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Qualitative Forschung und quantitative Forschung

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Qualitative Forschung und quantitative Forschung


Qualitative Forschung? Quantitative Forschung? Oder doch lieber einen Mix aus beiden Formen? Wir geben Dir zuerst einen Überblick über die unterschiedlichen Arten für ein Forschungsdesign und stellen die wichtigsten empirischen Forschungsmethoden vor. Wir veranschaulichen sie abschließend anhand von Beispielen. Kurz gesagt, Du erfährst im Folgenden, was die richtige Forschungsmethode für Deine wissenschaftliche Arbeit ist und wie Du sie anwendest!

Was ist qualitative Forschung?

Qualitative Forschung ist eine wissenschaftliche Methode, mit der Einblicke in die Entscheidungen oder Motivationen gewonnen werden. Sie zielt darauf ab, verbale Daten zu erheben und anschließend auszuwerten. Aber wie kommt man an diese Daten? Dazu gibt es unterschiedliche Methoden wie beispielsweise Einzelgespräche oder ein Gruppeninterview und auch die Beobachtung (vgl. Zepke, 2016). Qualitative Forschung eignet sich also für alle Informationen, die sich nicht messen lassen. Sie können demzufolge auch nicht zahlenmäßig dargestellt werden.

Nachdem Du das Thema Deiner wissenschaftlichen Arbeit bestimmt hast, setzt Du dich zuerst mit den theoretischen Grundlagen auseinander. Danach kannst Du in einem weiteren Schritt die Forschungsfrage formulieren, bevor Du mit deiner qualitativen Forschung startest. Die Antworten, die Du dabei gewinnst, müssen dann in Deiner Arbeit interpretiert werden. Die qualitative Forschung verläuft in Form eines Kreislaufs, sodass sich einzelne Phasen innerhalb des Prozesses wiederholen können. Das geschieht, damit Du die Methode oder den befragten Personenkreis genau an deine Forschungsfrage anpassen kannst.

Qualitative Forschung und ihre Strategie

Abb. 1: Qualitative Forschung und ihre Strategie (vgl. Technische Universität Darmstadt)

Was ist quantitative Forschung?

Quantitative Forschung will soziale Gegebenheiten messbar machen. Besser ausgedrückt, die Ergebnisse deiner Forschung lassen sich in Zahlen statistisch ausdrücken. Du musst also deine Forschungsfrage bzw. die Hypothesen in messbare Dimensionen überführen. Denn nur so kannst Du sie dann mathematisch analysieren. „Quantitativ“ bezieht sich folglich auf ein „Messen, Zählen, Wiegen“ und schließlich auf eine Ergebnispräsentation in Zahlen (Raithel/Friedrichs, 2008).

Wenn Du quantitative Forschung für Dein Vorhaben nutzen willst, solltest Du auf jeden Fall mit statistischen Verfahren vertraut sein. Genauso sinnvoll ist es, wenn Du statistische Daten interpretieren kannst (vgl. Schöneck/Voß, 2005). Einsatzgebiete für die quantitative Forschung findest Du dann eigentlich in allen wissenschaftlichen Feldern. Von den Sozialwissenschaften über Wirtschaftswissenschaften bis hin zu wissenschaftlichen Disziplinen, in denen experimentell geforscht wird, ist alles möglich.

Sobald Du Forschungsfrage und Hypothesen formuliert hast, kannst du das Verfahren festlegen, mit dem Du die Zahlen oder Werte abfragen willst. Dann geht es geradlinig weiter zur Auswahl der zu Befragenden und schließlich zur Datenerhebung. Am Ende der quantitativen Forschung steht demgemäß die Überprüfung der Hypothesen.

Quantitative Forschung und ihre Strategie

Abb. 2: Quantitative Forschung und ihre Strategie (vgl. Raithel/Friedrichs, 2008)

Unterschied zwischen qualitativer und quantitativer Forschung

Die beiden Forschungsrichtungen haben zwar Unterschiede, aber häufig kannst Du sie auch gemeinsam in einer Arbeit anwenden (s. Mixed-Methods-Ansatz). Die qualitative Forschung gilt dabei als subjektbezogen, das heißt sie fragt nach der Sicht des Betroffenen. Währenddessen ist die quantitative Forschung objektbezogen, anders gesagt, sie spiegelt Deine Sicht, also die des Forschers, wider.
Ein weiteren Unterschied findest Du in der Datenform. Bei der qualitativen Richtung geht es um textbasierte und bei der quantitativen um numerische Daten. Die Auswertungsmethodik der beiden Forschungsrichtungen ist schließlich ebenfalls abweichend: die quantitative Forschung geht bei der Datenauswertung statistisch vor, demgegenüber interpretiert die qualitative Forschung die gesammelten Daten. Ebenso unterscheidet sich das Forschungsumfeld – in einem Labor wirst Du beispielsweise eher quantitativ und in einer natürlichen Umgebung qualitativ forschen.

