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Vorwort Facharbeit

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Vorwort Facharbeit


Deine Facharbeit beginnst Du grundsätzlich mit einer Einleitung. Das Vorwort ist in der Facharbeit also eine rein persönliche Entscheidung und bietet sich mal mehr, manchmal aber auch weniger an. Im Folgenden erhältst Du einige Tipps und Beispiele zum Vorwort einer Facharbeit, an denen Du Dich orientieren kannst.

Vorwort Facharbeit: Ist es notwendig?

Eine wichtige Faustregel: Nimm unbedingt die angebotenen Beratungstermine wahr, um beim Besprechen der Struktur zu klären, ob sich im Fall Deiner Arbeit ein Vorwort der Facharbeit anbietet oder ob Du es besser bei der Einleitung der Facharbeit belassen solltest (vgl. dazu auch die Broschüre der Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin).

Geht es Dir lediglich darum, den Prozess rund um das Thema finden der Facharbeit darzustellen und zu erörtern, weshalb es aktuellen Bezug hat, so ist dies auch in der Einleitung möglich. Sind Dir beim Verfolgen Deiner Fragestellung Probleme – etwa bei der Datenerhebung – begegnet, so ist das Vorwort der richtige Ort für ihre Nennung und ihre Entwicklung (vgl. Stickel-Wolf/Wolf, 2013: 250).

Im Vorwort der Facharbeit darfst Du in der Ich-Perspektive schreiben (vgl. Samac/Prenner/Schwetz 2009: 66) und nur dort ist es Dir erlaubt, persönliche Anmerkungen zu treffen. Du kannst im Vorwort der Facharbeit zum Beispiel schildern, welche individuellen Gründe Dich zu Deiner Fragestellung und zu Deinem Thema bewogen haben (vgl. Stickel-Wolf/Wolf, 2013: 250).

Wo gehört das Vorwort der Facharbeit hin?

Hast Du Dich für ein Vorwort in Deiner Facharbeit entschieden, so gehört es, wie der Name verrät, natürlich an den Anfang. So simpel dies klingt, gibt es aber auch hier etwas Wichtiges zu beachten: Das Vorwort ist in Deiner Facharbeit voranzustellen. Das bedeutet, dass Du es sogar noch vor dem Inhaltsverzeichnis der Facharbeit platzierst. Es wird von diesem ausgeschlossen und auch von der Seitenzählung ausgenommen (vgl. Theisen, 2013: 215).

Warum das so ist? Das Vorwort stellt den nicht-wissenschaftlichen Teil der Facharbeit dar und ist als solcher erkennbar an den Anfang Deiner wissenschaftlichen oder wissenschaftsähnlichen Argumentation zu stellen.

Es dient dazu, die Rahmenbedingungen, in denen Deine Arbeit entstanden ist, nachzuzeichnen und zu erklären, warum Du genau dieses Thema oder diese spezielle Fragestellung gewählt hast (vgl. dazu auch das Merkblatt zur Bachelorarbeit der Uni Bamberg).

Vorwort Facharbeit: Was muss hinein? – Am Beispiel erklärt

Im Vorwort kannst Du unter anderem auf Hindernisse, die im Verlauf Deiner Recherche und Deiner Forschungsphase aufgetreten sind, hinweisen – selbst (oder besonders) dann, wenn Du manche von ihnen nicht überwunden hast (vgl. Stickel-Wolf & Wolf, 2013: 250). Lässt sich dies treffend und ohne Ausflüchte begründen, so kann das ebenfalls eine wertvolle Erkenntnis bedeuten und den Prüfenden interessieren.

Der Punkt, ob das Vorwort auch eine Danksagung beinhalten sollte, ist durchaus strittig. Du möchtest höflich sein und Dich bei Deiner Betreuerin / Deinem Betreuer oder bei denen bedanken, die Dir beim Erstellen deiner Facharbeit geholfen haben? Hier denkst Du womöglich zum Beispiel direkt an Deine Freunde, die Deine Facharbeit noch einmal Korrektur gelesen oder Deine Facharbeit auf den berühmten roten Faden hin geprüft haben (vgl. Samac/Prenner/Schwetz, 2009: 66).

Im Vorwort der Facharbeit gilt es zu differenzieren

Die Freunde, die sich dem Korrekturlesen Deiner Facharbeit widmen, haben doch wohl eine Erwähnung verdient? Ein Dankeschön hört jeder gern, doch ist es unter Umständen angebracht, dass Du Dich auf ein kurzes persönliches „Danke sehr“ bei nächster Gelegenheit beschränkst. Für ein professionelles Korrekturlesen der Facharbeit kannst Du natürlich auch auf die Hilfe eines fachkundigen Lektors zurückgreifen. War das Mitwirken gewisser Personen für die Fertigstellung Deiner Arbeit jedoch tatsächlich maßgeblich, etwa durch sachliche oder finanzielle Unterstützung, so bietet es sich an, sie dankend zu erwähnen.

Eine geschriebene Danksagung ist in der Regel eher in umfassenderen Arbeiten, zum Beispiel Masterarbeiten, Diplomarbeiten und Dissertationen angebracht (vgl. Oertner/St. John/Thelen, 2014: 32). Dort gehört sie dann aber zwingend zum „guten Ton“. „Kleinere“ wissenschaftliche Arbeiten erscheinen nicht öffentlich und sind in der Regel nur für die Augen der Prüfenden bestimmt. Eine Danksagung an die Betreuer im Vorwort könnte in dem Fall leicht anbiedernd wirken (vgl. Theisen, 2013: 2017). Überhaupt nicht anbiedernd wirkt dagegen eine wissenschaftliche Formatierung.

