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Gap Year – Was kommt nach dem Abitur?

Veröffentlicht am . Zuletzt geändert am .
Facharbeit Englisch


15 Aug Gap Year – Was kommt nach dem Abitur?

Wenn du dein Abi in der Tasche hast, steht das Gap Year vor der Tür. Oder ein Studium. Vielleicht eine Ausbildung. Oder – Fragen über Fragen zu deiner Zukunft. Dabei hast du gerade erst einen wichtigen Grundstein für diese gelegt und das bei deiner Abschlussfeier vermutlich ordentlich zelebriert. Doch wie soll es nun weitergehen?

Die zwölf Schuljahre waren anstrengend, nicht jeder möchte dann direkt im Anschluss das Studium beginnen und die nächsten dicken Wälzer durchpauken. Das schreit nach einem Gap Year: Vor- und Nachteile sowie alle Möglichkeiten, die ihr habt, folgen nachstehend. Doch so viel vorab: Die Welt steht euch offen.

Was ist das Gap Year?

Das Gap Year ist eine Zeit, die zwischen zwei wichtigen Abschnitten im Leben steht. Das kann zwischen zwei Jobs sein oder zwischen Ausbildung und Berufsstart. In den meisten Fällen bezieht sich die Bezeichnung Gap Year jedoch auf das Jahr nach der Schule – bevor es richtig los geht mit dem Erwachsenen-Leben. Oft ist dann noch nicht klar, wie es weitergehen soll: Ausbildung, Studium oder der direkte Start in den Beruf? Deshalb kann es gut sein, ein Jahr zur Orientierung zu haben um herauszufinden, was man denn nun wirklich will.

Auch hat man nun zwölf Jahre die Schulbank gedrückt, für Prüfungen gelernt, musste jeden Morgen um 7 Uhr aufstehen. Endlich ist es Zeit für ein wenig Selbstbestimmung und Spaß. Deshalb gehen viele in dieser Zeit Reisen und genießen ihre Freizeit. Auch Work & Travel ist eine Option, bei der man sich das Reisen parallel mit Gelegenheitsjobs finanziert. Eine andere Möglichkeit, auf die viele zurückgreifen, ist ehrenamtliche Arbeit, vor Ort in Deutschland oder in Entwicklungsländern.

Auf jeden Fall hat man ein Jahr für sich, in der man sich und die Welt besser kennenlernen kann und aus dem man dann ausgeruht, glücklich und mutiger in den neuen Lebensabschnitt starten kann.

Reisen um die Welt im Gap Year

Unsere Erde ist groß und hält wunderschöne Orte für dich bereit. Nicht umsonst gibt es unzählige Menschen, die sich in das Weltenbummeln verliebt haben.

Einige haben das Gap Year als Auslandsjahr genutzt und dabei das Reisen als Lifestyle für sich entdeckt. Ob Europa, Australien, Südamerika, Asien, Afrika, USA oder Weltreise, es warten viele tolle Erfahrungen auf dich (vgl. Grünberg, 2018: 23). Dabei brauchst du kein schlechtes Gewissen oder Sorge haben, dass du deiner Karriere schadest oder wichtige Zeit vom Studium verplemperst. Ganz im Gegenteil: Du sammelst interkulturelle Kompetenzen, lernst neue Kulturen kennen und erweiterst deine Sprachkenntnisse (Spendlingschwimmer, 2011: 118). Im Lebenslauf sieht das nicht nur gut aus, sondern kann dich beispielsweise bei einer Karrieremesse auch aus der grauen Masse herausheben. Außerdem hast du nach deinem Auslandsaufenthalt im Gap Year jede Menge zu erzählen.

Australien: Ein sehr beliebtes Reiseziel unter Abiturienten und Backpackern

Eine typische Backpacker-Route
Abb. 1: Eine typische Backpacker-Router mit tollen Sehenswürdigkeiten aus einer Bachelor-Thesis der Hochschule Heilbronn

Das Gap Year nach dem Abitur zur Berufsfindung nutzen

Viele Schüler haben selbst nach dem Abitur noch keinerlei Vorstellung davon, was sie später beruflich machen möchten. Andere wissen es hingegen ganz genau, um dann im Nachhinein festzustellen, dass es doch nicht das richtige für sie war. Ein Lückenjahr eignet sich hervorragend, um verschiedene Ideen auszuprobieren.

Manche jobben im Gap Year an der Supermarkt-Kasse, im Call-Center oder in der Gastronomie. So verdienen sie ihr erstes Geld. Andere machen ein Praktikum im Gap Year und schnuppern tiefer in einen Beruf hinein. Füll das Formular einer Online-Bewerbung aus oder drehe ein kreatives Bewerbungsvideo und dein erstes Vorstellungsgespräch kann kommen!

Beide Optionen eignen sich hervorragend, um wichtige Berufserfahrung zu sammeln, deinem Lebenslauf ein Upgrade zu verschaffen und wertvolle Kontakte zu knüpfen und perfekt vorbereitet zu sein für dein erstes Bewerbungsschreiben. Eine professionelle Korrektur der Bewerbung und eine sorgfältige Formatierung sind hier übrigens ratsam.

