Die schlimmsten Fehler bei der Facharbeit



25 Feb Die schlimmsten Fehler bei der Facharbeit

Die Facharbeit ist als fünfte Prüfungskomponente (5. PK) des Abiturs in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Immer jedoch zählt ihr Ergebnis als wichtiger Bestandteil zur Abiturgesamtnote. Als besondere Lernleistung oder Präsentationsprüfung wird dabei in einem längerfristigen Prozess eine Arbeit verfasst, die einen wissenschaftsähnlichen Charakter hat. Dieser Artikel zeigt, worauf es bei der 5. PK ankommt und wie man die schlimmsten Fehler bei der Facharbeit vermeidet.

Jedes Land ist anders

Je nach Bundesland fließen andere Komponenten in die Abinote ein. In Berlin und Brandenburg zum Beispiel muss man neben drei schriftlichen und einer mündlichen Note als fünfte Prüfungskomponente eine Präsentation oder eine schriftliche Facharbeit anfertigen. Ähnlich ist es in Hessen, auch hier zählen zur Gesamtnote drei schriftliche Prüfungen sowie eine mündliche und eine Präsentation oder eine besondere Lernleistung.

Bayern stellt eine Ausnahme dar. Hier werden in die Gesamtnote beim Abitur drei schriftliche und zwei mündliche Prüfungen eingerechnet. Doch auch hier müssen Schüler eine Art Arbeit anfertigen, hier wird im Rahmen des sogenannten W-Seminars eine Seminararbeit mit Präsentation gefordert.

Wie sich die Note des Abiturs genau zusammensetzt, kann man auf den Internetseiten der einzelnen Bundesländer nachlesen. Fast jedes Kultusministerium stellt dort umfangreiches Informationsmaterial bereit, wie etwa Bayern mit der Broschüre für die Oberstufe des Gymnasiums in Bayern.

Das richtige Thema ist entscheidend für die Facharbeit

Egal, wie die Facharbeit genannt wird, ob fünfte Prüfungskomponente oder Seminararbeit, stets geht es darum, ein Thema wissenschaftlich auszuarbeiten und darzustellen. Dabei können viele Fehler bei der Facharbeit passieren, die sich negativ auf die Bewertung auswirken. So können schon bei der Themenfindung die ersten Probleme auftreten.

Denn es ist gar nicht so einfach, ein Gebiet zu finden, mit dem man sich für die nächsten Wochen beschäftigen möchte. So sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass das Thema den eigenen Interessen entspricht. Nichts ist schlimmer als ein Gebiet zu bearbeiten, das einen zu Tode langweilt.

Daneben sollte man bei der Themenwahl prüfen, ob man überhaupt in der Lage ist, den Bereich selbstständig zu bearbeiten und zu schreiben. Möglicherweise muss man so tief in die Forschung einsteigen, dass dies im Rahmen einer Facharbeit oder 5. PK gar nicht abbildbar ist. Oder der Umfang ist zu groß, sodass die zur Verfügung stehende Zeit nicht ausreichen kann.

Daneben muss man bei der Themenfindung im Rahmen einer fünften Prüfungskomponente beachten, ob genügend Quellen und Literatur existieren. Denn nur in diesem Fall kann man als Schüler eine wissenschaftliche Vorgehensweise anwenden.

Stoffsammlung – Ordnung muss sein

Ist das geeignete Thema für die Facharbeit gefunden, geht es daran, die dazugehörigen Materialien zu sammeln. Dieser Vorgang benötigt einige Tage und es kann dabei durchaus einiges an Stoff zusammenkommen. Hierbei ist es fatal, wenn der Überblick verloren geht.

Deshalb sollte man sich von Anfang an angewöhnen, die Stoffsammlung logisch zu gliedern und sich notieren, wo man welche Aspekte gefunden hat. Nur so kann man sich davor schützen, mit seinen Unterlagen im Chaos zu versinken, was ein Fehler bei der Facharbeit wäre. Ein erneutes Sichten der Stoffsammlung kostet schließlich Zeit – und die ist auch beim Anfertigen der fünften Prüfungskomponente begrenzt.

Bei der Gliederung ist zu beachten, dass sie dem Leser dabei behilflich ist, sich im Thema zu orientieren und den Schwerpunkt zu erkennen (vgl. Bensch & Alewell 2013:13). Auch hier ist es also wichtig sorgfältig vorzugehen und nicht vom Hundertsten ins Tausende zu kommen. Vielmehr muss man darauf achten, dass das eigentliche Thema in der Einleitung, dem Hauptteil und Schluss immer im Fokus bleibt. Alles andere wäre ein Fehler bei der Facharbeit.

