Endspurt: Tipps zum Gegenlesen, Drucken und Binden

Drucken und Binden
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21 Nov Endspurt: Tipps zum Gegenlesen, Drucken und Binden

Die Bachelorarbeit oder Masterarbeit ist vollbracht. Fast. Bevor man die Zielgerade überqueren und das gute Stück fertig in den eigenen Händen halten kann, gilt: Sprachliche Optimierung, Drucken und Binden. Das heißt: Eine Abschlussarbeit sollte überarbeitet werden. Und das nicht nur nachdem, sondern am besten auch bevor sie gedruckt auf dem Schreibtisch des Profs landet. Was man dabei besser beachtet, verraten die folgenden Checklisten.

Tipps für die sprachliche Überarbeitung

Die Reihenfolge der letzten Schritte bis zur fertigen Bachelorarbeit oder Masterarbeit lautet: Zuerst Optimieren, dann Drucken und Binden lassen (vgl. Theisen 2013: 298). Während Druck und Bindung lediglich einige Formfragen aufwerfen und schließlich schnell erledigt sind, bedeutet die sprachliche Überarbeitung eines Textes echte Arbeit. Denn beim Gegenlesen handelt es sich um die zielgerichtete Prüfung, Beurteilung und teilweise Überarbeitung eines Manuskriptes (vgl. auch die Definition des Duden).

Ziel einer solchen Überarbeitung ist die Gewährleistung einer hohen Textqualität. Richtlinien sind dabei einerseits formaler Art – die korrekte Rechtschreibung, Grammatik und Ausdrucksweise eines jeden Satzes. Andererseits werden die Inhalte des Textes auf ihre Schlüssigkeit, Kausalität und Konsistenz sowie auf die Einhaltung wissenschaftlicher Standards geprüft (vgl. Schickerling 2016: 14). Auch das korrekte Zitieren und Verweisen auf Quellen wird hierbei unter die Lupe genommen. Prüfen können ein sprachaffiner Freund, ein inhaltlicher Fachmann oder eine Agentur, die sich auf das Lektorat von Bachelorarbeiten, Masterarbeiten oder Dissertationen spezialisiert hat. Was darüber hinaus zu beachten ist, weiß die folgende Checkliste.

Das sollte man tun

Weil es oft ein paar harmlose Schreibmarotten sind, die sich schließlich hartnäckig durch den gesamten Text ziehen, macht es Sinn nicht erst am Schluss alles überarbeiten zu lassen. Wer bereits nach der ersten Hälfte der Schreibarbeit einen prüfenden Leser ans Werk lässt, kann in der zweiten Hälfte viele Fehler vermeiden. Das machen einige Schriftsteller übrigens genauso. Sie schreiben ihre Werke nicht allein im stillen Kämmerchen, sondern stehen in ständigem Austausch.

Man sollte sich und der Person, der man seine Arbeit anvertraut hat, zudem nicht unnötig unter Zeitdruck setzen. Gemeint ist damit zum einen die Zeit, für die Prüfung benötigt wird. Zum anderen die, die man braucht, um Verbesserungsvorschläge zu sichten und gegebenenfalls in den Text einzuarbeiten (vgl. Sailler 2017: 8). Wer weniger als fünf Tage für die Sache einplant, bereitet sich und anderen unnötigen und vor allem kontraproduktiven Stress.

Das sollte man beachten

Man sollte sich außerdem nicht zwischen Freund und Fachmann entscheiden. Form und Inhalt sind zwei Paar Schuhe. Deshalb ist es manchmal sinnvoll, wenn zwei sich die Arbeit an einer Arbeit teilen: ein Rechtschreibgenie und ein Studienkollege zum Beispiel. Eine Alternative kann es sein, eine professionelle Agentur zu beauftragen. Hier gehört die sorgfältige formale und sprachliche Prüfung der Masterarbeit oder Bachelorarbeit durch kompetente Profis zum Standard, ist aber auch mit Kosten verbunden.

Ein professioneller Anbieter bietet aber auch einen psychologischen Vorteil: Einer der erschreckendsten Momente beim Schreiben einer Abschlussarbeit ist für manche der, in dem man dann die Arbeit nach der Bearbeitung wieder zurückbekommt.

Unzählige rot leuchtende Verbesserungsvorschläge sind zwar vollkommen normal und sollten den Schreiber nicht entmutigen. Mindestens die Hälfte aller Vorschläge beziehen sich bestimmt auf Tippfehler oder Wortdreher und können mit einem Klick ins Dokument übernommen werden. Trotzdem empfinden es manche als demütigend, von Kommilitonen oder Freunden auf die eigenen Fehler hingewiesen zu werden oder vor ihnen dumm dazustehen. Bekommt man die Hinweise aber von einem Fremden, kann es einem egal sein, was er denkt.

