Eine Einleitung für eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit schreiben

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14 Sep Eine Einleitung für eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit schreiben

Einleitung schreiben

Die Einleitung einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Textteils – genauso wie Hauptteil und Schlussfolgerung bzw. Fazit. Jede Bachelorarbeit oder Masterarbeit muss eine Einleitung aufweisen, um die LeserInnen an das gewählte Thema der Bachelorarbeit oder Masterarbeit heranzuführen. Haben die Leser bereits mit dem Titel der Abschlussarbeit einen ersten Eindruck davon bekommen, was in der betreffenden Arbeit abgehandelt wird, fungiert eine Einleitung als Vorbereitung der Leser auf das Thema.

Da der erste Eindruck, den ein Text bei seinen Leser hinterlässt, auch bei Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten eine wichtige Rolle spielt, solltest Du Dir beim Verfassen der Einleitung besondere Mühe geben. Denn ist der erste Eindruck negativ, kann sich das auf die gesamte Arbeit niederschlagen – egal, ob der Hauptteil sehr gut geschrieben ist oder nicht. Aus diesem Grund solltest Du für das Verfassen der Einleitung genügend Zeit einplanen. Im Folgenden wird erklärt, wie man es schafft, die Zielsetzung einer wissenschaftlichen Arbeit in aller Kürze und prägnant auf den Punkt zu bringen, um so das Interesse der Leser zu wecken.

Die Funktion einer Einleitung

Der eigentliche Textteil einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit ist von den Vortexten (z. B. Abstract, Vorwort oder Danksagung) sowie den Verzeichnissen (z. B. Inhaltsverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, Tabellen) getrennt. Somit bildet die Einleitung den Beginn des Haupttextes und stellt den ersten Kontakt zwischen Dir als Verfasser und Deinen Leser her (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2002: 132). Wie beim Kennenlernen eines fremden Menschen ist der erste Eindruck prägend. Somit ist die Einleitung meist maßgeblich dafür verantwortlich, wie der darauffolgende Text aufgenommen wird.

Für den/die Leser stellt sie eine Art Aushängeschild dar. Zum einen dient sie den Leser als Leitfaden, um einen Überblick darüber zu bekommen, was in der vorliegenden Bachelorarbeit oder Masterarbeit abgehandelt wird. Anhand dieser Kurzübersicht fällt den Leser die Orientierung leichter, wodurch die Leserfreundlichkeit des Textes erhöht wird (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 200).

Einleitungen dienen aber auch Dir, um bei der Literaturrecherche, die Du im Zuge der Recherchearbeiten durchführst, nicht immer das gesamte Buch lesen zu müssen, um über den Inhalt Bescheid zu wissen. Stellt sich bereits anhand der Einleitung heraus, dass die betreffende Publikation keine für Dein Thema relevanten Inhalte aufweist, kannst Du sie in den allermeisten Fällen beiseitelegen. Auf diese Weise sparst Du viel Zeit beim Recherchieren und Sichten der Literatur für Deine Abschlussarbeit.

Die Länge einer Einleitung

Bedingt durch ihre Funktion als Kurzüberblick über die Arbeit, weist eine Einleitung einen geringen Seitenumfang auf. Im Wesentlichen ist sie hinsichtlich ihrer Länge mit dem Schlussteil vergleichbar. Die Länge einer Einleitung variiert einerseits abhängig von der Art der wissenschaftlichen Arbeit. Während sie bei Hausarbeiten von zehn bis 20 Seiten noch sehr kurz ist, nimmt sie bei Bachelorarbeiten und Masterarbeiten mit bis zu 80 Seiten mehr Platz ein. Andererseits finden sich in der Fachliteratur über wissenschaftliche Arbeitstechniken teilweise unterschiedliche Angaben über die Länge einer Einleitung.

Während manche Autoren, z. B. Andermann, Drees & Grätz, mit ihren Angaben vage bleiben und lediglich ein vernünftiges Verhältnis zwischen den einzelnen Textteilen vorschlagen (vgl. 2006: 86), geben andere Autoren konkretere Zahlen an. Gruber, Huemer & Rheindorf geben an, dass eine Einleitung ca. fünf Prozent der Gesamtlänge eines Textes umfassen soll; dies entspricht eine Seite bei einer 20-seitigen Arbeit (vgl. 2009: 98). Stickel-Wolf & Wolf sprechen im Gegenzug von einer Länge, die bis zu 15 Prozent des Textumfanges ausmacht (vgl. 2013: 201).

In diesen Längenangaben spiegelt sich die Funktion der Einleitung wider: Sie soll als kurze, prägnante Hinführung zum Thema dienen. Achte darauf, dass Du in diesem Zusammenhang nicht wesentliche Aussagen des Hauptteils vorwegnimmst!

Die Bestandteile einer Einleitung

Im Wesentlichen besteht die Einleitung einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit aus folgenden drei Aspekten: (a) Relevanz, (b) Forschungsfrage und (c) Vorgehensweise (vgl. Karmasin & Ribing 2014: 29). Somit sollte in einer Einleitung beantwortet werden, weshalb das gewählte Thema wichtig ist, wie die Forschungsfrage lautet, die im Zuge des Hauptteils beantwortet wird, und welche Vorgangsweise gewählt wird, um die Frage zu beantworten.

