Die Charakteristika und Vorgaben für eine Masterarbeit

Charakteristika Masterarbeit


20 Jan Die Charakteristika und Vorgaben für eine Masterarbeit

Das Ende des Studiums ist beinahe erreicht. Um den Grad Master of Arts zu erhalten, ist es nun notwendig, eine Masterarbeit zu verfassen. Doch was sind die Charakteristika dieser wissenschaftlichen Arbeit? Der folgende Artikel zeigt, welche Elemente in einer Masterarbeit enthalten sein müssen und welche Rahmenbedingungen es einzuhalten gilt.

Jede Uni ihr eigenes Süppchen?

Um eines vorwegzunehmen: Jede Masterarbeit ist anders und folgt anderen Vorgaben. Nicht nur dem Studienfach sind Thema, Art, Umfang und Bearbeitungsdauer geschuldet, auch jede Universität gibt andere Disziplinen vor. Zudem bestehen auch gesetzliche Vorgaben, die eingehalten werden müssen.

Die Charakteristika einer Masterarbeit bestimmen unter anderem die Hochschulgesetze. In Bayern beispielsweise schreibt die Rahmenprüfungsordnung für die Fachhochschulen in Bayern vor, dass ein Student im Bachelor- oder Masterstudium bis zum Ende der jeweiligen Regelstudienzeit unter anderem in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit mindestens die Note „ausreichend“ erzielen muss.

Diese Gesetzte bilden den Rahmen, jedoch bestehen hier noch einige Eigenarten, die von der jeweiligen Hochschule, aber auch den verschiedenen Fachrichtungen abhängen. Um hier auf der sicheren Seite zu sein, sollte man unbedingt die Gepflogenheiten der eigenen Universität kennen, damit am Ende keine böse Überraschung droht.

Die jeweiligen Bestimmungen sind meist auf den Internetseiten der Hochschulen zu finden, beispielsweise die Studien- und Prüfungsordnungen der Georg-August-Universität Göttingen. Hier wird erneut deutlich, dass neben einer allgemeinen Prüfungsordnung oft auch noch spezifische Vorgaben für die einzelnen Fachbereiche gelten.

Der richtige Umfang der Masterarbeit

Information ist hier alles. Man sollte sich also unbedingt in der jeweiligen Prüfungsordnung die Auskunft darüber einholen, welche formalen Vorgaben einzuhalten sind. Bestehen hier Unsicherheiten, so hilft es, den Erstprüfer oder die Studienfachberatung um Rat zu fragen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, ob bei der Berechnung der Länge einer Masterarbeit die Seiten-, Wörter- oder Zeichenanzahl einfließen.

Daneben ist wichtig, ob Grafiken oder Tabellen in den Text eingebaut werden dürfen (und diese den Seitenumfang mitbestimmen) oder ob sie als Anhang dem Text nachgestellt werden. Dabei ist auch die erlaubte oder erwünschte Anzahl dieser Elemente von Bedeutung. Es gibt allerdings auch Prüfungsordnungen, die nicht auf die Textlänge der Masterarbeit eingehen. Hier wird nur eine maximale Bearbeitungszeit vorgegeben.

Dennoch bestehen in den meisten Fällen Richtwerte, die den Umfang der Masterarbeit grob umreißen. So kann man normalerweise von 12.000 bis 20.000 Wörtern ausgehen. Dies entspricht etwa 40 bis 70 Seiten an reinem Textinhalt. Manche Studienfächer bedingen aber auch umfangreichere Arbeiten, hier sind bis zu 120 Seiten möglich.

Auch die Dauer der maximalen Bearbeitungszeit lassen Rückschlüsse auf den Umfang der Masterarbeit zu. So sollten beispielsweise an manchen Universitäten bei einer Bearbeitungsdauer von einem Monat etwa 15 bis 20 Seiten abgegeben werden. Dies steigert sich bei drei Monaten auf 50 bis 80 Seiten. Hingegen werden bei einem Zeitraum von sechs Monaten, die zur Bearbeitung der Masterarbeit anberaumt werden, zwischen 60 und 120 Seiten erwartet.

Auf Los geht’s los!

Die Bearbeitungszeit der Masterarbeit beginnt üblicherweise mit deren Anmeldung beim zuständigen Prüfungsamt. Dazu sind je nach Hochschule verschiedene Voraussetzungen nötig. Auch diese sind den Zulassungsvoraussetzungen der Universität zu entnehmen. Beispielsweise muss eine gewisse Anzahl an Credit Points nach dem ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) erworben worden sein, um für die Anmeldung der Master-Thesis zugelassen zu werden.

