Zeitungsartikel im Harvard-Stil – wie funktioniert das Zitieren?



06 Jun Zeitungsartikel im Harvard-Stil – wie funktioniert das Zitieren?

Wenn du deine Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit schreibst, wirst du dich mit allerlei Fachliteratur zum Thema beschäftigen, die in verschiedenen Formen vorliegen kann – etwa als Monographie oder auch als Zeitungsartikel. Es gibt viele verschiedene Zitierweisen, die je nach Fachgebiet oder auch seitens der Vorgaben der Hochschule bevorzugt werden. Die Harvard-Zitierweise ist dabei einer der am häufigsten verwendeten Zitierregeln. In diesem Artikel werden wir auf den Sonderfall „Zeitungsartikel“ eingehen und genau darstellen, wie man Zeitungsartikel im Harvard-Stil zitiert.

Was ist der Harvard-Stil in der Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit?

Der Harvard-Stil ist für wissenschaftliches Arbeiten sehr weit verbreitet. Das kommt daher, dass er sich durch seine Knappheit auszeichnet (vgl. Brink 2013: S. 202).

Zudem kommt er gänzlich ohne Fußnoten aus: Alle Quellenverweise stehen direkt im Fließtext, um Text nach Harvard zitieren zu können. Dabei kann es sich selbstverständlich um direkte oder auch indirekte Zitate handeln; also um eine 1:1 Wiedergabe einer Textstelle aus einem anderen Werk, oder um eine Umformulierung einer Idee eines anderen Autors.

Der Harvard-Stil wird vor allem in den Sozial- oder Naturwissenschaften verwendet. Er funktioniert aber in erster Linie nach dem Autor-Jahr-Prinzip. Wenn du dich auf eine konkrete Textstelle mit Seitenzahl beziehst, musst du diese beim Zitieren ebenso angeben, um ein Plagiat zu vermeiden. Ansonsten genügt lediglich die Angabe des Nachnamens und des Erscheinungsjahrs des zitierten Werks. Je nach der Formulierung im Text kann es hierfür ganz unterschiedliche Zitationsmöglichkeiten geben:

Der Harvard-Stil

Dabei muss der Autorenname eindeutig zuordenbar sein, darf also nicht noch einmal als Nachname einer anderen Person vorkommen. Gibt es mehr als einen Autor mit demselben Nachnamen, werden die Anfangsbuchstaben der Vornamen auch mit angegeben. Die komplette Quellenangabe folgt dann erst am Ende der Arbeit im Literaturverzeichnis nach Harvard (vgl. Theisen 2013: S. 163).

Wie zitiert man Zeitungsartikel im Harvard-Stil?

Auch Zeitungsartikel, auf die du dich im Fließtext beziehst, folgen beim Zitieren in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit letztendlich dem oben genannten Schema. Es genügt hier also, den Verfasser des Artikels, das Erscheinungsjahr und die entsprechende Seite der Zeitung zu nennen (siehe auch die Hinweise der Charité Berlin). Hier ein Beispiel:

Zeitungsartikel im Harvard-Stil

Im Literaturverzeichnis musst du dann alle Quellennachweise in alphabetischer Reihenfolge angeben. Zeitungsartikel im Harvard-Stil werden dort nach dem folgenden Schema vermerkt:

Harvard-Stil Schema

Fehlen dir Informationen, die im Schema vorgesehen sind oder sind sie einfach nicht vorhanden (z.B. weil eine Zeitschrift nur einmal im Jahr erschient und deshalb keine Nummern hat), kannst du sie weglassen und einen Vermerk einfügen. Lässt sich etwa der Jahrgang der Zeitschrift nicht festellen „o.J.“ („ohne Jahresangabe“). Dies funktioniert Gaus wie bei Monografien nach Harvard, für Sammelbände nach Harvard oder für Internetquellen nach Harvard.

Wie du gesehen hast, sind die Vorteile des Harvard-Stils erstens dessen Knappheit und zweitens die flexiblen Formulierungsmöglichkeiten im Fließtext. Du solltest dich aber in jedem Fall vorab am Lehrstuhl oder bei deinem Betreuer erkundigen, welchen Zitierstil du in deiner Arbeit schließlich verwenden sollst. Wenn du Zeitungsartikel zitierst und im Literaturverzeichnis angeben möchtest, ist es zudem wichtig, dass dann alle Angaben vollständig sind und dass du das vorgegebene Format einhältst. Das wird dir mit einiger Übung aber sicherlich leichter fallen.

Wenn du dir die Arbeit leichter machen möchtest, empfiehlt es sich außerdem, die automatisierte Funktion in Word zum Angeben der Quellen zu benutzen. Dadurch ersparst dir einiges an Arbeit! Wenn du ganz sicher gehen möchtest, empfiehlt es sich zudem, ein Lektorat der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Hausarbeit zu nutzen.

Literatur

Brink, Alfred (2013): Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten, 5. Aufl. Münster.

Theisen, Manuel René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, 16. Aufl. München.

Weiterführende Literatur:

Eco, Umberto (1993): Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt, 3. Aufl. Heidelberg.

Weber, Daniela (2010): Die erfolgreiche Abschlussarbeit für Dummies, 1. Aufl. Weinheim.

Sarah Schmitt
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