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Jura Promotion

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Jura Promotion


Eine Jura Promotion ist für viele angehende Juristen attraktiv: Die intensive Auseinandersetzung mit einem spannenden Rechtsgebiet, die Hoffnung auf bessere Berufschancen oder auch das soziale Ansehen, das mit dem “Dr.” verbunden ist, sind für viele verlockend. Doch eine Jura Promotion ist auch eine Herausforderung und nicht für jeden die beste Option.

Wie wichtig ist eine Jura Promotion?

Eine Jura Promotion sollte gut überlegt sein. Denn anders als beispielsweise in der Medizin, in der ein Doktortitel zum guten Ton gehört, kommt man als Jurist auch noch gut ohne Promotion aus. Denn nur wenige Karrierewege setzen einen “Dr. iur.” voraus. In der freien Wirtschaft oder in Großkanzleien beispielsweise sind gute Noten in den beiden Staatsexamen die wichtigeren Einstellungskriterien. Wenn nicht nur die Promotion an sich wichtig ist, sondern auch die Bewertung, sollte man übrigens über das Lektorat einer Dissertation und die Formatierung nachdenken, um unnötige Fehler auszumerzen. Eine Plagiatsprüfung ist natürlich sowieso wichtig, auch unabhängig von der Note.

Lohnen kann sich eine Jura Promotion natürlich auch mit anderen Zielen: So liegen einerseits die Einstiegsgehälter mit einer Promotion in der Regel deutlich höher. Andererseits ist auch in Führungspositionen ein Titel gerne gesehen, da dieser Seriosität und Kompetenz vermittelt. Und wer eine Laufbahn in Forschung und Lehre anstrebt, kommt um die Promotion sowieso nicht herum: Denn für eine Stelle als Jura-Professor an einer Universität ist der Titel natürlich Pflicht.

Lohnt sich eine Jura Promotion für mich?

Eine Jura Promotion ist allerdings mit einer Menge Arbeit verbunden. Bis zu fünf Jahre können vergehen, ehe du die Promotionsurkunde in Händen hältst. In dieser Zeit wirst du auch nicht Vollzeit arbeiten können und deshalb wenig verdienen. Du solltest daher gründlich abwägen, ob sich eine Jura Promotion für dich lohnt.

Dies hängt auch von deinen Interessen und Berufszielen ab. Wenn Du dich beispielsweise für Rechtsgeschichte interessierst oder Spaß daran hast, dich in juristische Grundsatzthemen zu vertiefen, kann eine Dissertation schreiben eine großartige Möglichkeit sein, dich umfassend mit deinem Lieblingsthema zu beschäftigen. Zugleich legst du damit den Grundstein für eine akademische Karriere.

Wenn du aber lieber praktisch arbeiten möchtest, also als Steuerfachanwalt oder in einer Großkanzlei, dann kannst du auf den Titel eher verzichten. Denn hier ist eine Promotion kein formales Einstellungskriterium. Ein schneller Berufseinstieg kann daher dann sinnvoller sein. Allerdings schmückt sich auch jeder Arbeitgeber gerne mit den akademischen Titeln seiner Angestellten. Bei Bewerbungen hast du daher mit einer Promotion oft die Nase vorn. Das zeigt sich auch beim Einstiegsgehalt: Juristen mit einem “Dr. iur.” in der Tasche verdienen bis zu 40 Prozent mehr als ihre nicht promovierten Kollegen. In keinem anderen Fachgebiet ist dieser Einkommensunterschied so groß. Eine Jura Promotion kann sich daher auch dann lohnen, wenn sie nicht explizit verlangt wird.

Vor- und Nachteile einer Jura Promotion

Also spricht vieles für eine Jura Promotion (vgl. Brandt 2018, 14–18): Da eine Promotion in Jura nicht so typisch ist wie eine Dissertation in Medizin oder Chemie, kannst du dich mit einer Promotion umso mehr von deinen Konkurrenten absetzen. Du kannst dich auf einem Spezialgebiet auszeichnen und zeigen, dass du sowohl über Disziplin also auch über Durchhaltevermögen verfügst. Als Belohnung winken bessere Karriereaussichten und schließlich ein höheres Gehalt.

Achtung:

Allerdings kostet eine Promotion auch viel Zeit. Zeit, in der man arbeiten und Geld verdienen, praktische Erfahrungen sammeln und berufliche Kontakte knüpfen könnte. Auch die psychische Belastung wird oft unterschätzt: emotionale Hochs und Tiefs mit Schreibblockaden und Frustration gehören zum Schreibprozess dazu.

