Tipps & Anleitung zum Exzerpieren für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit

Exzerpieren
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14 Nov Tipps & Anleitung zum Exzerpieren für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit

Eine Möglichkeit um strukturierter und organisierter zu arbeiten, ist das Exzerpieren, also das Zusammenfassen und Aufarbeiten von Literatur für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit. So kann man beispielsweise meterhohe Bücherstapel, grell markierte Kopien, unleserliche Randbemerkungen und eine unübersichtliche Zettelwirtschaft während des Verfassens einer wissenschaftlichen Arbeit schließlich vermeiden.

Dieser Artikel ist ein Leitfaden für das Exzerpieren für die Bachelorarbeit und Masterarbeit. Nachdem die Frage geklärt wurde, was ein Exzerpt ist und die Arten und Inhalte eines Exzerpts vorgestellt wurden, geht es um das Exzerpieren an sich. Welche Vorbereitungen gilt es zu treffen, wie exzerpiert man richtig und was gilt es dabei zu beachten? Zuletzt werden einige Literaturverwaltungsprogramme benannt, mit denen man sich das wissenschaftliche Arbeiten zusätzlich erleichtern kann.

Was ist ein Exzerpt?

Ein Exzerpt ist eine zusammenfassende, kritische Aufbereitung eines Textes. Damit ist gemeint, dass man für die eigene wissenschaftliche Arbeit relevante Inhalte eines Textes wortwörtlich (in Form von Originalzitaten) oder paraphrasierend (mit eigenen Worten) festhält. Ziel des Exzerpierens ist es, die zusätzlich mit Kommentaren, Kritik und Ergänzungen versehenen Inhalte in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit weiterverwerten zu können (Vgl. Baade/Gertel/Schlottmann 2014, S. 95).

Während man sich mit Kopien schnell in unübersichtlichen Markierungen, Unterstreichungen und Randbemerkungen verliert, sollte das Exzerpieren für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit wesentlich organisierter ablaufen. Die themenrelevanten Inhalte eines Textes sollte man komprimiert und anschaulich festhalten. Auf diese Weise ist das Exzerpt zwar aufwendiger als eine Kopie, letztendlich aber besser weiterverwertbar (Vgl. Handout der Universität Leipzig).

Arten eines Exzerpts

Es gibt zwei Arten des Exzerpts, bei der man einen Forschungsbeitrag hinsichtlich einer allgemeinen oder einer spezifischen Fragestellung liest. Letztendlich ist davon die Ausführlichkeit des Exzerpts abhängig (Vgl. Bohl 2008, S. 32). Unter einer allgemeinen Fragestellung liest man text- bzw. quellenorientiert, sodass man die Hauptaussagen des Textes herausfiltern und mit Kommentaren versehen kann. Dagegen bringt eine spezifischere Herangehensweise ein bestimmtes Thema oder eine Fragestellung mit sich, unter welcher man mehrere Texte leser- bzw. projektorientiert exzerpiert.

Inhalte eines Exzerpts

Ein Exzerpt besteht zunächst aus bibliographischen Angaben. Dazu gehören Autor, Titel und Untertitel, Erscheinungsjahr und -ort, Verlag und entsprechende Seitenzahlen. Mit dem sorgfältigen Bibliographieren der Quellenangaben erspart man sich viel Zeit für das spätere Anlegen eines Literaturverzeichnisses. Hält man zusätzlich die Signatur oder URL fest, unter der die Quelle zu finden ist, kann man diese schneller auffinden, für den Fall, dass man noch einmal etwas nachlesen muss.

Im eigentlichen Exzerpt fasst man schließlich wichtige Textabschnitte mit eigenen Worten zusammen. Besonders aussagekräftige oder komplexe Textstellen, Begriffsbestimmungen oder sperrige Thesen kann man auch wörtlich in Anführungszeichen übernehmen. Zusätzliche Schlüsselwörter oder Hinführungen helfen das Exzerpt auf den ersten Blick thematisch einzuordnen.

Zu guter Letzt finden sich in einem Exzerpt eigene Kommentare, Ideen und Positionen, Fragestellungen sowie Hinweise und Querverweise wieder. Auf diese Weise sortiert und schärft man bereits beim Lesen der Forschungsliteratur seine Gedanken für das spätere Verfassen der Bachelorarbeit oder Masterarbeit.

Vorgehensweise: Exzerpieren für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit?

Bevor es an das Verfassen der Bachelorarbeit oder Masterarbeit geht, nimmt die Literaturrecherche, das Auswählen, Sichten und Auswerten von Forschungsliteratur viel Zeit in Anspruch – um genau zu sein etwa 30% der Gesamtzeit (Vgl. Handout der Philipp-Universität Marburg). Das Exzerpieren ist dabei eine Methode, die Zeit der Literaturrecherche und -auswertung effektiv zu nutzen.

Wichtige Vorbereitungen treffen

Auch wenn das Exzerpt an sich schon ein Hilfsmittel ist, um die Literaturrecherche zu strukturieren, kann man das Exzerpieren selbst noch systematisieren. Dafür bietet es sich an Textdokumente (z.B. in WORD, OpenOffice usw.) anzulegen. Nach dem Exzerpieren kann man wichtige Textstellen nochmals farblich markieren und hervorheben sowie mit Kommentaren versehen (siehe Abb.1).

