Literatursuche für die Facharbeit

Literatursuche für die Facharbeit


01 Mai Literatursuche für die Facharbeit

Eine Facharbeit zu schreiben ist noch kein Beitrag zur Wissenschaft – aber soll eine Übung für einen solchen sein. Wissenschaftliche Arbeiten stehen nie für sich allein, sondern fügen sich in ein komplexes System des Wissens. Nicht nur man selbst, auch andere erforschen die Welt. Sich sie machen ihre Erkenntnisse in Form von Büchern, in Magazinen oder im Internet der Öffentlichkeit zugänglich. Aber wie findet man exakt jene Quellen, die für die eigene Fragestellung von Bedeutung sind? Die folgenden Tipps machen die Literatursuche für die Facharbeit zu einer sicheren Sache.

Erste Schritte der Literatursuche für die Facharbeit

Bevor man mit der Literatursuche für die Facharbeit starten kann, sollte man am besten sorgfältig eine Mindmap angelegen. Die eigene Thematik als Ausgangspunkt ins Zentrum gerückt, kann man in ihr Assoziationen, Fragen, Synonyme oder verwandte Fachbegriffe verzeichnen, gerne auch, indem man Lexika oder das Internet zu Hilfe nimmt (siehe hierzu den Leitfaden der Universität Duisburg-Essen). Dabei dient die Mindmap einerseits einer ersten Übersicht über die Komplexität des Themas. Andererseits kann man sie als Suchwort-Depot begreifen und benutzen. Auf diese Weise schafft man eine solide Grundlage für die Recherche.

Zudem sollte man überlegen, ob man von Anfang an ein Literaturverwaltungsprogramm nutzt. So behält man besser den Überblick und muss auch vor einer Plagiatsprüfung keine Angst haben. Plagiate entstehen nämlich gerne dann, wenn man den Überblick über alles Gelesene verliert und selbst jemand, der das Lektorat der Facharbeit übernommen hat, Probleme hat, noch durchzublicken.

Literatursuche in der Bibliothek

Jetzt kann man mit der Literaturrecherche beginnen. Erster Anlaufpunkt zu diesem Zweck ist natürlich die Bibliothek (vgl. Sacher/ Gassner 2010: 52). Dabei sollte man den Mut haben, nicht nur in die nächste Stadtteilbibliothek zu gehen, sondern auch große Landes- oder Universitätsbibliotheken berücksichtigen. Dort findet man längst nicht mehr nur eingestaubte Bücher. Ein geradezu überwältigendes Ausmaß digitalisierter Fachliteratur und Enzyklopädien sowie digitaler Zeitschriften und Magazine eröffnet einem hier die Welt des Wissens.

Eingepflegt in spezifische Datenbanken kann man noch die abwegigste Publikation – sollte sie denn zu der eigenen Suchwortliste passen – ausfindig machen und sichten (siehe hierzu beispielsweise die Zusammenstellung von Nachschlagewerken und Datenbanken des Bibliotheksportals der Ruhr-Universität Bochum). Gerade den ersten Bibliotheksbesuch muss man aber ein bisschen planen. So sollte die gesamte Recherche bereits im Voraus über die Online-Kataloge der Bibliotheken erfolgen. Dann weiß man schon, ob sich der Weg lohnen wird.

Außerdem sind viele große Bibliotheken Magazin-Bibliotheken. Das heißt, dass man selbst gar nicht zu den Büchern kommt, sondern das Bibliothekspersonal diese aus dem Magazin herbringt. In so einem Fall lohnt es sich, die Bücher, die man einsehen möchte, vorher zu bestellen. Der Nachteil solcher Magazin-Bibliotheken ist, dass man nicht „vom Regal bibliographieren“ kann. „Vom Regal bibliographieren“ bedeutet, ein Buch im Regal zu suchen, von dem man schon gehört hat, und dann zu schauen, was noch links und rechts daneben steht. Vielleicht sind diese Bücher ja auch relevant? In Magazin-Bibliotheken sieht man die Bücher oft nicht, bis sie aus dem Magazin kommen. Hat man Zugang zum Magazin, sind die Bücher häufig nach Erscheinungsdatum geordnet, sodass es zwischen den Büchern in einer Regalreihe keinen thematischen Zusammenhang gibt.

