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Gehaltsvorstellung formulieren: Tipps & Beispiele

Veröffentlicht am . Zuletzt geändert am .
Keine Angst vor der Gehaltsvorstellung


Gehaltsvorstellung – Absolventen haben zwar konkrete Vorstellungen, in welcher Branche und für welche Unternehmen sie nach dem Abschluss arbeiten möchten. Allerdings haben sie oft keine klare Vorstellung von ihrem ersten Gehalt. Viele Stellenausschreibungen fordern Bewerber jedoch explizit auf, ihr Wunschgehalt anzugeben. In diesem Beitrag geben wir Tipps, wie du deinen Gehaltswunsch ermittelst und deine Gehaltsvorstellung dabei in der Bewerbung formulierst.

Was ist die Gehaltsvorstellung in der Bewerbung?

Wenn du kurz vor dem Abschluss stehst, machst du dir vielleicht schon Gedanken über dein späteres Gehalt. Schließlich nimmt unser Einkommen großen Einfluss auf unseren Lebensstil. Und strategisch gesehen gilt außerdem, dass das Einstiegsgehalt wichtig für spätere Gehaltsverhandlungen ist. Dein Gehaltswunsch als Absolvent kann also wegweisend für deine weitere Gehaltsentwicklung sein.

Unternehmen fordern Interessierte häufig dazu auf, ihre Gehaltsvorstellung in der Bewerbung anzugeben. Dabei handelt es sich immer um das Brutto-Jahresgehalt, das der Bewerber erzielen will. So können sie zum einen eine Vorauswahl treffen, wen sie zum Telefoninterview oder zum Vorstellungsgespräch einladen. Ist der Gehaltswunsch eines Bewerbers jedoch zu hoch oder zu niedrig, kann er sofort aussortiert werden. Denn das spart Zeit, Kosten und Mühe. Zum anderen können Unternehmen auch sehen, ob ein Bewerber seinen Marktwert kennt. Und sie erfahren, ob er sich über das in der Branche übliche Gehalt informiert hat. Es gibt also gute Gründe, dich schon früh mit deinem Gehaltswunsch zu beschäftigen! Weiterhin solltest du gewährleisten, dass deine Bewerbung makellos ist. Dabei empfiehlt sich die Korrektur einer Bewerbung. Um auch visuell den Personaler in deinen Bann zu ziehen, kannst du auf eine sorgfältige Formatierung zurückgreifen.

Wie ermittle ich meine Gehaltsvorstellung?

Doch wie kannst du deine Gehaltsvorstellung ermitteln? Für Absolventen ist das besonders schwierig. Denn sie haben kein aktuelles Gehalt als Orientierung. Trotzdem können auch sie ihre Gehaltsvorstellung ermitteln, wenn sie einige wichtige Faktoren beachten.

Grundsätzlich solltest du überlegen, wieviel Geld du verdienen möchtest oder musst. Das bedeutet auch, dass du dich am besten nur auf Stellen bewirbst, die deinem Gehaltswunsch entsprechen (vgl. auch Engst/Brenner 2016, 39). Zudem ist das Gehalt auch von deinem Studienfach abhängig. Wichtige Faktoren sind außerdem die Branche, die Größe und der Standort des Unternehmens sowie die Art der ausgeschriebenen Stelle (vgl. Püttjer/Schnierda, 2017, 145). Als Orientierungshilfe liefert hier das Career Center der Ruhr Universität Bochum einen Überblick.

Einstiegsgehalt ist relevant fuer Gehaltsvorstellung

Abb. 1: Das mittlere Einstiegsgehalt ist für die Gehaltsvorstellung relevant, Quelle: Universität Hamburg

Entsprechend dieser Darstellung können promovierte Berufseinsteiger ein höheres Gehalt erwarten als Absolventen mit Bachelor- oder Masterabschluss. IT-Experten und Juristen verdienen in der Regel mehr als Historiker oder Germanisten. In Großstädten und Ballungsgebieten liegen die Gehälter zudem meist höher als in strukturschwachen Regionen (siehe auch die Übersicht zu den Einstiegsgehältern der Universität Hamburg).

Wenn du diese Faktoren berücksichtigst, kannst du deine Gehaltsvorstellung ermitteln. Hilfreich kann es hierbei zudem sein, Freunde oder Verwandte nach ihrem Gehalt zu fragen. Einen guten Anhaltspunkt bieten außerdem Gehaltsvergleichstabellen. Sie geben Auskunft über die in einer Branche üblichen Gehälter. Einige dieser Vergleiche berücksichtigen zudem auch regionale Einkommensunterschiede.

