Die Bachelorarbeit schreiben leicht gemacht mit diesen 10 Tipps

10 Tipps Bachelorarbeit
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10 Nov Die Bachelorarbeit schreiben leicht gemacht mit diesen 10 Tipps

Wenn man eine Bachelorarbeit schreiben muss, sollte man sich bewusst machen, dass das nichts ist, was man so eben im Vorbeigehen erledigt. Hier sind Langstreckenläufer gefragt und keine Sprinter.

Die eigentliche Arbeit beginnt schon lange vor dem Schreibprozess. Denn das Bachelorarbeit Schreiben erfordert – wie auch später die Masterarbeit – eine sorgfältige und minutiöse Vorbereitung, angefangen bei der Wahl eines passenden Themas, dem Formulieren einer präzisen Fragestellung, der Wahl des Betreuers bis hin zur Gliederung, der Literaturrecherche, der eventuellen Erhebung und Auswertung von statistischen Daten und vielem mehr.

Für manchen Studierenden kann von der Benotung der Arbeit eine Menge abhängen, unter Umständen sogar der Fortgang des Studiums als solches.
Deshalb erscheint es als sinnvoll, sich bereits im Vorfeld mit den wichtigsten Fragestellungen und Fallstricken rund um das Thema Bachelorarbeit auseinanderzusetzen.

Hier nun 10 Tipps, die das Abfassen einer Bachelorarbeit erleichtern sollen.

Effektive Literaturrecherche

Ein gründliches Studium der Quellen ist das A und O für jede wissenschaftliche Arbeit. Aber wie funktioniert eigentlich eine gute Literaturrecherche am effektivsten?

Wurde vom Betreuer ein bestimmtes Werk empfohlen, zum Beispiel ein Standardwerk, wendet man am besten das Schneeballsystem an. Hierzu durchforstet man die Fußnoten und das Literaturverzeichnis des empfohlenen Werkes und hält nach vielversprechender weiterführender Literatur Ausschau.

Aber Vorsicht: Naturgemäß wird die weiterführende Literatur immer älter, je weiter man das Schneeballprinzip vorantreibt.

Alternativ dazu kann man die systematische Suche anwenden. Hier beginnt alles mit einer Fragestellung. Sie sollte möglichst präzise und nicht allzu lang sein, damit die Anzahl der ableitbaren Schlagwörter nicht zu unübersichtlich wird. Anschließend werden die einschlägigen Suchmaschinen und Datenbanken bemüht. Mittels Boolscher Operatoren, Platzhaltern, Wildcards, Trunkierungen oder der Phrasensuche lassen sich die erhaltenen Ergebnisse filtern bzw. eingrenzen.

Selbstverständlich kann man auch die systematische Suche mit dem Schneeballprinzip kombinieren. Hierzu durchsucht man die Quellenverzeichnisse der angezeigten Titel und untersucht diese auf vielversprechende weiterführende Literatur.

(Weiterführende Tipps hält die Humboldt Universität zu Berlin am Beispiel des Fachgebiets Marketing bereit)

Literaturverwaltungssoftware verwenden

Man kann sich natürlich auch weiterhin auf Karteikarten, Post-Ist, Fotokopien oder Farbmarker verlassen. Für eine effektive Archivierung der gesichteten Quellen müsste man dann allerdings sämtliche anfallenden Informationen für jeden Einzelfall händisch erfassen, zumindest dann, wenn man auch später noch wissen will, wo man welchen Gedanken gelesen hat. Und diese Archivierung würde, neben den vollständigen bibliographischen Angaben, auch Informationen bezüglich Relevanz, Fundort, Verfügbarkeit, Ausleihfristen und vieles mehr umfassen und wäre auch für mutmaßlich irrelevante Quellen nötig, sofern man derselben Quelle nicht mehrfach begegnen will.

Bei der Bachelorarbeit kommt man damit vielleicht sogar noch durch, aber es ist klüger, hier schon einmal für spätere Gelegenheiten zu üben: Spätestens in der Dissertation herrscht sonst nämlich ein heilloses Chaos. Wahrscheinlich ist es klüger, die Dienste einer Software für Literaturverwaltung in Anspruch zu nehmen. Sie heißen Citavi, Endnote, Zettelkasten oder Endnote, sind manchmal kostenpflichtig und manchmal kostenfrei und haben alle ihre Vor- und Nachteile. Egal, wie man sich entscheidet: Das Programm sollte recherchieren können und zwar sowohl im Buchhandel als auch in Bibliothekskatalogen. Es muss außerdem sammeln, ordnen, filtern und verschlagworten können, sodass im Prinzip, wenn man einen Gedanken, ein Zitat, ein Schlagwort oder einen bestimmten Autor ins Eingabefeld des Programms einträgt, der gewünschte Titel als Ergebnis erscheint.

Funktion des Citavi Pickers in Firefox

Abb. 1:  Citavi

Und wenn die Software zusätzlich über eine Zitatfunktion verfügt und sämtliche bibliographischen Angaben automatisch erfasst, sodass das Literaturverzeichnis praktisch von der Software erstellt wird, handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein gutes Angebot, das die Arbeit ungemein erleichtern kann. Citavi ist die wahrscheinlich am häufigsten verwendete Software (Klein, 2017).

