Zahlen und Symbole in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit

Zahlen und Symbole


03 Mai Zahlen und Symbole in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit

Auch wenn man nicht gerade Mathematik oder ein anderes naturwissenschaftliches Fach studiert, braucht man manchmal Zahlen oder Symbole. Denn mit Jahreszahlen, Größenangaben oder Geldsummen muss man ebenfalls in anderen Studiengängen arbeiten. Wie man sie beim wissenschaftlichen Schreiben richtig verwendet, zeigt dieser Text.

Wann verwendet man Numeralien und Symbole in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit?

Um einige Zahlen und Symbole kommt man beim Schreiben wissenschaftlicher Texte nicht herum. Dennoch können zu viele Numeralien den Leser irritieren können und den Lesefluss stören. Um nicht erst beim Lektorat einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit zu bemerken, dass man Kauderwelsch verfasst hat, ist es wichtig, dass man die Zahlen und Symbole für den Leser immer kurz einordnet und erklärt, was sie aussagen sowie sie sparsam einsetzt (vgl. Kornmeier 2016: 311).

Fasst man zum Beispiel für eine Seminararbeit einen Lebenslauf zusammen, ist es wenig leserfreundlich eine Jahreszahl an die andere zu hängen. Stattdessen kann man dieses Problem umgehen, indem man sich anderer Schreibweisen bedient und einen chronologischen Bezug der Daten zueinander aufbaut.

Beispiel 1

Verwendet man Ziffern in einer wissenschaftlichen Arbeit, geht der Leser davon aus, dass diese genau sind. Handelt es sich dabei jedoch um Schätzwerte, so sollte man auf diese verzichten oder dieses durch Wörter wie etwa, ungefähr, rund kenntlich machen (vgl. Kornmeier 2016: 325).

Spricht man zum Beispiel von 1.000 Mitarbeitern suggeriert dies dem Leser, dass exakt diese Zahl an Angestellten für das Unternehmen arbeitet. Wahrscheinlicher aber ist, dass diese Zahl durch Kündigen, Neueinstellungen oder Renteneintritte immer ein wenig schwankt. Daher schreibt man besser von rund tausend Mitarbeitern.

Wichtig ist außerdem, dass man für alle verwendeten Zahlen den entsprechenden Beleg im Literaturverzeichnis beziehungsweise der Fußnote nennt, zum Beispiel mit dem Statistischen Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland. So ist die entsprechende Zahl auch im Nachhinein nachprüfbar und wissenschaftlich aussagekräftig (vgl. Brink 2013: 221).

Welche Zahlen werden ausgeschrieben, wann verwendet man eine Ziffer?

Hier gibt es eine wichtige Faustregel in der deutschen Rechtschreibung: Zahlen von 0 bis 12 werden als Wörter ausgeschrieben, sowohl Kardinal- als auch Ordinalzahlen. Für alles, was größer ist, verwendet man arabische Ziffern – mit Ausnahme von größeren, runden Zahlen, wie zum Beispiel vor fünfzig Jahren, rund tausend Mitarbeiter, eine Million Umsatz.

In einem Merkblatt für das wissenschaftliche Arbeiten von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn heißt es dazu:

Numerische Daten

Abb. 1: Numerische Daten

Eine weitere Ausnahme gilt, wenn zuvor das Wort „Zahl“ verwendet wird beziehungsweise, wenn man eine kleinere mit einer größeren Zahl in Bezug setzt. Auch dann wird immer auf Ziffern statt ausgeschriebene Zahlen zurückgegriffen. Das ist zum Beispiel bei Vergleichen der Fall.

Ausnahme

Ebenfalls Ziffern verwendet man bei allen Nummern, wie Hausnummer, Postleitzahlen, Telefonnummern, sowie bei allen Zahlen einhergehend mit einer Maßeinheit, wie Währungen, Temperaturen, Größen- oder Gewichtsangaben (vgl. Kornmeier 2016: 323). Verbindet man eine Ziffer mit einem Wort, steht dazwischen ein Bindestrich. Beispiele: 45-Jähriger, 125-Jahr-Feier, 4-Takt-Motor (ebd. 327).

Bei größeren Zahlen, die man als Ziffern schreiben möchte, wird der Lesbarkeit halber empfohlen, Dreiergruppen zu bilden und diese mit einem Leerzeichen oder Punkt abzutrennen, zum Beispiel: 100.000 Euro bzw. 100 000 Euro (vgl. Balcik/Röhe 2017: 172).