Was sind qualitative Forschungsmethoden?

Die qualitative Forschung ermöglicht es demgemäß, individuelle Erfahrungen anhand sprachlicher Daten zu untersuchen. Zu solchen verbalen Daten gehören daher vor allem Texte wie Interviewmitschriften, Beobachtungsprotokolle, Briefe oder Zeitungsartikel. Es können aber auch Fotos, Filme oder Zeichnungen ausgewertet werden (vgl. Döring/Bortz, 2016).

Qualitative Forschungsmethoden sind beispielsweise Einzel- oder Gruppeninterviews bzw. Gruppendiskussionen. Aber auch eine Einzelfallstudie, Beobachtungen oder eine Inhaltsanalyse sowie ein Experiment sind als Methoden zu nennen. Bei einer solchen qualitativen Methode kannst du die Daten schriftlich, telefonisch, über das Internet oder persönlich vor Ort gewinnen. Zudem hast Du die Wahl, ob das Gespräch ganz frei oder nach einem offenen bzw. halbstandardisierten Interviewleitfaden geführt wird.

Ferner unterscheiden sich die qualitativen Forschungsmethoden zwischen einmaligen und fortlaufenden Befragungen.

Unser Tipp:

Wenn Du dich für das qualitativ Forschen mit Interviews entscheidest, bietet es sich an, ein Diktiergerät zu verwenden. Außerdem, falls bei dir die Transkriptionsregeln noch nicht richtig sitzen, auch Transkriptionssoftware. Vielleicht ist aber auch eine professionelle Transkription die beste Option für dich.

Qualitative Forschungsmethoden Beispiele

Im Folgenden werden wesentlichen Eigenschaften der drei am häufigsten genutzten qualitativen Methoden aufgezeigt:

Tabelle 1: Eigenschaften von den häufigsten qualitativen Forschungsmethoden

Interview Gruppen-
diskussion
Beobach-
tung
Sammlung von verbalen Daten
Sammlung von nonverbalen Daten    
Unauffällige Erfassung von Verhalten möglich    
Subjektive Sichtweise ist von Interesse    
Kollektive Muster sollen erkannt werden    
Forschung nach neuen Sachverhalten
Erfassung von Meinungen, Gefühlen, Ansichten etc.    
Forschung bezieht sich auf den sozialen Austausch  

Damit Du siehst, wie qualitative Forschung in der Praxis funktionierst, findest Du hier Beispiele von bereits geschriebenen Bachelor- bzw. Masterarbeiten:

Beispiel für Gruppendiskussion

  • Entwicklung, Konzeptionierung und Eröffnung des Bildungshauses Weidhausen – Evaluation von Erfolgsfaktoren und Stolpersteinen der Zusammenarbeit zweier Arbeitsgruppen im Prozess der Entstehung mithilfe der Methode einer Gruppendiskussion, hier am Beispiel der Hochschule Coburg.

 

Beispiel für Beobachtungen

Was sind quantitative Forschungsmethoden?

Für die quantitative Forschung wird mitunter die Befragung durch einen Fragebogen gewählt. Dies ist dann die Methode einer sogenannten standardisierten Befragung. Auch hierbei sind schriftliche (hierzu zählen auch Online-Umfragen) oder mündliche Befragungen zu unterscheiden. Sie können einmalig durchgeführt werden oder sogenannte Vorher-Nachher-Vergleiche abfragen. Diese Forschungsdesigns können sich an einzelne Personen, aber auch an Gruppen richten.

Im Gegensatz zur qualitativen Befragung sind bei der quantitativen Befragung die Fragen geschlossen. Das heißt, in jedem Fall reicht ein Wort zur Beantwortung (z. B. Ja/Nein). Meinungen kannst Du abfragen, indem Aussagen vorformuliert werden (z. B. stimme zu, stimmt teilweise). Wenn Du deinen Fragenbogen auf Basis eines Onlinetools gestaltest, können deine Daten einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Außerdem sind die Daten einfach erfassbar und können direkt zum Ergebnis zusammengeführt werden.

Quantitative Forschungsmethoden Beispiele

Zu den quantitativen Forschungsmethoden zählen wissenschaftliche Umfragen beispielsweise mit Fragebögen, Interviews, Beobachtungen, Inhaltsanalysen sowie verschiedene statistische Methoden.