Bei der Gehaltsvorstellung realistisch bleiben

Wichtig ist es vor allem, realistisch zu bleiben. Denn wenn du deine Gehaltsvorstellung in der Bewerbung zu hoch oder zu niedrig ansetzt, kann es sein, dass du sofort aussortiert wirst (vgl. Reulein/Pohl, 2014). Dies gilt im Übrigen auch bei der Bewerbung für ein Praktikum. Denn ist dein Gehaltswunsch zu hoch, bist du vielleicht zu teuer für das Unternehmen. Oder du vermittelst den Eindruck von Selbstüberschätzung. Ein zu niedriger Gehaltswunsch spricht für ein schlechtes Selbstbewusstsein oder zeigt, dass du deinen Marktwert nicht kennst. Und im schlimmsten Fall signalisiert es fehlende Leistungsbereitschaft (vgl. Püttjer/Schnierda 2014, 48-51).

Gehaltsvorstellung relevante Faktoren

Abb. 2: Gehaltsvorstellung – relevante Faktoren, Quelle: Universität Hamburg

Gehaltswunsch bei einer Vollzeit-Stelle

Um deine Gehaltsvorstellung in der Bewerbung für eine Vollzeit-Stelle zu formulieren, überlegst du, wieviel Geld du in einem Monat brauchst. Zudem solltest du ausrechnen, wieviel du zurücklegen möchtest. Über einen Brutto-Netto-Rechner findest du heraus, wie hoch dein Bruttogehalt sein muss, damit das gewünschte Netto übrigbleibt. Wenn du diesen Betrag auf 12 (oder 13) Monatsgehälter hochrechnest, kommst du auf dein Jahresgehalt.

Gehaltsvorstellung bei einer Teilzeit-Stelle

Für eine Teilzeit-Stelle formulierst du die Gehaltsvorstellung, indem du das Jahreseinkommen für eine Vollzeit-Stelle anteilig ermittelst. Hierzu ein Rechenbeispiel: Du bewirbst dich auf eine Stelle, auf der du 30 Stunden pro Woche, also 75%, arbeitest. Das übliche Jahreseinkommen liegt hier für Absolventen bei 40.000 Euro/Jahr. Du berechnest also 40.000 Euro *0.75 = 30.000 Euro.

Gehaltsvorstellung: Wie formuliere ich sie?

Die Gehaltsvorstellung gehört weder auf das Deckblatt einer Bewerbung, noch auf den Lebenslauf, sondern in das Bewerbungsschreiben in den letzten Absatz. Zuvor solltest du die Motivation für deine Bewerbung erläutern. Anschließend präsentierst du deine Qualifikation und deine Arbeitserfahrung. Erst dann nennst du deinen Gehaltswunsch (vgl. Hesse/Schrader 2017). Denn wenn du die Gehaltsvorstellung in der Bewerbung zu früh anführst, kann das geldgierig wirken. In einem Bewerbungsvideo ist es nicht üblich, den Gehaltswunsch zu nennen – in den Formularen einer Online-Bewerbung jedoch schon.

Deine Gehaltsvorstellung formulierst du am besten kurz und knapp in einem Satz. Auf Details wie Urlaubsgeld solltest du dabei verzichten. Das kann später im Bewerbungsgespräch geklärt werden (vgl. Püttjer/Schnierda 2017, 147). Eine mögliche Formulierung für die Gehaltsvorstellung in der Bewerbung könnte daher lauten: „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 40.000 Euro brutto im Jahr“. Eine andere Möglichkeit ist, deinen Gehaltswunsch mit deiner Qualifikation zu begründen, z.B.: „Aufgrund der Erfahrungen, die ich in der Software-Entwicklung bereits sammeln konnte, liegt meine Gehaltsvorstellung bei 40.000 Euro brutto im Jahr“.

Wenn du keine konkrete Zahl nennen möchtest, kannst du stattdessen eine Gehaltsspanne angeben, z.B. „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 40.000-45.000 Euro im Jahr“. Das gibt dir Spielraum für die tatsächliche Gehaltsverhandlung im Bewerbungsgespräch (siehe auch die Tipps des Career Center der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg).

