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Kumulative Dissertation

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Kumulative Dissertation


Die kumulative Dissertation ist vor allem in den Naturwissenschaften eine gängige Alternative zur Monographie. Aber auch in den Sozial- und Geisteswissenschaften steht sie zunehmend zur Wahl. Doch was versteht sich genau darunter? Welche Vor- und Nachtteile gibt es? Mit unserer Checkliste erfährst du, wie du dabei vorgehen solltest. Zudem erhältst du wichtige Tipps zur Dissertation.

Was ist eine kumulative Dissertation?

Bei der kumulativen Dissertation spricht man auch von einer aufsatzbasierten Arbeit. Denn hierbei muss ein Thema nicht in einem umfassenden Text abgehandelt werden. Stattdessen veröffentlicht man immer wieder Teile der Forschung in angesehenen Zeitschriften und Magazinen. Zuletzt hängt man diese für die kumulative Dissertation thematisch aneinander (Grünauer 2012: 421).

Dazu werden die einzelnen Aufsätze dann in einen Rahmen aus Einleitung und Zusammenfassung eingebettet. So kannst du über mehrere Etappen an deiner Dissertation schreiben und die Schreibarbeit fällt weniger umfangreich aus (Meckenstock 2018: 59). Da du am Schluss vieles aus vorherigen Texten kopieren kannst, sparst du dir so manche Arbeit für deine Promotion. Gleichzeitig sammelst du wertvolle Erfahrung bei Veröffentlichungen. Damit kannst du dich auch nach dem Abschluss für weitere Stellen bewerben.

Achtung:

Nicht jedes Thema lässt sich als kumulative Dissertation aufarbeiten. Außerdem ist hierbei eine Rücksprache mit deinem Betreuer sowie ein gezieltes Vorgehen besonders wichtig. Auch musst du darüber nachdenken, wie du beim Lektorat Dissertation vorgehen willst: Lässt du jeden Teil einzeln lektorieren oder zum Schluss das große Ganze? Dasselbe gilt natürlich auch für die Formatierung und die Plagiatsprüfung.

Kumulative Dissertation: Steht sie jedem Doktoranden zur Wahl?

Für die kumulative Dissertation gibt es keine einheitliche Regelung (Knigge-Illner 2015: 63). Beispielsweise ist es gelegentlich möglich, eine kumulative Dissertation in Medizin zu schreiben. Auch ist die kumulative Dissertation ab und zu für die Jura Promotion eine Option. Von Hochschule zu Hochschule gibt es dazu aber verschiedene Meinungen. Manchmal sind sogar innerhalb der Lehrstühle die Richtlinien andere. So ist sie in manchen Fächern gar nicht erlaubt. Beispielsweise an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dort gibt es dafür genaue Vorgaben.

FAU Erlangen-Nürnberg
Abb. 1: An der FAU Erlangen-Nürnberg bestimmen die einzelnen Fachbereiche, ob eine kumulative Dissertation zulässig ist

Daher kann sich nicht jeder für eine kumulative Dissertation entscheiden. Vielmehr wird ihm diese Wahl von der jeweiligen Promotionsordnung abgenommen. Falls du sie also in Erwägung ziehst, erkundige dich darüber im Vorfeld. Dazu findest du die Richtlinien in der Regel zusammengefasst auf der Homepage der Universität.

Außerdem wird dort meist festgehalten, wie viele Aufsätze du dafür veröffentlichen musst und welchen Umfang diese haben müssen (Ruhl/Mahrt/Töbel 2010: 146). Denn auch diese Vorgaben unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule. Beispiele für solche Regelwerke gibt es von der Universität Hamburg oder von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Auf jeden Fall ist eine gute Planung der Dissertation hier natürlich elementar.

Vor- und Nachteile einer kumulativen Dissertation

Bei einer kumulativen Dissertation unterteilt sich deine Arbeit also in einzelne Schritte. Dadurch ist das gesamte Vorhaben natürlich überschaubarer. Außerdem ist so die Gliederung der Dissertation von Anfang an klar strukturiert. Das erleichtert es dir dann auch, ein Exposé der Dissertation zu verfassen und zudem den Überblick zu behalten. So schiebst du einerseits nichts lange auf, und andererseits hilft das auch deiner Motivation für die Dissertation. Zusätzlich kannst du danach schließlich mehrere Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitschriften vorweisen.

So lernst du einerseits die Zusammenarbeit mit Verlagen kennen und weißt, worauf es beim Einreichen von Texten ankommt. Auch übst du schon die wissenschaftliche Sprache für die Dissertation. Andererseits kannst du dir bereits einen Namen machen. Das bringt natürlich deinen wissenschaftlichen Werdegang voran. Denn für die Besetzung von Stellen in der Forschung sind Veröffentlichungen oft ausschlaggebend.

Doch nicht in jedem Fachbereich ist diese Sonderform der Arbeit gleichermaßen angesehen. Denn manche halten sie im Vergleich zu einer Monographie als minderwertiger und nicht ausreichend. Auch wenn sie dir als Möglichkeit offensteht, solltest du also eine passende Doktormutter finden und dich dann bei ihr erkundigen, welche Position sie dazu einnimmt. Andernfalls könnte dies nämlich deinem eigenen Ruf schaden (Grünauer 2012: 423).

Welche Herausforderungen gibt es bei einer kumulativen Dissertation?

