Plagiate erkennen und vermeiden

Was musst Du beim wissenschaftlichen Schreiben beachten?



Das Thema Plagiat ist für jeden Studenten wichtig – ein wissenschaftlicher Fehltritt kann bedeuten, dass eine komplette Arbeit nicht anerkannt wird, oder sogar zu weiterreichenden Konsequenzen führen. Meistens sind Plagiate aber gar nicht beabsichtigt, sondern passieren unbewusst. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Wir erklären, was häufige Ursachen für Plagiate sind und wie Du sie künftig vermeiden kannst.

I. Was ist ein Plagiat?

Plagiatsfälle kennt man aus den Bereichen Musik, Kunst oder Technologie. Die Grundproblematik ist immer die Gleiche: Fremdes geistiges Eigentum wird ohne Erlaubnis verwendet. Eine Melodie wird fast identisch übernommen, ein Gemälde kopiert oder eine Technologie von einer fremden Firma verkauft. Im universitären Kontext entsteht ein Plagiat, wenn ein wissenschaftlicher Ansatz oder eine Idee ohne Kennzeichnung in die eigene Arbeit übernommen wird oder sogar eine Textpassage identisch kopiert wird. Es handelt sich in der Regel um direkte oder indirekte Zitate aus wissenschaftlicher Literatur, die nicht kenntlich gemacht wurden.

II. Ursachen für Plagiate

  • Unwissenheit
    Weißt Du manchmal nicht, was alles genau als Zitat gekennzeichnet werden muss und vor allem wie es kenntlich gemacht werden muss? Vielen Studenten geht das so. Vor allem umgeschriebener Text wird häufig nicht mit einer Quelle belegt. Auch aus anderen Sprachen übersetzte Sätze oder Abschnitte fließen oft ohne Kennzeichnung in die wissenschaftliche Arbeit ein.
  • Zeitdruck
    Beim wissenschaftlichen Arbeiten unter Zeitdruck wird man oft unachtsam. Dadurch können Fehler entstehen. Du kennst das Problem sicher auch: Deine Arbeit muss fertig werden, deshalb schreibst Du schnell einen Absatz nach dem anderen und achtest dabei nicht mehr genau auf das Einfügen der Quellenangabe. Da passiert es schnell, dass die Angabe unvollständig ist oder sogar komplett fehlt.
  • Fehlender Überblick
    Schon bei Deiner Vorbereitung liest Du viel und machst Dir Notizen. Wenn Du dann mit dem Schreiben beginnst, nutzt Du diese Notizen und bindest verschiedene Quellen mit ein. Den Überblick zu behalten, welche Ideen von dir stammen und welche nicht, ist oft nicht einfach. Vor allem nachdem einige Zeit vergangen ist, ist es sehr schwierig, jedes indirekte Zitat wieder zu erkennen und zu kennzeichnen.

III. Wie vermeide ich Plagiate?

Die Ursachen für Plagiate sind vielfältig. Doch wenn Du Dich an ein paar Richtlinien hältst, kannst Du viele wissenschaftliche Fehltritte vermeiden. Wir zeigen sie Dir!

  • Strikte Einhaltung der korrekten Zitierweise nach Vorgabe
    Jede Universität, Hochschule oder häufig auch einzelne Fachbereiche haben eigene Vorgaben zur Zitierweise. Bring in Erfahrung, welches System für Deine Arbeit gilt. Halte Dich strikt an diese Richtlinien. Am besten druckst Du Dir die Angaben aus und behältst sie während des kompletten Schreibprozesses im Auge.
  • Konkrete und feste Systematik bei der Texterstellung und Quellenarbeit
    Entwickle für Dich selbst ein System, wie Du mit Zitation und Quellenarbeit umgehst. Dabei musst Du selbstverständlich die für Dich vorgegebene Zitierweise berücksichtigen. Es ist sinnvoll, Zitate immer sofort zu kennzeichnen, die Quellenangabe einzufügen und das verwendete Werk in Dein Literaturverzeichnis aufzunehmen. Verschiebst Du das auf einen späteren Zeitpunkt, ist die Gefahr groß, den Überblick zu verlieren.
  • Nicht durch Zeitdruck das systematische Arbeiten vernachlässigen
    Auch wenn Dir die Arbeit über den Kopf wächst und Dir die Zeit davon rennt, halte an Deinem System fest. Die Kontrolle Deiner Quellen im Nachhinein ist sehr zeitaufwendig. Wird nach der Abgabe ein Plagiat in Deiner Arbeit entdeckt, bedeutet das meistens, dass Du die Arbeit erneut schreiben musst – das kostet Dich noch mehr Zeit. Wenn Du Dich von Beginn an intensiv und kontinuierlich mit der Quellenarbeit beschäftigst, wirst Du im Endeffekt auf diese Weise sogar Zeit sparen.
  • Ehrlicher Umgang mit Quellen
    Zitieren gehört fest zum wissenschaftlichen Arbeiten dazu. Du brauchst Bezüge zu bereits vorhandener Literatur, um Deine Arbeit zu verorten und Deinen Argumenten Gewicht zu verleihen. Scheue Dich also nicht, Quellen zu nutzen. Du musst nicht versuchen mit möglichst wenigen Quellen auszukommen.

