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Arten von Plagiat | Hier ist Vorsicht geboten

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Diese Plagiatarten gibt es


Obwohl es verschiedene Arten von Plagiat gibt, sind ihre Ursachen gleich. Ob mit Vorsatz begangen oder nicht – die meisten tappen in die Plagiatsfalle aus Unsicherheit. Mitunter haben viele Mühe, Gedanken anderer nach wissenschaftlichen Regeln zu zitieren. Entsprechend kann eine Plagiatsprüfung helfen, solche Fehler auszumachen. Darüber hinaus sorgt eine fachgerechte Formatierung für ein professionelles Erscheinungsbild. Wie Du Plagiate selbst erkennen sowie umgehen kannst, erfährst Du hier.

Es gibt verschiedene Arten von Plagiat

Bei allen Arten von Plagiaten handelt es sich um Diebstahl, denn Du gibst dabei fremde Arbeit als Deine eigene aus (Vgl. Bergener/Clever/Stein, 2019, S. 64). Nicht nur das Kopieren ganzer Textpassagen gilt als Plagiat, sondern beispielsweise auch der Fall, wenn Du paraphrasierst, Teile aus einer anderen Sprache übersetzt oder die Gliederung einer Publikation ohne Angabe der Quelleübernimmst.

Zwar ist eine intensive Recherche das A und O für wissenschaftliches Arbeiten, oftmals bleiben aber Studierende zu nah an ihren Quelltexten. Folglich kommt es zur unbewussten Wiedergabe ganzer Satzkonstruktionen oder Argumenten und dadurch zu einer Art von Plagiat. Deshalb ist das Ablegen von Unsicherheiten und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten unumgänglich beim Anfertigen einer akademischen Arbeit.

Zumal gibt es Allgemeinwissen in jedem Fachgebiet, das keine Quellenangabe braucht. Jedoch kann die Grenze zwischen solchen allgemein bekannten Kenntnissen und dem Beginn einer Art von Plagiat fließend sein. Schlussendlich solltest Du Dich im Zweifelsfall immer für die Angabe einer Quelle entscheiden, um Dich vor nachträglichen Vorwürfen zu schützen.

Hauptsächlich tritt ein Plagiat in den folgenden Formen auf:

Arten von Plagiat – Hauptformen

Abb. 1: Arten von Plagiat nach der Universität Trier

Selbstplagiat

Mithilfe von einem Selbstplagiat überlistest Du Dich selbst. Wenn Du glaubst, dass es sich nur um ein Plagiat handelt, sobald Du von fremden Personen abschreibst, hast Du Dich getäuscht. Folglich übersiehst Du die Möglichkeit, dass Du Dich selbst plagiieren kannst.

Beispiel Falsch Richtig
Nachdem Du bereits einen wissenschaftlichen Artikel zum Thema „Plagiat“ veröffentlicht hast, möchtest Du nun eine umfangreiche Abschlussarbeit dazu schreiben. Sobald Du ganze Textpassagen, Ergebnisse oder das Literaturverzeichnis in Deine Abschlussarbeit kopierst, ohne anzugeben, dass dieses Material bereits in anderer Form von Dir publiziert worden ist. Keiner kann Dir ein Selbstplagiat vorwerfen, wenn Du Deine frühere Veröffentlichung als Quelle angibst: z. B. direkt in der Einleitung vorstellst, in Form von Zitaten belegst sowie im Literaturverzeichnis inkludierst.

Strukturplagiat

Derweil handelt es sich beim Strukturplagiat um einen Text mit gestohlenem Aufbau. Gegebenenfalls scheint die Gliederung eines Sekundärtextes zu gut, um sie nicht ebenfalls für Deine Arbeit zu nutzen. Doch Vorsicht: Wenn Du Deine „Inspirationsquelle“ nicht benennst, begehst Du diese Art von Plagiat.