Vorsicht vor dem Verzetteln

Wieviel Zeit für das Anfertigen der Facharbeit zur Verfügung steht, ist von Bundesland zu Bundesland – manchmal auch innerhalb der jeweiligen Schulen – unterschiedlich. In Thüringen beispielsweise wird für die Seminarfacharbeit ein längerer Zeitraum, etwa ein Jahr, anberaumt.
Doch um effizient arbeiten zu können, ist es wichtig, dass man sich im Vorfeld einen Zeitplan erstellt. Dieser schützt davor, sich zu verzetteln und am Ende nicht fristgerecht fertig zu werden. Dieser Plan muss auf alle Fälle realistisch sein. Auch für ein Lektorat der Facharbeit ganz zum Schluss muss noch genügend Zeit eingeplant werden.

Auch Pausen oder freie Tage muss man hier beachten, schließlich gibt es ja noch ein Leben neben der Schule. Mittlerweile geht man davon aus, dass für wissenschaftliches Arbeiten die eigentliche Schreibphase etwa 40 Prozent der Zeit aufgewendet werden. Die restlichen 60 Prozent entfallen zu gleichen Teilen auf die Erkundungs-, Strukturierungs- und Reflexionsphase (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2011:28).

Daher ist es beim Anfertigen der 5. PK wichtig, immer wieder zu überprüfen, inwieweit man dem Zeitplan noch folgt. Denn so kann man verhinderen, dass man sich in einer Phase verzettelt und am Ende für wichtige Arbeiten keine Zeit mehr verbleibt. Sich selbst unnötig in Zeitnot zu bringen ist ein Fehler bei der Facharbeit.

Achtung Plagiat – Richtig zitieren in der Facharbeit

Eine Grundvoraussetzung für wissenschaftliches Arbeiten und damit eine der größten Möglichkeiten, Fehler bei der Facharbeit zu machen, ist die korrekte Anwendung für direkte und indirekte Zitate. Denn dabei wird fremdes Gedankengut von dem eigenen differenziert und dieses kenntlich gemacht. Hierbei bestehen mehrere Möglichkeiten, etwa die deutsche Zitierweise mit Fußnoten oder die Harvard-Zitierweise oder im APA-Stil, auch amerikanisches Zitiersystem genannt.

Egal, welche Form der Zitation angewendet wird, sie haben das gleiche Ziel: Sie sollen es dem Leser ermöglichen, die Quelle schnellstmöglich wiederzufinden (vgl. Krämer 2009: 147-148). Wenn man sich für eine Zitierform entschieden hat, so muss man diese auch konsequent durchziehen. Außerdem muss man in einem Literaturverzeichnis im Anhang die kompletten Quellen aufführen.
Die Angabe der Quelle schützt auch davor, dass Teile der Arbeit als Plagiat gelten. Darunter versteht man, dass geistiges Eigentum gestohlen und als das eigene dargestellt wird. Wird ein Plagiat dementsprechend bei einer Plagiatsprüfung entlarvt, so kann dies schwere Konsequenzen haben: im schlimmsten Fall das Nichtbestehen der Facharbeit. Daher ist es immens wichtig, fremdes Gedankengut als solches zu kennzeichnen und korrekt zu zitieren.

Wie man richtig zitiert und ein korrektes Literaturverzeichnis anlegt, zeigt das Handout des Gymnasiums Marie Curie in Worbis. Aber auch viele andere Schulen haben auf ihren Internetseiten Hilfestellungen und Tipps, was das richtige Zitieren angeht. Nicht zuletzt findet man auch auf den Portalen der Universitäten hilfreiche Informationen zu diesem Thema.

Bevor man die Facharbeit zum Drucken und Binden gibt, sollte man außerdem noch einmal kontrollieren, ob alles passt. Stimmt die Rechtschreibung, ist das Deckblatt okay, sind die Fußnoten korrekt?

Die Facharbeit hat viele Namen – je nach Bundesland ist auch die Gewichtung zur Abiturnote verschieden. Allen gemein sind die wissenschaftliche Ausrichtung und die möglichen Fehlerquellen. Beachtet man jedoch die wesentlichsten Punkte bei der Erstellung der fünften Prüfungskomponente kann eigentlich kaum mehr etwas schief gehen.

Literatur

Bänsch, Axel/Alewell, Dorothea (2013): Wissenschaftliches Arbeiten, München.

Krämer, Walter (2009): Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit?, Frankfurt.

Samac, Klaus/Prenner, Monika/Schwetz, Herbert (2011): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule, Wien.

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