So entsteht die Note der Facharbeit



15 Mrz So entsteht die Note der Facharbeit

Als fünfte Prüfungskomponente zählt die Note der Facharbeit zur Abiturnote. Je nachdem, in welcher Form der Schüler seine Prüfung ablegt – ob als besondere Lernleistung oder Präsentationsprüfung – ist auch die Bewertung durch die Lehrer unterschiedlich. Dieser Artikel zeigt, worauf die Prüfer bei der Bewertung der 5. PK achten und welche Elemente in die Note der Facharbeit einfließen.

Bewertung der besonderen Lernleistung

Bei der besonderen Lernleistung im Rahmen der 5. PK sind die Kriterien der fachlichen Kompetenz sowie die Reflexions- und Kommunikationsfähigkeiten des Schülers besonders wichtig. Die Prüflinge weisen hier ihre Kompetenzen nach, z.B. wissenschaftliches Arbeiten und dies zu einem bestimmten Thema anwenden zu können. Auch die sprachlichen Aspekte fließen in die Bewertung ein.

Deshalb sollten Schüler darauf achten, dass Rechtschreibung und Grammatik korrekt und der Schreibstil einer wissenschaftlichen Arbeit angemessen ist. Wer unsicher ist, gibt seine Arbeit zu einem professionellen Lektorat für eine Facharbeit und lässt dort den Sprachstil und die Rechtschreibung und Grammatik ganz genau prüfen und verbessern. Welche Voraussetzungen ein wissenschaftlicher Schreibstil hat, zeigen auch die Hinweise der Technischen Universität Dresden.

Zum wissenschaftlichen Arbeiten gehört besonders die Recherche von Literatur und die Auseinandersetzung mit der Fachliteratur. Daher benoten die Lehrer, ob der Schüler sich darauf versteht, Zitate zu verarbeiten, wichtige Aussagen zusammenzufassen und auch verschiedene Standpunkte zu untersuchen. Dabei achten die Prüfer im Speziellen darauf, ob man die Gedanken Dritter als solche gekennzeichnet hat.

Themenwahl und fachübergreifende Aspekte

Lehrer legen ein besonderes Augenmerk auf die Formulierung für ein Thema. Dabei bewerten sie auch, inwieweit fachübergreifende Aspekte berücksichtigt werden. Diese sollten dann in Betracht gezogen werden, wenn das Thema der Facharbeit über die Analyse eines Problems hinausgeht und beispielsweise in Kombination mit einem anderen Fach auch andere Betrachtungsweisen notwendig sind.

Dabei sollte man als Schüler aber stets überlegen, ob man das ausgewählte Thema im Rahmen der Facharbeit mit der Untersuchung von fachübergreifenden Aspekten überhaupt bewältigen kann. Schnell passiert es, dass man sich mit zu vielen Fragestellungen verzettelt. Schließlich bewerten der Betreuer der Facharbeit auch, wie deutlich das Ziel der Arbeit zum Vorschein kommt.

Erfordert es das Themengebiet, so ist auch wichtig, dass der Prüfling sich darauf versteht, Texte zu analysieren oder eine empirische Untersuchung durchzuführen. Manche Facharbeiten benötigen auch Umfragen, Experimente oder die Sammlung von Daten als Basis, sodass der Schüler im Rahmen der 5. PK hier wissenschaftliche Kompetenzen entwickeln muss, die entsprechend bewertet werden.

Umgang mit Quellen und Zitation

Nach der Untersuchung muss man die Ergebnisse schlüssig anordnen, was die Entwicklung einer logischen Gliederung bedarf. Der Schüler sollte direkte und indirekte Zitate, Literatur- und Quellenangaben in seinem etwa 20 Seiten umfassenden Text ordentlich und sinnvoll integrieren. Daneben kann er aber auch das Gedankengut Dritter paraphrasieren und dieses sinngemäß ins seine Arbeit aufnehmen (vgl. Gruber/Huemer/Rheindorf 2009: 145).

Charakteristisch bei wissenschaftlichen Arbeiten sind die Verweise auf Literatur – dies erfordert ein Quellen- und Literaturverzeichnis, welches der Schüler im Rahmen seiner Facharbeit als Anhang anfertigen muss. Dabei werden die Autoren in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt (vgl. Karmasin/Ribing 2014: 128).

Gestaltung der Facharbeit

Natürlich stehen die Inhalte der Facharbeit im Mittelpunkt. Aber da eine Facharbeit mit einem Textverarbeitungsprogramm (Word, OpenOffice etc.) geschrieben werden muss, sollte man hier die Regeln beherrschen. Wenn eine Arbeit keine Formatierung hat, ist sie im Grunde genommen für den Prüfer auch nicht lesbar. Das Benutzen von Formatvorlagen und ein ansprechendes Äußeres der Facharbeit, zählen also auch mit.

