Ein Exposé schreiben für Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen

Expose schreiben für Bachelorarbeit, Masterarbeit, Dissertation - eine Anleitung mit Tipps
Teile diesen Beitrag mit Freunden:

07 Sep Ein Exposé schreiben für Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen

Die Funktion eines Exposés

Um eine in sich stimmige und logisch aufgebaute wissenschaftliche Arbeit zu verfassen, muss man im Vorfeld bereits viele Überlegungen anstellen und die Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Hausarbeit ordentlich planen und schreiben. In dieser Planungsphase klärst Du beispielsweise, über welches Thema Du schreiben möchtest, und grenzt es auf einen sinnvollen und in der vorgegebenen Zeit zu bewältigenden Bereich ein. Damit verbunden ist die Formulierung der Forschungsfrage, die vor der intensiven Recherchearbeit bekannt sein sollte. Zu den Vorarbeiten zählt auch die Literaturrecherche, denn bevor Du mit dem Schreiben startest, solltest Du bereits einen guten Überblick über die für Dein Thema relevanten Quellen haben. Ergebnis dieser Vorarbeit ist das Exposé, das Du Deinem Betreuer vorlegst.

Während dieser Phase hilft es, den Plan nicht nur im Kopf auszuarbeiten, sondern diesen schriftlich zu fixieren. Auf diese Weise hat man die zu erledigenden Arbeitsschritte stets im Blick und kann die Zeit bis zum Abgabetermin effizient nutzen. All diese Überlegungen fließen in ein Exposé ein, das damit die Funktion eines „Arbeitsplan[s] für das [geplante] Schreibprojekt“ (Kruse 2010: 74) erfüllt.

Da ein Exposé einen guten Überblick über die geplante Arbeit darstellt, wird es von sehr vielen Betreuern gefordert. Zum einen lässt sich daraus für den Betreuer herauslesen, ob er Deine Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation übernehmen kann. Außerdem kann der Betreuer einschätzen, ob Dein Projekt im vorgegebenen Zeitraum realisierbar ist. Zum anderen erhält Dein Betreuer bereits einen Überblick über die geplante Strukturierung der wissenschaftlichen Arbeit. Das bedeutet, ein Exposé ist im Wesentlichen eine Skizze Deiner Arbeit, anhand derer sich die Relevanz sowie die erwarteten Ergebnisse zeigen und diese für Deinen Betreuer nachvollziehbar machen sollen.

Aufbau und Form eines Exposés

Ein Exposé kann man mit einer kleinen wissenschaftlichen Arbeit vergleichen. Zwar dient es der Planung und der Festlegung des Themas, dennoch entspricht es hinsichtlich seines Stils und der Schreibweise einer wissenschaftlichen Arbeit. Schließlich möchtest Du mithilfe eines Exposés Deinen/Deine WunschbetreuerIn überzeugen, dass es Deine Arbeit wert ist, von ihm/ihr betreut zu werden. Dies ist vor allem für Studierende jener Studiengänge relevant, in denen viele Studierende pro BetreuerIn kommen. Die Voraussetzung dafür ist, dass Du das Exposé mithilfe wissenschaftlicher Sekundärliteratur ausarbeitest.

In einem Exposé solltest Du daher auf die gleiche Weise zitieren, wie in der späteren Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation. Weitere Bestandteile sind ein Deckblatt, das vergleichbar mit einer schriftlichen Prüfungsarbeit Deinen Namen, Deine E-Mailadresse, Angaben zur Universität, zum Institut sowie über den Zweck des Textes beinhaltet (vgl. Kruse 2010: 74). Des Weiteren soll das Deckblatt einen Arbeitstitel, der auch vorläufig sein kann, enthalten (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 121).

Hinsichtlich des Umfangs eines Exposés geben Bänsch & Alewell an, es solle für eine Masterarbeit drei Seiten nicht überschreiten (2013: 83). Auch Stickel-Wolf & Wolf empfehlen einen Umfang von drei bis fünf Seiten. Die Schriftgröße beträgt dabei 12 Punkt, der Zeilenabstand ist eineinhalbfach (vgl. 2013: 121). Achte bei der Formatierung Deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit auf die exakten Vorgabe Deiner Hochschule. Diese Angaben kann man allerdings nicht generalisieren, denn die Länge eines Exposés hängt einerseits von der Art der wissenschaftlichen Arbeit ab und zum anderen vom Zweck, den das Exposé erfüllen soll. So können beispielsweise bei Stipendien- und Forschungsanträgen Kostenaufstellungen enthalten sein, sodass durchaus ein Seitenumfang zwischen fünf bis zu 20 oder mehr Seiten erreicht werden kann (vgl. Franck & Stary 2009: 173).

Die Inhalte eines Exposés

Folgende Elemente gelten als Bestandteile eines Exposés. Sie sind in jener Reihenfolge aufgelistet, indem er sie in einem Exposé aufscheinen. Beachte, dass manche Punkte variabel sind.

Überbegriff: Was soll mit der geplanten Arbeit geleistet werden?

Erläuterung der Problemstellung: Der Ausgangspunkt der Arbeit (ein empirisches, politisches, praktisches, theoretisches, soziales Problem) wird erläutert (vgl. Kruse 2007: 135).

