Wie sehen die Fußnoten bei der Deutschen Zitierweise aus?

Fußnoten bei der deutschen Zitierweise


27 Mai Wie sehen die Fußnoten bei der Deutschen Zitierweise aus?

Die Fußnoten bei der Deutschen Zitierweise zeichnet sich dadurch aus, dass man nach einem Zitat eine hochgestellte Ziffer in den Fließtext einarbeitet. Diese Ziffer verweist auf die dazugehörige Fußnote, in welcher sich der Vollbeleg für die zitierte Literatur für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit befindet.

Damit unterscheidet sich dieser Zitierstil grundlegend vom allseits bekannten Harvard-Stil. Bei diesem setzt man die Literaturangabe in Klammern hinter die zitierte Passage. Von dort verweist sie direkt auf das Literaturverzeichnis, das du meist im Anhang einer Arbeit finden kannst.

Der Beleg mit Fußnoten dagegen besticht durch seine Eindeutigkeit. Diese macht den vermeintlichen Mehraufwand, der durch die Verwaltung eines umfangreichen Fußnotenapparates entsteht, schnell wieder wett. Weiterhin bieten die Fußnoten zusätzlichen Raum für Anmerkungen oder Hinweise.

Für wen lohnt sich dieser Zitierstil?

Anders als beim Harvard-Stil befinden sich die bibliografischen Angaben bei der Deutschen Zitierweise, in Form der Fußnote, meist direkt am unteren Seitenrand. Dies ist besonders praktisch, denn schon ein kurzer Blick genügt, um Auskunft über Art und Herkunft des zitierten Titels zu erhalten. Darüber hinaus bietet der Beleg mit Fußnoten mehr Raum, um relevante Informationen bezüglich der verwendeten Literatur zu vermitteln.

Aus eben diesem Grund ist dieser Zitierstil besonders unter Historikern, Anthropologen und Literaturwissenschaftlern beliebt. Gerade in diesen Disziplinen wird nämlich häufig mit Archiv-Materialien gearbeitet. Diese wiederum haben oft umständliche Kennziffern, die eine eindeutige Identifizierung der Quelle im Archiv erlauben. Diese nach Harvard-Stil in einen Text einzuarbeiten, gelingt nur schwer. Die Deutsche Zitierweise macht es leichter.

Doch auch für Studierende, die nur in den seltensten Fällen mit Unterlagen aus dem Archiv arbeiten, lohnt sich der Beleg mit Fußnoten. Schließlich können auch die Literaturangaben zu bereits editierten Quellen manchmal wahre „Rattenschwänze“ ergeben, die in einem Fließtext den wissenschaftlichen Schreibstil stören.

Bedeuten Fußnoten bei der Deutschen Zitierweise mehr Arbeit für mich?

Der vermeintliche Nachteil beim Zitieren mit Fußnoten liegt derweil klar auf der Hand: Es entsteht ein umfangreicher Fußnotenapparat, den du verwalten musst. Doch keine Sorge: In Zeiten digitaler Schriftverarbeitung hält sich der Aufwand für Dich als Verfasser in Grenzen.

Schriftverarbeitungsprogramme wie Microsoft Word erleichtern Dir die Arbeit, indem sie auf Befehl eigenständig Fußnoten setzen („Verweise“ -> „Fußnote einfügen“). Weiterhin passen sie deren Reihenfolge intelligent an, sobald Du einzelne Fußnoten nachträglich streichst oder ergänzt.

Doch Achtung: Ein gutes Schriftverarbeitungsprogramm ersetzt keinesfalls einen guten Autor! Wie auch der wissenschaftliche Haupttext muss man Fußnoten nach Fertigstellung der Arbeit kritisch nachprüfen – genauso wie man für den Text ein Lektorat der Bachelorarbeit oder Masterarbeit benötigt. Gerade bei den Fußnoten solltest du aber ein gutes Auge fürs Details beweisen, denn in ihnen verstecken sich häufig schlichte Flüchtigkeitsfehler.

Dennoch sollte Dich dieser vermeintliche Mehraufwand nicht von der Arbeit mit Fußnoten abschrecken. Vielmehr solltest du sie als Chance zur Vertiefung des wissenschaftlichen Arbeitens verstehen. Denn Fußnoten dienen nicht allein der Platzierung ausführlicher Literaturangaben. Zusätzlich bieten sie Gelegenheit dem Leser Hintergrundinformationen zu vermitteln, die im eigentlichen Text keinen Platz finden. Dies können beispielsweise kurze Erläuterungen oder ergänzende Kommentare des Autors sein.

Welche formalen Richtlinien gelten für Fußnoten bei der Deutschen Zitierweise?

Fußnoten setzte man, wie bereits erwähnt, durch eine hochgestellte Ziffer direkt hinter einem wortwörtlichen oder einem sinngemäßen Zitat. Diese sinngemäßen oder indirekten Zitate kennzeichnet man dabei zusätzlich durch ein „vgl.“ (= „vergleiche“). Weiterhin sollte man die Fußnoten durchgängig nummerieren und die Nummerierung jeweils nur ein einziges Mal verwenden, um eine klare Zuordnung zu ermöglichen.

In den Fußnoten finden sich derweil ausführliche Angaben zum Ursprung eines Zitates nach folgendem Muster:

Fußnoten 1

Fußnoten 2

Fußnoten 3

Fußnoten 4

Bei der Erstnennung eines Titels ist die vollständige bibliografische Angabe erforderlich. Bei der zweiten Nennung genügt die Angabe des Namens zuzüglich Kurztitel des Werkes. Ab der dritten Nennung reicht sogar die reine Namensnennung, es sei denn, es werden mehrere Werke ein und desselben Autors zitiert.

Erstnennung
Weiterhin sind die folgenden formalen Richtlinien zu beachten:

  • Besitzt ein Titel mehrere Autoren bzw. Herausgeber, so werden diese durch einen Schrägstrich getrennt.
  • Handelt es sich um mehr als drei Autoren bzw. Herausgeber, wird nach dem ersten ein „u.a.“ (= „und andere“) gesetzt.
  • Ähnliches gilt für den Erscheinungsort: Hier wird bereits bei mehr als zwei Orten nach der ersten Ortsnennung mit „u.a.“ abgekürzt.
  • Bei mehreren Herausgebern wird außerdem mit „Hrsg.“ abgekürzt. Bei einem einzigen Herausgeber mit „Hg.“.
  • Wird in aufeinander folgenden Fußnoten auf dasselbe Werk verwiesen, genügt ein „ebd.“ (= „ebenda“) mit entsprechender Seitenangabe.
  • Literaturangaben werden stets mit einem Punkt abgeschlossen.
  • In einem Literaturverzeichnis werden alle Literatur- und Quellenangaben aus den Fußnoten abschließend nochmals nach alphabetischer Reihenfolge gelistet. Wer mit Quellen arbeitet, sollte das Literaturverzeichnis zusätzlich in „Quellen“ und „Literatur“ unterteilen.

Insgesamt ist die Deutsche Zitierweise in keinem Fall anstrengender oder aufwändiger als andere Zitierstile, obwohl hier Fußnoten eine große Rolle spielen. Hat man aber ein Textverarbeitungsprogramm und kennt sich ein bisschen aus, kann man die Vorteile eines Fußnotenapparats nutzen.

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