Die Schwierigkeit liegt besonders bei der Veröffentlichung gleich mehrerer Aufsätze. Verlage in den Wissenschaften haben besonders strenge Kriterien bei der Aufnahme. Gleichzeitig drucken sie immer nur eine Handvoll Texte ab. Dabei werden alle Einsendungen nach genauen Verfahren geprüft. Zum einen dauert es, bis du eine Antwort erhältst. Zum anderen kann es passieren, dass du abgelehnt wirst.

Daher erkundige dich frühzeitig nach den Anforderungen, den Fristen und üblichen Wartezeiten. Außerdem solltest du aufpassen, wenn du einen Aufsatz gemeinsam mit einem Kollegen oder sogar deinem Doktorvater schreibst. Schließlich soll das Forschungsprojekt eine eigenständige Arbeit sein. Dann kann es sogar Folgen bei der Auswahl des Prüfers haben. Das zeigt dieses Beispiel von der Freien Universität zu Berlin.

Kumulative Dissertation: Beispiele für den Aufbau und die Gliederung

Der Aufbau einer solchen Arbeit ist im Gegensatz zu anderen Formen oftmals klar vorgegeben. Dabei stehen die Aufsätze im Zentrum der Arbeit. Eingerahmt werden sie von weiteren Kapiteln. Wie eine Gliederung dann aussehen kann, erklärt dieses Beispiel der Hochschule Geisenheim.

Informationen zur Erstellung und Gliederung einer Dissertationsschrift
Abb. 2: Informationen zur Erstellung und Gliederung einer Dissertationsschrift von der Hochschule Geisenheim

Dabei wird den Aufsätzen eine ausführliche Einleitung vorangestellt. Diese umfasst sowohl eine Hinführung zum Thema als auch zur Forschungsfrage. Außerdem erklärst du an dieser Stelle die wichtigsten Begriffe und gibst daraufhin einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung. Dann führst du auf, wie du vorgegangen bist und außerdem welche Methoden du dabei verwendest hast.

Anschließend werden die Aufsätze in einzelne Kapitel gegliedert. Hierbei liegt es an dir, wie du sie anordnest. Entweder kannst du sie nach dem Datum der Veröffentlichung anhängen. Falls ein Aufsatz noch nicht gedruckt sein sollte, aber bereits die Zusage von einem Verlag da ist, der diesen Aufsatz oder deine Dissertation veröffentlichen wird, kann man diesen zuletzt nennen. Es kann aber auch sinnvoller sein, sie thematisch zu verknüpfen, sodass die einzelnen Ergebnisse sich schlüssiger aufeinander beziehen.

Zuletzt folgt nach den Aufsätzen eine Zusammenfassung aller Aufsätze. Dann hast du die Gelegenheit, ein Gesamtergebnis aufzuzeigen und dieses zu diskutieren. Abschließend werden das Literaturverzeichnis und der Anhang genannt. Auch darfst du die eidesstattliche Erklärung nicht vergessen. Ein weiteres Beispiel für eine Gliederung und deren Inhalte findest du übrigens in der Hilfestellung der Universität Köln.

Checkliste für die kumulative Dissertation

Wie gehst du eine kumulative Dissertation am besten an? Wir haben für dich die wichtigsten Schritte zu einer Checkliste zusammengefasst. So kannst du im Vorfeld die wichtigsten Fragen klären und sie nach und nach abarbeiten.

Tabelle 1: Mit dieser Checkliste kannst du dich Schritt für Schritt durch deine kumulative Dissertation arbeiten

Richtlinien Welche Fragenstellungen gibt es? Wo finde ich Informationen?
Vorgaben der Hochschule
  • Ist eine kumulative Dissertation in meinem Fachbereich überhaupt erlaubt?
  • Wie viele Aufsätze muss ich dafür veröffentlichen?
  • Welchen Umfang müssen diese Texte haben?
  • Gibt es eine Auswahl an Verlagen und Zeitschriften, die vom Lehrstuhl anerkannt sind?
  • Wie sollte die Arbeit aufgebaut sein?
  • Welche weiteren Vorgaben zum Layout und zur Formatierung gibt es?
  • Müssen Aufsätze in fremdsprachigen Verlagen noch übersetzt werden?
  • Promotionsordnung
  • Rücksprache mit dem Betreuer
Vorgaben 
der Verlage
  • Welche Verlage gibt es in meinem Forschungsbereich?
  • Wie oft und in welchem Umfang erscheint die Zeitschrift?
  • Welche Vorgaben haben sie für Veröffentlichungen?
  • Wann sind die Abgabefristen für Einsendungen?
  • Homepages der Verlage
  • Rücksprache mit Verlagsmitarbeitern

Letztlich solltest du die Entscheidung für oder gegen eine kumulative Dissertation möglichst früh fällen. Vor allem Abgabefristen und Vorgaben bei Verlagen musst du dabei genau im Auge behalten. Sonst kann es passieren, dass dein Text nicht rechtzeitig oder gar nicht veröffentlicht wird. Schließlich hängt davon die gesamte Doktorarbeit ab.

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Literatur

Grünauer, Franziska et al. (2012): Promovieren mit Perspektive. Ein Ratgeber von und für DoktorandInnen, 2. Aufl. Bielefeld.

Knigge-Illner, Helga (2015): Der Weg zu Doktorarbeit. Strategien für die erfolgreiche Promotion, 3. Aufl. Frankfurt/New York

Ruhl, Kathrin/Mahrt, Nina/Töbel, Johanna (2010): Publizieren während der Promotion, Wiesbaden.

Meckenstock, Rainer (2018): Wie macht man Karriere in der Wissenschaft, Berlin.

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