Darlegung des aktuellen Forschungsstandes: Überblick über bereits vorhandene Untersuchungen zum gewählten Thema.

Erläuterung einer Forschungslücke/Erkenntnisinteresse: Hier wird die Frage beantwortet, warum man sich mit dem gewählten Problem beschäftigt und welche Wissenslücken man dadurch schließen kann (vgl. Franck 2004: 77).

Darlegung der Fragestellung: Welche Forschungsfrage liegt der zukünftigen Arbeit zugrunde? (vgl. Franck & Stary 2009: 173).

Hypothese/Ziel: Hier wird dargelegt, was widerlegt oder bewiesen werden soll. Bei empirischen Arbeiten geht es darum statistische Hypothesen formulieren zu müssen und diese mit passenden Testverfahren bzw. Datenanalyse zu beweisen oder zu widerlegen.

Theoretische Grundlagen: Welches bereits vorhandene Wissen wird als Basis für die eigenen Überlegungen verwendet?

Weitere Bestandteile des Exposés

Erläuterung der Methode: Im Zuge dessen wird beantwortet, welche Methoden zur Beantwortung der Forschungsfrage herangezogen werden sollen. Des Weiteren wird erläutert, wie die Quellen ausgewertet werden. Bei empirischen Arbeiten gibt man Informationen über das Forschungsdesign (Datenauswertung, Variablen etc.) (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 122, Franck & Stary 2009: 173).

Quellen: Um einen Überblick über die Machbarkeit zu erlangen, werden in einem Exposé die vorhandenen Materialien dargelegt. Sollte es sinnvoll sein, die Literaturrecherche einzugrenzen, solltest Du dies erwähnen sowie begründen.

Vorläufige Gliederung: Dieser Teil ist ein vorläufiges Inhaltsverzeichnis. Hier legst Du dar, in welcher Reihenfolge die einzelnen Aspekte abgehandelt werden.

Zeitplan: Ein gutes Exposé beinhaltet eine zeitliche Planung, die Auskunft darüber gibt, bis zu welchem Zeitpunkt die einzelnen Arbeitsschritte abgeschlossen sein sollen.

Des Weiteren ist es möglich, Auskunft über bereits geleistete eigene Vorarbeiten zu geben. Dies können beispielsweise bereits durchgeführte Untersuchungen sein, die in die Arbeit einfließen können. Außerdem werden in einem Exposé die benötigten Mittel dargelegt. Dabei handelt es sich beispielsweise um Material, um Datenerhebungen durchzuführen, oder um etwaige Kosten.

Welche Vorteile hast Du, wenn Du mit einem Exposé arbeitest?

Auch wenn ein Exposé im Vorfeld mehrmals überarbeitet werden muss oder wenn man im Zuge des Bearbeitens erkennt, dass der Plan geändert werden muss, ist es dennoch sinnvoll, mit einem Exposé zu arbeiten. Einer der größten Vorteile ist, dass das Exposé als Grundlage für die Gespräche mit dem/der BetreuerIn dient. Auf diese Weise werden Missverständnisse im Vorhinein ausgeschlossen. Je klarer Du Deine Pläne darlegst, desto effizienter kann die Betreuungsarbeit erfolgen. Das Verfassen eines Exposés hilft dabei, die Forschungsfrage präzise zu formulieren, das Thema einzugrenzen und bereits im Vorfeld zu überlegen, welche Theorien für die Beantwortung der Fragestellung relevant sein können.

Außerdem ist das Exposé ein guter Ausgangspunkt, um die Literaturrecherche systematisch durchzuführen. Damit verhinderst Du, dass Du wichtige Literatur übersiehst oder Dich in zusätzlichen Informationen verlierst. Mithilfe eines Exposés ist es außerdem möglich, Probleme frühzeitig zu erkennen. Dabei handelt es sich beispielsweise um eine falsche Einschätzung des Arbeitsaufwandes, Probleme beim Beschaffen der Quellen, organisatorische Hindernisse und dergleichen.

Zu den Schlüsselkompetenzen für akademische Berufe zählt das Verfassen eines Projektantrages, der benötigt wird, wenn für bestimmte Forschungsvorhaben finanzielle Mittel beantragt werden müssen (vgl. Kruse 2007: 136). Da ein Exposé einem Projektantrag gleicht, kann die Fähigkeit, ein Forschungsprojekt präziser zu beschreiben darüber entscheiden, ob es durchgeführt werden kann oder nicht.

Literaturangaben

Bänsch, Axel & Alewell, Dorothea (2013): Wissenschaftliches Arbeiten. 11. Aufl. München: Oldenbourg Verlag.

Franck, Norbert. 2004. Handbuch Wissenschaftliches Arbeiten. Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag.

Franck, Norbert & Stary, Joachim (2009): Die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. 15. Aufl. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Kruse, Otto (2007): Keine Angst vor dem leeren Blatt – Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12. Aufl. Frankfurt: Campus.

Kruse, Otto (2010): Lesen und Schreiben – Der richtige Umgang mit Texten im Studium. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.

Stickel-Wolf, Christine & Wolf, Joachim (2013): Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler..

Teile diesen Beitrag mit Freunden:
Autor:


 

 

 

Send this to a friend