Korrektes Zitieren – Vermeidung von Plagiaten

Selbstverständlich ist es völlig legitim, Theorien anderer Autoren oder deren Meinungen beim Bachelorarbeit Schreiben wiederzugeben. In gewisser Weise baut bekanntlich jedes wissenschaftliche Werk auf Vorgänger auf, die zum gegebenen Forschungsgegenstand bereits Beiträge geleistet haben. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden, solange man die Ideen und Gedanken der zitierten Autoren als solche kenntlich macht. Es gibt verschiedene Zitierregeln: Übernimmt man Passagen wörtlich, so spricht man vom direkten Zitieren, gibt man diese sinngemäß wieder, handelt es sich um indirektes Zitieren.
Da es hierbei eine Menge zu beachten gibt und nicht zuletzt auch, um sich vor unschönen Plagiatsvorwürfen zu schützen, sollte man sich auf jeden Fall im Vorfeld der Bachelorarbeit mit den gängigen Zitationsweisen beschäftigen.

Wer sich unsicher fühlt, sollte nach Abschluss der Arbeit eine Plagiatsprüfung in Erwägung ziehen. Dann ist man bei diesem heiklen Thema auf jeden Fall auf der richtigen Seite. Wer ein wissenschaftliches Lektorat der Bachelorarbeit bucht, erhält zudem noch ein Feedback, ob auch in fachlicher Hinsicht mit der Bachelorarbeit alles picobello ist.

(Über die genannten Hinweise hinaus gibt die Universität Heidelberg weiterführende Tipps zu korrekten Zitierweisen).

Gliederung und roter Faden beim Bachelorarbeit Schreiben

Umwege erhöhen zwar die Ortskenntnis. Aber bei einem Projekt wie einer Bachelorarbeit sollte man darauf verzichten und stattdessen von Anfang an mit einer klaren Gliederung und einem roten Faden arbeiten. Diese sollte bereits im Vorfeld der Bachelorarbeit bis in die kleinsten Unterpunkte mit dem Betreuer abgesprochen sein. Auf diese Weise erspart man sich viel Zeit, die, anstatt sie dem eigenen Chaos zu widmen, fortan produktiv genutzt werden kann.

Und der rote Faden erhöht nicht nur die wissenschaftliche Qualität der Bachelorarbeit, sondern macht sie obendrein lesbarer – was nicht zuletzt auch den Professor freut.

Kleine Etappenziele festlegen

Zu Beginn mag das Bachelorarbeit schreiben wie ein unüberwindlicher Berg Arbeit aussehen, dazu angetan, so manchem Studierenden bereits im Vorfeld die Lust zu nehmen.

Aber mit einem kleinen Trick lässt sich der große Berg leicht abtragen. Wenn man nämlich vor Beginn der Arbeit überschaubare und realistische Etappenziele festlegt, bringt man System und Struktur in die eigene Arbeitsweise und sorgt für Klarheit im Kopf. Außerdem kann man auch dann noch ruhig schlafen, wenn erst ein kleiner Teil der Arbeit erledigt ist, aber man sich noch im Rahmen des selbst erstellten Zeitplans wähnen darf.

Exzerpte anfertigen

Beim Bachelorarbeit Schreiben muss der Studierende Dutzende von Quellen auswerten, Monographien, Sammelbände, Zeitschriftenartikel und wissenschaftliche Texte jeder Art.

Woher soll man wissen, welche Informationen relevant sind, welche möglicherweise und welche Informationen irrelevant sind?

Die Lösung heißt – das Exzerpt. Bei einem Exzerpt handelt es sich um eine mit eigenen Worten wiedergegebene Aussage einer Quelle, die zusätzlich mit individuellen Kommentaren, Ideen oder Verweisen sowie bibliographischen Angaben versehen wird. Wenn man es richtigmacht, kann man nach Rost (2008) nach dem Exzerpieren die Quelle aus der Hand legen und braucht fortan nicht mehr mit ihr zu arbeiten.
Mit einem Exzerpt kommt also Ordnung in die Literaturrecherche – Was will man mehr?

Regelmäßige Rücksprachen mit dem Professor

Apropos Professor: Dieser ist nicht nur dazu da, mit den Studierenden die Gliederung durchzusprechen oder die fertige Arbeit zu benoten. Zu seinem Aufgabenfeld gehört es außerdem, den Studierenden noch während des Schreibprozesses tatkräftig Hilfestellungen zu leisten und ihn vielleicht sogar bei Schreibblockaden zu unterstützen. Er gibt Zwischenfazits, beantwortet während des Arbeitsprozesses entstandene fachliche Fragen, gibt Literaturhinweise, gewährt im Zweifelsfall eine Fristverlängerung und kennt überhaupt sein Fachgebiet am besten. Aber vor allem erkennt er, wenn man sich thematisch in eine falsche Richtung bewegt. Aus diesem Grund ist der Professor die wohl geeignetste Person für regelmäßige Rücksprachen.