Eine detailliertere Auflistung der üblichen Bestandteile in chronologischer Reihenfolge findest Du im Folgenden:

  • Hinführung zum Thema: Zunächst wird mithilfe von Zitaten, Erfahrungsberichten, Fragen, Behauptungen etc. ein erster Einstieg ins gewählte Thema gegeben (vgl. Oertner, St. John & Thelen 2014: 31).
  • Relevanz des Themas: Als nächster Schritt wird begründet, weshalb das Thema relevant ist. Dabei wird es in das Forschungsumfeld eingeordnet. In diesem Schritt wird die Problemstellung also kurz umrissen (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 71).
  • Gegenstand der wissenschaftlichen Arbeit: Hier wird die spezifische Fragestellung vorgestellt und erläutert. Auch die Eingrenzung auf die zu untersuchenden Aspekte wird in diesem Teil vorgenommen.
  • Zielsetzung: Nach der Vorstellung der Fragestellung beschreibst Du die Ziele, die mit der Bachelor- oder Masterarbeit verfolgt werden.
  • Methodenwahl / Analyseverfahren: Um für den Leser nachvollziehbar zu machen, wie Du Dein Ziel erreichen möchtest, musst Du die gewählten Methoden angeben. Das sind beispielsweise Literaturanalysen, empirische Untersuchungen oder aber auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen oder anderen Institutionen (vgl. Kornmeier 2013: 105; Oertner, St. John & Thelen 2014: 31 und Samac, Prenner & Schwetz 2009: 60). Bei empirischen Arbeiten sollte die verwendete bzw. erfolgte Statistik grob angeschnitten werden.

Weitere Bestandteile der Einleitung

  • Eingrenzung bzw. Abgrenzung: Es ist sinnvoll, das Thema einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit enger zu fassen, um eine oberflächliche Bearbeitung eines zu umfangreichen Themas zu vermeiden. Welche Bereiche ausgegrenzt bzw. eingeschlossen werden, wird im Zuge der Einleitung erläutert und v. a. gut begründet (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 71).
  • Begriffserklärungen und -abgrenzungen: Sofern Begriffe geklärt werden müssen, die für die gesamte Arbeit relevant sind, werden diese in der Einleitung geklärt (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 71).
  • Aufbau der Arbeit: Zu guter Letzt wird in einigen Sätzen die Struktur der vorliegenden Arbeit erläutert, um LeserInnen eine gute Orientierung zu ermöglichen.

Zu welchem Zeitpunkt sollte man die Einleitung schreiben?

Auch wenn man eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit als Leser in der Regel bei der Einleitung zu lesen beginnt, heißt das nicht, dass man als VerfasserIn eine Arbeit ebenfalls von vorne zu schreiben beginnen muss. In der Fachliteratur über wissenschaftliche Arbeitstechniken wird die Frage, an welcher Stelle man nun mit dem Schreiben beginnt, unterschiedlich beantwortet. Nahezu einstimmig ist allerdings die Meinung, nicht mit der Einleitung zu beginnen. So geben viele Autoren die Empfehlung, die Einleitung erst nach Abschluss aller Textteile (d. h. Hauptteil und Schluss) zu verfassen (vgl. Theisen 2013: 152; Bänsch & Alewell 2013: 79 und Stickel-Wolf & Wolf 2013: 201).

Samach, Prenner und Schwetz geben den Hinweis, es zu vermeiden, eine Forschungsfrage im Nachhinein einzufügen (2009: 61). Das bedeutet, die Forschungsfrage muss vor dem Verfassen bzw. der Gliederung des Hauptteils feststehen und darf nicht erst beim Schreiben der Einleitung formuliert werden, um zu gewährleisten, dass man während des Schreibens das Ziel vor Augen nicht verliert.

Kornmeier wiederum vertritt die Auffassung, dass man mit dem Schreiben der Einleitung nicht bis zum Schluss warten muss, denn er ist der Meinung, dass man als VerfasserIn schon vor dem Verfassen des Hauptteils alle Inhalte der Arbeit kennen sollte (vgl. 2013: 109).

Quellenangaben

Andermann, Ulrich; Drees, Martin & Götz, Frank (2006): Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? 3. Aufl. Mannheim: Dudenverlag.

Bänsch, Axel & Alewell, Dorothea (2013): Wissenschaftliches Arbeiten. 11. Aufl. München: Oldenbourg Verlag.

Esselborn-Krumbiegel, Helga (2002): Von der Idee zum Text – Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Gruber, Helmut; Huemer, Birgit & Rheindorf, Markus (2009): Wissenschaftliches Arbeiten – Ein Praxisbuch für Studierende. Wien: Böhlau Verlag.

Karmasin, Matthias & Ribing, Rainer (2014): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. 8. Aufl. Wien: Facultas.

Kornmeier, Martin (2013): Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht – für Bachelor, Master und Dissertation. 6. Aufl. Bern: Haupt.

Oertner, Monika; St. John, Illona & Thelen, Gabriele (2014): Wissenschaftlich Schreiben – Ein Praxisbuch für Schreibtrainer und Studierende. Paderborn: Wilhelm Fink.

Rossig, Wolfram E. & Prätsch, Joachim (2005): Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. Weyhe: PRINT-TEC.

Samac, Klaus; Prenner, Monika & Schwetz, Herbert (2009): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas.

Stickel-Wolf, Christine & Wolf, Joachim (2013): Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler.

Theisen, Manuel René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. München: Franz Vahlen.

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