Richtig zitieren mit Harvard-Zitierweise (Harvard-Methode, Stil) – Anleitung für das amerikanische Zitiersystem

Harvard-Stil, Methode, Style - die amerikanische Zitierweise
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21 Feb Richtig zitieren mit Harvard-Zitierweise (Harvard-Methode, Stil) – Anleitung für das amerikanische Zitiersystem

Zitieren in Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen

In der Regel ist es notwendig, sich beim Erstellen einer wissenschaftlichen Prüfungsarbeit, zum Beispiel Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation, auf bereits vorhandene Forschungsergebnisse zu beziehen. Diese Erkenntnisse anderer Wissenschaftler sowie schon existierendes Gedankengut bilden das theoretische Grundgerüst, auf dem Du Deine Abschlussarbeit aufbaust. Der wissenschaftliche Ehrenkodex erfordert es, dass Erkenntnisse anderer Wissenschaftler korrekt zitiert werden. Beachte, dass ein Verstoß in der Regel nicht als Kavaliersdelikt aufgefasst wird. Vielmehr hast Du mit einer eidesstattlichen Erklärung bestätigt, dass Du in Deiner Arbeit korrekt zitiert hast. Wird im Zuge des Einreichprozesses mithilfe einer Plagiatsprüfung das Gegenteil bewiesen, musst Du mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Aber auch später entdeckte Plagiate bleiben nicht ungeahndet. Mögliche Konsequenzen sind, dass Du Dein Studium nicht abschließen kannst oder Du im Falle einer späteren Entdeckung mit der Aberkennung eines bereits verliehenen akademischen Titels rechnen musst.

Ein weiterer Grund, weshalb Fremdwissen gekennzeichnet werden muss, liegt darin, dass für eine/n GutachterIn nachvollziehbar sein muss, welcher Teil der Erkenntnisse, die Du in Deiner Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation thematisiert, von Dir stammen und welche Teile von anderen Wissenschaftlern übernommen wurden. Nur dies ermöglicht eine gerechte Beurteilung Deines wissenschaftlichen Textes.

Die Verwendung des Harvard-Systems

Die amerikanische Zitierweise (oder auch Harvard-Methode genannt) ist dadurch charakterisiert, dass die benötigten Quellenbelege hinter dem Zitat eingefügt werden. Dabei handelt es sich um Kurzverweise, die auf den entsprechenden Eintrag im Literaturverzeichnis verweisen. Benötigt werden dazu der Nachname des Verfassers, die Jahreszahl sowie die Seitenzahl. Hinsichtlich der Seitenzahl ist zu beachten, dass manche Institute bei allen Zitaten die Angabe der Seitenzahlen fordern. Manche BetreuerInnen hingegen verlangen Seitenzahlen nur bei direkten Zitaten, bei indirekten genügt die Angabe des Autors sowie der Jahreszahl.

Bei diesem Text kommt ein direktes Zitat zum Einsatz:

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Mit (Helms 1981: 444) wird auf das Literaturverzeichnis verwiesen, wobei Nachname des Autors, Jahreszahl und die Seitenzahl genannt werden.

Indirekte Zitate sehen folgendermaßen aus, sie werden mit einem „vgl.“ eingeleitet:

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Es ist möglich, dass von ein und demselben Autor zwei oder mehr Publikationen aus demselben Jahr verwendet werden. In diesem Fall fügt man hinter der Jahreszahl Kleinbuchstaben ein: (Foringer 2003a: 33), (Foringer 2003b: 45) und (Foringer 2003c: 17) etc.

Sofern Du den Namen des Autors in den Text einbindest, ist es nicht notwendig, diesen in der Klammer nochmals zu erwähnen.

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Ziehst Du zur Untermauerung einer Aussage mehrere Quellen heran, trennst Du diese mithilfe eines Semikolons: (Hofstätter 2012: 25; Dorritsen 2011: 29).

Weist die verwendete Quelle mehrere Autoren auf, gibt man diese im Quellenbeleg an. Bis zu drei Autoren werden namentlich genannt, z. B. (Holler/Eisenstein/Olsen 2000). Sofern es sich um mehr als drei Autoren handelt, wird nur der erste genannt. Zusätzlich wird ein u. a. oder ein et al. eingefügt: (Reid u. a. 1997) oder (Reid et al. 1997).

Seitenangaben

Hinsichtlich der Seitenangaben gelten folgende Regeln.
Kriechmayr 2010:38 → Das betreffende Zitat ist auf S. 38 zu finden.
Kriechmayr 2010:38f. → Das betreffende Zitat ist auf S. 38 und 39 zu finden.
Kriechmayr 2010:38ff. → Das betreffende Zitat ist auf S. 38, 39 und 40 zu finden.
Kriechmayr 2010:38–43 → Das betreffende Zitat ist auf den S. 38 bis 43 zu finden.
Kriechmayr 2010:38 und 56 → Das betreffende Zitat ist auf S. 38 und 56 zu finden.

