Richtig zitieren mit Fußnoten – die deutsche Zitierweise

Deutsche Zitierweise - mit Fußnoten zitieren - Anleitung, Tipps, Beispiele
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17 Feb Richtig zitieren mit Fußnoten – die deutsche Zitierweise

Weshalb muss man zitieren?

Beim Verfassen einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit – egal, ob Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation – beziehst Du Dich auf bereits vorhandenes Fremdwissen. Dieses Gedankengut anderer Wissenschaftler sowie deren Erkenntnisse bilden in den allermeisten Fällen die theoretische Grundlage Deiner Arbeit. Da diese in der Regel viel Zeit und zusätzlich zumeist auch einen hohen finanziellen Aufwand betrieben haben, erfordert es der wissenschaftliche Ehrenkodex, dass Du Fremdwissen korrekt zitierst. Beachte, dass Du dies im Zuge der eidesstattlichen Erklärung mit Deiner Unterschrift bestätigst. Ein Verstoß gegen Erklärungen, die an Eides statt abgegeben wurden, können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Nicht gekennzeichnete Übernahmen von Forschungsergebnissen, die nicht von Dir stammen, gelten als Plagiate. Sollte im Zuge einer Plagiatsprüfung, die heutzutage dank leistungsfähiger Plagiatssoftware im Zuge des Einreichprozesses durchgeführt wird, festgestellt werden, dass Deine Arbeit Plagiate enthält, musst Du damit rechnen, dass Du zur Abschlussprüfung nicht zugelassen wirst. Plagiate können aber auch Jahre nach dem Einreichen aufgedeckt werden. Diese sind nicht verjährt, vielmehr können akademische Titel in diesen Fällen wieder aberkannt werden.

Da es sich bei Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen um schriftliche Prüfungsarbeiten handelt, muss für den/die GutachterIn nachvollziehbar sein, welche Erkenntnisse von Dir und welche Erkenntnisse von anderen Wissenschaftlern stammen. Nur so kann eine faire Beurteilung erfolgen.

Die Verwendung der deutschen Zitierweise

Bei der deutschen Zitierweise wird mithilfe von hochgestellten Ziffern gearbeitet, die hinter das betreffende Zitat eingefügt werden. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um ein direktes oder indirektes Zitat handelt. Beachte allerdings, dass man einem indirekten Zitat ein „Vgl.“ voranstellt. Die Ziffer bezieht sich auf eine Fußnote am Ende der Seite, die den Quellenbeleg beinhaltet. Sofern die verwendete Quelle zum ersten Mal in der wissenschaftlichen Arbeit verwendet wird, schreibt man einen Vollbeleg, scheint sie zum wiederholten Mal auf, benötigt man nur mehr einen Kurzbeleg.

Beispiel: 

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Vollbelege

Sogenannte Vollbelege geben detailliert über die verwendete Quelle Auskunft. Sie werden einerseits dann verwendet, wenn aus der betreffenden Quelle zum ersten Mal zitiert wird. Bei jedem weiteren Aufscheinen einer bereits benannten Quelle wird der Kurzbeleg verwendet. Andererseits werden Vollbelege im Literaturverzeichnis verwendet. Beachte: Ein Literaturverzeichnis ist in sehr vielen Fällen alphabetisch geordnet. Dazu wird der Nachname des Autors herangezogen, weswegen im Literaturverzeichnis zuerst der Nachname, dann der Vorname des/der Verfasserin aufscheinen muss. Bei einem Vollbeleg, der in den Fußnoten steht, wird in der Regel zunächst der Vorname, danach der Nachname angegeben.

Um eine Quelle korrekt zu belegen, muss sie zunächst klassifiziert werden. Danach wählt man das für diesen Publikationstyp geeignete Modell.

Monographie

Zitiert man eine eigenständige Publikation (Monographie), die zumeist von nur einem Autor verfasst wurde, wählt man folgendes Modell:

Vorname Nachname, Titel. Untertitel, Erscheinungsort Erscheinungsjahr, Seitenangabe.