Wie begründe ich meine Gehaltsvorstellung?

Beim Gehalt sind deine Qualifikation und deine Arbeitserfahrung entscheidend. Es ist also immer sinnvoll, die Gehaltsvorstellung damit zu begründen. Das Anschreiben ist ohnehin dein Aushängeschild und eignet sich daher bestens als Argument.

Berücksichtigen solltest du aber auch die wesentlichen Standortfaktoren des Unternehmens: Zu welcher Branche gehört es? Wie groß ist es? In welcher Region ist es angesiedelt? Solche Informationen kannst du dir beispielsweise auch auf einer Karrieremesse einholen. Große Konzerne zahlen meist höhere Gehälter als mittlere Unternehmen. Und in München wirst du dich wahrscheinlich über ein höheres Einstiegsgehalt freuen als in Brandenburg, allerdings ist das Leben dort auch deutlich günstiger. Diese Faktoren geben dir ebenfalls wichtige Anhaltspunkte zur Formulierung der Gehaltsvorstellung. Im Anschreiben führst du sie allerdings nicht direkt als Gründe an. Vielmehr zeigt eine gute Einschätzung dieser Faktoren, dass du weißt, welches Gehalt für die Stelle angemessen ist.

Gehaltsvorstellung in der Bewerbung: Do’s & Don’ts

Mit den richtigen Tipps ist es gar nicht so schwer, deine Gehaltsvorstellung richtig zu formulieren. Was du unbedingt beachten solltest: Im besten Fall unterstützt du deinen Gehaltswunsch argumentativ, indem du auf deine Qualifikation verweist. Auf jeden Fall solltest du dich vorher über die in der Branche und im Unternehmen üblichen Gehälter informieren. Denn so hast du einen guten Anhaltspunkt, um eine angemessene Gehaltsvorstellung zu formulieren.

Achtung

Auf keinen Fall solltest du deine Gehaltsvorstellung zu hoch oder zu niedrig formulieren. Denn damit kannst du dich schnell disqualifizieren. Außerdem solltest du es vermeiden, die Gehaltsvorstellung im Anschreiben zu früh und zu ausführlich zu formulieren. Details wie Weihnachtsgeld, Jobticket und andere Zusatzleistungen werden üblicherweise erst im Bewerbungsgespräch verhandelt.

Gehaltsvorstellung im Nachhinein korrigieren?

Du stellst fest, dass du deine Gehaltsvorstellung in der Bewerbung zu hoch oder zu niedrig angesetzt hast. Nun möchtest du sie korrigieren. Das ist ein schwieriger Schritt. Denn mit der Bewerbung sollst du auch zeigen, dass du deinen Marktwert kennst. Wenn du trotzdem zum Gespräch eingeladen wirst, kannst du dort nachverhandeln. Gute Chancen dafür hast du, wenn du im Gespräch neue Informationen zu der Stelle bekommst. So bieten mehr Verantwortung als angenommen und zusätzliche Tätigkeiten immer eine gute Verhandlungsbasis, um die Gehaltsvorstellung zu korrigieren.

Schwieriger wird es, wenn du dich vorher nicht gut genug informiert und deshalb einen unpassenden Gehaltswunsch formuliert hast. Hier hast du die Möglichkeit, dies im Gespräch vorsichtig zuzugeben. Das wirft möglicherweise ein schlechtes Licht auf dich – genauso wie ein schlechtes Bewerbungsfoto. Vielleicht wird es dir aber auch als „Anfängerfehler“ nachgesehen. Eine andere Möglichkeit ist, dass du nach der Probezeit ein höheres Gehalt aushandelst.

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Es wird kein Gehaltswunsch gefordert?

In manchen Stellenausschreibungen werden Bewerber nicht ausdrücklich zur Angabe eines Gehaltswunsches aufgefordert. Dies betrifft zum einen Stellen im öffentlichen Dienst. Dort sind die Gehälter grundsätzlich festgelegt. Es gibt also wenig oder keinen Spielraum für Verhandlungen. Manche Unternehmen verlagern die Verhandlung über das Gehalt aber auch in das Bewerbungsgespräch. Dann ist es nicht notwendig, einen Gehaltswunsch anzugeben. Aber auch hier gilt, dass du deine Gehaltsvorstellung vorab ermitteln solltest. Denn nur so bist du gut auf die Gehaltsverhandlungen im Gespräch vorbereitet (siehe auch die Empfehlungen des Career Service der Universität Kassel).