Beispiel Falsch Richtig
Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis in Anlehnung an „Quelle“

 

1.   Plagiat Definition

2.   Diese Plagiatarten gibt es

3.   Die Folgen von Plagiat

4.   So vermeidest Du Plagiat

 

 

1.    Was ist Plagiat?

2.   Das sind die verschiedenen Arten von Plagiat

3.   Die Konsequenzen von Plagiat

4.   So verhinderst Du ein Plagiat

 

1.     Welche Arten von Plagiat  gibt es?

1.1  Was ist für diese Plagiatarten charakteristisch?

1.2  Vermeide Plagiat mit diesen Tipps

1.3  Plagiat – die Konsequenzen

 

Übersetzungsplagiat

Wohl eine der engagiertesten Plagiatsformen ist das Übersetzungsplagiat. Hierbei wird die Kenntnis einer anderen Sprache ausgenutzt: Wenn Du Textstellen aus einem relevanten fremdsprachigen Text für Deinen eigenen übersetzt, aber auf die Angabe der Quelle verzichtet, hast Du mittels einer Übersetzung plagiiert.

Beispiel Falsch Richtig
By most accounts, plagiarism is a dirty word, and one reserved for particularly vile, dangerous, and disruptive forms of literary activity. Dictionary definitions suggest that if one plagiarizes one violates a major rule pertaining to the use and incorporation of textual sources.

Plagiat ist in den meisten Fällen ein Schimpfwort, das einer besonders abscheulichen, gefährlichen und störenden Form der literarischen Tätigkeit vorbehalten ist. Wörterbuchdefinitionen legen nahe, dass bei Plagiaten eine wichtige Regel in Bezug auf die Verwendung und Einbeziehung von Textquellen verletzt wird.

 

Nach Bill Marsh (2007) kann man Plagiat nahezu als Beschimpfung betrachten, die eine Verletzung wissenschaftlicher Zitierregeln abstraft.

oder

Mitunter gilt der Begriff des Plagiats als „Schimpfwort, das besonders abscheulichen, gefährlichen und störenden Form der literarischen Tätigkeit“ zukommt (vgl. Marsh 2007: 31).

Ideenplagiat

 Indessen geben einige beim Ideenplagiat die Gedanken anderer als Eigenleistung aus. Dabei glauben sie ihre Spuren gut verwischen zu können, wenn sie beim Abschreiben die Wortwahl sowie den Satzbau komplett verändern. Trotzdem wird die ursprüngliche Aussage weiter durchscheinen. Demnach übernimmst Du lediglich die Idee des originären Denkers.

Beispiel Falsch Richtig
Beispielsweise findest Du als Ausgangsquelle eine Arbeit zum Thema „Wie man Plagiate von Internettexten in wissenschaftlichen Abschlussarbeiten entlarvt“. Wenn Du auf demselben Weg dieselben Ergebnisse wie der Ausgangstext präsentierst, machst Du Dich eines Ideenplagiats schuldig. Dementgegen kannst Du Dir einen anderen bzw. spezifischeren Schwerpunkt überlegen, wie z. B. „Wie man Bildplagiate in wissenschaftlichen Abschlussarbeiten enthüllt“.

Copy & Paste Plagiat

Währenddessen ist das Copy & Paste Plagiat die wohl einfachste zu verübende Plagiatart, aber auch eine, die man am einfachsten verfolgen kann. Sobald Du ganze Abschnitte aus einem Text in Deine eigene Arbeit überträgst, ohne diese Passagen als wörtliches Zitat zu kennzeichnen, verübst Du diese Art von Plagiat. Darunter fällt auch das Mosaikplagiat, in dem ganze Textteile kopiert, aber in einer anderen Reihenfolge als in der Originalquelle gesetzt werden.