Des Weiteren ist es notwendig, eine gewisse Regelstudienzeit absolviert zu haben. Anderenfalls darf hingegen oft eine Höchststudiendauer nicht überschritten werden oder es muss ein Verlängerungsantrag gestellt werden. Masterarbeiten in Sprachwissenschaften erfordern zudem häufig einen Nachweis über einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt.

Eine weitere Voraussetzung für die Anmeldung einer Masterarbeit besteht darin, dass sowohl ein Thema für die wissenschaftliche Arbeit gefunden wurde wie auch ein Betreuer. Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld gut über alle Modalitäten zu informieren, denn sie sind letztendlich auch für die Wahl des Betreuers entscheidend (vgl. Greetham 2009: 14 f.). Oft muss dieser ebenfalls die Anmeldung beim Prüfungsamt schriftlich bestätigen.

Es gilt sich also schon im Vorfeld einen Überblick darüber zu verschaffen, was in der wissenschaftlichen Arbeit abgehandelt werden soll (vgl. Kruse 2010: 78). Ein späteres Abändern des Themas ist zwar manchmal möglich, doch oft auch mit einem größeren Aufwand verbunden. Teilweise ist es bei manchen Hochschulen schon üblich, die Masterarbeit online anzumelden – aber auch dies ist aus der Prüfungsordnung der jeweiligen Universität ersichtlich.

Papier oder digital – formale Anforderungen der Bachelorarbeit

Um noch einmal auf den Umfang der Masterarbeit zurückzukommen: In die Seitenberechnung fließt der reine Textanteil ein – ab Einleitung bis zum Fazit. Nicht einberechnet werden Deckblatt, Danksagung, Inhaltsverzeichnis, Eidesstattliche Erklärung und andere Anhänge. Doch auch andere formale Anforderungen gilt es zu beachten.

So schreibt beispielsweise die Prüfungsordnung auch vor, in welcher Form die Prüfungsarbeit vorzulegen ist. Einige Hochschulen begnügen sich mit der digitalen Form, um eine Plagiatsprüfung machen zu können. Doch Achtung! Hierbei muss die Eidesstattliche Erklärung ausgedruckt und eigenhändig unterschrieben werden. Erst wenn diese dem Prüfungsamt vorliegt, gilt die Arbeit als vollständig abgegeben. Dies muss bei der Frist zur Einreichung berücksichtigt werden.

Andere Universitäten möchten, dass die Maser-Thesis ausgedruckt und gebunden ist und in zweifacher Ausfertigung dem Prüfungsamt vorgelegt wird. Einige Hochschulen hingegen verlangen eine Kombination aus digitaler und Papierform. Auch diese Gepflogenheiten sind der jeweiligen Prüfungsordnung zu entnehmen. Hierin ist auch beschrieben, welche Formatierung erwünscht ist.

So gibt es beispielsweise Anforderungen an die Typographie wie Schriftgröße und -art, der Zeilenabstand ist vorgegeben oder die Abstände zu den Rändern definiert. Aber auch die einzelnen Bestandteile der Arbeit und deren Reihenfolge sind in der Prüfungsordnung festgelegt. Dabei wird oft auch genau beschrieben, welche Anforderungen für das Deckblatt gelten. Das bedeutet, dass hier festgelegt ist, welche Elemente in welchem Bereich dieser Seite erscheinen sollen. Zudem begrüßen manche Universitäten einen professionellen Sprachservice. Auch darüber sollte man sich im voraus informieren.

So vielfältig die Hochschullandschaft hierzulande ist, so vielfältig sind auch die Charakteristika der wissenschaftlichen Arbeiten. Denn je nach Hochschule sind die Charakteristika einer Masterarbeit unterschiedlich. So sollte man auf jeden Fall die Prüfungsordnung der eigenen Universität gut durcharbeiten, um nichts zu übersehen. Sind dann noch Fragen offen, so können diese der Betreuer der Masterarbeit oder Mitarbeiter des Prüfungsamtes kompetent beantworten.

Literatur

Greetham, Bryan (2009): How to Write your Undergraduate Dissertation, New York.

Kruse, Otto (2010): Lesen und Schreiben – Der richtige Umgang mit Texten im Studium, Konstanz.

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