Die Gliederung einer Facharbeit erstellen

Gliederung einer Facharbeit
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25 Apr Die Gliederung einer Facharbeit erstellen

Das Thema steht, die wichtigsten Bücher sind gewälzt und eine ganze Flut von Notizen überschwemmt Schreibtisch oder Desktop. Jetzt kann das Formulieren der Facharbeit beginnen. Fast. Denn vorher sollte man sich klarmachen, wohin die Reise gehen soll. Und vor allem: auf welchem Weg. Das Erstellen der Gliederung einer Facharbeit ist nicht nur Formsache, sondern liefert in erster Linie ein praktisches Tool, um beim Schreiben auf Kurs zu bleiben. Warum das so ist und was in einer gelungenen Gliederung nicht fehlen sollte, verrät der folgende Überblick.

Warum ist die Gliederung einer Facharbeit wichtig?

Die klügsten Gedanken werden nutzlos, wenn bis auf den Erfinder niemand sonst sie versteht. Selbst das kreativste Chaos braucht Struktur, Planung und Vorbereitung, um produktiv zu sein. Die Gliederung einer Facharbeit lässt sich deshalb am besten als Überblick und Ordnung begreifen. Ihr Ziel ist es, die einzelnen Arbeitsschritte verständlich zu machen, die man benötigt, um die Fragestellung der Arbeit zu beantworten (vgl. Sacher/ Gassner 2010: 58). Mittels verschiedener Kapitel, die logisch aufeinander aufbauen und jeweils unverzichtbar sind, kann das eigene Vorgehen begründet werden. Auf diese Weise entsteht der sprichwörtliche rote Faden einer Facharbeit (siehe hierzu die Hinweise des Oberstufenzentrum Kommunikations-, Informations- und Medientechnik Berlin).

Doch die Gliederung hat noch eine weitere Funktion. Man kann buchstäblich an ihr entlangschreiben. Wenn der Stoff unübersichtlich und das Thema komplex ist, dient sie der Orientierung. Wie an einem Geländer kann man sich während des Schreibens von Kapitel zu Kapitel hangeln, um nicht ins Stolpern zu geraten. Dabei ist die grundlegendste Gliederung einer Facharbeit jene in Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Einleitung

Wer die Einleitung schreibt, sollte die Gliederung einer Facharbeit bereits kennen und festgehalten haben. Denn die Einleitung dient nicht nur der Vorstellung der Fragestellung, die man in der Facharbeit beantworten möchte. Auch das Ziel und auf welchem Weg es erreicht werden soll, muss hier in Form eines maximal zweiseitigen Fließtextes formuliert werden. Dazu gehört auch die Vorstellung der Arbeitsmethode – also die Frage, wie man zum Ziel kommen möchte. Gerne auf spielerische Weise soll hier zudem erklärt werden, warum die Frage fachlich interessant, aktuell von Bedeutung oder aus anderen Gründen wichtig ist (vgl. Mohr/ Wagener 2016: 82). Die Einleitung ist wie die erste Folge einer Serie: Sie holt den Leser ab und führt ihn zur nächsten Folge, also zum Hauptteil.

Hauptteil

Der Hauptteil ist das Herzstück der Facharbeit. Er setzt sich aus Kapiteln und – wenn nötig – Unterkapiteln zusammen, die die einzelnen Arbeitsschritte bis zur Problemlösung wiederspiegeln. Deutlich werden muss, auf welchem Weg sich die in der Einleitung vorgestellte Fragestellung beantworten lässt. Die Gliederung einer Facharbeit ist an dieser Stelle deshalb absolut individuell. Es kann beschrieben und argumentiert, analysiert und interpretiert oder verglichen werden. Theoretische Konzepte, Begriffe oder fachpraktische Erfahrungen sowie methodische Kompetenzen und Reflexionen dürfen herangezogen werden. Trotz aller Individualität aber gilt in jedem Fall: Das erarbeitete Wissen sollte man im Sinne der Problemlösung ordnen und logisch sowie nachvollziehbar aufeinander aufbauen (vgl. Uhlenbrock 2012: 127).

