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Wie funktioniert eine Plagiatssoftware?



31 Jul Wie funktioniert eine Plagiatssoftware?

Plagiatssoftware spürt Plagiate auf: Immer mehr Hochschulen verwenden mittlerweile standardmäßig Plagiatssoftware, um Täuschungsversuche in Hausarbeiten und Abschlussarbeiten aufzudecken oder zu prüfen, ob man richtig zitieren kann. Um die Prüfung mit der Software zu bestehen, können sich Studenten aber vorab mit den Möglichkeiten und Funktionen der Programme vertraut machen.

Wer weiß, wie die Software funktioniert, kann sich für seine Arbeit am besten wappnen, um nicht versehentlich in den Verdacht eines Täuschungsversuchs zu geraten. Hier gibt es einen Überblick darüber, wie die Programme funktionieren.

Was ist eine Plagiatssoftware?

Eine Plagiatssoftware oder auch Plagiatsprüfsoftware ist ein Tool, um ein Plagiat in Texten schließlich ausfindig zu machen. Es gibt mittlerweile eine Fülle verschiedener Anwendungen, die in ihren Funktionen und Preisen variieren können. Einige Anbieter bieten zudem auch kostenfreie Prüfungen an.

Die Programme kommen heutzutage an den meisten Hochschulen bei der Überprüfung von Abschlussarbeiten zum Einsatz. Sie können indes standardmäßig oder bei Verdacht angewendet werden. Dazu müssen Studenten die Arbeit neben der gedruckten auch in digitaler Form einreichen.

Das Programm durchsucht bei der Plagiatsprüfung der Abschlussarbeit oder Dissertation den Text auf Übereinstimmungen mit anderen Texten. Je nach Programm ist der Umfang der zum Vergleich herangezogenen Texte unterschiedlich.

Die Software kommt nicht nur an den Hochschulen zum Einsatz. Studenten können ebenfalls vor Einreichen der eigenen Arbeit davon Gebrauch machen. Somit kann man vorab überprüfen, ob die eigene Arbeit problematische Stellen enthält, z. B. wenn man einen Quellverweis bei einem Zitat vergessen hat. Zudem bieten manche Anbieter neben einem Lektorat der Bachelorarbeit oder Masterarbeit auch eine Suche nach Plagiaten an.

Grundfunktionen und Möglichkeiten von Plagiatssoftware

Die Suche nach Plagiaten funktioniert folgendermaßen: Man kopiert im Browser den Text in ein dafür vorgesehenes Textfeld. Andere Tools erlauben alternativ auch das Hochladen von Textdokumenten, PDF oder weitere Dateiformate. Einige Tools haben eine Beschränkung bei der Textlänge.

Manchmal kann man auch einen Link für die Überprüfung angeben. Nachdem man den Text zugänglich gemacht hat, gleicht das Tool ihn mit allen ihm zur Verfügung stehenden Datenbanken auf Ähnlichkeiten ab.

Bis zum Ergebnis der Prüfung können je nach Umfang des Textes wenige Minuten vergehen. Die Software gibt Ergebnisse in Prozentangaben aus und liefert außerdem Namen bzw. Links zu den ursprünglichen Quellen. In einer weiteren Ansicht werden identische oder ähnliche Textstellen meist farblich hervorgehoben.

Plagiatssoftware: Kein Datenpool ist vollkommen

Der Umfang der Texte, mit denen die Software den zu prüfenden Text vergleicht, kann sehr stark variieren. Besonders hier zeigen sich große Unterschiede zwischen Freeware und kostenpflichtigen Diensten. Erstere durchsuchen meist bloß Artikel, die frei im Internet zugänglich sind und gleichen die Arbeit auf identische Formulierungen ab.

Kostenpflichtige Tools oder Anbieter greifen hingegen häufig auf größere Datenbanken elektronischer Artikel zurück. Mit zunehmender Digitalisierung neuer und bereits existierender Literatur wird der Datenpool, den das Programm zur Überprüfung heranzieht, immer größer (Töpfer, 2012, S. 392).