Voraussetzungen für eine Jura Promotion

Wenn du denn über eine Jura Promotion nachdenkst, musst du dich natürlich auch mit den formalen Voraussetzungen befassen. Denn eine gute Planung der Dissertation ist nun das A und O. Die Promotionsordnungen unterscheiden sich allerdings von Fakultät zu Fakultät (Überblick bei Brandt 2018, 173–178). In der Regel wird ein rechtswissenschaftlicher Abschluss (also erstes oder zweites Staatsexamen) vorausgesetzt. Zudem wird oft eine bestimmte Abschlussnote verlangt. Viele Prüfungsordnungen sehen aber auch Ausnahmen vor. Du musst also auch mit einer schwächeren Note deine Promotionspläne nicht aufgeben.

Außerdem solltest du dir dann Gedanken über die Finanzierung machen. Promotionsstipendien beispielsweise ermöglichen dir, in Vollzeit an deiner Dissertation zu arbeiten. Stipendien sind aber allerdings schwer zu bekommen. Attraktiv sind aber auch Teilzeit-Stellen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer rechtswissenschaftlichen Fakultät. Allerdings sind solche Stellen meist nicht gut bezahlt. Auch Unternehmen bieten häufig die Möglichkeit, berufsbegleitend zu promovieren. Es kann aber schwierig sein, neben dem stressigen Berufsalltag Zeit für die Dissertation zu finden.

Themenfindung für die Jura Promotion

Die Themenfindung für eine Jura Promotion ist für die meisten Doktoranden die erste große Hürde (zur Themenfindung s. Brandt 2018, 36–42). Natürlich musst du ein Thema finden, das noch nicht wissenschaftlich bearbeitet wurde. Gehe dafür bei der Themenwahl einerseits von deinen Interessen, anderseits aber natürlich auch deinen Berufswünschen aus: Welche Themen haben mich während des Studiums denn besonders interessiert? Gibt es ein Rechtsgebiet, mit dem ich mich dann auch im Beruf beschäftigen möchte? Oft ergeben sich dadurch bereits mehrere Themenfelder. Aber auch die Tagespresse kann eine Inspirationsquelle sein: Denn durch aktuelle Themen wie den Brexit, den Umgang mit Flüchtlingen, Datenschutz oder Urheberrecht im Internet ergeben sich oft neue, brandaktuelle Rechtsfragen. Gerade wenn du als Anwalt oder in der Wirtschaft arbeiten möchtest, solltest du den Schwerpunkt auf praxisnahe Themen legen.

Hast du einige Ideen gesammelt, geht es an die Recherche: Welche Themen wurden bereits wissenschaftlich bearbeitet, welche nicht? Auch wenn deine konkrete Fragestellung noch nicht bearbeitet worden sein darf, muss das Themengebiet genug Stoff für eine Dissertation hergeben. Neben der Jura-Bibliothek deiner Uni kannst du allgemeine Bibliothekskataloge wie z. B. den KVK nutzen. Nach bereits veröffentlichen Dissertationen kannst du außerdem in der Deutschen Nationalbibliothek suchen. Da findest du auch Beispiele für wissenschaftliche Sprache in der Dissertation.

Suche nach bereits veröffentlichten Dissertationen bei Dissonline
Abb. 1: Suche nach bereits veröffentlichten Dissertationen bei „Dissonline“ (Deutsche Nationalbibliothek)

Sobald dein Thema grob abgesteckt ist, kannst du dich daran machen, einem Doktorvater oder eine Doktormutter zu finden. Diese kann dir auch dabei helfen, dein Dissertationsthema einzugrenzen. Nun solltest du ein kurzes Exposé der Dissertation verfassen, in dem du den geplanten Inhalt deiner Dissertation umreißt. Und jetzt kann das Promotionsverfahren auch offiziell starten.

Recherche und Forschungsarbeit für eine Jura Promotion

Mit dem offiziellen Beginn deiner Jura Promotion geht es nun an die eigentliche Forschungsarbeit (vgl. Beyerbach 2017, 23 ff.). Eine gut sortierte juristische Bibliothek ist dabei immer noch der wichtigste Arbeitsplatz. Hier steht dir die ganze Breite rechtswissenschaftlicher Literatur zur Verfügung, die du der folgenden Tabelle entnehmen kannst.