Damit die Facharbeit auch anschaulich gestaltet ist, kann man Tabellen und Grafik erstellen und den Text sinnvoll aufzulockern. Auch hierfür gibt es formale Vorgaben, eine Checkliste der Universität Leipzig gibt Tipps zum optimalen Einsatz. Dies bewerten die Prüfer ebenfalls.

Auch weitere Dokumente oder Bilder finden sich im Anhang wieder. Da es hier spezielle Vorgaben gibt, die man einhalten muss, wird bewertet, inwieweit dem Schüler dies gelungen ist.

Die Präsentationsprüfung

Letztendlich fließt noch das abschließende Prüfungsgespräch in die Bewertung der 5. PK mit ein. Hier stellen die Schüler vor, was sie erarbeitet haben und präsentieren im Rahmen eines Fachgespräches die entstandene Facharbeit und die wissenschaftliche Einordnung. Eine Diskussion rundet das Gespräch und somit die Beurteilung ab. Durch Rückfragen des Prüfers hat der Schüler hier die Gelegenheit, seine Entscheidungen zu verdeutlichen. Daneben kann er darstellen, weshalb er das Thema ausgewählt und sich für diese Art der Umsetzung entschieden hat. Außerdem kann der Prüfling Unklarheiten aus dem Weg räumen.

Bearbeiten die Schüler ihr Thema im Rahmen einer Partner- oder Gruppenarbeit, so muss es in gleichwertige Unterthemen aufgespalten sein. Denn nur so können alle Schüler ihre Kompetenzen gleichermaßen unter Beweis stellen.

Bei der Präsentation legt der Prüfer Wert auf bestimmte wesentliche Komponenten. Dies ist zum einen der wissenschaftspropädeutische Aspekt, dem die Inhalte sowie die Darstellung des Themas genügen müssen. Zum anderen ist es wichtig, dass deutlich wird, welche fächerübergreifenden bzw. -verbindende Erfordernisse bewältig wurden.

Da die Präsentation der Facharbeit nur einen begrenzten Zeitrahmen vorsieht, ist dem Lehrer zudem wichtig, dass eine Auswahl von Aspekten getroffen wird. Diese muss der Prüfling begründen können. Dabei kann man sich beispielsweise darauf beschränken, nur die aktuellen Gegebenheiten eines Themas zu bearbeiten, statt dieses allgemein zu formulieren, etwa ‚Doping bei den Olympischen Winterspielen 2018‘ statt ‚Doping im Sport‘.

Zu guter Letzt achtet der Lehrer bei der Präsentation darauf, wie die Inhalte vermittelt werden. Wie der Schüler die ausgewählten Aspekte aufbereitet, fließt somit ebenfalls in die Note der Facharbeit mit ein. Ein freier Vortrag ist dabei Voraussetzung, unterstützend dienen dabei Visualisierungen. Hier kann man auch professionelle Hilfe beim Erstellen einer PowerPoint-Präsentation nutzen. Ein angemessener Medieneinsatz muss aussagekräftig sein, außerdem muss der Schüler sicherstellen, dass er das Medium reibungslos bedienen kann und dass es funktionstüchtig ist.

Berechnung der Note der Facharbeit

Bei der besonderen Lernleistung errechnet sich die Note der Facharbeit im Verhältnis 3:1. Die stärkere Gewichtung wird dabei auf die schriftliche Arbeit gelegt. Demnach fließt das Prüfungsgespräch nur zu einem Viertel in die Bewertung ein.

Anders verhält es sich bei der Präsentation. Hier liegt die Gewichtung nur geringfügig stärker auf der Präsentation. Im Verhältnis zum Prüfungsgespräch wird hier eine Verteilung von 2:1 angewendet. Daneben fließt auch noch die schriftliche Ausarbeitung in die Note der Facharbeit ein, hierbei ergibt sich ein Verhältnis von Präsentation und Prüfungsgespräch zur schriftlichen Ausarbeitung von 3:1.

Auf dem Weg zum Abitur ist die fünfte Prüfungskomponente ein wichtiger Schritt. Dabei stehen je nach Themengebiet und Art der Facharbeit bei der Bewertung verschiedene Kriterien im Fokus. Weiß der Schüler im Vorfeld, auf was die Prüfer achten, kann er sich gezielt auf die Schwerpunkte vorbereiten und eine gute Note der Facharbeit erzielen.

Literatur

Gruber, Helmut/Huemer, Birgit/Rheindorf, Markus (2009): Wissenschaftliches Arbeiten – Ein Praxisbuch für Studierende, Wien.

Karmasin, Matthias/Ribing Rainer (2014): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, 8. Aufl., Wien.

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