Lektorat für Fremdsprachen

Komplettlösung: Abitur, Gap Year, Reisen, Arbeiten, Studium

Du möchtest bei deinem Gap Year auf nichts verzichten oder weißt nicht genau, was das Richtige für dich ist? Dann kannst du versuchen, alles miteinander zu verbinden.

Fragen, die ihr euch bei der Planung eures Gap Years stellen müsst:

Planung eines Gap Years
Abb. 2: Verschiedene Gap Year Aktivitäten aus einer Dissertation der University of Pretoria

Eine Möglichkeit wäre Work and Travel – dazu hast du bestimmt schon mal etwas gehört. Im Gap Year ziehst du durch die Welt und machst unterschiedliche Jobs. So füllst du nebenbei außerdem deine Reisekasse wieder auf. Eine andere Option ist eine Bewerbung für ein Praktikum im Ausland. Dort arbeitest du für mehrere Monate in einer Niederlassung eines Unternehmens im Ausland. Vielleicht kannst du hier den Grundstein legen, irgendwann deine Bachelorarbeit im Unternehmen zu schreiben. Nebenbei kannst du auch die eine oder andere Stippvisite bei Universitäten bzw. Hochschulen machen und dir ein paar Vorlesungen anhören. So siehst du nicht nur Bildungseinrichtungen anderer Länder und Kulturen, sondern kannst auch schon erste Eindrücke über das Leben in deinem Studium gewinnen – unterhalte dich mit den Studierenden. Sie können dir viele wichtige Tipps für später geben. Zum Beispiel, wie man Job und Lernen unter einen Hut bekommen kann.

Vielleicht stellst du in deinem Gap Year fest, dass deine zukünftige berufliche oder akademische Laufbahn im Ausland liegt. Sollte es ein Studium werden, steht vermutlich schon Erasmus ganz oben auf deiner Liste. Auch dafür gibt es übrigens BAföG: das Auslands-Bafög. Die Universität Bielefeld versorgt dich hier mit weiteren Informationen rund um das Thema Erasmus. Die Goethe-Universität in Frankfurt am Main kann deinen Wissensdurst ebenfalls stillen. Doch egal, wo du Unterstützung findest, eines ist sicher – mit einem solch breitgefächerten Jahr vereinst du von allem ein bisschen: Arbeitserfahrung, interkulturelle Kompetenz, Sprachkenntnisse und Weltenbummeln (vgl. Schmitt, 2015: 1).

Orientierung bekommen durch das Gap Year

Es erscheint dir sinnlos, in deinem Gap Year einfach nur durch die Welt zu reisen? Einen konkreten Wunsch zum Beruf oder Studium hast du auch nicht, aber dafür eine soziale Ader? Dann bietet sich für dich ein Freiwilligendienst, das sogenannte FSJ, an. Hierbei engagierst du dich beispielsweise in Krankenhäusern, Kulturstätten, Alters- und Pflegeheimen, Kindergärten, Rettungsdiensten und vielem mehr. Bei diesen Tätigkeiten wirst du sogar finanziell gefördert und erhältst ein kleines Taschengeld. Wenn du dich für ein FSJ in deinem Gap Year entscheidest, kannst du das auch im Ausland absolvieren.

Wenn auch das nichts für dich ist, dann nutze dein Gap Year doch als Auszeit vor Beruf oder Studium. Lies ein gutes Buch, mach Sport, Yoga, meditiere und unterhalte dich mit Menschen – kurzum: genieße die Zeit. Wer weiß, wann du das nächste Mal die Gelegenheit dazu hast. (Vgl. Spendlingschwimmer, 2011: 204)

Allerdings solltest du dir während deines entspannten Gap Years überlegen, was du hinsichtlich Studium oder Beruf anstellen möchtest. Den Mut zur Lücke im Lebenslauf kannst du ruhig haben. Personaler wissen, dass das Gap Year als Orientierung dient – du musst deine Auszeit nur gut begründen und rechtfertigen können. Wenn dir diese Art des Lückenjahres den richtigen Lebenspfad offenbart, wird dir das niemand verübeln. Wichtig ist bei einem wilden Jahr im Ausland aber zu beachten: Social Media im Bewerbungsprozess spielt eine immer größere Rolle. Also Vorsicht, welche Fotos auf deinen Profilen jeder sehen kann. Zumal nicht jedes deiner Bilder dem Standard von einem Bewerbungsfoto entspricht.

Dein Job im Bereich Textservices

Dein Job im Bereich Statistik & Mathe

Gap Year mit System

Trotz dieses umfangreichen Einblicks fühlst du dich womöglich noch überwältigt – oder gerade deswegen. Darum gibt es Organisationen, die dich individuell beraten und dir dabei helfen, dein Vorhaben zu planen, zu strukturieren und umzusetzen. Doch es ist für dich womöglich nicht einmal notwendig auf eigene Faust zu recherchieren – du sitzt bereits fast jeden Tag direkt an der Quelle. Viele Schulen, wie zum Beispiel das Erzbischöfliche St. Ursula Gymnasium bieten dir eine persönliche Beratung an und haben Ansprechpartner, die dich bei deinem Vorhaben unterstützen. Am besten klopfst du im Sekretariat deiner Schule an die Tür und fragst einfach nach.