IV. Plagiat/ Plagiatsvorwurf: Die Konsequenzen

Grundsätzlich gilt: Jedes Plagiat kann Konsequenzen haben. Auch wenn es das einzige in der Arbeit ist und es sich nur um einen Satz handelt. Allerdings sind die Folgen abhängig von der Art der Arbeit und dem Umfang des Plagiierens.

Entdeckt der Prüfer ein Plagiat in Deiner Haus- und Seminararbeit, ist es bei kleinem Umfang wahrscheinlich, dass er die Arbeit als Fehlleistung wertet und sie Dich im besten Fall nochmals schreiben lässt – dann natürlich fehlerfrei. Werden Plagiate im größeren Umfang entdeckt, kann das weitgreifende Konsequenzen haben: Andere Prüfungen werden aberkannt, Geldbußen eingefordert, Du wirst nicht zur Abschlussprüfung zugelassen oder sogar direkt exmatrikuliert. Bei Abschlussarbeiten – Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten – sind die Folgen häufig noch drastischer. Der Abschluss kann aberkannt oder außeruniversitäre Einrichtungen, wie der Arbeitgeber, informiert werden. Die Universität oder Hochschule hat auch das Recht, den Plagiatsfall öffentlich zu machen. Zudem kann es auch hier sein, dass Geldbußen gezahlt werden müssen. In sehr schweren Fällen kann das Plagiieren strafrechtliche Konsequenzen haben.

Für die Bewertung der Plagiatsfälle gibt es dabei keine allgemeingültigen Richtlinien, was ein schwerwiegender Fall ist und was nicht, wird individuell abhängig vom Prüfer oder Prüfungsausschuss entschieden. Unabhängig von der jeweiligen Einschätzung ist die Gefahr immer groß, dass ein Plagiat nicht nur Deine Haus- oder Abschlussarbeit gefährdet, sondern im schlechtesten Fall auch Deine berufliche Zukunft. Umso wichtiger ist es, schon vor der Abgabe alle Fehler auszumerzen.

V. Sicherheitsnetz Plagiatscheck

Auch wenn Du alle Regeln beachtest, kann es trotzdem sein, dass Du ein Zitat übersiehst. Vor allem bei umfangreichen Arbeiten geht eine Quellenangabe schnell mal unter. Ein professioneller Plagiatscheck bietet Dir Hilfe. Dabei wird Deine Arbeit mit einer Software auf nicht gekennzeichnete Zitate kontrolliert. Im Anschluss bekommst Du ein Plagiatsprotokoll, in dem alle kritischen Stellen aufgeführt sind. Das Risiko, Zitate zu übersehen, wird damit minimiert und für Dich bedeutet das: Du kannst Deine Arbeit mit ruhigem Gewissen abgeben und hast ein optimales Ergebnis.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob sich ein Plagiatscheck für Dich lohnt, stell Dir folgende Frage: Wie lange würde es dauern, Deine Arbeit neu zu schreiben? Ist der Aufwand für Dich hoch, lohnt es sich auf jeden Fall einen Überprüfung durchführen zu lassen. Du vermeidest damit weitestgehend, einem Plagiatsvorwurf ausgesetzt zu werden. Eine Plagiatsprüfung ist also auch sinnvoll für längere Hausarbeiten und nicht nur für Abschlussarbeiten.

Zusätzlich zum automatisierten Plagiatscheck hast Du die Möglichkeit, ein wissenschaftliches Lektorat durchführen zu lassen. Dabei liest ein Lektor Deine Arbeit Seite für Seite. Er achtet bei der Korrektur unter anderem besonders auf Zitate und Quellenangaben und markiert Auffälligkeiten. Der automatische Prozess der Plagiatsprüfung wird durch das geschulte Auge eines Lektors optimal ergänzt.

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