Beispiel Falsch Richtig
Sobald Du ganze Abschnitte aus einem Text in Deine eigene Arbeit überträgst, ohne diese Passagen als wörtliches Zitat zu kennzeichnen, ist das reines Kopieren und somit Plagiat. Sobald Du ganze Abschnitte aus einem Text in Deine eigene Arbeit überträgst, ohne diese Passagen als wörtliches Zitat zu kennzeichnen, ist das reines Kopieren und somit Plagiat. „Sobald Du ganze Abschnitte aus einem Text in Deine eigene Arbeit überträgst, ohne diese Passagen als wörtliches Zitat zu kennzeichnen, ist das reines Kopieren und somit Plagiat.“ (Quellenangabe)

Vollplagiat

Schließlich kann man das Vollplagiat oder Komplettplagiat als die wohl gravierendste Plagiatsart bezeichnen. Denn hierbei gibst Du den kompletten Text oder eine ganze Abschlussarbeit eines anderen Autors als Deine eigene aus.

Beispiel Falsch Richtig
Beispielsweise findest Du eine alte Abschlussarbeit mit genau demselben Thema, das Du gerne behandeln wolltest. Bei dieser Plagiatart eignest Du Dir den gesamten Inhalt an und setzt dabei Deinen eigenen Namen unters Werk. Obgleich Du vielleicht Deine Zeit falsch eingeplant hast oder Dich von anderen Gründen hinreißen lässt –mit einem Plagiat dieser Art schadest Du Dir nur selbst. Somit solltest Du das fremde Werk in Dein Literaturverzeichnis aufnehmen und Dich auf Deine eigene Fragestellung und Methode verlassen.

Arten von Plagiat – Deine Checkliste

Schließlich zeigen die vielen Arten von Plagiat, dass Akademiker sehr kreativ sind, sich Lösungen und Abkürzungen auszudenken – doch die Arbeit erleichtern sie sich keinesfalls damit. Unter dem Strich kannst Du zwischen vorsätzlichen sowie unbeabsichtigten Plagiaten unterscheiden. Dabei passieren Studierenden unabsichtliche Zitat- und Formfehler viel häufiger.

Übrigens!

Inzwischen bieten viele Hochschulen Informationen und Leitfäden zur Vermeidung von Plagiaten an, wie zum Beispiel die Universität Gießen oder die Universität Stuttgart.

Wie Du verschiedene Arten von Plagiat erkennst (in Anlehnung an die Hinweise der Universitätsbibliothek Hamburg und der Universität Marburg), zeigt Dir folgende Checkliste.

Checkliste, um die verschiedenen Arten von Plagiat auszuschließen

Formale Anzeichen für ein Plagiat Beispiele Lösungen
Stilwechsel sowie (zu) gute Formulierungen Jeder Autor und jede Autorin hat Ihren eigenen Schreibstil, also auch bestimmte „Eigenheiten“. Wenn Du z. B. nie den Konjunktiv nutzt, aber plötzlich einen Absatz findest, der genau diesen Modus verwendet, kann es ein Indiz für eine vergessene Quellenangabe sein.

– mache fremde Sätze, Gedanken sowie Passagen im Vorhinein kenntlich

 

– kopiere bei Verdacht anfangs auffällige Textpassagen in Suchmaschinen

 

– nimm einen in Frage kommenden Aufsatz bzw. ein Werk zur Hand, das zu der verdachtserregenden Stelle passt

 

– vergleiche das Literaturverzeichnis mit Deinen Quellenangaben im Text – vielleicht ist ein Werk dabei, das Du nicht im Fließtext zitiert hast

 

– schließlich kann eine professionelle Plagiatsprüfung Deine Unsicherheiten besänftigen

Sprünge Achte auf plötzliche Sprünge in der Argumentation sowie unterschiedliche Zeiten.
Fremdwörter Gibt es zudem ein Fremdwort oder einen Ausdruck in Deiner Arbeit, dessen Bedeutung Du selbst nicht kennst?
Fehler in Rechtschreibung sowie Grammatik Solche Fehler zeigen an, dass eine „Einfügung“ gemacht wurde. Demgegenüber findest Du vielleicht veraltete Schreibweisen, die auf eine alte Quelle mit überholten Rechtschreibregeln hinweist.
Verschreiber in Namen Uneinheitlichkeit in der Schreibweise von Eigennamen kann allerdings auch auf ein Plagiat im Text hinweisen.
Formatierung Darunter fallen unterschiedliche Zeilenabstände, Wechsel in eine andere Schriftart sowie ähnliche augenfällige Ungleichheiten im Layout.