Gehaltsvorstellung Bewerbung: Checkliste

Tabelle 1: Die wichtigsten Fragen bei der Formulierung der Gehaltsvorstellung

 

Wo?

 

 

–      Im Anschreiben

 

–      Im letzten Abschnitt, vor der Grußformel

 

Was?

 

–      Brutto-Jahresgehalt

–      Keine weiteren finanziellen und sonstigen Leistungen

 

–      Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Boni,

–      Jobticket,

–      Dienstwagen etc. werden nicht erwähnt

 

Wie?

 

–      Kurz und knapp

–      argumentativ

 

–      In einem Satz

–      wenn möglich: mit Qualifikation begründen

 

Warum?

 

–      Eigenen Finanzbedarf ermitteln

–      Für Unternehmen: Vorauswahl der Bewerber

 

–      Wieviel Geld brauche ich?

–      Kennt der Bewerber seinen Marktwert?

–      Kennt er die Gehälter in der Branche und in der Region?

Um eine passende Gehaltsvorstellung in der Bewerbung zu formulieren, sollten Absolventen mit ihrer Qualifikation argumentieren. Überdies ist es wichtig, die Standortfaktoren des Unternehmens zu berücksichtigen. Eine Rolle spielen schließlich auch das Studienfach und die in der Branche üblichen Gehälter. Wer diese Faktoren in seinen Gehaltswunsch einbezieht, kann ein angemessenes Gehalt ermitteln. Formal ist es wichtig, den Gehaltswunsch kurz und knapp im Anschreiben zu positionieren. Falls Du nebenbei studierst, stelle sicher, dass Du Job und Lernen miteinander vereinbaren kannst.

FAQs zur Gehaltsvorstellung

Was ist die Gehaltsvorstellung in der Bewerbung?

In vielen Stellenanzeigen werden Bewerber aufgefordert, ihre Gehaltsvorstellung anzugeben. Damit ist das Brutto-Jahresgehalt gemeint, das der Bewerber erzielen möchte.

Wo sollte der Gehaltswunsch stehen?

Der Gehaltswunsch sollte im letzten Absatz des Anschreibens stehen.

Wie ermittle ich meine Gehaltsvorstellung?

Bei der Ermittlung der Gehaltsvorstellung sind auf der Seite des Bewerbers seine Qualifikation und seine Arbeitserfahrung entscheidend. Weitere wesentliche Faktoren sind zudem der Standort, die Größe und die Branche, in der ein Unternehmen tätig ist.

Wie formuliere ich die Gehaltsvorstellung in der Bewerbung?

Deine Gehaltsvorstellung solltest du in einem Satz formulieren. Im besten Fall argumentierst du mit deiner Qualifikation und deiner Arbeitserfahrung.

Welche Aspekte berücksichtigt die Gehaltsvorstellung?

Die Gehaltsvorstellung bezieht sich auf dein Brutto-Jahreseinkommen. Dies kann 12 oder 13 Monate umfassen. Weitere Leistungen solltest du darin nicht gesondert aufführen. Denn diese werden im Bewerbungsgespräch ausgehandelt.

Muss ich meine Gehaltsvorstellung in der Bewerbung angeben?

Wenn du in der Stellenausschreibung dazu aufgefordert wirst: unbedingt, ansonsten eher nicht.

Literatur

Engst, Judith; Brenner, Doris (2016): Das große Handbuch Bewerbung: Schritt für Schritt zum beruflichen Erfolg. 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage Berlin.

Hesse, Jürgen; Schrader, Hans Christian (2017): Bewerbungsunterlagen erstellen für Hochschulabsolventen. 2. Auflage Hallbergmoos.

Püttjer, Christian; Schnierda, Uwe (2014): Bewerbungsunterlagen für Hochschulabsolventen: Erfolgreich zum Traumjob – auch für Online-Bewerbungen. Frankfurt a.M.

Püttjer, Christian; Schnierda, Uwe (2017): Das überzeugende Bewerbungsgespräch für Hochschulabsolventen: Bachelor – Master – Diplom – Magister – Staatsexamen – Promotion. 6. Auflage Frankfurt a.M.

Reulein, Dunja; Pohl, Elke (2014): Die überzeugende Bewerbung: Wie sie sich erfolgreich selbst vermarkten. Heidelberg.

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