Tabelle 1: Wichtige Quellen für die juristische Recherche

Juristische Bibliotheken Literatur- und juristische Datenbanken Wichtige Rechtsliteratur
  • Gesetzeskommentare
  • Lehrbücher
  • Handbücher
  • Monografien
  • Fachzeitschriften
  • Entscheidungssammlungen der Gerichte

Je nach Schwerpunkt kann dies z. B. eine Fakultätsbibliothek oder Staatsbibliothek sein. Die juristischen Max-Planck-Institute sind ebenfalls eine hervorragende Anlaufstelle. Aber auch die Gerichte, wie das Bundesverfassungsgericht, haben eigene Bibliotheken. Zudem sind in den letzten Jahren juristische Datenbanken immer wichtiger geworden.

Die Max-Planck-Institute sind eine hervorragende wissenschaftliche Anlaufstelle für unterschiedliche Rechtsgebiete
Abb. 2: Die Max-Planck-Institute sind eine hervorragende wissenschaftliche Anlaufstelle für unterschiedliche Rechtsgebiete

Sauberes wissenschaftliches Arbeiten (s. Möllers 2018; Beyerbach 2017, 129 ff.) ist in dieser Phase deiner Promotion äußerst wichtig. Jede Quelle sollte dokumentiert werden, damit dir kein versehentliches Plagiat unterläuft.

Dein Exposé dient dir bei der Materialsammlung als Orientierung. Allerdings ist es normal, wenn sich bei der Dissertation Gliederung und Schwerpunkt im Lauf der Zeit verändern. Dabei solltest du natürlich stets Rücksprache mit deinem Betreuer halten. Er kann dich fachlich unterstützen, aber auch aufbauen, wenn du Schwierigkeiten mit der Motivation für die Dissertation hast. Darüber hinaus kann der Austausch mit anderen Doktoranden eine wichtige Hilfe sein und dir für deine Dissertation Tipps einbringen.

Der letzte Schritt der Jura Promotion: Abgabe und mündliche Prüfung

Hast du es dann schließlich geschafft und deine Dissertation liegt nun (fast) fertig vor dir, solltest du sie allerdings nicht vorschnell beim Prüfungsamt einreichen. Lasse deine Arbeit anschließend von jemandem Korrekturlesen, denn Rechtschreib- oder Tippfehler sind schnell übersehen. Noch besser sind ein professionelles Lektorat oder auch eine Plagiatsprüfung, mit denen du deinen Text auf Argumentationslücken oder fehlende Quellenangaben überprüfen lassen kannst. Schließlich solltest du auch die eidesstattliche Erklärung nicht vergessen.

Nachdem du den schriftlichen Teil mit einer hoffentlich hervorragenden Note abgeschlossen hast, wartet nun noch eine letzte Hürde auf dich: die mündliche Prüfung nämlich. Je nach Promotionsordnung musst du nur deine Dissertation verteidigen (Disputation) oder wirst auch noch auf allgemeines Rechtswissen abgeklopft (Rigorosum). Anschließend musst du dir noch einen Verlag suchen, wo du deine Dissertation veröffentlichen kannst. Damit ist deine Jura Promotion abgeschlossen und du darfst dich endlich verdient „Doktor der Rechte“ nennen.

Eine Jura Promotion ist also ein langer Prozess, der viel Zeit, Geld und Nerven kostet kann. Die Entscheidung für eine Jura Promotion sollte daher nicht leichtfertig getroffen werden. Meist zahlt sich die Arbeit aber am Ende aus. Das wichtigste ist jedoch, dass du wirklich Spaß und Interesse an deinem Dissertationsthema hast.

Dein Job im Bereich Textservices

Dein Job im Bereich Statistik & Mathe

Literatur

Beyerbach, Hannes (2017): Die juristische Doktorarbeit, 2. Aufl., München.

Brandt, Edmund (2018): Dr. jur.: Wege zu einer erfolgreichen Promotion, Baden-Baden.

Möllers, Thomas (2018): Juristische Arbeitstechnik und wissenschaftliches Arbeiten: Klausur, Hausarbeit, Seminararbeit, Studienarbeit, Staatsexamen, Dissertation, 9. Aufl., München.

Stock, Steffen et al. (2014): Erfolgreich promovieren, 3. Aufl., Berlin/Heidelberg.

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