Die verschiedenen Arten von Plagiat sind vielfältig, denn neben den sechs genannten Plagiatsformen gibt es auch Mischvarianten. Bevor Du womöglich ein wörtliches oder paraphrasiertes Plagiat in der Abschlussarbeit abgibst, ist eine abschließende Plagiatsprüfung von Vorteil. Damit kannst Du auf Nummer sicher gehen, dass Dir auch keine folgenschweren Fehler unterlaufen sind.

FAQs zu den Arten von Plagiat

Ab wie vielen Wörtern handelt es sich um eine Art von Plagiat?

Ein Plagiat ist stets qualitativ zu bewerten, d. h. es lässt sich nicht an der Anzahl der Wörter bemessen. Selbst wenn Du nur einen Begriff verwendest, den jedoch ein anderer eingeführt und geprägt hat, und diesen ganz klar als Deinen eigenen ausweist, begehst Du eine Art von Plagiat.

Was sind die Strafen für die verschiedenen Arten von Plagiat?

Das Strafmaß für alle Arten von Plagiat ist breit gefächert. Bei ein paar vergessenen Quellenangaben müssen Studierende und Doktoranden ihre Abschlussarbeit lediglich nachbessern. Auffällig viele solcher Formfehler können zu einer nicht bestandenen Prüfungsleistung führen. Im Falle eines wiederholten und klar vorsätzlichen Vergehens, kommen Geldstrafen und Exmatrikulation in Betracht. Näheres zum Umgang mit Plagiaten findest Du zum Beispiel auf der Seite der Universität Düsseldorf.

Wie werden die verschiedenen Plagiatarten entlarvt?

Bei einer Plagiatskontrolle gibt es einerseits manuelle Verfahren, andererseits spezialisierte Software, die man einsetzen kann. Ein geübter Leser, wie es Dein Prüfer oder Deine Prüferin ist, erkennt sofort, wenn sich innerhalb eines Textes plötzlich der Schreibstil ändert – das ist meist ein guter Indikator für einen Absatz, den der Studierende aus Sekundärliteratur kopiert hat. (Vgl. Kollmann/Kuckertz/Stöckmann, 2016, S. 81) In einem zweiten Schritt wird die Arbeit mithilfe einer Plagiatssoftware geprüft. Dabei wird der Text mit Milliarden von Quellen aus dem Internet verglichen.

Arten von Plagiat: Wann verjähren plagiierte Veröffentlichungen?

Obwohl das Urheberrecht und damit das Nutzungsrecht an einem Text siebzig Jahre nach dem Tod des Autors verfällt, schadet jede Art von Plagiat dem Ruf eines Menschen – wie bereits viele öffentlich bekannte Plagiatsaffären gezeigt haben. In der Universitätswelt gibt es übrigens keine Verjährungsfrist. (Vgl. Oehlrich, 2019, S. 56)

Literatur

Bergener, Katrin / Clever, Nico / Stein, Armin (2019): Wissenschaftliches Arbeiten im Wirtschaftsinformatik-Studium: Leitfaden für die erfolgreiche Abschlussarbeit, Berlin. 

Kollmann, Tobias / Kuckertz, Andreas / Stöckmann, Christoph (2016): Das 1 x 1 des Wissenschaftlichen Arbeitens: Von der Idee bis zur Abgabe, 2. Auflage, Wiesbaden.

Marsh, Bill (2007): Plagiarism: Alchemy and Remedy in Higher Education, New York.

Oehlrich, Marcus (2019): Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben: Schritt für Schritt zur Bachelor- und Master-Thesis in den Wirtschaftswissenschaften, 2. Auflage, Berlin. 

Theisen, Manuel René (2017): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, 17. Auflage, München.

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