Viele Quellen kann man jedoch weiterhin nicht zur Prüfung verwenden, da die Programme sich auf elektronische Quellen beschränken müssen. Zum Glück wird mittlerweile aber auch ältere Literatur nachträglich digitalisiert. Somit stehen je nach Software auch diese Quellen zum Vergleich zur Verfügung.

Grenzen der Plagiatssoftware für die Bachelorarbeit und Masterarbeit

Nicht jede Art von Plagiat kann die Software erkennen. Es sucht vor allem nach identischen oder ähnlichen Textstellen, also nach solchen, die durch Copy-and-Paste entstehen.

Teilweise paraphrasierte Passagen können einige Programme zwar ebenfalls noch identifizieren. Verwendet man jedoch überwiegend Synonyme oder ändert die Satzstruktur, z.B. durch Umschreiben, bleiben die Plagiate unentdeckt. Ebenso übergeht die Software wörtliche Übersetzungen von fremdsprachigen Quellen. Weitere Ergebnisse hält die Forschungsgruppe Plagiat der HTW Berlin bereit (Vgl. Ergebnisse des Plagiatserkennungssoftware-Tests 2013).

Zudem schlägt die Software auch bei einwandfreien Textstellen manchmal fälschlicherweise Alarm. Das kann passieren, wenn Programme für die Wissenschaftssprache typische Formulierungen als Plagiate einstufen, da sie gleich oder ähnlich in anderen Publikationen vorkommen (Vgl. Programme im Test im Spiegel). Dies kann man getrost ignorieren.

Bei all dem sollte man aber auch nicht vergessen, dass die meisten Betreuer mit der Literatur ihres Fachbereichs so vertraut sind, dass sie die Ursprünge grundlegender Ideen, Forschungsergebnisse und Forschungsfragen selbst identifizieren können (Prexl, 2016, S. 144). Zudem werden sie stutzig, wenn die Leistung eines Studierenden besser ist, als der bisherige Eindruck vermuten ließ, oder wenn man Brüche in der Sprache bemerken kann.

Auch interessant zum Thema Plagiate: Alle Infos zum Ghostwriting!

Wie kann man Plagiatssoftware für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit nutzen?

Wenn man in der eigenen Arbeit Plagiate suchen will, kann man sich vorab informieren, ob und welche Software die eigene Hochschule verwendet. Viele Universitäten kommunizieren offen, dass sie Plagiatssoftware verwenden und informieren zum Umgang mit Plagiaten (siehe z. B. die Webseite zum Umgang mit Plagiaten an der Leibniz-Universität Hannover).

Eine Möglichkeit ist, die eigene Arbeit mit der gleichen Software zu prüfen, die die Hochschule verwendet, um bei deren Prüfung keine unangenehme Überraschung zu erleben (Töpfer, 2012, S. 392). Da gerade die hochwertigen Programme aber sehr teuer für Einzelanwender sind, ist es oft sinnvoll, die Prüfung bei einem professionelle Anbieter (wie Mentorium) zu buchen. Auf diese Art und Weise kann man die Vorteile und die Leistungen eines hochwertigen Tools nutzen, ohne es kaufen zu müssen. Stattdessen zahlt man nur für die einmalige Nutzung, was sehr viel kostengünstiger ist.

Nachträgliche, schlimmstenfalls in der Öffentlichkeit stehende Plagiatsskandale schädigen das Ansehen von Prüfling, Prüfer und zuständiger Institution sowie der Hochschule allgemein. Da bietet der Einsatz der Programme eine zeitsparende Möglichkeit, diesem Prozess vorzugreifen. Plagiatssoftware kommt deshalb mittlerweile bei Hochschulen und Studenten flächendeckend zum Einsatz. 

Literatur zu Plagiatssoftware

Prexl, Lydia (2016): Mit digitalen Quellen arbeiten. Richtig zitieren aus Datenbanken, E-Books, YouTube und Co., 2. Auflage, Paderborn.

Töpfer, Armin (2012): Erfolgreich Forschen. Ein Leitfaden für Bachelor-, Master-Studierende und Doktoranden, 3. Auflage, Wiesbaden.

Weiterführende Literatur:

Dreier, Thomas/Ohly, Ansgar (2013): Plagiate. Wissenschaftsethik und Recht, Tübingen.

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