Es wäre wohl nicht sehr klug, ausgerechnet von seinem Professor kein Feedback einzuholen bzw. aufkommende Missverständnisse noch vor Abgabe der Arbeit mit ihm aus dem Weg zu räumen.

Also, wer am Ende des Tages nicht das Problem haben will, eine gute Bachelorarbeit geschrieben zu haben – allerdings zum falschen Thema -, nutzt die Möglichkeit des regelmäßigen Kontakts mit seinem Betreuer.

Funktion des Citavi Pickers in Firefox

Abb. 2: Auf den Betreuer zugehen

Kurze und verständliche Sätze bilden

Lange Zeit dachte man in Deutschland, dass jemand, der sich besonders kompliziert ausdrückt, wahrscheinlich sehr schlau sein muss. Oder dass jemand, der in seiner Bachelorarbeit lange und verschachtelte Sätze bildet, in besonderer Weise den wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird.

Das Gegenteil ist der Fall. Man sollte beim Schreiben auch einmal an seine Leser denken, und im Prinzip sind auch Professoren erst einmal normale Leser. Deshalb schadet es nicht, einen einfachen und klaren Sprachstil zu pflegen, die Arbeit ist klar zu strukturieren, logisch zu argumentieren, die Übergänge stimmig zu gestalten sowie schlüssige und allgemeinverständliche Schlussfolgerungen zu ziehen – und dabei so lange umschreiben, bis alles stimmt.

Die Chancen auf eine gute Benotung dürften in diesem Fall deutlich höher ausfallen.

Prägnante Einleitung und Fazit

Kurioserweise wird die Einleitung einer Bachelorarbeit selten am Anfang geschrieben. Dies hängt damit zusammen, dass sich viele Dinge erst im Laufe des Schreibprozesses klären können. Zunächst einmal muss der Studierende für sich herausfinden, wo er mit seiner Arbeit hinwill, welche Fragestellung er aufwirft und welche Position er dazu einnimmt. Erst gegen Ende der Arbeit – wenn diese Punkte beantwortet sind – sollte man sich ihr widmen. Dabei darf die Einleitung durchaus ein wenig unterhalten.

Natürlich ist eine Bachelorarbeit kein Roman. Dennoch kann es nicht schaden, dem Herrn Professor ein wenig Unterhaltung zu bieten – natürlich mit wissenschaftlichen Anspruch. Sie sollte prägnant formuliert und zündend sein. Die Einleitung prägt das folgende Leseerlebnis und gibt den Ton vor. Deshalb lohnt es sich, für eine gute Einleitung lieber zweimal nachzudenken.

Zusammen mit der Einleitung bildet das Fazit den Rahmen der Bachelorarbeit. Hier werden noch einmal die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst und gegebenenfalls Handlungsempfehlungen abgegeben. Man sollte darauf achten, im Fazit keine neuen Gedanken anzuführen. Hier werden lediglich die wichtigsten Aspekte der Bachelorarbeit noch einmal zusammengefasst. Im Hauptteil werden Gedanken und Argumente hingegen ausführlich diskutiert.

Wie eine bekannte Alltagsweisheit besagt: Der erste und der letzte Eindruck sind häufig die prägendsten. Deshalb sollten der Einleitung und dem Fazit ein besonderes Augenmerk geschenkt werden.

Anpassung an den Biorhythmus

Dieser Tipp mag zunächst banal erscheinen. Da es sich beim Bachelorarbeit Schreiben allerdings nicht nur um ein intellektuelles, sondern auch um ein physisches Mammutprojekt handelt, solltest man auch auf seinen Biorhythmus ein wenig Acht geben, der bekanntlich in den Morgen- und Vormittagsstunden am leistungsfähigsten ist.

Nun sind gerade Studierende – ähnlich wie Künstler oder Intellektuelle – regelrechte Nachteulen. Aber wie wäre es mit der folgenden Arbeitsaufteilung: Die Kärrnerarbeit, also das Nachdenken über Zusammenhänge oder das Schreiben der Bachelorarbeit selbst, wird in den Morgen- bzw. Vormittagsstunden erledigt, wohingegen Nebentätigkeiten wie die Literaturrecherche oder die eben beschriebenen Feedbackgespräche mit dem Professor, auf die Nachmittags- und Abendstunden verlegt werden.

Diese Arbeitsaufteilung spart man nicht nur viel Kraft, sondern sie wirkt sich auch auf die Qualität Deiner Bachelorarbeit aus – und zwar positiv.

Wie man sieht, ist der Weg zur erfolgreichen Bachelorarbeit mit Stolperfallen gespickt.

Sofern man den genannten 10 Tipps die gebührende Beachtung schenkt, sollte einer guten Benotung der Bachelorarbeit allerdings nichts mehr im Wege stehen.

Literatur

Rost, F. (2008): Lern- und Arbeitstechniken für das Studium, 5. Auflage, Wiesbaden.

Klein, A. (2017): Wissenschaftliche Arbeiten schreiben, praktischer Leitfaden mit über 100 Software-Tipps, 1. Auflage, Frechen.

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