Beispiel:

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Beachte, dass bei Monographien Spezialfälle aufscheinen können:

Autorschaft mehrerer Personen: Manche Publikationen wurden von mehreren Autoren geschrieben. Diese müssen selbstverständlich im Quellenbeleg aufscheinen. Wurde die betreffende Publikation von zwei Autoren verfasst, schreibt man dies folgendermaßen: Martin Auckmann und Sylvia Leopold, Titel der Publikation etc. Mehr als zwei Autoren werden mithilfe von Kommas voneinander getrennt: Hubert Altmann, Manuela Weinprecht und Rolf Mayr, Titel der Publikation etc.

Angabe der Auflage: Möchte man Informationen zur verwendeten Auflage angeben, fügt man die Auflagennummer mithilfe einer hochgestellten Zahl vor der Jahresangabe ein (beispielsweise Berlin 72014). Eine weitere Möglichkeit ist, diesen Hinweis vor der Orts- und Jahresangabe einzufügen, zum Beispiel: „vierte neu bearbeitete Auflage oder „7. Aufl.“.

Fehlende Angaben zum Erscheinungsjahr und/oder Erscheinungsort: Kann man das Erscheinungsjahr nicht eruieren, kürzt man dies mit o.J. ab. Ist es nicht möglich, Angaben über den Verlagsort zu finden, kürzt man dies mit o.O. ab.

Aufzählung mehrerer Verlagsorte: Liegen mehrere Verlagsorte vor, zählt man diese auf, z. B. Berlin, München, Basel 2010. Handelt es sich um mehr als drei, schreibt man dies beispielsweise folgendermaßen: München [u. a.] 2001.

Reihenpublikationen: Hat man es mit einer Monographie zu tun, die in einer Reihe erscheint, gibt man diese Information folgendermaßen an: Vorname Nachname, Titel. Untertitel, Ort Jahr (Reihentitel Reihenband), Seitenangabe.

Aufsätze und Artikel

Bei einem Aufsatz in einem Sammelband wählt man folgendes Modell:

Vorname Nachname, Titel des Aufsatzes, in: Titel des Sammelbandes, hg. von Vorname Nachname, Ort Jahr, Seitenangabe.

Wurde ein Sammelband von mehreren Herausgebern publiziert, kennzeichnet man dies folgendermaßen: hgg. von Vorname Nachname, Vorname Nachname …, Ort etc. Der letzte Herausgeber wird mit einem „und Vorname Nachname“ hinzugefügt, z. B. … hgg. von Heinrich Zöhrer, Doris Aubichler und Markus Schadler. Sofern der Sammelband Bestandteil einer Reihe ist, wird diese Information genau wie bei Monographien angegeben.

Möchte man einen Aufsatz in einer Zeitschrift zitieren, wählt man dieses Modell: Vorname Nachname, Titel des Artikels, in: Name der Zeitschrift Jahrgang (Erscheinungsjahr), Seitenangabe.

Beispiel:

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In diesem Fall werden die Herausgeber und der Erscheinungsort nicht angegeben.

Einen Lexikonartikel zitiert man wie einen Aufsatz in einem Sammelband: Vorname Nachname, Art. Titel des Artikels, in: Name des Lexikons Bandnummer, hg. von: Vorname Nachname, Ort Jahr, Seitenangabe.

Beispiel:

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Die Abkürzung Art. wird verwendet, um zu kennzeichnen, dass ein Artikel zitiert wird. Sofern im betreffenden Lexikon anstelle der Seiten die Spalten nummeriert werden, verwendet man die Abkürzung Sp.

Zeitungsartikel werden folgendermaßen zitiert: Vorname Nachname, Titel des Artikels. Untertitel, in: Name der Zeitung (Jahr), Nr. X, Seitenangabe.