Beinhaltet Deine Arbeit zudem keine empirischen Daten, so solltest Du für das Vorwort der Facharbeit auf diese Höflichkeitsgeste besser verzichten. Gehst Du so vor, beweist Du dem Leser, dass du genau weißt, was in Deine Facharbeit gehört und was nicht. Dient Dein Vorwort einem begründeten Zweck, so kannst Du es in Absprache mit dem Prüfenden sicher gewinnbringend nutzen.

Geeignete Formulierungen der Dankbarkeit im Vorwort könnten etwa folgendermaßen aussehen:

Beispiel für eine Danksagung im Vorwort der Facharbeit
Abb. 1: Beispiel für eine Danksagung im Vorwort der Facharbeit – Von der Uni Flensburg

Beispiel für eine mögliche Danksagung im Vorwort der Facharbeit
Abb. 2: Beispiel für eine mögliche Danksagung im Vorwort einer wissenschaftlichen Arbeit – von der Uni Heidelberg

Vorwort der Facharbeit: Was noch zu beachten ist

Das Vorwort darf, wenn seine Anforderungen gegeben sind, relativ frei verfasst werden, doch gibt es ein paar Details, die Du besser beachten solltest:

  • Es stellt den einzigen Teil Deiner schriftlichen Arbeitsleistung dar, die nicht wissenschaftlich sein muss und Einblick in den persönlichen Aspekt Deiner Arbeit geben darf. Daher sollte das Vorwort Deiner Facharbeit nicht viel länger als eine Seite ausfallen (vgl. Rossig/Prätsch, 2005: 88).
  • Beachte bitte, dass die Facharbeit als fünfte Prüfungskomponente des Abiturs Regelungen unterliegt, die je nach Bundesland in Details variieren können. Eine Absprache mit Deiner Betreuerin / Deinem Betreuer ist also immer empfehlenswert.
  • Auch für das Vorwort gilt: Der Ton macht die Musik. Selbst wenn es Dir einige Freiheiten lässt (zum Beispiel darfst Du hier in der ersten Person schreiben), musst Du sachlich bleiben. Auch dann, wenn Du persönliche Aspekte Deiner Arbeit beleuchtest, solltest Du das nicht auf emotionale Weise tun oder in die Umgangssprache übergehen.
  • Hast Du alles untergebracht, was Dir für die einführenden Worte Deiner Facharbeit wichtig war, ist das Vorwort mit der Angabe von Ort und Datum sowie Deinem Namen abzuschließen.

Du hast nun gesehen, dass es gute Gründe geben kann, die für ein Vorwort in Deiner Arbeit sprechen. Damit Du den Überblick behältst, siehst Du hier noch einmal die Vorteile des Vorworts und unter welchen Bedingungen es sich empfiehlt:

Tabelle 1: Anwendungs-Beispiele für ein Vorwort in der Facharbeit.

Funktion des Vorworts in der FacharbeitBedingung der Anwendbarkeit (neben der Absprache mit dem Betreuer)
Schildern persönlicher Beweggründe zur ThemenwahlBeweggründe übersteigen bloße Aktualität des Themas
DanksagungAndere Personen waren maßgeblich für das Fertigstellen der Facharbeit
Erläutern von HindernissenVorhandensein war richtungsweisend; konnten nicht überwunden werden
Weitere persönliche AnmerkungenSind dem Thema zuträglich und bieten sachlichen Mehrwert

Genauso wie die Plagiatsprüfung ist das Vorwort in der Facharbeit durchaus ratsam. Allerdings solltest Du Dir vor Augen halten, dass einige Punkte für das Vorwort schlichtweg unpassend sind. In jedem Fall ist es angebracht, mit dem Betreuer der Facharbeit Rücksprache zu halten, um in Erfahrung zu bringen, ob ein Vorwort der Facharbeit erwünscht ist und welche Punkte du mit einbeziehen solltest.

Literatur

Fleck, Michel (2012): Bedeutung und Nutzen des Freigegenstandes Wissenschaftliches Arbeiten an der AHS Theodor‐Kramer‐Straße.

Golz, Verena (2004): CO2-Bilanzierung eines holzverarbeitenden Unternehmens unter Berücksichtigung des Emissionshandels sowie der Erstellung eines CO2-Minderungskataloges und einer produktbezogenen Nachhaltigkeitsbewertung.

Oertner, Monika/ St. John, Illona/Thelen, Gabriele (2014): Wissenschaftlich Schreiben. Ein Praxisbuch für Schreibtrainer und Studierende. Wilhelm Fink, Paderborn.

Rossig, Wolfram E./Prätsch, Joachim (2005): Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. PRINT-TEC, Weyhe.

Samac, Klaus/Prenner, Monika/Schwetz, Herbert (2009): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Facultas, Wien.

Stickel-Wolf, Christine/Wolf, Joachim (2013): Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken. Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Springer Gabler, Wiesbaden.

Theisen, Manuel R. (2013): Wissenschaftliches Arbeiten. Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. Franz Vahlen, München.

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