formatieren und mit einer vollständigen und korrekten Quellenangabe versehen. Dasselbe gilt für sinngemäße Umschreibungen mit Deinen eigenen Worten (Paraphrasen). Zusätzlich ist ein Quellenverzeichnis einer Bachelorarbeit Pflicht. Dafür solltest Du ein Literaturverzeichnis in Word anlegen oder ein Programm zur Literaturverwaltung nutzen. Ein genauer Umgang mit Quellen ist notwendig, weil Du nur so folgenschwere Plagiate und Verletzungen vom Urheberrecht vermeiden kannst.

Hilfsmittel zur Quellenarbeit

Hilfreiche Literatur erleichtert Dir die Quellenarbeit. Mit Hilfsmitteln kannst Du Quellen demzufolge schneller einordnen und ihre Seriosität beurteilen. Zusätzlich kannst Du auch ihren Inhalt besser erschließen.

Handbücher behandeln ein Thema systematisch. Folglich helfen sie Dir bei der Orientierung. Du kannst sie meist auch als Ausgangspunkt für Deine Quellensuche nehmen.

In „kritischen Ausgaben“ findest Du meist mehrere Versionen eines Textes. Sie zeigen seine Entwicklung vom ersten Entwurf bis zur „Ausgabe letzter Hand“, also der Edition, die der Autor zuletzt redigiert hat. Zusätzlich enthalten sie einen „textkritischen Apparat“. Das sind sachliche Erklärungen, Erläuterungen zu Korrekturen, zur Wirkungsgeschichte etc. Also stützt Du Dich damit auf streng geprüftes Wissen.

In einer sogenannten „Quellenkunde“ werden die Quellen zu bestimmten Themen aufgelistet und wissenschaftlich bewertet. Daher kannst Du Dich mit ihrer Hilfe sehr gut orientieren. Daneben gibt es noch Spezialliteratur, die sich mit besonderen Themen oder bestimmten Einzelfragen beschäftigt. Falls es zu Deiner Forschungsfrage Spezialliteratur gibt, ist das für die Quellenarbeit von großem Vorteil.

Für die wissenschaftliche Quellenarbeit gelten wichtige Regeln. Mit etwas Übung werden sie schnell selbstverständlich. Achte vor allem auf einen sorgfältigen und kritischen Umgang mit Deinen Quellen. Nutze Techniken und Hilfsmittel wie Handbücher und kritische Ausgaben, W-Fragen und Exzerpte. Lupenreine Quellenangaben sind ein Muss! So gelangst Du besser zu eigenen Forschungsergebnissen und kannst Plagiate vermeiden.

FAQs zur Quellenarbeit

Kann ich das Internet für meine Quellenarbeit nutzen?

Grundsätzlich kannst Du Internet-Quellen nutzen. Achte hierbei aber besonders auf die Seriosität der Quelle. Es sollte sich um die Seite einer renommierten Institution oder wissenschaftlichen Zeitschrift mit Impressum und Ansprechpartner handeln. Der Autor sollte eindeutig benannt und möglichst bekannt sein. Mit einer professionellen Plagiatsprüfung kannst Du sicherstellen, dass all diese Punkte erfüllt sind. Wende unbedingt eine korrekte Zitierweise an, die neben der Internet-Adresse (URL) auch das Datum des Zugriffs nennt. Zur Sicherheit solltest Du den betreffenden Text als PDF abspeichern und ggf. als Ausdruck an Deine Arbeit anhängen. Prinzipiell solltest Du aber Quellen aus dem Internet sparsam verwenden und gedruckte Publikationen vorziehen. Achte in jedem Fall bei jeder Art von Quelle auf eine korrekte Formatierung.

Ich möchte im Rahmen meiner Quellenarbeit Wikipedia zitieren – ist das empfehlenswert?

Wikipedia solltest Du in Deiner wissenschaftlichen Arbeit nicht zitieren, da viele Autoren an ihr mitwirken, deren Identität und fachliche Qualifikation nicht nachvollzogen werden kann. Zudem kann der Inhalt der Artikel jederzeit verändert werden. Im Rahmen Deiner Recherche kannst Du Wikipedia jedoch als Hilfsmittel nutzen, um Dich generell über ein Thema zu informieren und Literaturtipps für Deine weitere Quellenarbeit zu finden.

Sind Vorlesungsskripte und Abstracts zu Vorträgen für die Quellenarbeit geeignet?

Solche Gebrauchstexte sind generell nicht zitierfähig. Sie können Dir jedoch bei der Quellenarbeit den Einstieg ins Thema erleichtern und Dir Tipps für die weitere Literaturrecherche liefern.

Wie kann ich bei der Quellenarbeit Publikationen auf ihre Seriosität hin überprüfen?

Seriöse wissenschaftliche Veröffentlichungen werden in Datenbanken und Bibliografien genannt. Auch wenn eine Publikation häufig zitiert wird, spricht das für ihre Zuverlässigkeit. Nutze bei Deiner Quellenarbeit daher auch die elektronischen Datenbanken Deiner Universität, ausgewiesene Fachdatenbanken oder beispielsweise Google Scholar und Google Books im Internet, um Dich über Deine Quelle und ihren Autor zu informieren.

Wie gehe ich bei meiner Quellenarbeit am besten systematisch vor?

Es empfiehlt sich, zu jeder genutzten Quelle sofort den Titel, Innentitel oder das Impressum zu kopieren. Lege zu Beginn Deiner Arbeit eine Textdatei oder Tabelle an, in der Du Deine Quellenangaben sammelst. So geht Dir bei der Quellenarbeit kein Beleg verloren. Es gibt auch Computerprogramme, die Dich bei der Verwaltung Deiner Literatur unterstützen. Es lohnt sich, die Features der kostenlosen und kostenpflichtigen Anbieter zu vergleichen.

Literatur

Balzert, Helmut (2008): Wissenschaftliches Arbeiten. 1. Auflage. Dortmund.

Spieß, Christian (2014): Quellenarbeit im Geschichtsunterricht. Göttingen.

Samac, Klaus (2014): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. 3. Auflage. Stuttgart.

Eco, Umberto (2010): Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. 13. Auflage. Wien.

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