Drucken und Binden

Auf das sorgfältige Korrigieren folgt das Drucken und Binden lassen der Abschlussarbeit. Oft gelten für Druck und Bindung universitäre Richtlinien, die man in der Prüfungsordnung nachzulesen kann und die man unbedingt einhalten sollte. Festgelegt werden beispielsweise bestimmte Aspekte des Layouts sowie die Anzahl der einzureichenden Exemplare. Trotzdem gibt es Raum für individuelle Entscheidungen. Erscheinung, Haptik, Handhabung und Lesbarkeit lauten hier die maßgeblichen Kriterien. Um ein professionelles, hochwertiges, praktisches und angenehmes Resultat in Händen zu halten, sollte man allerdings einige Dinge berücksichtigen.

Online-Druckerei oder Copyshop?

Sowohl Online-Druckereien wie auch Copyshops bringen Vor- und Nachteile mit sich. Der Besuch eines Copyshops erfordert zwar etwas mehr Zeit, als der Kaufen-Klick im Netz und erlaubt keinen idealen Preisvergleich, dafür dienen hier Musterexemplare, die man auch anfassen kann als Entscheidungshilfe. Zudem ist der Gang zum Cops-Shop natürlich unmittelbarer und man kommt innerhalb kürzester Zeit zu den fertigen Exemplaren der eigenen Bachelorarbeit oder Masterarbeit.

Bindung und Papierstärke

Meist bieten Copyshops und Online-Druckereien eine Metallringbindung (Spiralbindung), eine Plastikringbindung, eine Fälzelbandbindung (Klebebindung), eine Softcoverbindung (Magazinbindung) und eine Hardcoverbindung (Buchbindung) an. Während eine Hardcoverbindung klassische Eleganz ausstrahlt, ist eine Metallringbindung vor allem angenehm zu handhaben.

Dazu kommt aber in jedem Fall noch die Entscheidung für die Papierstärke. Es mag pedantisch klingen, aber die Hände lesen mit. Ein dünnes Papier der Stärke 75 bis 80 g/m² ist nicht nur anfälliger für Eselsohren, Fältchen und Knittereien, sondern fühlt sich auch weniger solide an. Während eine Papierstärke von 100 g/m² bereits gut in der Hand liegt, erlaubt eine Stärke von 120 g/m² aufgrund geringeren Durchscheinens auch einen beidseitigen Druck.

Druck

Ein- oder der doppelseitige Druck? Ganz gleich wie hier die Entscheidung ausfällt – ein gebundener Text beginnt immer auf der rechten Seite. Das gleiche sollte deshalb auch für ein neues Kapitel gelten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, vor dem Druck die wechselnde oder gleichbleibende Position der Seitenzahlen und das gezielte Einsetzen oder Entfernen von Leerseiten zu bedenken.

Ob ein Farbdruck nötig ist, hängt von der Menge und Art grafischer Darstellungen und anderer Bildmaterialien innerhalb der Arbeit ab. Ein farbiges Diagramm oder Foto schwarz-weiß zu drucken sollte vermieden werden.

Im Normalfall kann der Druck einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit innerhalb weniger Stunden über die Bühne gehen. Während Online-Anbieter zudem mindestens 24 Stunden für den Express-Versand benötigen, kann die fertig gedruckte Arbeit in Copyshops teilweise bereits nach zwei Stunden abgeholt werden.

Die Preisspanne für die Kosten ist hier jedoch beachtlich. Je nach Bindung, Papierstärke, Farb- oder Schwarz-Weiß-Druck und zur Verfügung stehender Zeit können 40 DIN-A4-Seiten zwischen 25 und 65 Euro kosten.

Die letzten Meter eines Marathons sind genauso wichtig wie die ersten. Deshalb sollte dem Korrigieren, Drucken und Binden lassen einer Abschlussarbeit ebenso viel Aufmerksamkeit zukommen wie dem Forschen und Schreiben. Absolute Fehlerfreiheit in Sachen Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck, ein einwandfreier Druck, und eine ansehnliche Bindung verleihen dem Werk den letzten Schliff. Und sind deshalb unabdingbar. Das Gegenlesen durch einen Freund, Fachmann oder eine Agentur und die Entscheidung für eine Druckgelegenheit des Vertrauens sind also die letzten Punkte auf der To-do-Liste für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit. 

Literatur

Sailler, Johannes (2017): Handbuch Korrekturlesen: Erfolgreich Korrektur lesen. Korrekturwissen von A bis Z, Books on Demand.

Schickerling, Michael (2016): Lektorat kompakt: Ein Arbeitsbuch für Lektoren und Redakteure, Frankfurt am Main.

Theisen, Manuel-René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit., 16. Aufl., München.
Weiterführende Literatur:

Andresen, Johanna (2015): Kommasetzung: Der Crashkurs für Studierende. Fehlerfrei mit fünf Strategien, Kindle Edition.

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