Hier findest Du Beispiele für bereits geschriebene Bachelor- bzw. Masterarbeiten, die quantitative Forschungsmethoden genutzt haben:

Beispiel für eine schriftliche Befragung

 

Beispiele für Experimente

Gütekriterien quantitativer Forschung

Falls Du deine Arbeit auf Grundlage einer quantitativen Forschung schreiben willst, musst du die sogenannten „Gütekriterien“ beachten. Darunter fallen klassischerweise die Objektivität, die Reliabilität und die Validität. Diese Gütekriterien werden im Folgenden kurz charakterisiert.

Unter der Objektivität ist zu verstehen, dass die Resultate der Forschung unabhängig von Dir, also von dem Durchführenden sind. Anderes ausgedrückt, jeder andere Forscher kommt zu dem identischen Ergebnis. Die Reliabilität, also die Zuverlässigkeit, zeigt an, inwieweit die Daten eine innere Konsistenz haben und reproduzierbar sind. Die Validität, anders gesagt die Gültigkeit, gibt schließlich die Genauigkeit an. Somit wird getestet, ob wirklich das erfasst wurde, was erfasst werden sollte. Um diese Gütekriterien zu messen, kannst Du weiterhin einen Korrelationskoeffizienten errechnen.

Mixed-Methods-Ansatz

Inzwischen gibt es immer mehr Forschungsarbeiten, die sich nicht auf eine Methode beschränken. Sie kombinieren stattdessen die quantitative und die qualitative Forschung im sogenannten Mixed-Methods-Ansatz. Diese Methodenkombination kann für verschiedene Zwecke eingesetzt werden: so kannst du einerseits quantitativ oder qualitativ erhobene Daten überprüfen oder andererseits unterschiedliche Forschungsergebnisse erzielen, die sich ergänzen (vgl. Kelle, 2019).

Es existieren aber auch Mischformen, denn beispielsweise das Interview ist eine häufig eingesetzte qualitative Forschungsmethode. Werden die Fragen jedoch innerhalb eines Interviews mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten gestellt, kann es sich auch um eine quantitative Forschungsmethode handeln. Ebenso kann der Fragebogen als ursprünglich quantitative Methode als qualitative Forschung angesehen werden, wenn offene Fragen gestellt werden, wie auch die Universität Trier feststellt.

Welche Methodik eignet sich für mein Forschungsvorhaben?

Ob sich jetzt die qualitative oder die quantitative Forschungsmethode besser für dein Vorhaben eignet, hängt ganz wesentlich von den Informationen ab, die du gewinnen möchtest. Wenn Du deinen Forschungsgegenstand mit Zahlen beschreiben willst und du gerne Statistiken erstellst, ist eine quantitative Forschungsmethode für dich das Richtige. Möchtest Du hingegen lieber Befragungen durchführen, um deinen Forschungsgegenstand zu verstehen, dann ist die qualitative Forschungsmethode die richtige Wahl.

Vielleicht ist für dein Forschungsvorhaben auch der Mixed-Methods-Ansatz die geeignete Methode, indem Du z. B. im Anschluss an die qualitative Forschung die Ergebnisse durch eine computergestützte Analyse qualitativer Daten überprüfst. Manchmal verschwimmen auch, wie beschrieben, die Grenzen zwischen den beiden Methoden. Grundsätzlich gilt, dass bei einer qualitativen Studie das Verstehen und bei einer quantitativen Studie die Beschreibung eines Forschungsvorhabens im Vordergrund steht.

Ganz gleich, ob Du dich für eine quantitative oder qualitative Forschung entschieden hast, am Ende hast Du deine erste empirische Arbeit durchgeführt oder sogar eine empirische Bachelorarbeit geschrieben. Nur wenn Du systematisch und nachvollziehbar deine Daten auswertest, gelingt es Dir einen eigenen Beitrag zur Forschung zu leisten. Auf diese Weise kann deine Forschungsarbeit später von anderen Wissenschaftlern weiter für neue Forschungen genutzt werden!

Literatur

Nicola Döring, Jürgen Bortz (2016): Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften, Berlin.

Udo Kelle (2019): Mixed Methods in: Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung, Wiesbaden.

Udo Kuckartz (2014): Mixed Methods, Methodologie, Forschungsdesigns und Analyseverfahren, Wiesbaden.

Jürgen Raithel, Jürgen Friedrichs (2008): Quantitative Forschung: Ein Praxiskurs, Wiesbaden.

Nadine Schöneck, Werner Voß (2005): Das Forschungsprojekt – Planung, Durchführung und Auswertung einer quantitativen Studie, Wiesbaden.

Technische Universität Darmstadt (o. J.): Qualitative Arbeiten planen.

Georg Zepke (2016): Lust auf qualitative Forschung! Eine Einführung für die Praxis, o. O.

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