Das Fazit einer Facharbeit schreiben

Fazit einer Facharbeit
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21 Apr Das Fazit einer Facharbeit schreiben

In einer Hinsicht ist das Fazit einer Facharbeit ein Happy End: Der arbeitsintensivste Teil ist geschafft. Trotzdem lohnt es sich, für den Endspurt noch einmal die verbliebenen Konzentrationsreserven anzuzapfen. Denn als letztes Kapitel kann das Fazit einer Facharbeit das eine oder andere Problem des Textes sowohl ausbügeln als auch verschlimmern. Wer am Ende lieber das Beste als das Schlechteste aus der Facharbeit herausholen will, sollte die folgenden Hinweise beherzigen.

Das Fazit einer Facharbeit: zurück zum Anfang

Es sind die Einleitung und das Fazit, die der Facharbeit einen Rahmen geben. Er versorgt den Leser mit sämtlichen Informationen, die er braucht, um den Kern der Arbeit zu begreifen. Während die Einleitung die Fragestellung und das Lösungsvorhaben vorstellt, greift das Fazit die Fragestellung erneut auf, um sie zu beantworten. Insofern macht erst das Fazit die Facharbeit zu einer runden Sache (siehe hierzu den Leitfaden des Gymnasium Siegburg Alleestraße).

Zusammenfassung

Zudem sollen im Fazit einer Facharbeit die wesentlichen Inhalte des Hauptteils zusammengefasst werden. Dem Leser muss es möglich sein, den Sinn der Arbeit zu erfassen, ohne sie als Ganzes lesen zu müssen (vgl. Deparade 2015: 123).

Ergebnisse und Kerngedanken

Im ersten Schritt werden sämtliche Ergebnisse, die die Arbeit im Hauptteil hervorgebracht hat, resümiert. Es gilt, Kapitel für Kapitel die Kerngedanken verständlich und pointiert auf den Punkt zu bringen (vgl. Lübeck/ Beck 2016: 147). Zentrale Schlüsselmomente der Argumentation sollte man dabei deutlich hervorheben und als solche erkennbar machen. Auch ihre Funktion in Bezug auf die Beantwortung der Fragestellung sollte klar werden.

Antwort auf die Frage der Facharbeit

Die Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse mündet schließlich in der Beantwortung der Fragestellung der Facharbeit. Ganz gleich, ob diese den in der Einleitung geäußerten Erwartungen entspricht oder nicht – sie ist der Dreh- und Angelpunkt der Arbeit und muss im Fazit dementsprechend klar beantwortet werden (vgl. Lübeck/ Beck 2016: 147). Der Antwort auf die Fragestellung kommt also die größte Aufmerksamkeit zu.

Offene Fragen und Probleme

Auch Fragen, die offen geblieben sind oder sich erst im Zuge des Schreibens ergeben haben, kann man hier anbringen. Denn ebenso wie die Ergebnisse, sollen auch die Grenzen der eigenen Arbeit reflektiert werden. Recherche- oder Zeitprobleme – was das Schreiben an der Facharbeit erschwert hat, kann und sollte hier resümiert werden. Eine kleine Hilfe beim Formulieren bieten die Hinweise der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

No Go’s

Da das Fazit einer Facharbeit das letzte ist, was dem Lehrer bzw. Betreuer in Erinnerung bleiben wird, sollte man gerade hier keinen Fehler mehr machen. Ärgerlich wäre es, im Hauptteil einhundert Prozent zu geben und im Fazit schließlich mit unverzeihlichen No Go’s das Ruder noch einmal herumzureißen. Und zwar nicht auf die gute Weise.

Keine neuen Gedanken

Neue Gedanken, spontane Eingebungen und finale Erleuchtungen haben im Fazit absolut nichts verloren. Nur das, was tatsächlich im Hauptteil erarbeitet und ausformuliert wurde, darf den Weg ins Fazit finden (vgl. Mohr/ Wagner 2016: 158). Daher bietet es sich an, das Fazit zu schreiben und parallel dazu den Hauptteil zu sichten.

Keine Antwort erzwingen

Natürlich wünscht man sich eine erwartungsgemäße oder wenigstens eindeutige Antwort auf die eigene Fragestellung. Doch sie zu erzwingen oder das Fazit der Facharbeit zuliebe „anzupassen“ ist keine Option. Nur die tatsächlichen Ergebnisse des Hauptteils, nicht etwa geschönte Versionen davon, gehören an den Schluss (vgl. Mohr/ Wagner 2016: 160).

Kein Pathos

Pauken und Trompeten bieten sich angesichts des Endspurts der Facharbeit zwar an, sind im Rahmen des wissenschaftlichen Arbeitens oder eines sachlichen Textes aber nicht brauchbar. Dass die Antwort auf die Fragestellung fulminant oder ein Ergebnis spektakulär ist, mag zwar so sein. Auch ist rhetorische Finesse beim versprachlichen der Inhalte ein Plus. Doch sowohl Pathos als auch Polemik und andere Formen gefühlsbetonter Äußerungen sollte man unbedingt vermeiden.

Das Fazit einer Facharbeit wird dann zum Happy End, wenn es vier Funktionen erfüllt. Es muss den Bogen zur Einleitung schließen, sämtliche Ergebnisse zusammenfassen, die Fragestellung beantworten und die Arbeit schließlich kritisch reflektieren. All das am besten sprachlich knapp und klar. Und bitte nicht nach dem Fazit das Lektorat für eine Facharbeit vergessen! Ist dies der Fall, kann mit Fug und Recht nicht nur von einem, sondern einem glücklichen Ende gesprochen werden.

Literatur

Mohr, Deborah/ Wagener, Andrea (2016): Die Facharbeit: Von der Planung zur Präsentation. Texte, Themen und Strukturen, Berlin.

Deparade, Elke (2015): Seminarkurs und Facharbeit: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten in der Sekundarstufe II, Bayreuth.

Lübeck, Anja/Beck, Barbara (2016): Wissenschaftliches Arbeiten am Beispiel der Facharbeit in der gymnasialen Oberstufe, Münster.

Weiterführende Literatur:

Sacher, Nicole/ Gassner, Angelika (2010): Die Facharbeit. Planen – Strukturieren – Schreiben, Stuttgart.

Uhlenbrock, Karlheinz (2012): Fit fürs Abi: Referat und Facharbeit, Paderborn.

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