Die Gestaltung des Literaturverzeichnisses

Alle Quellen, die Du in Deiner Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation verwendet hast, müssen im Literaturverzeichnis aufscheinen. Um dem/der LeserIn einen guten Überblick über die verwendeten Quellen zu bieten, wird das Verzeichnis alphabetisch geordnet. Achte darauf, die vorgeschriebenen Richtlinien Deines Institutes genau zu befolgen, denn nur mit einem fehlerfreien Literaturverzeichnis hinterlässt Du einen guten Eindruck.

Im Unterschied zum Text, bei dem Du nur mit verkürzten Quellenbelegen gearbeitet hast, musst Du im Literaturverzeichnis nun vollständige Quellenangaben auflisten. Abhängig vom Publikationstyp verwendest Du verschiedene Modelle, die im Folgenden gezeigt werden.

Monographien

Bei Monographien handelt es sich um eigenständige Publikationen, die zumeist die Autorschaft einer Person aufweisen. Als Modell wählt man: Nachname, Vorname (Jahr): Titel der Publikation: Untertitel. Ort: Verlag.
Beispiel:

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Weist eine Monographie mehrere Autoren auf, werden alle angeführt. Die Namen werden mithilfe von Semikolons getrennt. Beachte dabei die Reihenfolge ihres Erscheinens in der betreffenden Publikation:

Nachname 1, Vorname 1; Nachname 2, Vorname 2 & Nachname 3, Vorname 3 (Jahr): Titel der Publikation: Untertitel. Ort: Verlag.

Beispiel:

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Mehrbändige Werke: Hier ist der Titel sowie der Band der Publikation zu nennen. Als Muster wählt man: Nachname, Vorname (Jahr). Titel der gesamten Publikation: Bd. X [Nummer einfügen]. Titel des Buches: Untertitel. Ort: Verlag.

Hat man es mit einem Reihentitel zu tun – d. h. die Publikation erscheint als Bestandteil einer Reihe – muss man den Reihentitel nicht immer nennen. Möchte man dies tun, wählt man folgendes Muster: Nachname, Vorname (Jahr). Titel des Buches: Untertitel. Ort: Verlag (Reihentitel Nummer).

Beim Zitieren eines gesamten Sammelbandes muss man den Herausgeber an erster Stelle nennen: Nachname, Vorname (Hg.) (Jahr). Titel der Publikation: Untertitel. Ort: Verlag.

Hat man es mit mehreren Herausgebern zu tun, kennzeichnet man dies mit (Hgg.) und führt alle Namen an.

Aufsätze und Internetquellen

Aufsätze, die in einem Sammelband erschienen sind, führt man folgendermaßen an: Nachname, Vorname (Jahr). Titel des Aufsatzes. In: Nachname, Vorname des Herausgebers (Hg.), Titel des Buches (S. x–y). Ort: Verlag. Beachte, dass man hier den Seitenumfang des Aufsatzes angeben muss.

Beispiel:

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Möchtest Du einen Aufsatz zitieren, der in einer Zeitschrift erschienen ist, wählst Du folgendes Muster: Nachname, Vorname (Jahr). Titel des Aufsatzes. Titel der Zeitschrift, Jahrgang, S. x–y. Auch hier wird der Seitenumfang angegeben.

Internetquellen werden nach folgendem Schema angegeben: Nachname, Vorname (Jahr). Titel des Aufsatzes. Abrufdatum Tag.Monat.Jahr, von http://www…..[hier fügst Du die komplette URL ein!] Sofern es sich um einen Aufsatz in einer Zeitschrift handelt, müssen Titel und Jahrgang der Zeitschrift ergänzt werden.

Beispiel:

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Über den Autor:
marina.feidel@mentorium.de

Marina Feidel studierte Wirtschaftswissenschaften (Regionalmanagement) an der FH Eberswalde. Während ihres Studiums hat Frau Feidel bereits als Tutorin ehrenamtlich Studenten zum Thema "Wissenschaftliches Schreiben" betreut. In einem Redaktionsteam hat Sie an unserem kostenlosen und umfangreichen eBook (Ratgeber) zum Thema "Wissenschaftliches Arbeiten" mitgewirkt und dabei ihr Wissen und ihre Erfahrung in der wissenschaftlichen Betreuung von Studenten einfliessen lassen. Frau Feidel unterstützt mit ihren ehrenamtlichen Beiträgen zur Mentorium Wissensdatenbank auch in Zukunft Studenten bei der Erstellung von Hausarbeiten, Seminararbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten.



 

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