Beispiel eines Exzerpts mit Markierungen und Kommentaren

Abb. 1: Beispiels eines Exzerpts mit Markierungen und Kommentaren

Noch systematischer sind Tabellen bzw. Datenblätter, die nach einem Schema ausgefüllt werden. In diese Tabellen trägt man während der Lektüre eines Textes die bibliographischen Angaben sowie wichtige Textpassagen ein, die stets mit Verweisen zu Seitenzahlen sowie Kommentaren versehen werden.

Abb. 2: Beispiele für Exzerptdatenblätter (Vgl. Handout der Universität Bielefeld).

Der Vorteil digitaler Exzerpte ist es, dass bestimmte Inhalte über die Stichwortsuche gefunden werden können – in Textdokumenten geht dies in der Regel mit dem Suchbefehl STRG+F. Außerdem erleichtert das Bibliographieren der Quellenangaben das spätere Erstellen von Fußnoten und Literaturverzeichnissen, da diese Angaben Copy&Paste übernommen werden können.

Exzerpieren

Beim eigentlichen Exzerpieren gibt es schließlich Einiges zu beachten. So sollte man die Inhalte des Textes stets in eigenen, knapp formulierten Sätzen aufschreiben. Auf wörtliche Zitate sollte man hingegen weitestgehend verzichtet, es sei denn es handelt es sich um zentrale Thesen, Begriffsbestimmungen oder Aussagen, die man nicht in eigenen Worten besser wiedergegeben könnte oder die von anderen Autoren geprägt wurden. In jedem Fall – ob man eine nun Aussage sinngemäß oder wortwörtlich übernimmt – muss immer die entsprechende Seitenzahl notiert werden. Handelt es sich um ein Zitat, muss dieses in Anführungsstrichen, eins-zu-eins übernommen werden (siehe dazu auch den Artikel zu allgemeinen Zitierregeln). Das Wichtigste beim Exzerpieren ist es, eigenes von fremdem Gedankengut zu unterscheiden (Vgl. Boeglin 2012, S. 115).

Im Zuge dessen dürfen in einem Exzerpt Kommentare, Hinweise und Verweise nicht fehlen. Das hat einen hohen Wert für das Verfassen der Bachelorarbeit oder Masterarbeit. Denn, wer bereits bei der Lektüre von Primär- und Sekundärliteratur eigene Thesen, Kritikpunkte an der Forschungsliteratur, Verweise zu anderen Texten oder Fragen notiert, kann diese später zur Grundlage für die eigene wissenschaftliche Arbeit machen (Vgl. Theisen 2013, S. 140).

Literaturverwaltungsprogramme

Hat man es mit besonders viel Primär- und Sekundärliteratur zu tun, sind Literaturverwaltungsprogramme dementsprechend ein effektives, zeitsparendes Hilfsmittel beim Exzerpieren für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit. Mit Programmen wie Citavi, Pybliographer und Zotero oder kostenpflichtiger Software wie Endnote und RefWorks können Literaturdatenbanken erstellt werden. Insbesondere die Verwaltung von online verfügbaren Forschungsbeiträgen und relevanten Webseiteninhalten wird vereinfacht, da Zitate hinzugefügt, mit Kommentaren versehen und schließlich stichwortartig gesucht werden können.

Viele der Literaturverwaltungsprogramme sind im Webbrowser integriert, sodass man wichtige Textpassagen mit einem Rechtsklick in die eigene Literaturdatenbank einfügen kann. Die gesammelten Zitate lassen sich schließlich gemeinsam mit einem vollständigen Literaturverzeichnis in Textdokumente übertragen.

Das Exzerpieren für die Bachelorarbeit oder Masterrabeit sieht erst einmal nach viel Arbeit aus – vor allem im Gegenteil zum bequemen und schnellen Kopieren von Texten. Ein Exzerpt ist der „goldene Weg“ um gelesene Forschungsliteratur für den eigenen Schreibprozess – von der  Bachelorarbeit bis zur Dissertation – verwertbar zu machen. Vor allem aber tragen die Kommentare, Verweise und Hinweise, die zu einem Exzerpt gehören, dazu bei, dass man bereits in der Vorbereitungsphase seine Gedanken schärft, wichtige Kontexte herstellt und seiner Bachelorarbeit schließlich von vornherein einen roten Faden gibt. 

ÜBERSCHRIFT

Bohl, Thorsten (2008): Wissenschaftliches Arbeiten im Studium der Pädagogik, 3. Aufl., Weinheim.

Boeglin, Martha (2007): Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt, München.

Baade, Jussi/ Gertel, Holger/ Schlottmann, Antje (2014): Wissenschaftliches Arbeiten. Ein Leitfaden für Studierende der Geografie, 3. akt. Aufl., Bern.

Theisen, Manuel René (2017): Wissenschaftliches Arbeiten. Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, München.

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