Das bedeutet auch, dass keiner der Gliederungspunkte verzichtbar sein darf. Bevor man sich konkret auf eine Gliederung festlegt, sollte genau das geprüft werden. Ein einfacher Trick ist hierbei zu versuchen, die aufeinanderfolgenden Kapitel stets durch einen ausleitenden und einen einleitenden Satz zu verbinden. Ist dies nicht möglich, muss man in Betracht ziehen, dass der entsprechende Aspekt nichts in der Facharbeit zu suchen hat.

Schluss

Im Schlussteil bzw. Fazit der Arbeit werden all jene Ergebnisse zusammengefasst, die man im Hauptteil erarbeitet hat. Am besten startet man damit, den Leser an das Problem oder Thema zu erinnern, das der Facharbeit zugrunde liegt. Anschließend sollte man innerhalb eines Fließtextes eine Reihe von Fragen beantworten (siehe hierzu den Leitfaden der Fachschulen für Sozialpädagogik in Berlin).

  • Welche Lösung wurde für das Problem gefunden?
  • Was sind Erkenntnisse aus welchem Kapitel und wie haben sie zur Problemlösung beigetragen?
  • Wurde in Ihrer Facharbeit das in der Einleitung selbst gesteckte Ziel erreicht?
  • Gab es Vorgehensweisen bei der Literaturrecherche, die ergiebig waren, welche waren es nicht?
  • Welche Recherchearbeit war hilfreich, welche nicht?
  • Gibt es Fragen, die nach wie vor ungeklärt geblieben sind oder im Laufe der Arbeit erst aufgetaucht sind?
  • Haben die Ergebnisse der Facharbeit eine Bedeutung für den weiteren beruflichen Werdegang?

Nicht vergessen!

Ganz gleich wie tief man selbst im Thema steckt – zweierlei darf bei der Gliederung einer Facharbeit keinesfalls in Vergessenheit geraten.

Zum einen sollte die Arbeit so strukturiert sein, dass auch uninformierte Leser verstehen können, warum gerade dieser Aufbau Sinn macht. Das gelingt, wenn man sich nicht nur den Fachlehrer, sondern auch die eigenen Eltern oder Freunde als potentielle Leser vorstellt (vgl. Mohr/ Wagener 2016: 152). Alternativ kann man auch ein Lektorat der Facharbeit annehmen, das diese Aufgabe ebenfalls erfüllen kann.

Zum anderen gehört die Gliederung in Form eines Inhaltsverzeichnisses ebenso in die Facharbeit wie Einleitung, Hauptteil und Schluss sowie Literaturverzeichnis und Anhang. Im Inhaltsverzeichnis sollte man nicht nur die einzelnen Kapitel auflisten, sondern auch mit der zugehörigen Seitennummerierung im Text versehen. So bekommt der Leser zugleich einen gebündelten Überblick und kann zudem gezielt auf bestimmte Textpassagen zugreifen.

Die gründlich ausgearbeitete Gliederung einer Facharbeit ist die Basis für ihr gelingen. Unterteilt in Kapitel und Unterkapitel, logisch aufeinander aufbauend und nachvollziehbar sollte sie sein. Die Gliederung verrät aber nicht nur, wie man vorhat die eigene Fragestellung zu beantworten. Ebenso dient sie als Fahrplan, der regelmäßig zurate gezogen werden kann, um während des Schreibens das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Es gilt: Gut sortiert ist halb geschrieben.

Literatur

Sacher, Nicole/ Gassner, Angelika (2010): Die Facharbeit. Planen – Strukturieren – Schreiben, Stuttgart.

Dr. Mohr, Deborah/ Wagener, Andrea (2016): Die Facharbeit: Von der Planung zur Präsentation. Texte, Themen und Strukturen, Berlin.

Uhlenbrock, Karlheinz (2012): Fit fürs Abi: Referat und Facharbeit, Paderborn.

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