Hochschulschriften und Internetquellen

Bei Habilitationen, Dissertationen und anderen Hochschulschriften wird folgendes Muster herangezogen:

Vorname Name, Titel der Hochschulschrift, Typ der Hochschulschrift, Universität Erscheinungsort Jahr, Seitenangabe.

In diesem Fall ist die Universität der Erscheinungsort und als Jahr wird das Jahr der Einreichung angegeben. Der Typ der betreffenden Schrift wird unterschiedlich angegeben, so ist beispielsweise möglich: unv. Diss. (unveröffentlichte Dissertation), unveröffentlichte Masterarbeit oder Habil. (Habilitation).

Mithilfe der URL werden Internetquellen belegt, z. B.: http://de.wikipedia.org/wiki/Franz-Ulrich_Hartl (Stand: 09.09.2014). Wichtig ist es, das Abrufdatum hinzuzufügen. Sofern Autor sowie Datum bekannt sind, belegt man Quellen auf diese Weise:

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Verlage und Seitenangaben
Viele Institute und Universitäten, welche die deutsche Zitierweise vorschreiben, verzichten auf die Angabe des Verlages. Sollte die Angabe jedoch erwünscht sein, fügt man sie auf folgende Weise in den Quellenbeleg ein: Verlagsort(e): Verlagsname Jahr, Seitenangabe.

Seitenangaben sollten in der Regel genau sein. Das bedeutet, wenn sich das Zitat über mehrere Seiten erstreckt, müssen diese angegeben werden, z. B. S. 12–16. Erstreckt sich ein Zitat über eine Seite und über die folgende, erlauben manche Institute beispielsweise die Angabe S. 56f. Sofern es sich über zwei Folgeseiten erstreckt, kann man beispielsweise S. 322ff. schreiben.

Kurzbelege

Ein Kurzbeleg wird verwendet, wenn die zu zitierende Quelle bereits einmal aufgeschienen ist. Er umfasst lediglich Angaben zum Autor, den abgekürzten Titel der Quelle sowie die Seitenangabe. Mithilfe von Kurzbelegen wird die Textmenge in den Fußnoten reduziert, denn würde man stets Vollbelege angeben, hätte man es mit einem sehr umfangreichen und unübersichtlichen Fußnotenapparat zu tun.

Beispiel:

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Literaturverzeichnis
Da Du bei der deutschen Zitierweise die Vollbelege bereits in den Fußnoten verwendest, ersparst Du dir Arbeit beim Erstellen des Literaturverzeichnisses. Du übernimmst im Wesentlichen alle Informationen aus den Fußnoten ins Literaturverzeichnis und ordnest die Reihenfolge der Autoren alphabetisch.

Zwei Unterschiede zwischen Quellenbelegen im Hauptteil sowie im Literaturverzeichnis musst du berücksichtigen: Bei Aufsätzen in Sammelpublikationen oder bei Zeitschriftenartikeln wird der Seitenumfang des jeweiligen Artikels angegeben. Um das Verzeichnis übersichtlich zu ordnen, wird der Nachname vor den Vornamen gestellt, z. B.: Gerstner, Michael: Titel … etc.

Beispiel:

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Über den Autor:
marina.feidel@mentorium.de

Marina Feidel studierte Wirtschaftswissenschaften (Regionalmanagement) an der FH Eberswalde. Während ihres Studiums hat Frau Feidel bereits als Tutorin ehrenamtlich Studenten zum Thema "Wissenschaftliches Schreiben" betreut. In einem Redaktionsteam hat Sie an unserem kostenlosen und umfangreichen eBook (Ratgeber) zum Thema "Wissenschaftliches Arbeiten" mitgewirkt und dabei ihr Wissen und ihre Erfahrung in der wissenschaftlichen Betreuung von Studenten einfliessen lassen. Frau Feidel unterstützt mit ihren ehrenamtlichen Beiträgen zur Mentorium Wissensdatenbank auch in Zukunft Studenten bei der Erstellung von Hausarbeiten, Seminararbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten.



 

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