Literatursuche im Internet

Erst nachdem man der Bibliothek seines Vertrauens einen Besuch abgestattet hat, sollten auch die Weiten des Internets durchforstet werden. Die Nutzung von Suchmaschinen ermöglicht dabei ein direktes Eintauchen in jedes erdenkliche Thema. Während Anbieter wie Google oder Ecosia allerdings das World Wide Web nur begrenzt absuchen, bieten wissenschaftliche Suchmaschinen wie die der Deutschen Nationalbibliothek, Google Scholar oder Google Books die Möglichkeit auch digitalisierte Print- und Fachmedien zu finden. Die Literatursuche für die Facharbeit kann so spielend leicht spezifiziert und auf Themenschwerpunkte hin ausgerichtet werden (vgl. Lübeck/ Beck 2016: 121). Aber Vorsicht: Viele Angebote sind nur einsehbar, wenn man über einen Hochschul- oder Bibliotheksserver darauf zugreift.

Literatur für die Facharbeit prüfen und filtern

Wichtiger Bestandteil der Literatursuche für die Facharbeit ist auch das Prüfen und Filtern sämtlicher Ergebnisse. Dabei sollte einerseits die Verlässlichkeit (s.o.), andererseits die Relevanz der Literatur für das eigene Thema kritisch hinterfragt werden (vgl. Lübeck/ Beck 2016: 147). Dies gilt sowohl für Printmedien als auch für Quellen aus dem Internet.

Printmedien

Zunächst sollte man sich fragen, ob es sich bei der gefundenen Literatur tatsächlich um einen wissenschaftlichen Text handelt. Eine kurze Recherche zur Bibliografie des Autors und zum publizierenden Verlag kann darüber Auskunft geben. Darüberhinaus sollte das Erscheinungsdatum des Buches oder Artikels klarstellen, ob die Quelle eine möglichst Aktuelle ist. Zuletzt sollte man bestenfalls schriftlich festhalten können, welcher Aspekt der eigenen Facharbeit dank der jeweiligen Quelle erhellt werden soll und wird.

Webseiten

Das Internet ist ein freier und potentiell von jedem Menschen mitgestaltbarer Raum. Auf zahllosen Webseiten steht qualitativ fundiertes Wissen unmittelbar neben konkreten Fehlinformationen. Zudem ist das Internet im rasenden Wandel begriffen. Fakten werden ständig aktualisiert und verändern sich, die Bedeutung oder Vertrauenswürdigkeit einer Quelle kann sich innerhalb kürzester Zeit in den Weiten des Netzes verlieren. Die Prüfung hier gefundener Literatur sollte deshalb besonders sorgsam vonstattengehen (vgl. Deparade 2015: 87). Leitende Fragen können die Folgenden sein:

  • Wird ein Autor genannt und wenn ja, kann seine Qualifikation in Erfahrung gebracht werden?
  • Werden Website oder Autor durch eine Organisation oder Firma gesponsert?
  • Versucht die Website ein Produkt zu verkaufen?
  • Besitzt die Quelle ein Erscheinungsdatum und wenn ja, wie aktuell ist es?
  • Gibt es Verlinkungen zu anderen Websites und wenn ja, welche sind das?

Kann man all diese Fragen nicht oder nur bedingt beantworten, sollte auf die Verwendung dieser Quelle lieber verzichtet werden.

Lexika, Fachbücher, Magazine und nicht zu vergessen: das World Wide Web. Wer sich auf Literatursuche für die Facharbeit begibt, wird meist von einer ganzen Lawine des Wissens ergriffen. Doch das bedeutet nicht, dass sie geradewegs in das eigene Literaturverzeichnis rollen sollte. Ganz im Gegenteil. Das sorgfältige und versierte Recherchieren, Prüfen und schließlich Filtern von Literatur ist für das Gelingen der Facharbeit unverzichtbar. Qualität, Verlässlichkeit, Aktualität und Relevanz sind einige der wesentlichen Kriterien, die es dabei zu berücksichtigen gilt. Nur wer dies getan hat, kann sich kopfüber in die Lektüre stürzen.

Literatur

Deparade, Elke (2015): Seminarkurs und Facharbeit: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten in der Sekundarstufe II, Bayreuth.

Lübeck, Anja/Beck, Barbara (2016): Wissenschaftliches Arbeiten am Beispiel der Facharbeit in der gymnasialen Oberstufe, Münster.

Sacher, Nicole/ Gassner, Angelika (2010): Die Facharbeit. Planen – Strukturieren – Schreiben, Stuttgart.

Weiterführende Literatur:

Mohr, Deborah/ Wagener, Andrea (2016): Die Facharbeit: Von der Planung zur Präsentation. Texte, Themen und Strukturen, Berlin.

Uhlenbrock, Karlheinz (2012): Fit fürs Abi: Referat und Facharbeit, Paderborn.

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