Tipps zur Gestaltung der Bachelorarbeit, Masterarbeit und Dissertation



29 Mrz Tipps zur Gestaltung der Bachelorarbeit, Masterarbeit und Dissertation

Bei der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation müssen nicht nur die Inhalte stimmen. Der Betreuer legt auch wert auf ein überzeugendes, äußeres Erscheinungsbild. Die Gestaltung sollte daher den wissenschaftlichen Anforderungen entsprechen. Mit den folgenden Tipps gelingt das, ohne dass man am Textverarbeitungsprogramm verzweifelt.

Warum ist eine saubere Form so wichtig?

Die Optik der Abschlussarbeit bestimmt den ersten Eindruck. Noch bevor der Prüfer sich mit dem Text auseinandersetzt, bildet er sich schon unbewusst eine Meinung. Je nachdem, ob die Gestaltung fehlerfrei oder unsauber ist, beeinflusst dies die Gesamtbewertung der Masterarbeit oder Bachelorarbeit. Mit einer tadellosen Form kann man daher die inhaltliche Aussage bestärken (vgl. Bendix 2008: 1 sowie Haines 2009: 76).

Zudem nimmt man mit einer zielgerichteten Gestaltung den Leser der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation an die Hand und kann ihn durch den Text führen. Durch Überschriftenebenen mit verschiedenen Schriftgrößen erkennt er die Struktur und den Aufbau auf den ersten Blick (vgl. Haines 2009: 67).

Mit Absätzen lassen sich Inhalte zusammenfassen und von anderen abgrenzen. Dieses Vorgehen macht die Argumentation für den Leser nachvollziehbar. Setzt man dagegen auf einer Seite keinen einzigen Absatz, fällt das Lesen wesentlich schwerer. Man spricht in der Typographie von sogenannten Bleiwüsten (vgl. Haines 2009: 14 sowie Berger 2010: 80f).

Wie man durch logisch gesetzte Absätze einem Text nicht nur inhaltlich, sondern auch grafisch eine Struktur geben kann, zeigt der folgende Vergleich:

Vergleich eines optimierten und nicht-optimierten Textes
Abb. 1: Vergleich eines optimierten und nicht-optimierten Textes

Welche Vorgaben für die Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation gibt es?

An vielen Hochschulen gibt es genaue Vorgaben, was die Gestaltung der Abschlussarbeit betrifft (vgl. Berger 2010: 80). Diese betreffen dann meist die Seiteneinstellungen mit den Rändern, Schriftarten und -größen (vgl. Karmasin/Ribing 2017: 13). Zusammengefasst sind sie in der Regel in einem Skript oder Leitfaden, der auf der Internetseite der entsprechenden Universität, des Lehrstuhls oder Studiengangs zu finden ist.

So gibt es zum Beispiel eine mehrseitige Checkliste der Freien Universität Berlin zur Gestaltung wissenschaftlicher Texte, die man bei seiner Abschlussarbeit Schritt für Schritt abarbeiten kann. In einem Merkblatt der Ruhr-Universität Bochum werden dazu wiederum andere Vorgaben gemacht.

Auch manche Betreuer haben eigene Vorstellung, wie die Gestaltung korrekt auszusehen hat (vgl. Koch 2015: 120). Daher ist es hilfreich, sich bei ihm in einem Gespräch danach zu erkundigen. Gibt es solche Regelungen, sollte man diese auch berücksichtigen und keine gestalterischen Alleingänge machen (vgl. Karmasin/Ribing 2017: 48).

Bleibt einem die Gestaltung dagegen frei überlassen, sollte man dennoch im Hinterkopf behalten, dass für wissenschaftliches Arbeiten vor allem auf Einheitlichkeit und Sachlichkeit geachtet wird. Das sollte sich auch im äußeren Erscheinungsbild der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation widerspiegeln. Als Orientierung hilft dann zum Beispiel die DIN-Norm 5008, in der grundlegende Gestaltungsregeln für Texte im Büro- und Verwaltungsbereich festgehalten sind (vgl. Haines 2009: 54f).

Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Man sollte sich bewusstmachen, wie stark sich das äußere Erscheinen auf den Gesamteindruck der Arbeit auswirkt und sich überlegen, welchen Eindruck man erzielen möchtet. Entsprechend viel Aufwand und Zeit wird in die abschließende Optimierung der Form gesteckt.

Mindestens eine Woche muss man für die Formatierung und das Lektorat einer Bachelorarbeit einplanen, für längere Arbeiten wie die Masterarbeit oder Dissertation muss man sehr viel mehr Zeit einplanen (vgl. Koch 2015: 116). Wer es sich einfacher machen will, erstellt bereits zu Beginn Formatvorlagen oder übernimmt diese von einer früheren Seminararbeit. Dann passt das Textverarbeitungsprogramm viele Einstellungen automatisch an (ebd. 120 sowie Berger 2010: 80).

Sinnvoll ist es zudem, die komplette Gestaltung nicht auf einmal zu machen, sondern sich von fertiggeschriebenem Kapitel zu Kapitel zu arbeiten. Gerade wenn man im Schreibprozess nicht vorankommt, kann man die Zeit auf diese Art und Weise vernünftig nutzen (vgl. Koch 2015: 120).