Außerdem kannst du auch auf ein sogenanntes Gap Year Programm zurückgreifen. Dies ist eine Art vorgefertigtes, zusammengeschnürtes Paket mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die du buchen kannst. Je nachdem, wonach dir gerade die Nase steht. Arbeiten? Ausland? Spanisch? Die Business-Sprache Englisch aufpolieren? In einem bestimmten Sektor arbeiten? Die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch auch hier kann dir eventuell wieder deine Schule weiterhelfen. Nicht wenige haben bereits einen guten Draht zu den Gap Year Organisationen und Erfahrungen mit den einzelnen Programmen gesammelt. Das Gymansium Marktoberdorf hat beispielsweise eine eigene Studien- und Berufsberatung, die bereits online ausgiebig Tipps und Links zum Gap Year zur Verfügung stellt.

Vor- und Nachteile

Da du dich noch nicht im Studium oder Beruf befindest, wird es dir hier noch mal leicht gemacht. Du hast bereits einiges an Input erhalten und bist noch unsicher, ob das Gap Year das richtige für dich ist oder du lieber gleich ins Studium startest, wie es dir deine Eltern raten. Darum findest du nachstehend eine hilfreiche Tabelle, die dir noch mal alles auf einen Blick zeigt:

Tabelle 1: Übersicht für das Gap Year: Vor- und Nachteile

Thema Vorteile Nachteile
Geld Geld verdienen möglich Unkosten für Reisen
Karriere Zeit für Orientierung Späterer Karriereeinstieg
Kompetenzen Sprachkenntnisse, Interkulturelle Kompetenz, Erfahrungen sammeln /
Spaß Das Leben genießen früherer Einstieg ins Studium

Schließlich musst du selbst entscheiden, welche Vorhaben dir persönlich am meisten zusagen. Ein richtig oder falsch gibt es nicht. Dennoch sollte die Entscheidung wohlüberlegt sein und mit Bedacht gefällt werden (vgl. Grünberg, 2018: 25). Vermutlich grübelst du immer noch mit deinen Freunden: Was macht man nach dem Abitur? Und selbst wenn ihr euch bereits gemeinsam für das Lückenjahr entschieden habt, dann stellt sich die Frage: Was tun im Gap Year?

Erfahrungsberichte

Am besten lässt du die Informationen erst mal sacken, sodass sie auf dich wirken können. Außerdem könntest du dir die Erfahrungen von anderen zu Gemüte führen, um tiefer in die Materie einzusteigen. Hier gibt es beispielsweise zwei Bücher von Abiturienten, die von ihrem Gap Year berichten

Bühre, Paul David (2019): Das Jahr nach dem Abi. An alle Leute, die noch keinen Plan haben oder denken, sie hätten einen.

Rogler, Olga (2019): Jetzt chill ich erst mal und dann mach ich nichts: Wie das Leben nach dem Abi wirklich aussieht.

Sie sind besonders praktisch, wenn ihr nicht nur Fakten rund um die Organisationen, sondern auch persönliche bzw. emotionale Eindrücke aus den Augen anderer junger Menschen geschildert bekommen möchtet.

Um deine Verwirrung überdies perfekt zu machen, möchten wir dir noch einen kleinen Denkanstoß in Form einer Frage mit auf den Weg geben: Ist es wirklich die einzige Chance für dich, nur nach dem Abitur das Gap Year genießen zu können – oder gibt es vielleicht noch einen Zeitpunkt in deinem Leben? Ein kleiner Tipp: Nach dem Studium ist vor dem Studium.

Unser Tipp:

Selbst wenn du nicht deinen Traumberuf findest, weißt du zumindest, was du nicht machen möchtest – das ist auch schon mal viel wert. Nicht wenige stellen dabei sogar fest, dass für sie erst mal eine Ausbildung der richtige Weg ist und nicht das Studium. Letzteres kannst du auch noch im Anschluss absolvieren, um dir neue Perspektiven zu eröffnen.

Literatur

Bühre, Paul David (2019): Das Jahr nach dem Abi. An alle Leute, die noch keinen Plan haben oder denken, sie hätten einen.

Coetzee, Melinda (2006): Investigating the impact of “the gap year” on career decision-making. Department of Educational Psychology Faculty of Education University of Pretoria

Grüneberg, Tillmann (2018): Mit den richtigen Fragen zum richtigen Studium. Selbsteinschätzung rund um die Studienwahl. Leipzig.

Rogler, Olga (2019): Jetzt chill ich erst mal und dann mach ich nichts: Wie das Leben nach dem Abi wirklich aussieht. München.

Schmitt, Andreas (2015): Der veränderte Prototyp des Backpacking-Touristen und spezifisches Marketing in Australien. Bachelor-Thesis, Hochschule Heilbronn.

Spendlingwimmer, Florian. (2011): Aussteiger und Überlebenskünstler. Sinnfindung am anderen Ende des Planeten. Münster.

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