Wie werden Symbole richtig angewandt?

Alltäglich gebrauchte Symbole kann man bei wissenschaftlichen Arbeiten verwenden, ohne sie für den Leser speziell zu erklären (Siehe hierzu auch die Hinweise der Technischen Universität Dresden). Wer zum Beispiel im Studium der Wirtschaftswissenschaften Umsatzzahlen vergleicht, gebraucht für Geldsummen die Währungszeichen für Euro € oder Dollar $. Im Jurastudium ist dagegen das Paragraphenzeichen § geläufig, bei Politikwissenschaft das Prozentzeichen % für Abstimmungsergebnisse.

Diese Symbole befinden sich meist auf der normalen Tastatur und müssen nicht aus dem Symbolkatalog des Textverarbeitungsprogramms herausgesucht werden. Verzichten sollte man dagegen auf das Und-Zeichen, außer es ist Bestandteil eines Marken- oder Unternehmensnamens wie „Head & Shoulders“ oder „GmbH & Co. KG“.

Verwendet man in seiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit mehrere Symbole, die nicht wirklich geläufig sind, ist nach dem Inhaltsverzeichnis ein Symbolverzeichnis oder eine sogenannte Legende zu erstellen. In alphabetischer Reihenfolge werden dort die entsprechenden Symbole und ihre Bedeutung aufgelistet. Wie ein solches Symbolverzeichnis auszusehen hat, erklärt die Technische Universität Chemnitz mit folgendem Beispiel in einer Handreichung zum wissenschaftlichen Arbeiten:

Symbolverzeichnis

Abb. 2: Symbolverzeichnis

Neben dem Symbolverzeichnis zu Beginn der wissenschaftlichen Arbeit muss man das Symbol außerdem bei seiner ersten Nennung im Text erklären (vgl. Brink 2013: 205). Dabei sollte man auf ein konsequentes Vorgehen achten und sich an den Standard-Symbolen orientieren, zum Beispiel an den DIN-Normen (vgl. Kornmeier 2016: 321).

Wer verschiedene Symbole im Text vermischt oder einem Symbol mehrere Bedeutungen zuspricht, verwirrt sonst den Leser und hinterlässt keinen strukturierten Eindruck. Wichtig ist daher bei Symbolen vor allem eine einheitliche Verwendung.

Wie baut man eine Formel in den Text der Bachelorarbeit oder Masterrabeit ein?

Muss man in einer wissenschaftlichen Arbeit belegen, wie man rechnerisch zu einem bestimmten Ergebnis gekommen ist, sollte man dafür eine Formel verwenden. So kann der Leser aber auch Prüfer den Rechenweg besser nachvollziehen.

Formeln werden in Abgrenzung zum Fließtext ein wenig eingerückt. Zahlen und Einheiten schreibt man dabei immer in einer normalen Formatierung, Formelzeichen setzt man kursiv. Außerdem sollte man die gängigen Formelzeichen verwenden, also zum Beispiel V für Volumen oder f für Funktion (vgl. Gockel 2010: 96 und 99).

Für Studierende der Elektrotechnik und Informationstechnik hat die Technische Universität Dresden in einem Merkblatt die wichtigsten Regelungen dazu zusammengefasst. Der folgende Ausschnitt daraus erklärt, welche Bestandteile einer Formel man normal und welche kursiv schreiben muss.

Anwendung von Formelzeichen

Abb. 3: Anwendung von Formelzeichen

In fast jeder wissenschaftlichen Arbeit finden sich irgendwo Zahlen und Symbole wieder. Für eine korrekte Schreibweise dieser Zeichen sollte man besonders darauf achten, dass man diese einheitlich verwendet. Außerdem sollte man bei jeder Zahl hinterfragen, wie genau sie ist und mit welcher Quelle man sie belegen kann.

Literatur

Balcik, Ines/Röhe, Klaus (2017): PONS. Deutsche Grammatik und Rechtschreibung. Alle wichtigen Regeln – einfach und verständlich, Stuttgart.

Brink, Alfred (2013): Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten. Ein prozessorientierter Leitfaden zur Erstellung von Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten, 5. Aufl. Wiesbaden.

Gockel, Tilo (2010): Form der wissenschaftlichen Ausarbeitung. Studienarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Konferenzbeitrag, 2. Aufl. Berlin/Heidelberg.

Kornmeier, Martin (2016): Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht für Bachelor, Master und Dissertation, 7. Aufl. Bern.

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