Zudem sollte man zuletzt noch einmal gesondert prüfen, ob man überall die Schriftgrößen einheitlich verwendet hat, die Zeilenumbrüche passen und alles den Anforderungen des Prüfers entspricht (vgl. Haines 2009: 110). Dafür empfiehlt sich eine eigene Durchsicht, für die man den Text ausdruckt bzw. die Seitenansicht im Textprogramm wählt. Auf diese Art lassen sich Fehler schneller entdecken (vgl. Karmasin/Ribing 2017: 63).

Wie erstellt man hilfreiche Formatvorlagen für die Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation?

Gerade bei Texten mit vielen Seiten wie bei einer Abschlussarbeit sind Formatvorlagen hilfreich. Denn sie sparen zum einen Zeit, zum anderen garantieren sie eine gewisse Einheitlichkeit (vgl. Bendix 2008: 58 sowie Haines 2009: 45). So hat zum Beispiel der Fließtext auf allen Seiten die gleiche Schriftart und -größe, Zeilen- und Absatzabstand.

Solche Vorlagen lassen sich sowohl im Microsoft Word als auch bei kostenlosen Alternativen wie Open Office oder LaTeX mit wenigen Mausklicks anlegen. Am besten eignen sich einzelne Formatvorlagen für den Fließtext als Standard, die verschiedenen Überschriftenebenen, die Fußnoten oder wenn man Grafiken und Tabellen erstellen lassen hat und diese beschriften möchte (vgl. Karmasin/Ribing 2017: 68).

Bei Word finden sich eine Reihe vorgefertigter Formatvorlagen in der Startleiste. Über die Auswahlmöglichkeit „Formatvorlage erstellen“ lassen diese sich den Anforderungen für die Abschlussarbeit entsprechend anpassen.

Formatvorlagen erstellen
Abb. 2: Formatvorlagen erstellen

Was sollte man bei der Gestaltung der Seiten beachten?

Gibt es keine Vorgaben der Hochschule oder des Lehrstuhls, ist dennoch beim Einrichten der Seiten einiges zu beachten. So müssen alle Seiten bis auf das Deckblatt mit einer Seitennummerierung versehen werden (vgl. Karmasin/Ribing 2017: 57). Diese stehen als arabische Ziffern in der Fußzeile entweder mittig oder am rechten Rand.

Römische Ziffern verwendet man wiederum nur, wenn dem Text und Literaturverzeichnis ein Anhang folgt, in dem man zum Beispiel zusätzliche Materialien wie Abbildungen oder Übersichten zusammenfasst (vgl. Berger 2010: 85).

Bei den Seitenrändern sollte man daran denken, dass diese sowohl links und rechts breit genug für die Bindung und die Anmerkungen des Prüfers sind. Mindestens zwei bis vier Zentimeter zu jedem Seitenrand müssen dafür eingestellt werden. (vgl. Berger 2010: 84). Auch der Zeilenabstand im Text sollte etwas größer sein als normal, also 1,5 bis 2. So hat der Prüfer ausreichend Platz, Anmerkungen zu machen (vgl. Berger 2010: 85).

Welche Schriftarten und Schriftgrößen eignen sich?

Bei den Schriftarten sollte man sich an den Standards orientieren, wie zum Beispiel Arial oder Times New Roman (vgl. Berger 2010: 85). Von verspielten oder verschnörkelten Schriftarten wird abgeraten. Bei der Frage nach Blocksatz oder rechtsbündigen Schriftsatz bringen beide ihre Vor- und Nachteile mit sich. Letzterer wird auch Flattersatz genannt, weil er am Rand ausgefranst und dadurch unsauber erscheint. Beim Blocksatz dagegen entstehen häufig größere Zwischenräume zwischen den Wörtern (vgl. Haines 50f). Um dass zu vermeiden, hilft aber die automatische Silbentrennung.

Damit der Fließtext gut lesbar ist, eignet sich eine Schriftgröße von 12pt. Überschriften sollten sich davon abheben und größer sein. Dabei sollte man sich an der Hierarchie der Überschriften aus dem Inhaltsverzeichnis orientieren: Hauptüberschriften zum Beispiel mit 16pt, Unterüberschriften mit 14pt. Fußnoten dagegen haben eine kleinere Schriftgröße zwischen 8 und 10pt (vgl. Haines 2009: 67 und 118f).

Wer versucht die Gestaltung der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation auf den letzten Drücker zu machen, kann schnell die Erfahrung machen, wie aufwändig das sein kann. Mithilfe von vorab erstellten Formatvorlagen lässt sich aber viel Zeit und Ärger sparen. Dennoch sollte man in einer abschließenden Durchsicht noch einmal nur auf Gesatltungsfehler achten, sodass man eine einheitliche, saubere Abschlussarbeit einreichen kann.

Literatur

Bendix, Manuela (2008): Wissenschaftliche Arbeiten typografisch gestalten. Mit Word und InDesign ans Ziel, Berlin/Heidelberg.

Berger, Doris (2010): Wissenschaftliches Arbeiten in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Hilfreiche Tipps und praktische Beispiele, Wiesbaden.

Karmasin, Matthias/Ribing, Rainer (2017): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. Leitfaden für Facharbeit/VWA, Seminararbeiten, Bachelor-, Master-, Magister- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen, 9. Aufl., Wien

Koch, Günther (2015): Studieren mit Köpfchen. Clever lernen, entspannt planen, leichter punkten, Paderborn.

Haines, Maria (2009): ABC der wissenschaftlichen Abschlussarbeit, Paderborn.

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